Autor : StefanieS
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©ARLOU_ANDREI/shutterstock_1214898721

Palliativmedizin ist da, wenn der Kampf gegen eine Krankheit verloren ist

Über das Thema Sterbehilfe und Beihilfe zum Suizid wird in der Gesellschaft immer wieder diskutiert. Viele Menschen treibt der Wunsch um, im Falle einer schweren Krankheit ihr Leben zu beenden. Gründe dafür sind etwa Angst vor Schmerzen und dem Alleinsein, die Angst, nicht mehr selbstbestimmt leben zu können, oder der Wunsch, seinen Mitmenschen nicht zur Last zu fallen. Wünsche, die ernst genommen werden – selbst wenn es per Gesetz seit 2016 ausdrücklich verboten ist, gewerblich oder in organisierter Form Beihilfe zum Suizid zu leisten.

Palliativmedizin ist da, wenn der Kampf gegen eine Krankheit verloren ist

©ARLOU_ANDREI/shutterstock_1214898721

Über das Thema Sterbehilfe und Beihilfe zum Suizid wird in der Gesellschaft immer wieder diskutiert. Viele Menschen treibt der Wunsch um, im Falle einer schweren Krankheit ihr Leben zu beenden. Gründe dafür sind etwa Angst vor Schmerzen und dem Alleinsein, die Angst, nicht mehr selbstbestimmt leben zu können, oder der Wunsch, seinen Mitmenschen nicht zur Last zu fallen. Wünsche, die ernst genommen werden – selbst wenn es per Gesetz seit 2016 ausdrücklich verboten ist, gewerblich oder in organisierter Form Beihilfe zum Suizid zu leisten.

Ableben
©Patrick Thomas/shutterstock_1016600887

Eine der großen ethischen Fragen …

Es ist eine der großen ethischen Fragen, ob und inwieweit Sterbehilfe überhaupt menschlich sein kann. Wie geht die Palliativmedizin mit dieser Frage um, die dem Tod geweihten Menschen einen möglichst humanen Sterbeprozess ermöglichen will? Der Deutsche Hospiz- und Palliativ-Verband e. V. (DHPV) hatte anlässlich der Diskussion um Sterbehilfe und Beihilfe zum Suizid 2014/2015 ein Positionspapier erarbeitet, in dem er die Diskussion um ein Verbot aller Formen der gewerblichen und organisierten Beihilfe zum Suizid ausdrücklich begrüßt. Die Kernaussage: Keinesfalls darf es politische und gesetzlich eröffnete Optionen geben, die diese Formen der Beihilfe zum Suizid und Werbung dafür legitimiert.
Das hat handfeste Gründe. Nach Ansicht des DHPV würde die Normalisierung der Beihilfe zum Suizid den Druck auf kranke und alte Menschen erhöhen, anderen nicht zur Last fallen zu wollen, was in einer solidarischen Gesellschaft nicht gewollt sein kann, so heißt es in einer Stellungnahme des DHPV vom 22. September 2015. Was aber unterscheidet nun die Arbeit der Hospize und Palliativpflegeeinrichtungen sowie Palliativdienste von begleiteter Sterbehilfe?

Eine der großen ethischen Fragen …

Ableben
©Patrick Thomas/shutterstock_1016600887

Es ist eine der großen ethischen Fragen, ob und inwieweit Sterbehilfe überhaupt menschlich sein kann. Wie geht die Palliativmedizin mit dieser Frage um, die dem Tod geweihten Menschen einen möglichst humanen Sterbeprozess ermöglichen will? Der Deutsche Hospiz- und Palliativ-Verband e. V. (DHPV) hatte anlässlich der Diskussion um Sterbehilfe und Beihilfe zum Suizid 2014/2015 ein Positionspapier erarbeitet, in dem er die Diskussion um ein Verbot aller Formen der gewerblichen und organisierten Beihilfe zum Suizid ausdrücklich begrüßt. Die Kernaussage: Keinesfalls darf es politische und gesetzlich eröffnete Optionen geben, die diese Formen der Beihilfe zum Suizid und Werbung dafür legitimiert.
Das hat handfeste Gründe. Nach Ansicht des DHPV würde die Normalisierung der Beihilfe zum Suizid den Druck auf kranke und alte Menschen erhöhen, anderen nicht zur Last fallen zu wollen, was in einer solidarischen Gesellschaft nicht gewollt sein kann, so heißt es in einer Stellungnahme des DHPV vom 22. September 2015. Was aber unterscheidet nun die Arbeit der Hospize und Palliativpflegeeinrichtungen sowie Palliativdienste von begleiteter Sterbehilfe?

©Tero Vesalainen/shutterstock_788107003

Ist Palliative Care nicht auch eine Art begleiteter Suizid? Klares Nein.

Anders als bei anderen Kranken stehen bei Schwerstkranken zwar nicht mehr die Heilung und Lebensverlängerung im Mittelpunkt, sondern der bestmögliche Erhalt der Lebensqualität, Schmerzlinderung und Linderung anderer Symptome sowie Nähe und Zuwendung. Palliative Care ist laut WHO-Definition von 2002 „ein Ansatz zur Verbesserung der Lebensqualität von Patienten und ihren Familien, die mit einer lebensbedrohlichen Erkrankung konfrontiert sind. Dies geschieht durch Vorbeugung und Linderung des Leidens mittels frühzeitiger Erkennung und korrekter Beurteilung der Behandlung von Schmerzen und anderen Beschwerden körperlicher, psychischer und spiritueller Art“. Wie man sieht, wäre Beihilfe zum Suizid etwas ganz anderes, da hier der Sterbeprozess begleitet und abgefedert wird, allerdings keine Medikamente eingesetzt werden, diesen Prozess zu beschleunigen oder den Tod gezielt herbeizuführen.

Ist Palliative Care nicht auch eine Art begleiteter Suizid? Klares Nein.

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Anders als bei anderen Kranken stehen bei Schwerstkranken zwar nicht mehr die Heilung und Lebensverlängerung im Mittelpunkt, sondern der bestmögliche Erhalt der Lebensqualität, Schmerzlinderung und Linderung anderer Symptome sowie Nähe und Zuwendung. Palliative Care ist laut WHO-Definition von 2002 „ein Ansatz zur Verbesserung der Lebensqualität von Patienten und ihren Familien, die mit einer lebensbedrohlichen Erkrankung konfrontiert sind. Dies geschieht durch Vorbeugung und Linderung des Leidens mittels frühzeitiger Erkennung und korrekter Beurteilung der Behandlung von Schmerzen und anderen Beschwerden körperlicher, psychischer und spiritueller Art“. Wie man sieht, wäre Beihilfe zum Suizid etwas ganz anderes, da hier der Sterbeprozess begleitet und abgefedert wird, allerdings keine Medikamente eingesetzt werden, diesen Prozess zu beschleunigen oder den Tod gezielt herbeizuführen.

©Patrick Thomas/shutterstock_1016600887

Was bedeutet Palliativmedizin?

Das Wort Pallium (lateinisch) bedeutet übersetzt Mantel. Im symbolischen Sinn will die Palliativmedizin Patienten umhüllen und vor Schmerzen und unerträglichem Leid schützen. Sie wurde ursprünglich für Tumorpatienten entwickelt, inzwischen hat sich das Feld der Palliativmedizin aber erweitert auf AIDS, diverse Organerkrankungen und neurologische Erkrankungen. Ziel ist es, die Lebensqualität bis zum Ende des Lebens so gut es geht zu erhalten und – und das ist der große Unterschied zur Medizin bei heilbaren Krankheiten – das Sterben zuzulassen. Sterben wird als Teil des Lebens begriffen. Diese Begleitung orientiert sich an den Wünschen und Bedürfnissen der schwerstkranken und sterbenden Menschen und deren Angehörigen. Neben medizinischen Aspekten werden auch spirituelle und psychosoziale Leiden berücksichtigt. Palliativmediziner arbeiten in einem Team mit vielen weiteren Fachleuten wie Pflegepersonal und Ärzten, aber auch mit Sozialarbeitern, Psychologen, Seelsorgern, Psychotherapeuten und Krankengymnasten.
Häufig wollen Schwerstkranke und sterbende Menschen bis zu ihrem Lebensende zu Hause in vertrauter Umgebung bleiben können: eine der wesentlichen Aufgaben ambulanter Hospizdienste. Daher gilt in der Palliativmedizin der Grundsatz ambulant vor stationär. Jedoch gibt es auch Palliativstationen in Krankenhäusern: Sie sind eine eigenständige, in das Hospital integrierte spezialisierte Einrichtung zur Versorgung schwerstkranker und sterbender Menschen , die eine Krankenhausbehandlung benötigen.

Was bedeutet Palliativmedizin?

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Das Wort Pallium (lateinisch) bedeutet übersetzt Mantel. Im symbolischen Sinn will die Palliativmedizin Patienten umhüllen und vor Schmerzen und unerträglichem Leid schützen. Sie wurde ursprünglich für Tumorpatienten entwickelt, inzwischen hat sich das Feld der Palliativmedizin aber erweitert auf AIDS, diverse Organerkrankungen und neurologische Erkrankungen. Ziel ist es, die Lebensqualität bis zum Ende des Lebens so gut es geht zu erhalten und – und das ist der große Unterschied zur Medizin bei heilbaren Krankheiten – das Sterben zuzulassen. Sterben wird als Teil des Lebens begriffen. Diese Begleitung orientiert sich an den Wünschen und Bedürfnissen der schwerstkranken und sterbenden Menschen und deren Angehörigen. Neben medizinischen Aspekten werden auch spirituelle und psychosoziale Leiden berücksichtigt. Palliativmediziner arbeiten in einem Team mit vielen weiteren Fachleuten wie Pflegepersonal und Ärzten, aber auch mit Sozialarbeitern, Psychologen, Seelsorgern, Psychotherapeuten und Krankengymnasten.
Häufig wollen Schwerstkranke und sterbende Menschen bis zu ihrem Lebensende zu Hause in vertrauter Umgebung bleiben können: eine der wesentlichen Aufgaben ambulanter Hospizdienste. Daher gilt in der Palliativmedizin der Grundsatz ambulant vor stationär. Jedoch gibt es auch Palliativstationen in Krankenhäusern: Sie sind eine eigenständige, in das Hospital integrierte spezialisierte Einrichtung zur Versorgung schwerstkranker und sterbender Menschen , die eine Krankenhausbehandlung benötigen.

Sterbehilfe
©Irainy/shutterstock_1198458631

Die erste Palliativstation entstand 1983 an der Uniklinik Köln

Ihren Ursprung hat die Palliativmedizin in der Universitätsklinik in Köln. Dort entstand 1983 die erste Palliativstation in Deutschland. Heute gibt es bundesweit mehr als 250 Palliativ-Stationen mit sehr unterschiedlicher Verteilung in den Bundesländern. Den Bedarf schätzt der Deutsche Hospiz- und Palliativverband e. V. auf insgesamt 50 Betten je einer Million Einwohner, international geht man von einem Bedarf von 80 bis 100 Betten je einer Million Einwohner aus. Der aktuellste Stand der Entwicklung wird im Wegweiser Hospiz und Palliativmedizin veröffentlicht.

 

 

DHPV: Am Ende zählt der Mensch

Der DHPV (Leitbild: Am Ende zählt der Mensch) ist der Dachverband von mehr als 1.200 Hospizvereinen und Palliativeinrichtungen, in denen sich mehr als 120.000 Menschen ehrenamtlich, bürgerschaftlich sowie hauptamtlich engagieren. Menschen in ihrer letzten Lebensphase liegen dem DHPV nach eigenen Angaben besonders am Herzen.

Die erste Palliativstation entstand 1983 an der Uniklinik Köln

Sterbehilfe
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Ihren Ursprung hat die Palliativmedizin in der Universitätsklinik in Köln. Dort entstand 1983 die erste Palliativstation in Deutschland. Heute gibt es bundesweit mehr als 250 Palliativ-Stationen mit sehr unterschiedlicher Verteilung in den Bundesländern. Den Bedarf schätzt der Deutsche Hospiz- und Palliativverband e. V. auf insgesamt 50 Betten je einer Million Einwohner, international geht man von einem Bedarf von 80 bis 100 Betten je einer Million Einwohner aus. Der aktuellste Stand der Entwicklung wird im Wegweiser Hospiz und Palliativmedizin veröffentlicht.

 

 

DHPV: Am Ende zählt der Mensch

Der DHPV (Leitbild: Am Ende zählt der Mensch) ist der Dachverband von mehr als 1.200 Hospizvereinen und Palliativeinrichtungen, in denen sich mehr als 120.000 Menschen ehrenamtlich, bürgerschaftlich sowie hauptamtlich engagieren. Menschen in ihrer letzten Lebensphase liegen dem DHPV nach eigenen Angaben besonders am Herzen.

Links:
www.dhpv.de
https://wegweiser-hospiz-palliativmedizin.de/

Videos:
https://www.dhpv.de/service_erklaerfilm.html
https://www.youtube.com/watch?v=HRDRXxX1S4Y