Seniorenhandys mit Notrufknopf

Du wünschst dir einen Notruf europaweit und einfach per Handy-Notrufknopf auf einem simplen, gut lesbaren Mobiltelefon? Die normalen Handys haben viel zu kleine Tasten und Touchdisplays sind nicht dein Ding? Erfahre, worauf es bei Seniorenhandys wirklich ankommt.

Einheitliche Notrufnummer – europaweit

Eigentlich seltsam: Laut dem Europäischen Integrationszentrum Rostock e. V. weiß nur jeder vierte Europäer, dass die 112 inzwischen europaweit einheitlich existiert und in allen EU-Ländern funktioniert. Den Notrufdienst gibt es in dieser Form seit Dezember 2008 und er ist von überall gebührenfrei. Allerdings ist etwa jeder dritte Anrufer in fremden Ländern mit Sprachproblemen konfrontiert. Daher wurde der 11. Februar zum Tag des europäischen Notrufs 112 ausgerufen, mit dem Ziel der besseren Bekanntmachung und zur Anregung von Mehrsprachigkeit. Schließlich ist eine einheitliche Notrufnummer eine richtig gute Sache. Sinnvoll nutzbar für rüstige und bewegliche Senioren, denen ein mobiler Notruf in Form eines Seniorenhandys ausreicht. Du kannst die 112 auch - je nach Handy-Modell - entweder in die Notruftaste oder die Kurzwahltasten einprogrammieren und schon kannst du die Rettungsstelle per Knopfdruck erreichen. 

Die seniorengerechte Ausstattung der Notrufhandys mit Alarmknopf

Ein Senioren-Handy sollte im besten Fall über folgende Funktionen verfügen:

  • Notruftaste /SOS-Funktion
  • große Tasten
  • sehr einfache Bedienung
  • laut einstellbare Hörerlautstärke
  • extra laute Klingeltöne 
  • Hörgerätekompatibilität
  • Freisprechfunktion
  • Taschenlampe
  • Fallsensor
  • GPS-Ortungsfunktion

Einige der oben genannten Funktionen brauchst du vielleicht auch nicht. Überlege vorab, was dir wichtig ist und worauf du zugunsten der einfachen Bedienung lieber verzichten möchtest. GPS ist im Notfall hilfreich, um deinen momentanen Standort an den Empfänger zu senden. Viele Modelle senden die Standort-Koordinaten automatisch an eine zuvor festgelegte Rufnummer, sobald du die Notruftaste drückst. So weiß das Rettungsteam genau, wo es dich findet. Bei einem GPS-fähigen Handy lässt sich dein Standort auf 15 m genau eingrenzen. Eine zusätzliche Sicherheit bieten Handys, die automatisch erkennen, ob der Notruf auf einem Anrufbeantworter aufläuft oder ob wirklich ein Mensch dran ist. Es ist schon vorgekommen, dass ein lebenswichtiger Notruf auf diese Weise untergegangen ist.

Für wen eignet sich ein Telefon mit Notfallknopf

Klar, für Senioren, die für Gefahrensituationen gewappnet sein wollen. Es hat sich bei gehörgeschädigten, sehgeminderten und in der Feinmotorik eingeschränkten Senioren bewährt. Aber auch Menschen, die an Demenz erkrankt sind, profitieren von einem Seniorenhandy. Speziell bei Demenz ist die GPS-Funktion wichtig.

Wer zu Hause demenzkranke Angehörige betreut, weiß genau, wie unberechenbar sich demente Menschen verhalten können. Sie verlassen mitunter still und heimlich ihr Zuhause. Diese sogenannte Weglauftendenz kann zu ernsthaften Notsituationen führen. Wird der Wegläufer längere Zeit nicht gefunden, kann er sich unterkühlen, dehydrieren oder sonstigen Gefahren ausgesetzt sein. Hier ist das GPS-Handy ein Retter in der Not. Angehörige können den dementen Wanderer mittels GPS-Ortung schnell auffinden. Mit speziellen Programmen können Angehörige ihn von Zuhause aus orten.

Für schnelle Hilfe im Unglücksfall sorgen Seniorenhandys, die zusätzlich über einen Sturzsensor verfügen und neben dem Notruf auch automatisch eine Kurznachricht mit der Position des Verunglückten abschicken. Es gibt sogar schon Übersetzungstechnologien, die nicht nur die GPS-Koordinaten schicken, sondern diese direkt in eine richtige Adresse übersetzen. Das erweist sich als großes Plus, wenn man keinen medizinischen Notfalldienst, zum Beispiel vom Deutschen Roten Kreuz, gebucht hat, sondern der Notruf auf Angehörige eingestellt ist.

  VORTEILE NACHTEILE
Bedienbarkeit Notrufknopf ist leicht erreichbar Notrufknopf ist bei manchen Seniorenhandys ungünstig platziert
Hilfe schnell und überall daran denken, das Handy aufzuladen und mitzunehmen
Notdienst Verknüpfung mit Notrufdienst oder Angehörigem  
zusätzliche Sicherheit Sturzsensor, Ortung und andere Funktionen sind möglich  
Wahlmöglichkeit zwischen dem Notrufknopf der auf einen Notdienst leitet oder den Schnellwahltasten, die zunächst Angehörige alarmieren  

Preise und Anbieter

Am besten du vergleichst verschiedene Seniorenhandy-Modelle auf einer Verkaufsseite online, auf der auch Bewertungen zu finden sind. Handys mit Notfalltaste für Senioren gibt es in einer Preisspanne ab 25 € bis 150 €. Je nach Plattform findest du idealerweise die genaue Beschreibung der Features und Möglichkeiten des Seniorenhandys sowie zusätzlich Kundenbewertungen und Preis. Kundenbewertungen sind Gold wert.

In Vergleichen schneiden derzeit die Seniorenhandys in einer Preiskategorie um die 40 € am besten ab, wenn es um Preis/Leistung und Funktionalität geht. Mit dieser Richtlinie des Internetverkaufs im Hinterkopf möchtest du dich vielleicht lieber im Laden vor Ort beraten lassen und die Handyvariante eines mobilen Notrufs in den Händen halten und ausprobieren.

Zum Handypreis sind dann noch die Gebühren für Handyvertrag oder für SIM-Karte und Prepaid-Aufladegebühren einzuplanen. Falls dir die Notrufbelegung mit Angehörigen oder der Notfallnummer 112 nicht sicher genug erscheint, kannst du gegen zusätzliche Gebühren auch einen medizinischen Notfalldienst dazu buchen.

Tipp

Notruf-App für Hightech-Senioren

Du bist ein Fan neuer Technologien und dein Smartphone ist dein bester Freund? Perfekt. Dann ist eine Notruf-App genau das Richtige für deine Sicherheit im Notfall. Die gibt es für Android-Smartphones und iPhones in vielfältigem Angebot. Überlege auch hier zunächst, welche Funktionen du dir wünschst und welche du brauchst. Gleiche dann deine Liste mit dem angegebenen Leistungsspektrum der Notruf-App ab. Die findest du in den Beschreibungen auf iTunes fürs IPhone oder im Play Store für Android-Smartphones. Es gibt Gratis-Apps und zu bezahlende.

 

Für folgende Funktionen sind Gratis-Notruf-Apps brauchbar:

  • sie übermitteln deinen Notruf an eine hinterlegte Telefonnummer bei Tippen auf den SOS-Button
  • sie übermitteln deinen Standort
  • Telefonnummern von Rettungsdiensten, Pannendiensten und vielen anderen Notfalldiensten herausfinden
  • Ärzten und Apotheke im Umfeld anzeigen
  • persönliche Daten, wie etwa Medikamente, Blutgruppe und vieles mehr für den Notfall im Bildschirmhintergrund hinterlegen

Die Gratis-Notruf-Apps lassen sich meist nicht mit einer Notrufzentrale bzw. einem privaten Rettungsdienst verbinden. Dafür solltest du bei Bedarf eine entsprechende bezahlte App erwerben.

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Quellen

https://www.stern.de/vergleich/seniorenhandy/

https://www.eiz-rostock.de/europaeischer-tag-des-notrufs-112/

https://www.senioren-handys.com/produkt/emporia-safety-plus/

https://www.aktive-rentner.de/seniorenhandy-mit-gps-ortung-kann-bei-demenz-leben-retten.html