Fenster: Erfahrungen, Hintergrundwissen, Tips

Fenster fallen unter die Art von Gebrauchsutensilien, über die wir kaum oder gar nicht großartig nachdenken – so lange unsere Fenster in die Welt heil sind und so funktionieren, wie sie sollen. Dabei gibt es ganz unterschiedliche Typen und Modelle, die wir hier kurz beleuchten – ebenso wie einige Hinweise im Umgang mit den gläsernen Löchern in der Wand. Im Folgenden findest du einen persönlichen Erfahrungsbericht. Unser Autor hat sich mehrere Jahre lang ausführlich und professionell mit dem Thema Fenster befasst, sowohl in der Theorie als auch in der Praxis. Es gibt also Informationen aus erster Hand - für mehr Durchblick beim Thema Fenster.

Fenster – Definition und Typen

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Einfachverglaste Fenster

Bei diesem Typ handelt es sich um eine veraltete Fensterform, in der eine Glasscheibe in einen Rahmen eingefasst ist. Übelicherweise wurden diese Rahmen aus Holz oder Metall gefertigt und die auf Maß geschnittenen Scheiben mittels „Fensterkitt“ im Rahmen fixiert. Diese knetbare Masse trocknet hart aus und hält unterschiedlichsten Belastungen stand. Bei Holzrahmen war es zusätzlich üblich, Scheiben mit sog. Stiftnägeln zu fixieren, um die Stabilität im Rahmen zu erhöhen.

Doppelverglaste Fenster

Doppelverglasungen waren die Vorläufer der heute gängigen Thermopenverglasung. Bei Doppelverglasungen setzten Fensterbauer schlicht zwei Scheiben in einen Rahmen ein, um den Temperatur-Schwitzwassereffekt zu verringern. Die Luftschicht zwischen den Scheiben verhindert ein unmittelbares Absetzen von Raumfeuchte an der Scheiben bei einer stark unterschiedlichen Raum- und Außentemperatur. In einigen Ländern sind solche Fenster auch heute noch zulässig und neu erhältlich.

Thermopenfenster

Thermopenverglasungen sind die moderne und mittlerweile gängige Version einer Doppelverglasung. Um den Isolationseffekt zu steigern, versehen Hersteller Thermopenscheiben anstelle einer Luftschicht zwischen den beiden Scheiben mit einem Vakuum. Durch dieses Vakuum wird nicht nur ein Beschlagen der Innenscheibe verhindert, sondern das komplette Fenster isoliert.

Bleiglasfenster

Bleiglasfenster sind oft aufwendig hergestellte Mosaikfenster, bei denen kleine Glassegmente über gegossene Bleibrücken zusammengesetzt und im Rahmen gehalten werden. Über solche Mosaike fertigten Kunsthandwerker im Mittelalter eindrucksvolle Motivfenster, die wir alle aus Kirchen, Kathedralen oder anderen sakralen Gebäuden kennen. Da solche Fenster nur im Handwerk gefertigt werden können, gibt es nur wenige neue und moderne Bleiglasfenster. Hin und wieder verfügen die Träger kultureller Gebäude über ein Budget, um solche Fenster für sich anfertigen zu lassen.

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ⒸBild von Eveline de Bruin/Pixabay auf Alterix

Fenster im Überblick

Fenster werden in Europa erst seit circa 1000 nach Christi mit Glas geschlossen. Vor dieser Zeit war es vereinzelt üblich Fenster mit Holzklappen (Fensterläden) zu schließen. Glasfenster fanden sich zuerst überwiegend in sakralen Gebäuden wie Kapellen und Kirchen, sowie den Anwesen wohlhabender Kaufleute oder deren Innungen. Hölzerne Fensterläden werden auch heute noch benutzt. Allerdings ersetzen sie das Glasfenster nicht, sondern lassen sich vor dem Fenster, meist zweiflügelig, schließen, um Lichteinfall zu verringern oder das Fenster zu schützen. Insbesondere in Frankreich und Bayern gehören solche Fensterläden noch immer zum Stadtbild. In Bayern sind solche Fensterläden nicht selten liebevoll verziert und bemalt.

Fenster im Wandel der Zeit

Der sichtbarste Unterschied von historischen zu modernen Fenstern liegt in der Größe der Glasflächen. Während wir heute imstande sind, sehr große Glasflächen mit Walzen herzustellen, halfen sich unsere Vorfahren mit dem Zusammensetzen kleinerer Glaselemente. Dies geschah durch die Unterteilung der Flächen mit Holzzargen oder Metallgittern, in die dann kleinere Scheiben eingesetzt wurden, oder mit der sogenannten Bleiverglasung, bei der Butzen oder Glasmosaik-Elemente zu oft kunstvollen Mosaiken zusammengesetzt wurden. Historische Butzenfenster sind Fenster, die sich aus vielen runden Scheibchen zusammensetzen. Der Begriff Butze bezieht sich dabei auf einen Flaschenboden. Genau hieraus ließen sich solche Verglasungen auch herstellen. Heute finden wir solche Butzenfenster mit der ursprünglich runden Verglasung allenfalls in einigen wenigen historischen Gebäuden. Der Begriff Butzenfenster ist jedoch durch die Jahrhunderte gegangen und viele ältere Bauernhäuser, z.B. in Nordfriesland haben solche Fenster. Diese zeitlich später angefertigten Fenster haben inzwischen quadratische „Butzen“. Gleichgeblieben ist lediglich eine größere Dicke dieser Gläser im Vergleich zu „normalen“ Scheiben und die Möglichkeit, solche Scheiben in Holzgitter einzukitten, ohne eine aufwendige Bleiverglasung anzuwenden. Bleiverglaste Mosaik-Fenster kennen wir in oft eindrucksvollen Motiven aus größeren Kirchen oder Kathedralen.

Traditionelle Fenster

Der Unterschied zu modernen Fenstern sind die kleineren Glasflächen. Bei historischen Bleiglasfenstern wurden kleinere Glassegmente oft mit Bleiguß zu größeren Scheiben zusammengefügt. In Kirchen nicht selten zu schönen Mosaik-Motiven und in einfachen Stadthäusern zu sogenannten Butzenfenstern. Solche aufwendigen Bleiverglasungen werden heutzutage nicht mehr industriell gefertigt und wir begegnen solchen Verglasungen neben historischen Gebäuden allenfalls noch in dem Jugendstil nachempfundenen Haustüren oder Trennverglasungen in Innenräumen. Friesische Bauernhäuser im Raum der Nordseeküste haben auch oftmals noch traditionelle Butzenfenster. Seit den alten Tagen haben sich diese bäuerlichen Butzenfenster etwas gewandelt. Nach den ursprünglich runden Glaselementen sind die Butzen heute vielerorts quadratisch. Das Glas ist jedoch, nach wie vor, deutlich dicker als bei einfachen Glasscheiben. Solche Butzenfenster gehören für viele Friesen zu ihrem traditionellen Stil. Insofern werden sich traditionsbewusste Menschen auch in Zukunft kaum von diesen Fenstern lösen wollen.

Einfach verglaste Fenster

Die nächste Stufe in der Fenstergeschichte waren größere Einfachverglasungen. Solche Fenster finden wir heutzutage noch in nicht beheizten Betriebsgebäuden wie Ställen oder Werkstattschuppen.

Alte Fenster in einer modernen Welt

Die Auswirkungen solcher Einfachverglasungen kennen z. B. Museen, die in ihren historischen Gebäuden aufgrund von Auflagen der Denkmalpflege oftmals nicht befugt sind, historische Fenster auszutauschen. Das größte Problem für die Denkmalschützer ist dann Feuchtigkeit in den Innenräumen im unmittelbaren Bereich der Fenster. Im Schleswiger Graukloster führten solche Bedenken vor einigen Jahren zur Schließung eines häufiger genutzten Veranstaltungsraumes, da Restauratoren Bedenken hatten, die Feuchtigkeit könne ein Wandgemälde nachhaltig beschädigen.

Wir alle kennen das Problem in den Wintermonaten, mit unseren einfachverglasten Kraftfahrzeugen. Durch den Temperaturunterschied beschlagen die Scheiben, und die Feuchtigkeit aus der Luft sammelt sich an den Scheiben. Sie perlt ab oder gefriert sogar. Genau dies passiert bei einfachverglasten Gebäuden. Feuchtigkeitsschäden wären die direkte Folge.

Dank unserer Thermopenscheiben haben wir dieses Problem in den Wohnungen nicht mehr. Feuchtigkeit wäre dann ein unmissverständliches Indiz für ein defektes Fenster. Defekte treten auf, sobald das Vakuum zwischen den beiden Scheiben Luft zieht und damit auch Feuchtigkeit zwischen die Scheiben zulässt. Sobald also Thermopenscheiben von innen beschlagen, sind sie kaputt und müssen ausgetauscht repariert werden.

Inzwischen nur noch Thermopenscheiben

Moderne Thermopenscheiben sind genormt und unterscheiden sich in Herstellung und Funktion nicht. Sichtbare Unterschiede bestehen allenfalls in Größe und Rahmung. Da Rahmen auf das Fenstermaß hergestellt werden, können grundsätzlich alle Fensterflächen ohne Probleme verglast werden. Bei unvorteilhaften Maßen, die die Stabilität einer Fensterfläche in Frage stellen könnten, arbeiten Glaser und Rahmenbauer mit Ober- bzw. Unterlichten. Hierbei handelt es sich um durch Rahmenbalken abgetrennte Bereiche, die die Gesamtfläche teilen. Dadurch wird die komplette Glasfront stabiler.

Fensterrahmen werden heutzutage überwiegend aus Plastik oder Aluminium hergestellt. Einige Firmen verwenden noch Hölzer wie Mahagoni. Andere Hölzer haben sich inzwischen als wenig beständig erwiesen. In den Jahren 2010 bis 2012 wurden zahllose Fenster ausgewechselt, nachdem die meist aus den Baujahren der 60er und 70er Jahre stammenden Holzrahmen zu viele Defekte aufwiesen. Solche Defekte ließen sich vermeiden, sobald wir hölzerne Fensterrahmen ebenso pflegen würde, wie der Witterung ausgesetzte hölzerne Balkonbrüstungen beispielsweise. Doch welcher Mieter wäre dazu bereit, einmal jährlich seine Fenster mit Holzschutz zu lackieren? Ersetzt wurden die alten Holzrahmen mit den heute gängigen Plastikrahmen. Plastikrahmen können auf die Einbaugröße individuell hergestellt werden. Die Verglasung wird dann vor Ort von dem Hanwerker in den Rahmen eingesetzt und mit Klemmschienen fixiert. Damit sind sämtliche Fenstergrößen individuell lieferbar. Bei zu großen Fensterflächen werden die Handwerker senkrechte Trennungen einplanen, um zum Beispiel die Hebelwirkung eines geöffneten Fensterflügels zu verringern.

Bei modernen Thermopenscheiben werden in der Produktion zwei gleich große Scheiben mit einem dünnen Zwischenraum so zusammengesetzt, dass dieser Zwischenraum ein geringes Vakuum aufweist. Dieser luftleere Raum verringert die Wärmeleitfähigkeit und das Thermopenfenster isoliert damit einen beheizten Innenraum zusätzlich. In älteren Gebäuden gibt es teilweise noch zweiflügelige Fenster, die zwar eine Doppelverglasung haben, jedoch auf das Vakuum verzichten. Solche Fenster gibt es sogar aus moderner Produktion im europäischen Ausland wie Dänemark, Frankreich, Polen und Tschechien. Hier in Deutschland ist der Neueinbau solcher isolationsarmen Fenster durch gängige Bauvorschriften untersagt, bzw. nicht üblich.

Wo finden wir Einfachverglasung?

Bei einfachverglasten Fenstern handelt es sich um ganz einfache Glasscheiben. Um einem größeren Fenster mehr Stabilität zu geben, wurden einfachverglaste Fenster oft in kleinere Segmente, aufgeteilt, in die dann relativ kleine Scheiben eingesetzt wurden.

Früher wie heute werden die Scheiben mit Fensterkitt in dem Rahmen gehalten. Fensterkitt ist eine bei Einbau knetbare Masse, die mit der Zeit trocknet und aushärtet. Einfachverglasungen finden wir heutzutage fast nur noch bei Haustürverglasungen älterer Mietshäuser oder nichtbeheizten Wirtschaftsgebäuden in der Landwirtschaft. Für beizte Wohnräume sind solche Einfachverglasungen nicht mehr geeignet und zugelassen. Zum einen würden die Fenster dauernd beschlagen und auf den Fensterbänken Pfützen bilden und zum Zweiten ginge bei solchen Fenstern zu viel Heizwärme verloren. Bei nicht beheizten Wirtschaftsgebäuden, Ställen, Werkstattschuppen oder Ähnlichem ist diese weitaus kostengünstigere Variante auch weiterhin vertreten.

Ein Vorteil solcher Verglasung ist eine kostengünstige Reparatur. Bei einer kaputten Scheibe braucht es lediglich eine passende Scheibe vom lokalen Glaser und jemanden, der mit Fensterkitt und Stiftnägeln umgehen kann. Thermoverglasung lässt sich da nicht so einfach selbst austauschen und erfordert zumeist einen Handwerksbetrieb.

Historische Bleiglasfenster

Ganz anders sieht es bei historischen Bleiglasfenstern aus der Gründerzeit oder gar dem Mittelalter aus. Da solche Fenster oftmals dem Denkmalschutz unterliegen, reicht für eine Reparatur nicht der Handwerker aus dem lokalem Gewerbegebiet und unter keinen Umständen der Heimwerker. Für die Reparatur solcher historischen Schätze werden Restauratoren beschäftigt, die mit Materialien und historischen Arbeitsweisen soweit vertraut sind, dass historische Fenster auch nach der Reparatur ihren historischen Charakter nicht verlieren. Die Kosten für solche Restaurierungen sind ungleich höher als sie ein regulärer Handwerker berechnen würde. Bei öffentlichen historischen Stätten gibt es allerdings hierzu unter Umständen Fördergelder, die über das Landesamt für Denkmalpflege erfragt und beantragt werden können. Wesentliches Kriterium für die etwaige Zusage solcher Förderungen, wie auch spezifischer Auflagen der zuständigen Denkmalbehörde wird weniger der Zustand des Objektes sein, als vielmehr sein historischer Wert. Je nach Ort können die Vorgaben erheblich abweichen. In der historischen Hansestadt Lübeck hat sich das Lokale Amt für Denkmalpflege komplett vom Landesamt abgesetzt und verlang von Hausbesitzern in der Lübecker Innenstadt eine absolute Bewahrung historischer Aspekte. Bei Reparaturen durch Restauratoren ist zu beachten, dass diese das alte Fenster nicht einfach neu machen, sondern nach restaurierungsethischen Verfahren vorgehen, die zum einen zwar die Funktionalität und Sicherheit des Objektes gewährleisten, gleichzeitig jedoch auch den historischen Wesenszug so unangetastet wie möglich belassen. Je nach Alter und Material des zu restaurierenden Fensters können solche Reparaturen Monate in Anspruch nehmen und sind dann auch mit beachtlichen Kosten verbunden.

Bei Butzenfenstern ist die Lage oft nicht ganz so ernst wie bei Bleiglasfenstern. Zwar sind Butzenfenster auch oftmals sehr alt, jedoch dafür auch in den meisten Fällen nicht das Schmuckstück einer historischen Fassade. Butzenfenster finden sich nicht selten bei alten friesischen Bauernhäusern und sind ebenso oft auch schon modernen Thermopenscheiben oder modern neu gefertigten Butzenfenstern gewichen. Moderne Butzenfenster verfügen in der Regel über quadratische Glaselemente und nicht, wie in früheren Zeiten, über runde Elemente. Das Wort „Butze“ geht auf einen Flaschenboden zurück und in der Tat wurden diese dicken und stabilen Glassegmente zum Herstellen von Scheiben verwendet. Auch bei modernen Butzen ist das Glas drei- bis viermal dicker als bei einer herkömmlichen Glasscheibe. Die modernen, oft gewölbten Butzen, werden allerdings heute nicht mehr aus alten Wein- oder Bierflaschen gefertigt.

Für Besitzer, die auf die antike Optik ihres alten Bauernhauses nicht verzichten wollen, gibt es Hersteller von Fenstern, die zwar moderne Fenster liefern, die den antiken Butzenfenstern jedoch nachempfunden sind. Solche Fenster kosten mehr als die günstige Baumarkt-Variante, tragen jedoch zu dem in ländlichen Regionen oft sehr traditionellem Charme bei.

Doppelverglasung (Thermopenfenster)

Bei Thermopenfenstern handelt es sich um doppeltverglaste Fenster, bei denen in dem bei der Herstellung im Zwischenraum zwischen den Scheiben ein kleiner Unterdruck erzeugt wird. Die Scheiben werden dann durch eine Silikonartige Verklebung zusammengefügt und vom Glaser bereits als „Doppelscheibe“ geliefert. Der Fensterrahmen wird dann an die Maße dieser Scheibe angepasst und kann von Rahmenwerkstätten grundsätzlich für jede Scheibengröße individuell gefertigt werden. Die Doppelscheibe wird dann in den Rahmen eingesetzt, dessen Auflageflächen mit Gummidichtungen versehen sind und mittels Spannschienen im Rahmen fixiert. Diese Klemmschienen sind im Innenraum der Scheibe angebracht, da ansonsten ein Einbruch mit nur wenig Aufwand verbunden wäre. Bei etwaiger Herausnahme dieser Klemmschienen fällt das Fenster praktisch lose aus dem Rahmen.

Doppelglasscheiben haben Gewicht. Bei größeren Scheiben sollte direkt nach Einbau darauf verzichtet werden, einen Flügel ganz zu öffnen, da unter Umständen Gewicht und Hebelwirkung ausreicht, den kompletten Rahmen aus dem noch frischen Mauerwerk zu reißen. Handwerker weisen nach Einbau darauf hin und werden betonen, wie lange es dauern wird, bis ein Fenster gefahr- und bedenkenlos geöffnet werden kann. Geschätzt beläuft sich diese Wartezeit auf 24 Stunden.

Sinn und Zweck der Doppelverglasung mit dem Vakuumzwischenraum ist das Verhindern von Feuchtigkeit im Innenraum durch Beschlagen sowie die Reduzierung von Wärmeleitfähigkeit und damit dem Verlust von Heizwärme wie es durch eine alleinstehende Fensterscheibe sehr viel gravierender wäre.

Durch ihre Bauart und Verrahmung sind Thermopenscheiben auch sehr viel robuster als Einfachverglasungen. Es braucht schon weit mehr Kraft, um so eine Scheibe zum Beispiel mit  einem Fußball zu zerschießen.  

Bei den weitaus meisten Fenstern um uns herum handelt es sich um Thermopenverglasung und sicher bekommen Sie solche Fenster auch kaputt. Ein sehr wichtiges Indiz für eine defekte Thermopenverglasung ist Feuchtigkeit zwischen den Scheiben. Ein Beschlagen der Scheibe ist der Weckruf, einen Fachmann zu Rate zu ziehen, um dann zu entscheiden, ob das Fenster ausgetauscht werden muss. 

Fensterwahl bei Neubauten

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Wer sich dafür entscheidet, sein eigenes Haus oder Gebäude bauen zu lassen, wird dabei meist nicht die Freiheiten eines Antoni Gaudi haben und die Architektur revolutionieren. Gleichfalls wird kaum ein Bauherr durch den Baumarkt bummeln und jedes Fenster oder jeden Dachziegel selbst aussuchen. Allein für die Statik des Gebäudes ist ein Architekturbüro in Deutschland zwingend nötig. Der Architekt wird sich in seinen Entwürfen sicherlich nach Wünschen des Bauherren richten, dabei jedoch auch spezifische Auflagen der Gemeinde und Bauvorschriften im Auge haben, die je nach Standort des Objektes sehr unterschiedlich sein können. Insbesondere bei Bebauungsplänen von Siedlungen wird das Architekturbüro angehalten sein, den Neubau in die Optik der Gegend einzupassen. Kompliziert wird es in historischen Städten wie Lübeck, in denen die Denkmalpflege großen Wert darauf legt, dass auch Neubauten den historischen Charme des Straßenbildes nicht zerstört. All solche Überlegungen werden also auch dazu beitragen, welche Fenster der Architekt für einen Neubau einplant. Bei einem Spaziergang durch eine Neubausiedlung wirst du sehr leicht selbst feststellen können, dass fast alle Häuser sehr ähnliche Fenster haben.

Lokale Bauvorschriften werden zumeist auf Gemeindeebene beschlossen. In ländlichen Gemeinden sind diese noch zugänglicher für Vorschläge, als die Städteplanung von größeren Städten. Eine „Villa Kunterbunt“ werden wir in Siedlungsbebauungsplänen jedoch vermutlich nirgends genehmigt bekommen. Es sei denn, wir weichen auf etwas abgelegene Bebauungsflächen aus, auf denen der Neubau nicht die „Optik“ einer Straße oder Siedlung zerwürfelt.

Sehr wohl aber wird der Bauherr ein Mitspracherecht auf die Größe der Fensterfronten haben, die sich dann vom Architekten mit der Statik des Gebäudes vereinbaren lassen müssen.

Den technischen Möglichkeiten sind hierbei fast keine Grenzen gesetzt. Im Nordosten der Dänischen Stadt Randers liegt eine Siedlung, in der verschiedene Architekturbüros in einem Wettbewerb ihre Zukunftsvisionen zeigen durften. Von opulenten Glaswürfeln bis hin zu raumschiffartigen Bungalows stehen dort Häuser, die wir uns in Deutschland an kaum einen Ort vorstellen können. Solche Häuser beweisen die Möglichkeiten der Architektur. Gleichfalls wecke sie die Hoffnung, dass Neubauten in der Zukunft nicht zwangsläufig bei dem traditionellem Reihenhaus mit Satteldach stehen bleiben.

Neben abweichenden Fensterfronten wird der Architekt bei Neubauten eine Doppelverglasung mit Thermopenscheiben vorsehen. Unabhängig davon, ob nun ein Ein- oder Mehrfamilienhaus gebaut werden wird. Thermopenverglasung ist Standard, um Heizkosten zu sparen und eine ideale Isolierung zu gewährleisten.

Thermopenfenster gibt es in verschiedenen Normgrößen, die jedem Architekten bekannt sind und die er in seiner Planung berücksichtigen wird. Grundsätzlich aber können wir Thermopenfenster in fast jeder Größe herstellen lassen. Eine Glaserei liefert hierzu die Doppelverglasung, ein Rahmenbaubetrieb wird den passenden Rahmen anfertigen. Es wird dann von dem Budget des Bauträgers abhängen, ob der Auftraggeber auf Sondergrößen besteht, oder aber auf günstigere Normmaße setzt.

Die gleiche Frage wird sich bei der Wahl der Rahmen stellen. Bei Mehrfamilien- Miethäusern werden zumeist Plastikrahmen gewählt. Viele öffentliche Gebäude wie Krankenhäuser, Behörden oder Schulen haben Aluminiumrahmen. Lediglich bei privaten Einfamilienhäusern treffen wir noch auf kostspieligere Mahagonirahmen. Einige Firmen haben sich auf einen günstigen Import solcher Rahmen insbesondere aus Polen und Finnland spezialisiert, so dass private Bauherren auf dekorative Holzrahmen nicht verzichten müssen. Da solche Holzrahmen etwas gewissenhafter gepflegt werden müssen, werden Architekten bei Behörden und Mietshäusern auch in Zukunft auf diese Variante verzichten. Besser sind die edlen Holzrahmen dabei nicht. Plastik- und Aluminiumrahmen erfüllen ebenso ihren Zweck. Insofern werden Holzrahmen wohl derzeit überwiegend aus rein ästhetischen Gründen gewählt.

Wichtige Kriterien für die Wahl der Fenster werden Architekturbüros nach folgenden Aspekten entscheiden:

Gebäudetypen

Es ist ein Unterschied, ob der Bauträger ein Einfamilienhaus mit Fenstern auszustatten hat, ein Mehrfamilien-Mietshaus, eine Behörde oder ein Krankenhaus. Der Architekt wird sich dann nicht nur nach der Funktionalität richten, sondern auch nach der Finanzierbarkeit.

Ein weiteres Kriterium wäre die Einhaltung von Urbanisierungs- und Bebauungsplänen und dergemeindespezifischen Gestaltung von Siedlungen und Nachbarschaften. Solche Auflagen wird das Architekturbüro dann u.U. nicht bei dem Bauträger einholen, sondern bei Stadt- oder Gemeindeverwaltungen.

Die Denkmalpflege käme ins Spiel, sofern Straßenzüge oder Stadtteile nicht aus einem historischen Gesamtkonzept gezogen werden sollen. In der Regel sind hier die Landesämter für Denkmalpflege die ersten Ansprechpartner. In Ausnahmefällen gelten individuelle Regeln, wie z.B. der historischen Hansestadt Lübeck, die ihre Denkmalpflege fast komplett von dem zuständigen Landesamt ablösen konnte, um kommunale Interessen besser verteidigen zu können. Solche Ausnahmen sind selten und nicht immer beliebt. Neu- und Umbauten in der Lübecker Altstadt sind mit weit mehr Hürden verbunden, als an irgendeinem anderen Ort im Bundesland Schleswig-Holstein.

Weniger Aufwand und Kosten wird die Auswahl bei Werks- oder Betriebsgebäuden verursachen. Insbesondere bei teilweise unbeheizten Gebäudekomplexen kann auf kostspielige Verglasung verzichtet werden. Bei Werkshallen verzichten Architekten teilweise komplett auf Fenster und wählen lichtdurchlässige Wandelemente. Solche Elemente finden wir teilweise auch in Treppenhäusern von Schulen, Mietshäusern oder Behörden.

Solche Elemente sind keine Fenster und haben damit auch seitens der Stabilität nicht die gleichen Anforderungen zu erfüllen. Es soll lediglich eine Tageslichtbeleuchtung für entsprechende Gebäudeteile erzielt werden. Öffnen oder kippen lassen sich solche Lichtelemente nicht. In wenigen Ausführungen sind jedoch Belüftungseinlassungen vorhanden, die sich über Seil- oder Stabzüge ankippen lassen.

Gleichfalls sind Einfachverglasungen in Betriebsgebäuden durchaus gebräuchlich. Hierbei wird auf große Fensterflächen verzichtet und solche Fenster bestehen zumeist aus kleineren Glaselementen, die in gegitterte Rahmen eingesetzt sind.

Bebauungsplan

Bei Siedlungen, speziellen Straßenzügen mit homogenre Bebauung, werden sich Architekturbüros an ein ganzheitliches Erscheinungsbild halten, bzw. sich danach ausrichten.

Das Gleiche gilt bei historischen Nachbarschaften, wenngleich hier die Kosten oftmals höher kalkuliert werden müssen, da historischen Fenstern nachempfundene neue Fenster nicht selten individuell gefertigt werden müssen und nicht aus dem Standardkatalog von Lieferanten gewählt werden.

Fenster in Mietwohnungen

Viele Menschen in Deutschland leben in Mietwohnungen und kommen damit gar nicht in die Verlegenheit, sich Fenster selbst aussuchen zu müssen. Fenster gehören ebenso wie Heizkörper oder anderes funktionelles Inventar zur Grundausstattung einer Wohnung.

Das gilt auch für einen Schadensfall, sofern dieser nicht fahrlässig oder willentlich vom Mieter herbeigeführt wurde. Der Austausch von alten oder defekten Fenstern gilt nicht als Schönheitsrenovierung und belastet den Mieter finanziell nicht. Mieterhöhungen nach dem Einbau neuer Fenster sind gänzlich unüblich, wenngleich wir solche Aktionen bei einigen Wohnungsgesellschaften nicht mehr ausschließen können. Ein Widerspruch lohnt sich in einem solchen Fall auf jeden Fall, und sicherlich wird der Mieterschutzbund hierzu aktuelle Fallbeispiele haben.

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Neue Fenster nur bei Renovierung oder Defekt

Die Wahrscheinlichkeit, dass wir als Mieter zu neuen Fenstern kommen, ist vergleichsweise gering, da die Lebensdauer moderner Fenster die Dauer regulärer Mietverhältnisse meist überdauert. Das Auswechseln von Fenstern verbinden Besitzer und Hausverwaltungen oftmals mit größeren Renovierungsaktionen. In diesem Zusammenhang empfiehlt es sich, beim Vermieter nachzufragen, ob sich solche Renovierungen auf die Nebenkosten auswirken.

Einen Reparaturanspruch hat der Mieter bei defekten Fenstern immer. Nicht nur, wenn die Verglasung beschädigt ist, sondern auch, wenn der Schließmechanismus der Fenster defekt ist, und sich Fenster nicht normal öffnen oder schließen lassen. Solche Reparaturen werden nicht auf den Mieter geschlagen, sondern gänzlich vom Vermieter übernommen.

 

Woran wir defekte Fenster erkennen.

Ein unmissverständliches Indiz ist Feuchtigkeit. Beschlagene Scheiben, Schwitzwasser oder gar Pfützen auf der Fensterbank sind Zeichen für ein defektes Fenster. Sofern bei Thermopenscheiben ein Beschlagen zwischen den beiden Scheiben auftritt, ist dies ein Zeichen dafür, dass das Fenster Luft zieht. Die in der Luft enthaltene Feuchtigkeit setzt sich dann bei Temperaturabfall zwischen den Scheiben ab. Das Fenster ist kaputt, bzw. wird seinem Isolierenden Zweck nicht mehr gerecht. Gleichfalls augenscheinlich sind Defekte am Schließmechanismus der Fenster. Fenster klemmen, lassen sich nicht mehr wie gewohnt öffnen oder schließen.

All solche Defekten sollten dem Vermieter gemeldet werden, anstatt selbstständig einen Handwerker zu beauftragen. Dies machen wir entweder beim Eigentümer oder Vermieter selbst, oder aber über die Hausverwaltung. Einige Hausverwaltungen haben Hausmeister eingesetzt, deren Rufnummer sich in vielen Hausfluren oder Treppenhäusern von Mietshäusern findet. Der Hausmeister wird den Schaden dann an die Hausverwaltung weiterleiten und dann entscheiden, ob die Reparatur durch den Hausmeister oder einen externen Handwerker ausgeführt wird. Schäden am Schließmechanismus werden sich in den meisten Fällen von fachlich kundigen Hausmeistern reparieren lassen. Selbst der Austausch ganzer Beschlagschienen und Schließmechanismen ist bei Normgrößen relativ unkompliziert.

Bei defekten Scheiben wird in der Regel ein Glaser hinzugezogen, der entsprechende Scheiben liefern muss. Der Austausch von ganzen Fenstern mit Rahmen erfolgt meist über Tischlereibetriebe und ist ein größerer, wenngleich auch nicht unüberschaubarer, Aufwand. Sofern der Schaden nachweislich nicht vom Mieter verursacht wurde, sondern auf Abnutzung oder Materialschwäche zurückzuführen ist, wird der Mieter für solche Reparaturen keinen eigenen Cent aufwenden müssen.

 

Terminabsprachen.

Wir können nicht davon ausgehen, dass Mieter Tag und Nacht in ihrer Wohnung hocken, um darauf zu warten, dass Handwerker vorbei schauen. Bei Terminwünschen sollte der Mieter den Kontakt zu Vermieter oder Hausmeister suchen, um zu erfragen, welche Handwerksfirma für die anstehende Reparatur vorgesehen ist. Eigentümer und Hausverwaltungen arbeiten oft mit ihnen bereits bekannten Handwerkern zusammen.

Auf Heimwerkerei oder Selbstreparatur sollte komplett verzichtet werden. Auch dann, wenn wir glauben, ein total findiges Youtube-Video entdeckt zu haben. Sollte diese Reparatur schiefgehen, wird der Vermieter die Kosten der professionellen Reparatur mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht übernehmen. Kosten für Handwerker belaufen sich nicht selten auf mehrere Hundert Euro. Die Gefahr, den Schaden zu vergrößern ist nicht gering. Ein geschulter Handwerker ist in den allermeisten Fällen die richtige Wahl.

Sofern das komplette Fenster (mit Rahmen) ausgetauscht werden soll, sind neben dem Termin einige Vorbereitungen zu beachten. Zunächst einmal sollten Sie sicherstellen, dass die Handwerker, samt Werkzeugkoffer, freien Zugang zu dem Fenster haben. Ganz staubfrei wird so ein Austausch nicht ablaufen. Empfindliche Geräte oder Gegenstände solltes Sie also vorsorglich aus der Schusslinie bringen.

Vor dem eigentlichen Termin wird ein Handwerker auftauchen, um die Örtlichkeit anzuschauen, das Fenster auszumessen und zu notieren, in welche Richtung der Fensterflügel öffnet. Dieser Besuch sollte genutzt werden, um zu fragen, ob noch Möbel oder Geräte aus dem Weg geräumt werden sollten.

Zu Problemen kann es immer wieder bei Terminabsprachen kommen, da es bei vielen Handwerksgewerken bisweilen zu saisonbedingten Engpässen mit vollen Terminbüchern kommt. Mehrere Monate Wartezeit sind keine Seltenheit. Es sei denn, die Verglasung ist kaputt und das Fenster lässt sich nicht mehr schließen. Hier wird der Vermieter auch auf Notdienste ausweichen und ggf. Mehrkosten in Kauf nehmen, um zum Beispiel Feuchtigkeitsschäden vorzubeugen.

Reparaturen am Schließmechanismus lassen sich meist durch Einstellschrauben oder ggf. dem Austausch einer Schließleiste oder Beschlages schnell beheben. Auch bei diesen Arbeiten muss mit einer längeren Wartezeit bei Terminabsprachen gerechnet werden, sofern kein Notfall vorliegt, in dem sich ein Fenster zum Beispiel gar nicht mehr schließen lässt und de facto bis zur Reparatur offen stünde.

 

Ablauf und Dauer eines Fensteraustausches.

Der Austausch eines kompletten Fensters mit Rahmen ist keine langwierige Angelegenheit. Geschulte Handwerker werden den Austausch in circa einer Stunde ausführen können. Unabhängig sind dabei auch die Fenstergrößen, da die Arbeitsschritte bei großen wie kleinen Fenstern vollkommen gleich sind. Abweichungen können selbstverständlich bei besonders großen Fensterfronten auftreten.

Im ersten Schritt werden die Handwerker an dem „Stoß“ des Rahmens innseitig entlangflexen, um den Rahmen vom Mauerwerk zu lösen. Je nach Alter der Rahmen sind die Rahmen mit Mauerwerkschrauben oder Metalllaschen am Mauerwerk verdübelt. Das Flexen wird nicht staubfrei ablaufen. Viele Handwerker benutzen hierzu allerdings Maschinen, die sich mit einem Staubsauger verbinden lassen, um so den gröbsten Staub direkt abzusaugen.Im Anschluss wird der alte Rahmen aus dem Mauerwerk gehebelt und in den meisten Fällen dabei auch durchtrennt. „Heil“ werden auch Handwerker einen alten Rahmen selten ausbauen können.

Sobald der alte Rahmen ausgebaut ist, wird der neue Rahmen außen mit einem speziellen Dichtband umklebt und in das Fensterloch gestellt. Nachdem der Rahmen mittels Luftkissen ausgerichtet ist, fixiert der Handwerker den neuen Rahmen mit vier Mauerwerkschrauben. Das sind längere 10mm Schrauben mit einem gröberen Gewinde, die auch ohne Dübel in die Bohrung geschraubt werden können. Steht der Fensterrahmen ausgerichtet und fixiert in der Öffnung, wird der Raum zwischen Rahmen und Mauerwerk mit Hartschaum verschäumt. In der Zwischenzeit werden am Fensterflügel das Glas eingesetzt und die Öfnungsgriffe montiert. So lange der Handwerker vor Ort ist, können die Flügel sofort eingehängt werden. Geöffnet werden sollte das Fenster jedoch erst wenn die Verschäumung vollständig ausgehärtet ist. Abschließend werden noch Folien vom Rahmen gezogen und Innen wie Außen Klebeschienen angebracht, um einen sauberen Abschluß zu gewährleisten. Spätestens am nächsten Tag ist alles fertig ausgehärtet und das Fenster kann wie gewohnt geöffnet werden.

 

Lüften und Energiesparen mit den richtigen Fenstern

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©Bild von Norbert Koch/Pixabay auf Alterix

Schon lange vor dem „Hype“ um „Fridays for future“ waren Haushalte bemüht, energiesparend zu wirtschaften, um Kosten zu sparen. Doppelverglaste Thermopenscheiben sind das Resultat solcher Überlegungen. Während Mauerwerk und Dächer gut isoliert waren, ging über lange Zeit viel Heizwärme über einfachverglaste Fenster verloren. Insbesondere nach der Einführung von Zentralheizungen schlug dies in den Haushaltsbudgets normaler Familien zu Buche. Es ist auch kein Zufall, dass Heizkörper und Radiatoren noch heute vorwiegend vor den Fenster angebracht werden. Vornehmlich abfallende kühlere Luft im Fensterbereich wird so unmittelbar erwärmt, steigt nach oben und sorgt damit für eine ausgeglichene Raumluftzirkulation. In der Fachbranche werden Raumtemperaturen aus diesem Grund stets in 1m Höhe über dem Fußboden in Raummitte gemessen. Solche genauen Messungen werden für den privaten Gebrauch selten benötigt, spielen vereinzelt jedoch zum Beispiel in Ausstellungsräumen von Museen eine Rolle.

In privaten Räumen werden Sie Fehler der Raumluftzirkulation am ehesten bemerken, sobald Sie das Gefühl haben, ein Raum wäre „fußkalt“ Dies ist ein Indiz dafür, dass die Raumluft nicht ideal zirkuliert und kühlere Luft nach unten absitzt. Eine Doppelverglasung moderner Thermopenscheiben schließt die Isolierungslücke und sorgt dafür, dass wir wenig Heizwärme über die Glasflächen der Fenster verlieren. Der Effekt schlägt sich unmittelbar im Heizkostenverbrauch nieder und spart Geld.

Laut aktuellen Bauvorschriften dürfen Einfachverglasungen bei beheizbaren Wohnräumen nicht mehr verbaut werden. Diese Bauvorschriften sind Architekten und Handwerkern hinlänglich bekannt und im Zuge einer Nicht-Einhaltung würde der Handwerksbetrieb die Verantwortung tragen. Die Verletzung der Bauvorschriften im Bezug auf die Verglasung wäre zwar keine Straftat oder Ordnungswidrigkeit, würde sich jedoch nachteilig für jeden daraus resultierenden Versicherungsschaden auswirken.

Belüftung

Um die Raumtemperatur und Luftqualität in einem gesunden Rahmen zu halten, ist es zwingend nötig, Fenster öffnen und den Raum belüften zu können. Gut belüftete Räume machen die Raumluft frischer und beugen unter anderem einen Schimmelbefall bei leicht feuchten Wänden vor. Ferner sind viele häusliche Parasiten keine Freunde von Frischluft. Je nach Gewohnheit werden alle Haushalte ihre individuellen Belüftungsgewohnheiten haben. Wichtig bei der Belüftung ist die Angewohnheit, die Heizung nicht gleichzeitig auf vollen Touren laufen zu lassen, da sich das am Zulauf befindliche Thermostatventil nach der Raumtemperatur richtet und so unter Umständen die Heizwärme direkt aus dem offenen Fenster bläst. Solche Kapriolen wirken sich nicht vorteilhaft auf die Heizkostenabrechnung aus.

Fast alle modernen Fenster lassen sich auf verschiedene Weise öffnen

Wir alle kennen das vollständige öffnen eines Flügels oder das „auf Kipp“ stellen. Für eine ausgewogene Belüftung reicht in der Regel eine Kipp-Stellung aus. Diese können Sie auch ohne Bedenken eine ganze Nacht oder einen ganzen Tag offen stehen lassen, ohne Angst haben zu müssen, dass sich unerlaubter Zutritt dieser offenen Fenster bemächtigt. Der Schließmechanismus ist so konzipiert, dass Fremde angekippte Fenster von Außen nicht einfach so aushebeln können. Ganz anders sieht es mit kleineren Bewohnern aus. Eichhörnchen und auch Ratten sind absolut in der Lage, Hauswände emporzusteigen und über gekippte Fenster in eine Wohnung zu gelangen. Bei Eichhörnchen ist diese Gefahr gering. Ratten verstehen sich jedoch als ziemlich verschlagene Gesellen, sobald es darum geht, an mögliche Nahrungsvorräte zu kommen. Auch für sportliche Katzen ist es kein großes Problem, über gekippte Fenster nach draußen zu gelangen. Es empfiehlt sich also, Fenster nicht ununterbrochen geöffnet zu haben bzw. ein mögliches Tiertreiben im Auge zu haben. Über den Flügel geöffnete Fenster sollten Sie grundsätzlich nie unbewacht lassen. Über so geöffnete Fenster lassen sich komplette Hausstände abtransportieren.

Energiesparen mit den richtigen Fenstern

Sofern wir selbst Fenster auswählen können, ist es möglich im Fachhandel Isolationswerte zu erfragen und dann die Wahl an das eigene Heizverhalten anzupassen. Es gibt Menschen, die ihre Wohnzimmer auf tropische Verhältnisse hoch heizen. Wieder andere heizen zum Beispiel Schlafzimmer kaum. Solche Überlegungen können wir bei der Fensterwahl berücksichtigen. Ziel ist es letztlich, die Heizwärme nicht über die Fensterflächen zu verlieren sondern Kosten zu sparen.

Aus genau diesem Grund sind Einfachverglasungen nicht mehr üblich und mindestens unvorteilhaft. Zuviel Heizwärme entweicht über eine Glasscheibe nach außen. Einen vergleichbaren Aufwand betreiben Architekten ja ebenso bei dem Mauerwerk. Zwischenräume werden mit Stein- oder Glaswolle gefüllt, um die Isolation zu verbessern und damit Heiz- bzw. Energiekosten zu sparen. Der Mieter einer Immobilie kann die Elemente nicht beeinflussen, wäre aber durchaus in der Position Mängel zu beanstanden.

Kontrolle, Schäden, Wartung

Hausbesitzer, Hausverwaltungen und Immobilienträger werden ständig durch Vorschriften zu etwaigen Renovierungen oder Aufbesserungen aufgefordert. Vor drei oder vier Jahrzehnten ersetzten Zentralheizungen sogenannte Nachtspeicheröfen und verursachten bei vielen Vermietern hohe Renovierungskosten und vor nunmehr knapp zehn Jahren wurde großflächig dazu aufgefordert, in den 60er und 70er Jahren verbaute Fenster mit Holzrahmen mit neuen Plastik- oder Aluminiumrahmen auszuwechseln, da viele Holzrahmen im Laufe der Jahrzehnte ihren Dienst getan hatten und teilweise nicht mehr richtig abdichteten.

Die Liste der möglichen Schäden bei modernen Thermopenfenstern ist dabei vergleichsweise gering. Schäden wie Risse oder Brüche der Verglasung selbst sind eigentlich nur möglich, wenn Gegenstände mit großer Wucht gegen die Scheibe schlagen. Ziegelsteine oder andere Geschosse täten sicher ihren Dienst. Auch größere Vögel, die beschließen sich mit Hochgeschwindigkeit an einer Thermopenscheibe das Genick zu brechen, erreichen zuweilen einen Glasbruch. Ein von einem Kind abgefeuerter Fußball hat kaum eine Chance eine Thermopenverglasung zu zerschlagen. Druckwellen sind auch geeignet, Fenster zu zerstören. Besonders Bewohner von Städten mit vielen Blindgängern an Fliegerbomben werden unter Umständen vibrierende Scheiben nach einer kontrollierten Explosion kennen. Da Bomben und Meteoriten eher selten ihren Ereignisradius in unsere Tagebücher schreiben, reicht es, sich mit gängigeren Schäden zu beschäftigen. Bei stetig wechselnden Temperaturschwankungen, wie zum Beispiel anhaltender Sonneneinstrahlung kann es passieren, dass die Dichtungsschicht, die so eine Thermopenverglasung zusammen hält, brüchig wird. Das Resultat ist ein „Luft ziehendes Vakuum". Mit der Luft gelangt auch Feuchtigkeit in den Zwischenraum der Verglasung, welche sich absetzen wird, sobald sich die Temperatur absenkt. Das Fenster beschlägt innen.

Hitze ist auch der Grund für die Ermüdung von Gummidichtungen, die jeweils an Fensterflügeln komplett um den Rahmen, beziehungsweise die Flügelzarge schließen. KFZ-Besitzer kennen dieses Problem unter Umständen von den Gummidichtungen ihrer Autotüren oder auch den Gummis von den Wischblättern. Vollkommen ausgetrocknete Gummidichtungen verhärten, brechen und dichten nicht mehr. Solche Gummidichtungen sind in Meterwahre rings um den Fensterflügel eingedrückt und lassen sich schnell ersetzen, bzw. austauschen. Kaputte Dichtungen erkennen wir am ehesten durch Luftzug bei einem geschlossenen Fenster oder dem Auftreten von Feuchtigkeit am Fensterflügel oder der Fensterbank.

Schäden können auch an den Schließen und Griffen moderner Thermopenfenster entstehen. Die Beschläge reagieren nicht gut auf grobes Rütteln, besonders, sobald etwas klemmt. Klemmende Fenster mit Plastik- oder Aluminium-Rahmen haben meist einen defekten Schließbeschlag. Bei Holzrahmen könnte sich das Holz durch Feuchtigkeit und Hitze verzogen haben. Bei Plastik und Aluminium verzieht in der Regel nichts. Klemmende Fenster haben ihre Ursache dann in den oben genannten verbogenen oder abgebrochenen Beschlägen.

Die Wartung dieser Elemente ist relativ unspektakulär und könnte innerhalb weniger Minuten beim Fensterputzen mit erledigt werden. Verschlußbeschläge können wir ölen, um eine Schwergängigkeit zu vermeiden, die bei zu grober Handhabung zu Brüchen führen könnte. Gummidichtung können wir gleichfalls regelmäßig mit einer öligen Flüssigkeit abreiben und geschmeidig halten. Utensilien für die Pflege von Thermopenfenstern sind kostengünstig erhältlich. Pflegemittel für Gummidichtungen sowie kleine Fläschchen mit Öl sind in jedem Autozubehör- oder Fahrradgeschäft erhältlich. Weitere Werkzeuge benötigen Sie nicht.

Gegen Ziegelstein oder Vogelschläge können wir uns nicht schützen. Wichtig wäre jedoch, nach so einem Aufprall aufmerksamer auf etwaiges Beschlagen der Scheibe zu achten, um einen möglichen Schaden rechtzeitig zu entdecken. Gerade in der wärmeren Jahreszeit kann dies schwierig sein, da sich durch Sonneneinstrahlung die Feuchtigkeit in dem Zwischenraum der Scheiben nicht absetzen wird. Dies geschieht erst bei merklichem Temperaturabfall. Alle diese Schäden: Scheiben, Verschließmechanismus oder Gummidichtung sind –ausgenommen von grober Fahrlässigkeit – „materialbedingte Abnutzung“. Den Mieter treffen dann bei Schadensmeldung und Reparatur keine Kosten.

Bei einer gerissenen Verglasung, einem kleinen Luftzug durch eine undichte Dichtung oder einem Klemmen werden die Heizkosten nicht sofort explodieren. Um Schäden durch beispielsweise eindringender Feuchtigkeit aus dem Weg zu gehen, empfiehlt es sich trotzdem, jeden Schaden rechtzeitig an den Eigentümer oder Vermieter zu melden. Sofern wir selbst der Eigentümer sind, sind in den meisten Fällen Tischlereibetriebe oder Montage-Glasereien die richtigen Ansprechpartner für alle Schäden rund um ein Fenster.

Alles für geringe Heizkosten

Sobald Energieversorgungsbetriebe eine Erhöhung der Strom- und Heizkosten ankündigen, rumpelt ein kollektiver Unmut durch die Bevölkerung. Einsparungen solcher Kosten liegt also in unser aller Interesse und funktionsfähige Thermopenfenster helfen dabei, nicht aus einem ungeeigneten Fenster zu heizen.

Auflagen und Bauvorschriften

Die Baubranche sowie Handwerksinnungen oder Architektenvereinigungen haben die Entwicklungen auf dem Markt ständig im Blick, um bei Handlungsbedarf mit Empfehlungen reagieren zu können. Wichtig sei zu wissen, dass solche Empfehlungen nicht automatisch zu Vorschriften werden, die bei Zuwiderhandlung rechtlich geahndet werden. Bei den meisten Auflagen handelt es sich tatsächlich nur um Empfehlungen, die eine hohe Funktionalität und Qualität für den Verbraucher gewährleisten sollen. Würden wir beispielsweise ein Material entwickeln, welches optisch dem Glas gleicht, jedoch in Hinblick auf Ressourcen, Produktion oder Eigenschaften Vorteile brächte, wäre es nur eine Frage der Zeit, dass Glasfenster flächendeckend ersetzt werden würde. Angetrieben durch eben genau solche Verbände. Herkömmliches Glas ist nichts Anderes als geschmolzener Quarzsand, den wir auf der Erde ausreichend zur Verfügung haben. Generell wären jedoch Kunststoffe unter Umständen günstiger zu produzieren und weniger anfällig für Beschädigungen. Die Geschchte des Fensters hat also Kapitel, die noch nicht geschrieben sind. Die Vergangenheit zeigt, dass Innovation und Erfindergeist schon mehrfach alte Materialien durch neue Innovationen zu ersetzen wusste.

Im Fensterbau war die letzte größere Modernisierungsaktion im Jahre 2011, in der die Baubranche Mängel an den hölzeren Fensterrahmen aus den 60er und 70er Jahren feststellte. Eigentümer wurden aufgefordert, solche alten Rahmen durch neuere Kunststoff- und Metallvariationen zu ersetzen und im ganzen Land konnten weder Montage-Glaser noch Tischlereien über mangelnde Auftragslage klagen.

Die nächste Etappe wird folgen, ist zeitlich jedoch noch nicht abzusehen. Klar ist lediglich, dass die Lebensdauer moderner Kunststoffrahmen länger ist, als die von den früher üblichen Holzrahmen. Holz reagiert sehr viel empfindlicher auf Witterungseinflüsse. Die Folge waren Risse oder Verziehungen, die das Fenster am Ende undicht werden ließen. Diese Gefahr besteht bei Kunststoffrahmen nicht. Abzuwarten bleibt, wie lange es dauert, bis erste Materialermüdungen auftreten, die dann vermutlich einen Austausch der Gummidichtungen oder Verschließmechanismen erfordern. Von vergleichbaren Dichtungen aus der Automobilbranche wissen Fachleute bereits, dass Dichtungen durchaus über mehrere Jahrzehnte ohne Schäden bleiben können.

Das Glas der Scheiben selbst wird Jahrhunderte überstehen können. Nicht gewährleistet dabei ist jedoch der Thermopeneffekt, da die Scheiben über eine Silikon-Ähnliche Kunststoffmasse verklebt sind. Dass die Lebensdauer solcher Klebestoffe geringer ausfällt als die des Glases selbst, wird auch Laien einleuchten. Aktuelle Vergleichszahlen stehen dem Markt zur Zeit noch nicht zur Verfügung, da mögliche Materialermüdungen sehr von Standorten und örtlichen Besonderheiten abhängen. Liegt zum Beispiel regelmäßig eine intensive Sonnenbestrahlung vor oder längere Frostphasen, wird das Leben von Fenster und Rahmen geringer sein, als bei moderatem Klima.

Wichtig ist in diesem Zusammenhang die Zuständigkeit, bzw. Haftung solcher Schäden. In fast allen Fällen bleiben Mieter von Reparaturkosten unberührt. Insbesondere, sobald es sich um Schäden wie Materialermüdung oder Abnutzung handelt, die selbst bei einem gewissenhaften und verantwortungsvollem Gebrauch im Laufe der Jahre auftreten können und es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch irgendwann werden. Die Haftung übernimmt dann der Eigentümer, respektive Vermieter. Es sei denn, dass die Firma, welche die Montage und den Einbau vorgenommen hat einen Garantiezeitraum mit dem Eigentümer vereinbart hat und die Schäden innerhalb dieser Fristen liegen. In solchen Fällen werden die entsprechenden Handwerksbetriebe zu der Übernahme der Kosten herangezogen. Aufgabe und Verantwortung des Mieters ist dann lediglich eine zeitnahe Meldung solcher Schäden. Bis auf das „Luft ziehen“ von Thermopenscheiben in der wärmeren Jahreszeit werden alle anderen Schäden relativ schnell sichtbare Indizien liefern... wie zum Beispiel Luftzug oder sichtbare Feuchtigkeit im Fensterbereich.

Fazit

Fenster garantieren nicht nur den Blick nach draußen, sondern sie fluten unsere Wohnräume auch mit Licht und sparen Energie. Dabei sind Fenster in allen möglichen Formen und Ausführungen verfügbar, um ebenfalls unserem Geschmack von Design zu entsprechen.

Bei der Auswahl der richtigen Fenster sind einige weitere Faktoren zu berücksichtigen. Allein schon die regional unterschiedlichen Bauvorschriften und der Einfluss auf die Statik von Gebäuden sind Grund genug, sich mit Fachleuten darüber auszutauschen. Architekten, Fensterhersteller und Handwerksbetriebe sind hierzu die richtigen Ansprechpartner.

Damit die Lebensdauer unserer Fenster möglichst lange anhält, sind sehr wenige Wartungen nötig, die wir alle ohne einen großen Aufwand betreiben können, damit die „Sicht“ auch in Zukunft gut bleibt.

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