Wie sicher sind Treppenlifte?

Treppenlifte sind technische Anlagen zum Transport von Personen. Deshalb müssen sie sicher sein. Das sind sie in der Regel auch. Warum das so ist, und worauf du achten musst, dass erfährst du hier.

Sicherheit auf dem Treppenlift – körperliche Voraussetzungen

So sicher ein Treppenlift auch sein mag – eine sichere Benutzung verlangt gewisse körperliche Fähigkeiten. Ein Rollstuhlfahrer beispielsweise muss sich selbstständig vom Rollstuhl auf den Liftstuhl umsetzen können – und am anderen Ende der Treppe natürlich wieder zurück. Wenn das nicht mehr geht, muss eine Hilfskraft dabei sein. Dies ist von vornherein einzukalkulieren. Für einen Rollstuhlfahrer solltest du gleich überlegen, ob nicht ein Plattformlift auf die Dauer sinnvoller ist – der bewegt den ganzen Rollstuhl nach oben.

Zur Sicherheit technischer Anlagen gehört immer, dass sie richtig bedient werden. Auf eine genaue Einweisung nach dem Einbau solltest du also auf keinen Fall verzichten. Und die Unterlagen, eine Betriebsanleitung etwa, solltest du ebenfalls genau studieren. Es geht immerhin um eine Anlage, die einen Menschen transportiert.

Genauso selbstverständlich ist, dass der Treppenlift nur für den Zweck verwendet wird, für den er vorgesehen ist. Beim Plattformlift heißt das auch, dass außer dem Rollstuhlfahrer keine weiteren Passagiere mitgenommen werden. Wenn du gegen solche Vorgaben verstößt, kannst du nicht erwarten, dass der Hersteller eine Gewährleistung für einen sicheren Betrieb übernimmt.

Und zur Sicherheit gehört auch, dass der Lift nur von Personen genutzt wird, die ihn benutzen sollen – und nicht etwa von Kindern. Die könnten einen Treppenlift leicht mit Spielzeug verwechseln. Deshalb gibt es durch Schlüssel gesicherte Schalter und Kindersicherungen.

Woran erkennst Du einen sicheren Treppenlift?

Als Laie kannst du natürlich kaum beurteilen, ob ein Treppenlift den Sicherheitsanforderungen entspricht. Auf das Produktsicherheitsgesetz alleine wirst dich du nicht verlassen wollen – auch wenn dieses festlegt, dass nur Produkte auf den Markt gebracht werden dürfen, die bei sachgemäßer Anwendung, aber auch bei vorhersehbarer Fehlbedienung keine Sicherheitsrisiken bergen. Diese Produkte tragen das GS-Prüfzeichen. Das klingt schon mal gut, reicht dir aber nicht.

Schauen solltest du nach der CE-Kennzeichnung. Diese bestätigt, dass das Produkt nach europäischen Sicherheitsregeln hergestellt wurde. Findest du unter dem Siegel noch eine vierstellige Nummer, so beweist dies, dass eine unabhängige Prüfung stattgefunden hat, ob diese Richtlinien auch eingehalten werden.

Ein Qualitätsmerkmal ist auch ein Hinweis auf die Regeln nach der ISO-Norm 9000. Dann ist das Produkt nach bestimmten Qualitäts-Vorgaben hergestellt worden. Auch hier ist eine Prüfung durch unabhängige Sachverständige vorgesehen.

Ausstattung für die Sicherheit

Die technische Sicherheitsausstattung unterscheidet sich bei den Treppenliften von Modell zu Modell und von Hersteller zu Hersteller. Vor dem Kauf wirst du dich ja über die Merkmale der verschiedenen Modelle informieren. Dabei solltest du genau darauf schauen und auch danach fragen, welche Sicherheitseinrichtungen es gibt.

Aber alle Lifte haben automatische Sicherungen gegen das Auffahren auf Hindernisse auf der Treppe oder auf der Schiene. Diese sind durch Sensoren gesteuert und funktionieren zuverlässig. Ähnliche Sensoren registrieren, wenn irgendwelche Dinge zwischen Treppe oder Schiene und Lift geraten – auch dann wird automatisch abgeschaltet.

Eine wichtige Einrichtung ist die Not-Aus-Taste – für irgendwelche unvorhergesehenen Situationen. Die Taste ist aber wirklich nur für Notfälle vorgesehen, zum Beispiel kann sie benutzt werden, wenn die normale Steuerung plötzlich nicht funktioniert. Wenn sie betätigt wurde, muss sie nämlich erst einmal entriegelt werden. Das ist zwar auch kein besonderer Aufwand, passiert durch nochmaliges Drücken oder Drehen der Taste. Trotzdem ist die Notfalltaste nicht dafür vorgesehen, den Treppenlift im Normalbetrieb zu steuern.

Manche Treppenlifte bleiben auch nur in Bewegung, wenn der Nutzer andauernd einen Steuerungsknopf gedrückt hält. Das klingt nicht unbedingt so komfortabel. Aber es bedeutet, dass der Lift anhält, wenn man den Knopf loslässt. Das kann wichtig sein, etwa bei plötzlichem Unwohlsein oder ähnlichen Problemen.

Eine der Sicherheitsvorkehrungen ist die manuelle Betätigung – für den Fall des Stromausfalls. Wenn das passiert, drückst du die Not-Aus-Taste, steckst die mitgelieferte Notkurbel in eine dafür vorgesehen Öffnung und fährst den Treppenlift zum Haltepunkt. Da es in dieser Richtung immer erheblich leichter geht, wird der Treppenlift in einem solchen Notfall nach unten gefahren.

Für öffentlich nutzbare Treppenlifte und andere Anlagen zur Personenbeförderung ist eine Notrufeinrichtung vorgeschrieben – bei privaten Anlagen sind sie nützlich. Es handelt sich um eine Klingel, die durch Drücken eines Knopfes geschaltet wird, oder um einen Gong, der mit einem Druckschalter per Funk angesteuert wird.

Der Sicherheit dient auch die Fangbremse. Tritt ein Defekt am Antrieb auf, rast der Treppenlift keineswegs ungebremst nach unten, sondern er wird automatisch zum Stehen gebracht. Auch das selbsthemmende Getriebe bremst den Lift.

Schließlich muss alles und jeder an seinem Platz bleiben. Beim Plattformlift gibt es unterschiedliche Verriegelungen, die den Rollstuhl an seinem Platz halten. Beim Sitzlift sorgen Armlehnen sowie Fuß- und Kopfstützen dafür, dass der Passagier so ankommt, wie er losgefahren ist – sitzend auf der Sitzfläche. Die Lehnen und Stützen sind so verstellbar, dass sie genau zu den Körpermaßen des Passagiers passen. Ein Sicherheitsgurt vermittelt zusätzlich Sicherheit, auch wenn Treppenlifte grudsätzlich sanft anfahren und abbremsen.

Für einen sicheren Treppenlift kannst du auch noch ganz unabhängig von den technischen Einrichtungen sorgen. Gemeint ist, dass du den Lift nicht selbst, sondern von einem Fachmann einbauen lässt. Das gilt auch für spätere Reparaturen. Eine Abnahme durch den TÜV ist nur bei öffentlichen Anlagen vorgeschrieben.

Sicherheit für die Fußgänger

Die Sicherheit von Treppenliften hat übrigens noch einen ganz anderen Aspekt – nämlich den, dass andere Nutzer sicher auf der Treppe unterwegs sein sollen.

Zunächst einmal muss die Treppe uneingeschränkt begehbar sein – das verlangt eine Mindestbreite von 90 Zentimetern. Das ist übrigens nicht nur eine Frage der Bequemlichkeit – es geht darum, dass im Brandfall die Fluchtwege frei sind. Gegebenenfalls musst du dich für ein platzsparendes Modell entscheiden.

Berücksichtigen solltest du bei den Planungen auch, dass jemand, der zu Fuß auf der Treppe unterwegs ist, gelegentlich auch einmal etwa Sperriges transportieren muss. Kommst du mit dem Wäschekorb am Treppenlift nicht mehr vorbei, ist das auf die Dauer eine echte Beeinträchtigung.

Bei Treppen mit Kurven ist es ein Vorteil, wenn der Treppenlift auf der Innenseite der Kurven installiert wird, damit die breiteren Teile der Stufen für die Fußgänger zur Verfügung stehen. Je kurviger eine Treppe ist, umso wichtiger ist diese Vorgabe.

Sofern noch nicht vorhanden, soll auf der Seite der Treppe, wo der Lift nicht ist, ein Handlauf sein – wenn es keinen gibt, solltest du ihn unbedingt installieren oder installieren lassen. Die Parkposition des Treppenliftes soll außerhalb des Laufbereichs der Treppen liegen, damit der Weg nicht versperrt ist.

Quellen

Deutsche Seniorenliga e.V.: Ratgeber Treppenlifte, Bonn o.J., online unter: https://www.deutsche-seniorenliga.de/infomaterial.html

Guldmann GmbH: Stepless TL15/TL20. Gebrauchsanleitung, Wiesbaden o.J.

Lehner Lifttechnik: Betreiberhandbuch Delta Treppenlift, Neukirchen 2004 

Niedersächsische Fachstelle für Wohnberatung: Ein- und Zweifamilienhäuser. Fit für’s Alter, Hannover 2009

Thyssenkrupp  Home Solutions: Treppenlift Sicherheit – Worauf sollten Sie beim Kauf achten? Online unter: https://www.thyssenkrupp-homesolutions.de/treppenlift/sicherheit/# 

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