Behindertengerechter Fahrzeugumbau: Faszinierende Wege zur Mobilität in jeder Lebenslage!

Für die meisten Menschen in jungen Jahren ist das Bestehen der Fahrprüfung ein Höhepunkt beim Erwachsenwerden. Fleißig werden die Regeln für Straße und Verkehr gelernt, die Technik des Automobils verinnerlicht und energiesparendes Fahrverhalten geübt. Was die angehende Autofahrerjugend dabei selten bedenkt: Für eine große Bevölkerungsschicht ist das Lernen von Regeln und das Steuern von Fahrzeugen nur ein geringfügiges Problem. Für Menschen mit körperlichen Behinderungen, Hochbetagte oder aus anderen Gründen motorisch eingeschränkte Personen stehen dem Fahrvergnügen archaische, physikalische Hindernisse im Weg und das Lernen von Verkehrsregeln wird zur Nebensache.

Menschen mit eingeschränkter Beweglichkeit oder mit Schwierigkeiten in der Koordination haben dennoch die Möglichkeiten, trotz bestehender Behinderungen am Straßenverkehr teilzunehmen. Die grundsätzliche Haltung der deutschen Gesetzgebung unterstützt dieses Bestreben, damit allen Menschen gleichermaßen der Zugang zu sozialen Kontakten, aber auch zur Berufs- und Arbeitswelt ermöglicht ist. Deshalb sind Spezialfahrzeuge zugelassen, bei denen das Fehlen der körperlichen Möglichkeiten durch Hilfskonstruktionen ersetzt wird. Des Weiteren werden Umbaumaßnahmen finanziell unterstützt und gefördert.

Wir führen dich im Folgenden durch die vielen Perspektiven, die dir der Fahrzeugumbau bietet, und erklären dir die entsprechenden installierbaren Fahrzeughilfen:

  • Einstieghilfen
  • Lenkhilfen
  • Rollstuhlrampen
  • Ausgleich von Sitzfehlhaltungen
  • Spezielle Sitzkissen für Dekubitus (Durchliegen)
  • Stabilisierung für schwache Körperhaltung
  • Hilfen für die Bedienung der Pedale
  • Sonderlösungen für Schalter und Hebel

Wir gehen darauf ein, was für einen Umbau notwendig ist und erwähnen, wo es sich lohnt, beim Neufahrzeug auf die Eignung für körperlich eingeschränkte Personen zu achten. Abschließend haben wir noch ein paar Tipps auf Lager, wie du an Fördermittel gelangst und welche Voraussetzungen dafür gegeben sein müssen.

Physikalische Unterstützung beim Fahren

Menschen, denen Glieder fehlen oder deren Funktion motorisch eingeschränkt ist, ist ein normales Fahrzeug nicht zumutbar. Das Erreichen der Fußpedale, des Lenkrades und der sonstigen Bedienelemente ist unverzichtbar, allerdings aufgrund der körperlichen Einschränkungen nicht unmöglich. Um dies zu beheben, kommen Hilfsmittel zum Einsatz.

Lenkradknauf

Eins der einfachsten Hilfsmittel bei der behindertengerechten Bedienung von KFZ ist der Lenkradknauf, auch Drehknopf genannt. Für Menschen mit nur einem funktionsfähigen Arm ist durch den Drehknopf die Möglichkeit gegeben, das Lenkrad über die vollen 360° sicher zu bedienen. Spezielle Drehknöpfe sind klappbar oder abnehmbar, sodass das Fahrzeug auch für den „normalen“ Einsatz geeignet ist. Während Funktionen wie Rücklicht und Scheinwerfer automatisch vom KFZ geregelt werden, ist der Einsatz des Blinkers situationsabhängig.

Ein Lenkradknauf mit Blinker ermöglicht es Einhändigen, auch den Blinkhebel zu bedienen. Fehlt dem Fahrzeugführer das Greiforgan oder sind die Finger in ihrer Funktion eingeschränkt, kann ein Lenkradknauf mit einer speziellen Aufnahme für eine Arm- oder Handprothese ausgestattet sein. Eine daneben übliche Lösung ist die Lenkgabel, in die eine Hand oder eine Prothese eingelegt werden, um eine sichere Bedienung des Lenkrades zu gewährleisten; auch wenn die Funktion der Finger eingeschränkt oder gar nicht vorhanden ist.

Hinweis

Die genannten Hilfen sind ausschließlich für Personen mit Einschränkungen gedacht. Möchten gesunde Personen einen Lenkradknauf nutzen, um die Lenkarbeit mit einer Hand zu erledigen und in der anderen den Kaffee oder die Zigarette zu genießen, ist dies untersagt! Geregelt ist dieser Sachverhalt in §38 der Straßenverkehrs-Zulassungsordnung (StVZO): Eine solche Lenkhilfe muss durch einen Gutachter – üblicherweise TÜV oder Dekra – eingetragen, und die Notwendigkeit durch entsprechende Dokumentation über den Behinderungsgrad dargestellt werden. Andernfalls winkt ein Bußgeld, weil „die Verkehrssicherheit durch den Verstoß gegen eine Vorschrift über Lenkeinrichtungen wesentlich beeinträchtigt wurde“. Hierbei spielt zudem eine Rolle, ob durch den Umbau eine Gefährdung entstanden ist und ob es sich bei dem Fahrzeug um einen reinen PKW oder gar einen LKW bzw. Bus handelt. Deshalb gilt: Lenkradknauf nur für körperlich Eingeschränkte! 

Andere Lenkhilfen beim Kfz

Für leichte Behinderungen, wie zum Beispiel eine schwache Armmuskulatur, gilt eine leichtgängige Servolenkung als Lenkhilfe. Die Servolenkung nutzt einen Teil der Motorkraft, um die Vorderräder zu drehen. Bei alten Fahrzeugen wurde noch die reine Muskelkraft über Lenkgestänge und -getriebe an die Schwenkachse der Vorderräder übertragen. Bei neuen Fahrzeugen haben sich die Dinge gewandelt: Die Servolenkung registriert die Kraft, die der Fahrer auf das Lenkrad ausübt, und schiebt das Lenkgestänge um die entsprechende Strecke weiter. Üblicherweise nimmt die Servolenkung einen Teil der Kraft ab, so dass noch etwas Energie benötigt wird, das Lenkrad zu drehen – so entsteht ein direktes Gefühl für die Steuerung des Fahrzeugs. Die Servolenkung kann aber jederzeit auch so justiert sein, dass überhaupt keine Kraft vom Lenkrad auf die Räder übertragen wird, und der Servo die ganze Arbeit übernimmt. Das Lenkrad dient dann nur noch zur Steuerung der Servos, der die ganze Kraft für die Schwenkbewegung der Vorderräder abnimmt. Dadurch ist die Lenkung so leichtgängig, dass für den Fahrer fast gar keine Kraftaufwendung vonnöten ist.
Der übliche Aufbau der Servolenkung besteht aus einer direkt vom Motor angetriebenen Servopumpe, die ein hydraulisches System mit Druck versorgt, das wiederum direkt auf das Lenkgestänge einwirkt – moderne Fahrzeuge sind stattdessen mit elektrischen Stellmotoren für die Servolenkung ausgestattet.

Joystick-Lenkung

Menschen, denen es nicht möglich ist, den Arm zum Lenkrad auszustrecken, erhalten Unterstützung durch eine Joystick-Lenkung. Hierbei befinden sich links und rechts vom Fahrersitz Ablagen für die Arme und Lenkhebel, die mit der Hand bedient werden. Von Kran- und Baggerführern und sonstigen Gleiskettenfahrzeugen sind Lenkbremshebel und Joysticklenkungen genauso bekannt, wie von Krankenfahrstühlen und elektrischen Rollis. Die Hebel können neben der Lenkfunktion auch fürs Beschleunigen und fürs Bremsen verwendet werden.
Die Firma Bozzio aus Nidau in der Schweiz stellt das Joysteer-System her, das sicherlich den größten Bekanntheitsgrad genießt. Im Vollausbau ermöglicht Joysteer den völligen Verzicht auf den Fahrersitz. Der Fahrer kann seinen Rollstuhl vor dem Lenkrad verankern und das Auto mit dem Joystick lenken und bewegen.
Am Joystick ist es auch möglich, Knöpfe und Schalter anzubringen, welche die weiteren Funktionen des PKW steuern, wie Scheinwerfer, Warnblinker, Scheibenwischer, Heizung, Klima, Radio oder Hupe. Auch der Wahlhebel für die Fahrstufe des automatischen Getriebes kann am Joystick angebracht werden.

Fußlenkung

Menschen, denen kein funktionsfähiger Arm mehr zur Verfügung steht, ist die Fußlenkung eine Hilfe. Die Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV), die Verordnung über die Zulassung von Personen im Straßenverkehr, schätzt das Fehlen von Armen nicht als eine Gefährdung ein, da die Wahrnehmung uneingeschränkt und die Steuerfähigkeit des Autos mit entsprechenden Umbaumaßnahmen voll gegeben ist.
Das Auto wird dabei mit einer besonderen Steuerungseinheit ausgestattet, die üblicherweise im Fußraum sitzt. Dabei wird die Lenkung durch eine Kurbel bedient, die einem Fahrradpedal ähnelt. Der Fuß wird über Schnallen, einen Überschuh oder ein Klicksystem fest mit der Kurbel verbunden, damit er gegen ein Abrutschen gesichert ist.
Eine weitere Möglichkeit der Fußlenkung ist die Lenkscheibe. Dabei wird im Fußraum in bequem erreichbarer Entfernung eine drehbare runde Scheibe angebracht, die mit dem Fuß bedient wird. Da die Scheibe in einer exakt angepassten Position ist, kann der Fuß nicht abrutschen. Auch ist damit ein im Vergleich zur Kurbel feinfühligeres Lenken möglich. Der Fuß muss – und dies ist ein Nachteil – für die Bedienung der Scheibe über die volle Motorik verfügen.
Für die Steuerung durch den Fuß gibt es neben den genannten Methoden noch die Linearhebellenkung zur Ausstattung. Dabei bedient der Fuß in einer beliebigen Richtung, in der er hin- und herbewegt wird, eine Steuereinheit für die Servolenkung. In einer linearen Bewegung wird ein Steuerhebel bedient, dessen Position direkt an das Lenkgestänge der Vorderräder weitergegeben wird.
Die verschiedenen Fußlenkungssysteme werden im Idealfall zusätzlich zur normalen Lenkung eingebaut, sodass das Fahrzeug im Prinzip auch durch Menschen ohne Behinderung bewegt werden kann und darf. Linearhebel sind überdies für viele andere Stellen verfügbar, an denen sie benötigt werden; sie sind nicht allein dem Fußraum vorbehalten. Linearhebel können für die Knie oder für Schenkelstümpfe, für Schultern oder Kinn, oder für die Finger an verkürzten Armen installiert werden. Häufig werden sie kombiniert mit speziell gefertigten Aufnahmen für Prothesen.

Trivia

Der Pole Bartosz Ostałowski ist Autorennfahrer, obwohl er keine Arme besitzt. Er fährt mit einem fast normalen Auto im Driftsport. Gerade beim Driften werden aber höhere Anforderungen an Präzision und Fahrzeugbeherrschung gestellt, als bei reinen Rundkurswettbewerben wie der Deutschen Tourenmeisterschaft oder der Formel 1. Beim Driften werden die Reifen nicht geschont, und kurz zusammengefasst muss das Fahrzeug seitwärts mit durchdrehenden Reifen um die Kurven bewegt werden. Die Kunst des Fahrers wird unter anderem anhand dessen beurteilt, wie genau das driftende Auto einem vorgegebenen Kurs folgt.
Ostałowski verlor bei einem Motorradunfall beide Arme. Dies hielt ihn nicht davon ab, mit seinem speziell getunten Nissan Skyline an Driftrennen teilzunehmen. In einem besonderen Showdown für das Fernsehen hatte der aus „Top Gear“ und „The Grand Tour“ bekannte Engländer Richard Hammond zuerst ein Fahrtraining im Driften absolviert, um es dann mit zwei professionellen Driftern aufzunehmen. Damit sie ihn vor dem versammelten Fernsehpublikum besonders blamieren konnten, hatten seine Showkollegen Jeremy Clarkson und James May als Gegner den Irischen Drifter Conor Shanahan ausgesucht, der damals 13 Jahre alt war, sowie Bartosz Ostalowski – den Drifter ohne Arme. Beide deklassierten Hammond übrigens ohne Mühe.
Ostalowski hat sich an das Fahren ohne Arme längst gewöhnt. Das Auto ist dafür nur bedingt besonders umgebaut: Mit dem rechten Fuß werden Gas- und Bremspedal bedient. Den linken Fuß verwendet Ostalowski ohne weitere mechanische Hilfe zur Bedienung des Lenkrades. Die einzige zusätzliche Ausstattung sind sogenannte Paddles für ein sequentielles Schaltgetriebe, die üblicherweise hinter dem Lenkrad angebracht sind. Für Ostalowski wurden diese an der Rückenlehne des Fahrersitzes montiert, so dass er sie mit den rechten und linken Armstümpfen an der Schulter bedienen kann.

Besondere Bedienelemente für Gas und Bremse

Gegebenermaßen können behinderte Autofahrer funktionsfähige Arme, hingegen aber lahme Beine haben, beziehungsweise gar keine Beine. Hierfür sind ebenfalls Lösungen zum Nachrüsten erhältlich. Die einfachste Bauart ist ein am Lenkrad angebrachter Gasring. Dieser wird so angepasst, dass diejenigen Finger, die volle Funktion besitzen, den Gasring immer sicher erreichen. Beschleunigungs- und Bremsvorgänge werden von den Händen erledigt. Lenkhilfe und Gasring können auch in Kombination auftreten; es ist technisch fast alles möglich, und die StVZO setzt der Mobilität für körperlich Eingeschränkte nur wenige Hindernisse in den Weg. Die schon im Zusammenhang mit der Lenkung angesprochenen Linearhebel können für Beschleunigen und Bremsen genauso eingesetzt werden, wie für die Lenkung.

Handbediengeräte

Für Menschen mit einer Funktionsstörung der Beine durch Amputation, Steifheit oder Behinderung kann ein Auto behindertengerecht mit einem Handbediengerät ausgestattet werden. Handbediengeräte ermöglichen es dem Fahrer, die Pedale Gas und Bremse, aber ebenso die Bedienung sonstiger Schalter, auf einen Handgriff zu vereinen, für dessen Bedienung nur eine Hand benötigt wird. Für die Funktionen Gas geben und Bremsen wird die ganze Bedieneinheit vor- und zurückverschoben, am Knauf und Haltegriff sind die Schalter für die anderen Funktionen integriert, wie Blinken, Scheibenwischer, Scheinwerfer, Hupe, Wisch- und Waschsystem oder Infotainment.
Geräte dieser Art werden unter anderem von der Firma Veigel GmbH & Co. KG hergestellt. Deren Modelle sind meist nach hinten wegklappbar, so dass das Fahrzeug problemlos von gesunden Menschen ohne Einschränkungen bedient werden kann und darf.
Die Integration der Handbediengeräte ist daneben dem Lenkradknauf auch direkt darauf möglich, um dort neben dem Lenken die Steuerung aller anderen Funktionen verfügbar zu machen. Zu den Handbedienungen gehören besondere Schaltknaufe, die einerseits häufig verlängert sind, damit sie leichter erreicht werden, und andererseits dann wieder die verschiedenen Funktionen des PKW in einem Bedienfeld vereinigen.

Fazit zu den Lenk- und Steuerhilfen

In Kombination mit den genannten Hilfsmitteln kann ein behindertengerechter Autoumbau ein völliges Spezialfahrzeug für eine ganz bestimmte Person ergeben. Je komplexer der Umbau wird, um körperliche Behinderungen auszugleichen, desto schwieriger ist es, das Fahrzeug auf für nicht Behinderte bedienbar zu halten. So mancher behindertengerechter Autoumbau macht die Bedienung für völlig gesunde Menschen sogar unmöglich oder zumindest nicht erlaubt.

Komfortverbesserung beim Fahren mit körperlicher Behinderung

Neben der physikalischen Machbarkeit, ein Auto zu lenken, und der vorgegebenen Sicherheit ist ein weiterer Aspekt wichtig: Der Komfort.

Problem Wundliegen

Rollstuhlfahrer, die bei der Motorik im Hüftbereich und am Oberkörper eingeschränkt sind, haben häufig das Problem des sogenannten Wundliegens, medizinisch „Dekubitus“ genannt. Menschen mit normaler Bewegungsfähigkeit sind meist immer in Bewegung, auch beim Liegen oder beim Sitzen. So werden alle Hautpartien stimuliert und belastet. Kann sich ein Mensch aufgrund der eingeschränkten Bewegungsfähigkeit keine neuen Sitz- oder Liegehaltungen aussuchen, ist häufig das Druckgeschwür, der Dekubitus, die Folge: Es wird in diesen Situationen immer wieder die gleiche Hautpartie gedrückt oder gescheuert. In Abhängigkeit davon kann die Nervenfunktion und zuletzt die Blutversorgung behindert oder ganz eingestellt werden, wodurch das Druckgeschwür entsteht.

Beim Autofahren tritt dieser Effekt genauso wie beim Sitzen im Büro oder daheim auf. Um eine Lösung zu bieten, hält der Handel eine breite Auswahl an Sitzauflagen, Sitzpolsterungen und Spezialsitzen im Angebot, die mit speziellen Oberflächen und einer angepassten Polsterungscharakteristik den Dekubitus zu verhindern versuchen, oder zumindest die dabei auftretenden Unannehmlichkeiten lindern. Eine einfache Lösung ist das im Sanitätshandel erhältliche EHOB® Sitzkissen, das durch seinen besonderen Aufbau eine gleichmäßige Verteilung des Drucks ermöglicht. So wird eine seniorengerechte Sitzauflage geschaffen, welche die im Alter eingeschränkte Mobilität abfedert.

Autofahren mit eingeschränkter Stabilität

Menschen mit eingeschränkter Muskelfunktion profitieren, um angenehm und anstrengungsfrei Auto zu fahren, von einer Unterstützung für die Stabilität, um die fehlende oder zu schwache Körperspannung aufrechtzuerhalten. Bei den sogenannten Sitzinstabilitäten kommen spezielle Sitzschalen zum Einsatz, die häufig individuell an den Fahrer angepasst werden. Bei Instabilitäten und bei Fehlhaltungen muss nicht nur der Ist-Zustand so angenehm wie möglich gestaltet, sondern eine mögliche Weiterentwicklung verhindert werden. Orthopädische Sitzschalen werden daher unter medizinischen Gesichtspunkten genauestens vermessen und angefertigt. Moderne Lieferanten ziehen dabei Gesichtspunkte der Beweglichkeit im Auto ebenso wie optische Aspekte in Betracht. So steht für Autofahrer mit einer Fehlstellung des Knochenaufbaus eine Sitzauflage zur Verfügung, die sogar einen therapeutischen Zweck erfüllt.
Sitzauflagen und Sitzschalen sind im Normalfall so gestaltet, dass sie mit wenigen Handgriffen entfernt werden können, so dass der PKW für gesunde Menschen benutzbar wird. In Fällen, in denen der Fahrersitz komplett ausgetauscht wird, um den Wagen seniorengerecht oder behindertengerecht zu machen, ist eine Benutzung durch gesunde Menschen ohne Einschränkungen nur schwierig möglich.

Einstiegshilfen für Rollstuhlfahrer

Im Absatz über Lenk- und Bedienhilfen haben wir ausführlich verschiedene Lösungen beschrieben, wie Autofahrer mit Einschränkungen bei der Motorik durch einen behindertengerechten Autoumbau dennoch ungehindert am Straßenverkehr teilnehmen können. Für viele Verkehrsteilnehmer beginnt das Problem allerdings schon früher. Gehbehinderte und Rollstuhlfahrer haben oft schon Mühe, überhaupt das Fahrzeug zu besteigen. Hierfür hat die Industrie inzwischen ein reichhaltiges Lösungspaket parat. Unterschieden wird beim Grad der Behinderung, denn Rollstuhlfahrer mit stabilem Oberkörper und funktionsfähigen starken Armen können sich in der Regel aus dem Rollstuhl selbständig auf den Fahrersitz eines normalen PKWs ziehen. Dafür ist aber eine leichte Unterstützung durch die Beine notwendig, die auch in schwachem und eingeschränktem Zustand die Pedale bedienen.
Das Herüberziehen von der Rollstuhl-Sitzfläche auf den Fahrersitz geht am einfachsten vonstatten, wenn eine möglichst geringe Höhe überbrückt wird. Zwar wäre es nahezu mühelos, wenn der Fahrersitz tiefer läge, als der Rollstuhl, dann aber bräuchte die Person fremde Hilfe, um aus dem Auto wieder zurück in den Rollstuhl zu gelangen.
Die Hersteller für Geräte zur Erleichterung des Alltags von körperlich behinderten Personen haben sich allerlei Lösungen für dieses Problem einfallen lassen. Eins der wesentlichen Hindernisse beim problemfreien Umsetzen vom Rollstuhl auf den Fahrersitz ist der vergleichsweise wacklige und instabile Stand des Rollstuhls, selbst wenn die Feststellbremsen angezogen sind. Die Gefahr ist groß, dass der Rolli sich wegdreht, verschiebt oder wegrollt, bevor der Fahrer sicher im Auto Platz genommen hat.

Klappbares Rutschbrett

Eine einfache Lösung dafür ist eine klappbare Verbreiterung des Autositzes. Bei geöffneter Fahrertür wird ein gepolstertes Sitzbrett, das im Normalfall senkrecht neben dem Fahrersitz steht, durch die Türöffnung ausgeklappt. Dieses Brett wird fest am Türrahmen, der sogenannten B-Säule des PKW, mit der Karosserie verschraubt. So kann es im Extremfall das vollständige Gewicht des Fahrers aufnehmen. Durch dieses Klappbrett wird die Lücke zwischen Rollstuhl und Autositz vollständig überbrückt und die Gefahr des Abrutschens ist weithin gebannt.
Im einfachsten Modell wird das Rutschbrett hochgeklappt, sobald der Fahrer sicher platzgenommen hat. Anbieter wie die Firma Kirchhoff Mobility haben als Alternative aktive, durch einen Servomotor unterstützte Modelle, im Programm. Bei diesen Produkten wird das Brett durch einen starken elektrischen Motor senkrecht gestellt, wodurch der Fahrer in eine sichere Sitzposition geführt wird.
Klappbare Rutschbretter fürs Auto sind üblicherweise so konzipiert, dass sie ohne die Notwendigkeit größerer Umbaumaßnahmen aus- und in ein anderes Fahrzeug einbaubar sind. Sie stellen zudem keine Behinderung der Sicherheit dar, wenn ein derart ausgestattetes Fahrzeug von einem gesunden Menschen bewegt wird.
Rutschbretter sind im Regelfall so konzipiert, dass sie für beide Richtungen als Unterstützung dienen, das heißt, auch für das Aussteigen und das Umsetzen auf einen Rollstuhl, als Aufrichthilfe und als Ausstieghilfe für gehbehinderte Menschen.

Zusätzliche Trittbretter

Ein Rollstuhl bedeutet nicht immer die völlige Unbrauchbarkeit der Beine. Wenn die Beine in der Lage sind, einen Teil des Körpergewichts zu stützen oder zu tragen, kann schon ein zusätzliches Trittbrett als Einstieghilfe genügen. Hier gibt es die alternative Bezeichnung Trittstufe. Die verschiedenen am Markt erhältlichen Modelle werden entweder im Fahrzeug installiert und fahren bei Bedarf durch die geöffnete Tür raus oder sie werden von unten an das Auto geschraubt.
In der einfachsten Ausführung werden die Trittstufen manuell ausgeklappt; das heißt, sie fahren aus der Ruheposition in die Trittposition und rasten dort ein, um einen sicheren Auftritt zu ermöglichen. Trittstufen sind immer mit einer rutschfesten Oberfläche versehen. Diese besteht entweder aus einem griffigen Material wie Gummi oder sie haben eine grob strukturierte Oberfläche, wie das zum Beispiel bei Warzenblech der Fall ist. Beides lässt sich selbstverständlich auch kombinieren, sodass die Oberfläche aus einem stark profilierten und rutschfesten Material besteht.
Das manuelle Ausklappen, mehr noch das Entriegeln und wieder Einklappen, bedeuten für den Fahrer eine immense Anstrengung, da er sich dafür tief beugen muss. Aus diesem Grund sind Trittstufen in einer automatischen Ausführung erhältlich, wobei die Stufe durch einen elektrischen Motor aus- und wieder eingefahren wird.
Für Fahrzeuge mit einer besonderen Einstieghöhe – bekannteste Beispiele sind Geländefahrzeuge, LKW und SUV – sind im Handel zweifache Trittstufen erhältlich, die im ausgefahrenen Zustand so etwas wie eine kleine Treppe darstellen. So wird für Menschen mit einer leichten Mobilitätseinschränkung ein sicherer Einstieg in jedes Fahrzeug ermöglicht.
Zusätzliche Trittstufen werden fest mit der Karosserie verschraubt, können aber jederzeit wieder abmontiert und in anderen Fahrzeugen verwendet werden. Derart ausgestattete Fahrzeuge sind jederzeit uneingeschränkt auch durch gesunde und einschränkungsfreie Personen verwendbar.

Schwenk- und Drehsitze fürs Auto

Ein Autofahrer, der sich aus dem Rollstuhl in den Fahrersitz begibt, verwendet dazu üblicherweise die Kraft der Arme. Da diese in einzelnen Fällen nicht uneingeschränkt zur Verfügung steht, wurden verschiedene Wege entwickelt, bei denen sich der Autositz auf den Fahrer zu bewegt.
Ein Schwenksitz ist zum Beispiel so ausgelegt, dass er sich dem Fahrer entgegendreht und dabei aus der Türöffnung des Autos herausneigt. Auf diese Art entsteht ein sicherer Übergang, um von der Sitzfläche des Rollstuhls auf den Autositz zu gelangen. Ein Schwenksitz stellt dabei eine besondere Einstieghilfe ins Auto für Senioren dar, wenn diese Schwierigkeiten haben, sich über die Sitzkante in eine stabile Sitzposition zu begeben. Ist der Fahrer noch zum selbstständigen Gehen in der Lage, genügt häufig ein Drehsitz fürs Auto. Der Fahrer lässt sich dann auf den Sitz nieder, zieht die Beine ein, und dreht den Fahrersitz zurück, wo dieser in eine sichere und stabile Position einrastet.
Dreh- und Schwenksitze stellen keine Beeinträchtigung der Sicherheit dar, wenn der Wagen Personen ohne körperliche Behinderungen bewegt wird. Die im Handel erhältlichen Modelle können üblicherweise mit wenigen Handgriffen ausgebaut und durch einen normalen Fahrersitz ersetzt werden. So bleibt bei einem Fahrzeugwechsel der Wert des alten Fahrzeugs für den Wiederverkauf erhalten. Der Sitz wiederum steht für das nächste Auto zur Verfügung.

Schwenksitze mit Liftfunktion

Eine besondere Form der Einstieghilfe sind Hub- und Schwenksitze. Neben der Schwenkfunktion besitzen diese Ausstattungsvarianten die Möglichkeit, die Sitzfläche außerhalb des Fahrzeugs abzusenken. Auf diese Art wird es dem Fahrer ermöglicht, bequem aus dem Rollstuhl auf die Sitzfläche des Fahrersitzes zu gleiten, von dort angehoben und ins Fahrzeug zurück geschwenkt zu werden.

Der Hersteller Mobilcenter Zawatzky hält in seinem Programm den Hub- und Schwenksitz "Turny Evo" parat, dessen Operationsmodus aus drei Stufen besteht:

  1. Die erste Stufe besteht aus einer Schwenkbewegung, mit welcher sich der gesamte Autositz aus der Türöffnung herausschwenkt.
  2. Die zweite Stufe wird durch eine lineare Bewegung des Sitzes gekennzeichnet, in dessen Verlauf der Sitz vollständig aus dem PKW herausfährt.
  3. In der dritten und letzten Stufe senkt sich der Sitz auf die gewünschte Höhe: Der Turny Evo kann dabei bis zum Boden abgesenkt werden.

Diese dreistufige Funktionsweise ermöglicht es dem Fahrer, aus nahezu jeder beliebigen Sitzhöhe auf den Fahrersitz zu gelangen, ohne, dass dabei die Fahrzeugtür im Wege stehen würde. Umgekehrt kann ein Hub- und Schwenksitz beim Aussteigen auf eine Höhe abgesenkt oder angehoben werden, von der aus ein einfaches Versetzen auf den Rollstuhl möglich ist.

Hub-Schwenksitze nehmen die komplette Masse des Fahrers oder der Fahrerin auf. Damit sie eigenhändig bedient werden können, gibt es diese nur in vollelektrischer Version. Die Basis des Sitzes wird an mehreren Stellen fest mit der Karosserie verschraubt, um die Kräfte der Last, aber auch die Hebelwirkung des linearen Auslegers, aufzunehmen. Eine schnelle Montage zum Ein- oder Ausbau ist damit nicht gegeben. Ein Auto mit Hub-Schwenksitz darf allerdings jederzeit ohne Änderung von gesunden Personen in bester körperlicher Verfassung manövriert werden.

Drehkissen

Einstieghilfen für ein behindertengerechtes Auto oder für Fahrzeuge für Senioren werden immer so konzipiert, dass sie dem Bedarf gerecht werden, ohne zu viel Kosten zu verursachen. Ein behindertengerechter Fahrzeugumbau besteht daher in vielen Fällen aus einer sehr einfachen, kostengünstigen und leicht zu installierenden Lösung, die nicht meilenweit über das Ziel hinausschießt.
Ein Beispiel für einen solchen simplen Umbau ist das Drehkissen. Dabei handelt es sich um zwei weiche, aber dennoch stabile, flache Platten, die in Sandwichbauweise übereinanderliegen, aber drehbar zueinander sind. Dieses Drehkissen wird auf die Sitzoberfläche gelegt und passt sich der Rundung der Sitzmulde an.
Oft ist die einzige Schwierigkeit für den Fahrer, sich nach dem Einstieg in die nach vorne gerichtete Sitzposition zu bewegen. Durch das Drehkissen wird dieser Vorgang kolossal erleichtert. Da das Kissen sich an die Sitzmulde anpasst, wird dennoch keine Seitenstabilität eingebüßt. Drehkissen sind bequem zu verstauen und mitzunehmen, sodass vollständige Flexibilität gegeben ist: Das Kissen lässt sich für jedes Fahrzeug verwenden. Das Fahrzeug bleibt bei der Verwendung ohne Kissen uneingeschränkt nutzbar für andere Personen und der Einbau ist buchstäblich kostenlos.
Modelle wie das Orthopädische Drehkissen aus dem ‚Aktiv-Shop‘ sind bis 150 kg belastbar, und neben dem PKW auch mit Sesseln und Stühlen im Haushalt kompatibel.

Schiebetür fürs Auto

Je nach Mobilitätseinschränkung des Fahrers kann schon der Einstieg durch die relativ schmale Öffnung einer Wagentür zum Problem werden. Dies wird noch verstärkt oder nachgerade unmöglich gemacht, wenn von der Sitzposition des Fahrers aus der Rollstuhl verladen werden soll.
Unternehmen wie die Firma Technik Rausch aus Balingen in Württemberg bieten daher an, Fahrzeuge mit Schwenktüren so umzurüsten, dass anstelle der normalen Tür eine weit öffnende Schiebetür zur Verfügung steht. Die Schiebetür erleichtert nicht nur den Einstieg für den Fahrer, sondern wenn das Gesamtkonzept stimmt, dann öffnet die Tür weit genug, dass ein Rollstuhl in zusammengeklapptem Zustand direkt hinter dem Fahrersitz verstaut werden kann. So entsteht ein rollstuhlgerechtes Auto, das dem Fahrer völlige Mobilität ermöglicht, ohne fremde Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Sitzschienenverlängerung

Besonders bei PKW-Größen, bei denen der Innenraum notorisch beengt ist, ist der Einstieg wesentlich schwerer. Der Hersteller Auto-BAS GmbH aus Leopoldshöhe bietet eine pragmatische Lösung an. Durch eine Sitzschienenverlängerung wird es möglich, den Fahrersitz so weit nach hinten zu schieben, dass genügend Raum für den Einstieg und im Idealfall auch für die Verladung des zusammengefalteten Rollstuhls entsteht. Für die Fahrt wird der Sitz in die optimale Position nahe dem Lenkrad zurückgeschoben.
Lösungen wie diese bieten eine Chance, teure und aufwändige Einstiegsvergrößerungen wie die erwähnte Schiebetür zu umgehen. Fahrzeuge mit einer Sitzschienenverlängerung können überdies ohne Umbau auch von Personen ohne Einschränkungen gefahren werden, da nach StVZO keine Beeinträchtigung der Sicherheit besteht.
Eine Sitzschienenverlängerung ist – und dies ist ein kleiner Wermutstropfen – ein fester Umbau und kann nicht ohne Weiteres von einem Altfahrzeug in ein neu angeschafftes Auto versetzt werden. Dennoch kann im Rahmen dieser Lösung ein Auto-Umbau mit Kosten umgesetzt werden, die weit unter denen anderer Verfahren liegen.

Personenlift und Umsetzhilfe

Um solchen Menschen die Mobilität zu ermöglichen, die sich ohne einen Rollstuhl überhaupt nicht bewegen können, die aber auch nicht den ganzen Tag über Pflegepersonal zur Verfügung haben, sind am Markt vollständige Verladesysteme erhältlich, die den Fahrer über Schlaufen oder Sitzflächen komplett aus dem Rollstuhl anheben und auf den Fahrersitz des PKW umsetzen.
Da diese Systeme die vollständige Last des Fahrers anheben und zudem durch den Ausleger einer starken Hebelwirkung ausgesetzt sind, werden sie an mehreren Stellen fest mit der Karosserie verschraubt. Folglich lassen sie sich nicht mit wenigen Handgriffen ein- und ausbauen. Vor dem Einbau in ein Behindertenfahrzeug ist dies zu bedenken.

Verladelift für den Rollstuhl

Für die völlig freie und unabhängige Mobilität des körperlich beeinträchtigten Person muss nach dem Umsetzen auf den Fahrersitz noch der Rollstuhl verladen werden, damit am Zielort der Weg fortgesetzt werden kann. Die Person klappt dabei vom Fahrersitz aus den Rollstuhl zusammen und arretiert ihn auf der vorgesehenen Halterung, die sich im Ausgangszustand in bequemer Nähe zur Türöffnung des Fahrzeugs befindet. Von dort aus wird der Rolli vollautomatisch in das Auto verladen.

Von den verschiedenen Herstellern sind u.a. folgende Systeme im Angebot.

  1. Die Mobilcenter Zawatzky GmbH bietet das System Rollstuhllift Z4 an, das den zusammengefalteten Rolli hinter dem Fahrersitz verstaut, während das vom gleichen Hersteller erhältliche Modell Z6 den Rollstuhl stattdessen durch die hintere Tür in den Fahrgastraum befördert.
  2. Das Modell Dachlift Roof Spider vom Hersteller Schulte-Derne Auto Reha verlädt den Rollstuhl in eine fest montierte Dachbox, wo der Rollstuhl diebstahlsicher und vor der Witterung geschützt aufbewahrt ist, ohne Stauraum im Fahrzeuginneren zu belegen.
  3. Die Einladehilfe Ladeboy / Ladeboy S2 vom Hersteller Rausch Technik GmbH zieht den Rollstuhl stattdessen durch die Heckklappe in den Kofferraum des PKW.

Bei allen Modellen wird der Rollstuhl im Innern des Fahrzeugs sicher verankert, sodass er sich bei plötzlichen Lastwechseln während der Fahrt nicht löst und anschließend zur Gefahr wird. Alle Systeme sind voll elektrisch ausgelegt und in der Lage, am Fahrziel angekommen, den Rollstuhl wieder vor die Fahrertür zu befördern.

Rollstuhlrampen

Beim Verladen des Rollstuhls sind die bisher besprochenen Hilfssysteme stets darauf angewiesen, dass der Rolli zusammengefaltet werden kann, um dann platzsparend verstaut zu werden. Viele Rollstühle verfügen über diese Funktion nicht, insbesondere solche mit elektrischem Antrieb. Daneben werden für viele Menschen elektrische sogenannte Krankenfahrstühle bereitgestellt, die überhaupt nicht zum Zusammenfalten vorgesehen sind.
Krankenfahrstühle bieten dem Behinderten zwar im kleinen Bereich optimale Mobilität, für größere Entfernungen muss die Person aber auf ein behindertengerechtes Auto zurückgreifen können. Dass dabei der Rollstuhl oder Krankenfahrstuhl mitgenommen wird, ist oftmals notwendig, um am Zielort wieder mobil zu sein.
Ein für solche Fälle rollstuhlgerechtes Auto wird daher mit einer Rollstuhlrampe ausgestattet. Im Alltag eines Menschen, der auf den Rollstuhl angewiesen ist, sind Rampen ein täglicher Bestandteil. Überall, wo Hindernisse wie Stufen oder Treppen zu überwinden sind, ist eine Rampe das erste Mittel der Wahl. In Gebäuden, die für Behinderte geeignet sind, werden Rampen für die Rollstuhlfahrer üblicherweise schon beim Bau eingeplant. So existiert dann neben den Treppenstufen meist eine fest integrierte Rampe, die außer von Rollstuhlfahrern auch von Eltern mit Kinderwagen und Menschen mit Rollator benutzt werden.
Im Unterschied dazu werden an eine Rollstuhlrampe fürs Auto andere Anforderungen gestellt. In erster Linie muss eine solche Rampe leicht und platzsparend sein. Es versteht sich von selbst, dass für einen PKW keine gemauerte oder zementierte Laderampe in Frage kommt, wie das bei Gebäuden normal ist. In Omnibussen, Straßenbahnen oder Zügen sind klappbare, faltbare oder ausfahrbare Modelle zu sehen – und das geht ja schon in die richtige Richtung.
Für den speziellen Fall der Mobilität mit dem eigenen PKW sind verschiedene Modelle am Markt erhältlich, die wir jetzt nacheinander vorstellen.

Auffahrschienen

Die sicherlich einfachste Ausbaustufe sind simple Auffahrschienen. Diese sind üblicherweise aus Leichtmetall hergestellt, und sie werden vom Fahrer selbst oder von Pflegepersonal auf die Ladekante des Fahrzeugs aufgelegt. Für den Rollstuhlfahrer entsteht so die Möglichkeit, bequem mit dem Rollstuhl ins Fahrzeug einzufahren, oder den Rollstuhl einzuschieben. Diese Variante ist nur geeignet für Fahrer, die auch ohne Rollstuhl einigermaßen mobil sind, oder denen Pflegepersonal zur Verfügung steht. Nach dem Verladen des Rollis oder des Krankenfahrstuhls werden die Schienen eingeladen, denn sie müssen mitgeführt werden, damit am Zielort der Rollstuhl verwendet werden kann.
Auffahrschienen sind als massive Schienen erhältlich, oder in zusammengefalteten Versionen, die dadurch noch platzsparender im Auto verstaut werden können.
Eine Herausforderung, die bei allen Auffahrschienen besteht, ist die Verankerung an der Ladekante des Fahrzeugs. Die Schienen können nicht einfach aufgelegt werden, weil sonst die Gefahr des Abrutschens viel zu groß wäre. Schwere Unfälle wären die Folge. So müssen die Fahrzeuge mit Aufnahmen für die Schienen versehen werden, in denen die Auffahrrampen sicher arretiert werden können. Diese Aufnahmen müssen daneben in der Lage sein, die ganze Last des Rollstuhls und gegebenenfalls des Fahrers aufzunehmen, und sie müssen es ermöglichen, dass der Stuhl ohne Stufe in den Laderaum bewegt werden kann, und auf dem gleichen Weg auch wieder heraus.
Deshalb ist schon für einfache Auffahrschienen ein behindertengerechter Umbau notwendig, der nicht mit wenigen Handgriffen rückgängig gemacht werden kann. Und wir erlauben uns an dieser Stelle noch die Bemerkung, dass Auffahrschienen üblicherweise einzelne Spuren sind, das heißt die Aufnahmen an der Ladebordkante des Wagens müssen in einem Abstand voneinander montiert sein, welcher der Spurweite des Rollstuhls bzw. des Krankenfahrstuhls entspricht.

Tragbare Rollstuhlrampe

Wenn es daran geht, ein Auto mit einer Einbaurampe zu versehen, sind verschiedene Gesichtspunkte zu berücksichtigen. Handelt es sich um ein reines Behindertenauto, dann kann die Rampe im Prinzip montiert werden, wo es passt. Dient der Wagen allerdings auch ‚normalen‘ Zwecken, das heißt eine Mutter bringt Kinder zur Schule, der Vater fährt zum Sportverein oder es wird Großeinkauf im Supermarkt gemacht, dann muss der Platz berücksichtigt werden, den die Rampe einnimmt, da eben auch noch Raum für Kinderwagen, Golfschläger, Sporttasche und Einkaufskörbe vorhanden sein muss.
Eine faltbare Rollstuhlrampe wird üblicherweise an ihrer Basis fest mit dem Fahrzeug verbunden. Im eingeklappten Zustand steht sie dann senkrecht nach oben und besitzt eine oder zwei Stellen, an denen sie gefaltet ist. Je länger die Rampe, desto flacher ist der Winkel, mit dem die Rampe ansteigt, und desto einfacher ist es für den Rollstuhlfahrer, die Rampe hochzufahren bzw. den Rollstuhl hochzuschieben. Wenn die Rampe hochgeklappt wird, dann entsteht durch deren Länge ein Bedarf an Höhe im Fahrzeug. Durch die Möglichkeit, die Rampe zu falten, wird dieser Bedarf geringer. So können die Hersteller Fahrzeuge seniorengerecht oder behindertengerecht machen, und dabei sowohl eine lange, flache Rampe installieren, und benötigen dennoch nur eine überschaubare Höhe im Fahrzeug. Ein bekanntes Produkt ist die ABS-Z von der Firma Altec. Es handelt sich dabei um zwei einzelne Aluschienen mit Rand, die mittig an zwei Stellen gefaltet werden können. Durch diese Technik können die Aluschienen auf sehr engem Raum im Wagen untergebracht werden. Sie sind breit genug, um den dicken Reifen von elektrischen Krankenfahrstühlen genug Auflagefläche zu bieten, und sie haben eine rutschfeste Oberfläche, welche die Verladung auch bei Regen und entsprechend feuchter oder nasser Rampe zur sicheren Angelegenheit macht. Altec Laderampen sind in verschiedenen Längen zwischen 2 Meter und 3,5 Meter erhältlich. In Abhängigkeit von der Länge wiegen die Rampen nur 8 bis 12 kg und können mit bis 400 kg belastet werden.

Tragbare Laderampen

Verschiedene Hersteller verfolgen nicht das Konzept, die Laderampe fest mit dem Fahrzeug zu verbinden, sondern sehen ihre Stärke darin, die Rampen transportabel zu halten. Die Vorteile einer solchen Rampe sind:

  • Leichtes Gewicht
  • Tragegriffe
  • Rampen können auch an anderen Stellen, wie Treppenstufen oder unebenem Gelände eingesetzt werden
  • Faltbar auf sehr kompakte Maße

Da die Verladung des Rollstuhls in den Wagen nicht das einzige Problem ist, dem ein Rollstuhl gegenüberstehen muss, ist das Konzept einer tragbaren Rampe sehr praktisch. Soll ein Terrassenrand vom Gartenrestaurant überbrückt werden? Ist ein kleiner Graben zu überbrücken? Fehlen Rampen an einem Randstein oder an einer Treppe? Dann kommen die mitgebrachten, tragbaren Rampen zum Einsatz. Die Teleskoprampen ‚TM‘ vom Hersteller Mobilex verfolgen dabei ein eigenes Konzept, um die Verringerung des Volumens auf kompakte Maße zu erreichen. Statt zu falten, werden die Rampen nach dem Teleskop-Prinzip ineinandergeschoben. Die dabei erreichbare unschlagbar geringe Größe steht bei dieser Bauart einer eingeschränkten maximalen Belastbarkeit gegenüber. Das Modell TM 150 kann dennoch bei weniger als 8 kg Gewicht mit immerhin maximal 300 kg belastet werden.

Elektrische Rollstuhlrampen

Mit dem Ziel der vollständigen Mobilität im Auge sind auch für die Rollstuhlrampen voll elektrische Varianten entwickelt worden. Diese sind fest mit der Karosserie verbunden und können über eine Fernsteuerung bedient werden. Dabei falten und fahren sich die Rampen selbständig durch elektrische Servomotoren aus und bringen sich in Position. Eventuelle zusätzliche Stützen werden ebenfalls ausgefahren. Der Rollstuhlfahrer wartet diesen Prozess einfach ab und fährt dann in den Ladebereich des Fahrzeugs.
Nach dem Verladen wird ebenfalls über die Fernsteuerung der Mechanismus umgekehrt gestartet. Die Rampe faltet sich ein, und je nach Modell schwenkt sie noch zur Seite, um den Laderaum freizuhalten. Die Hecktür schließt im vollautomatisierten Fall ebenfalls durch Servos, die auch das Schloss verriegeln. Der Rollstuhlfahrer muss jetzt nur noch seinen Untersatz gegen Wegrollen sichern und verankern, dann kann die Fahrt losgehen.

Rollstuhl-Lift

Alternativ zu einer Rampe, die immer davon abhängig ist, dass hinter dem Fahrzeug genug Platz für Rampe und Rollstuhl ist, hat sich der Rollstuhllift bewährt. Der große Vorteil des Lifts ist der geringe Platzbedarf beim Verladen im Vergleich zur Rampe. Demgegenüber stehen die verständlicherweise höheren Kosten. Rollstuhllifte tragen die vollständige Last von Rollstuhl bzw. Krankenfahrstuhl und Fahrer, und haben durch die Ausleger mit großen Hebelwirkungen zu tun. Daher müssen sie sehr solide mit der Karosserie verschraubt werden. Zudem haben sie aufgrund des großen Anspruchs an die Stabilität ein hohes Eigengewicht. Deshalb muss das Fahrzeug für den Einbau eines Lifts von Vornherein geeignet sein, nicht nur was den Platzbedarf betrifft, sondern auch im Hinblick auf das Gewicht und auf die während des Ladevorgangs auf die Karosserie einwirkenden Kräfte.
Für den Rollstuhlfahrer ist der Lift sicherlich die luxuriöseste und damit bequemste Variante. Mit dem Rollstuhl wird die Liftplattform befahren und die Bremsen werden festgestellt. Danach wird der Hubvorgang mit der Fernsteuerung ausgelöst. Die Liftplattform fährt nun auf die Höhe des Ladebodens, der Fahrer setzt seine Fahrt ins Innere des Fahrzeugs fort. Mit einem weiteren Druck auf die Fernbedienung schwenkt die Plattform ins Wageninnere, die Hecktüren werden geschlossen und verriegelt.

Rollstuhl mit Fahrer verladen - was nun?

Sitzt der Rollstuhlfahrer nun im Ladeabteil des Wagens, ist erst das halbe Problem gelöst, denn der Fahrer muss nun noch auf den Fahrersitz gelangen. Ist noch ein Teil der Mobilität in den Beinen vorhanden, genügen häufig feste Haltegriffe im Fahrzeuginneren, und der Senior oder köperlich Behinderte kann sich auf den Fahrersitz hangeln, um das Fahrzeug zu bedienen. Für Fälle, in denen dies aufgrund der eingeschränkten Mobilität nicht mehr möglich ist, kommen Umsetzhilfen zum Einsatz, wie sie schon bei den Einstieghilfen zu finden sind. Zum Beispiel kann die Beifahrerseite Platz für den Rollstuhl bieten, der Fahrer setzt sich über ein Rutschbrett auf den Fahrersitz um. Auch an dieser Stelle können voll ausgebaute Hebesysteme eingebaut werden, die den Fahrer über Schlaufen oder Sitzflächen vom Rollstuhl auf den Fahrersitz umsetzen.
Um die Umsetzung im Wageninnern zu erleichtern, sind ebenfalls Fahrersitze mit Hub- und Schwenkfunktion erhältlich. Auch ein völlig an den Stuhl gebundener Fahrer kann sich mit der Kombination aus Lift oder automatischer Rollstuhlrampe und der Umsetzmechanik ohne fremde Hilfe mitsamt seinem Rollstuhl ins Wageninnere laden und dann von innen den Fahrersitz erklimmen, um den Wagen zu bedienen.
Für die Verankerung des Rollstuhls sind Klammern, Riegel oder andere Halterungen verfügbar.

Der Rollstuhl als Fahrersitz

Eine weitere Ausbaumöglichkeit für das Autofahren mit körperlicher Behinderung sind Fahrzeuge ohne Fahrersitz, an dessen Stelle der Rollstuhl gefahren wird. Der Rollstuhl wird verankert und der Fahrer durch ein Gurtsystem gesichert, um das Fahrzeug direkt vom Rollstuhl aus zu bedienen. Solche behindertengerechten Umbauten ermöglichen dem Fahrer die maximale Mobilität. Auch als Fahrzeuge für Senioren sind diese Umbauten sozusagen der Mercedes unter den Behindertenfahrzeugen.
Sitzanordnungen dieser Art lassen sich mit den zuvor beschriebenen Lenk- und Bedienhilfen kombinieren, sodass der Fahrer sogar mit einer sehr großen Mobilitätseinschränkung am Straßenverkehr teilnehmen kann.

Das komplett auf den Fahrer zugeschnittene Fahrzeug

Als Modell und Prototyp existieren Fahrzeuge, die vollständig für den Einsatz als Behindertenfahrzeug zugeschnitten sind. Manche dieser Modelle sind bereits im Handel erhältlich:

  • Chairiot Solo von Chairiot Mobility aus den USA als elektrisches Kleinstfahrzeug von der Größe eines Smart Fortwo, der Platz für die Aufnahme eines Rollstuhls bietet
  • Kenguru Wheelchair Accessible EV (Electric Vehicle) von Kenguru Pro aus Großbritannien mit ähnlichem Aufbau

Beide Modelle haben gemeinsam, dass der Rollstuhlfahrer von hinten ins Fahrzeug rollt, und zwar bis direkt ans Lenkrad. Vom Rollstuhl aus wird das Fahrzeug bedient, der Rollstuhl wird mit entsprechenden Befestigungen verankert und der Fahrer durch ein zusätzliches Gurtsystem gesichert. Das Kenguru EV kann rückwärts an einen Randstein parken und dann direkt ohne weitere Hilfsmittel befahren werden – oder es kommen Rampen zum Einsatz.

Der Behinderte oder Rentner hat auf diese Art die kürzest mögliche Verladezeit und Umsteigezeit, bis er mit dem Auto die Fahrt fortsetzt. Diese Kategorie behindertengerechter Autos glänzt zusätzlich durch umweltschonende Eigenschaften, denn beide sind komplett elektrisch und damit emissionsfrei. Zudem sind sie so konzipiert, dass nicht ein Kleinbus mit Liftanlage und Verladehilfe im Straßenverkehr bewegt werden muss, um einen Kranken oder Senioren zu transportieren. Stattdessen sind die Abmessungen nur geringfügig größer als die eines Krankenfahrstuhls, bieten aber enorme Flexibilität und Mobilität. Der Chairiot Solo hat eine Ladezeit von ca. sechs Stunden an der Steckdose und bietet eine Reichweite von über 80 Kilometern.

Motorrad-Feeling für Rollstuhlfahrer

Noch lange bevor Chairiot Mobility und Kenguru Pro ihre Fahrzeuge auf den Markt gebracht haben, waren Fahrzeuge erhältlich, die direkt vom Rollstuhl aus gesteuert werden können. Diese bedienen aber nicht die herkömmliche Klientel, sondern wurden ursprünglich von Motorrad-Enthusiasten entwickelt.
Die Ausgangslage sind sogenannte Trikes – Fahrzeuge mit einem Motorradlenker und einer Vordergabel für Motorräder und einer Hinterachse mit zwei Rädern, die in der Spurweite einem normalen PKW entsprechen. Die ersten Trikes hatten eine starre Hinterachse mit einem Rumpfmotor aus dem VW Käfer. Für die Verwendung als Behindertenfahrzeug wurden Modelle entwickelt, die hinten einzeln aufgehängte Räder haben, so dass der Rollstuhlfahrer zwischen den Hinterrädern das Fahrzeug befahren, den Rollstuhl direkt hinter dem Motorradlenker verankern, und so nahezu echtes Motorrad-Feeling genießt.
Das erste Modell dieser Art wurde von einem Fahrzeugschlosser auf Basis einer Harley Davidson für einen Freund gebaut, der bei einem Motorradunfall beide Beine verloren hatte. Ausgehend von dieser Idee wurden spezielle Behinderten-Trikes in Kleinserien produziert. Auf Basis von Motorrollern, die dank ihrer kompakten Motorenbauweise und ihren automatischen Getrieben ideal für den Umbau zum Behinderten-Trike geeignet sind, entstanden mit dem Schweizer ‚Handiscoot‘ und dem „Pendel“ des niederländischen Herstellers Huka echte Roller für Rollstuhlfahrer, die von hinten über eine Ladebordwand befahren und komplett vom Lenker aus gesteuert werden. Für diese Fahrzeuge besteht zwar Helmpflicht in Deutschland. Wer aber ein solches Gefährt einmal vom Rollstuhl aus gesteuert hat, wird dies nicht mehr als Nachteil empfinden.
Handiscoots und Pendels ermöglichen ein schnelles Verladen, sind genügsam bei der Parkplatzsuche und bieten mit knapp 200 Kilometern eine ausreichende Reichweite.

Finanzierung der Fahrzeugumbauten

Es ist ohne Zweifel eine faszinierende Vorstellung, dass Menschen mit Behinderungen dank der neuen Technologie mit den Gliedmaßen, die voll funktionsfähig zur Verfügung stehen, ein Auto durch den deutschen Straßenverkehr lenken können und dürfen. Menschen, die nicht selbstständig zu Gehen in der Lage sind, steigen dennoch ohne fremde Hilfe in ein Auto und fahren einfach los. Oder sie fahren gleich, wie der Pole Bartosz Ostałowski, ohne Arme Autorennsport und gewinnen dabei obendrein haushoch gegen andere Fahrer mit völlig gesunden Gliedmaßen.
Trotz all dieser Möglichkeiten nutzen diese Errungenschaften nur denjenigen etwas, die das nötige finanzielle Back-up dafür haben. Viele der einfachen Möglichkeiten wie Bandscheibenstützen und erhöhte Sitzpositionen sind bei den modernen PKW serienmäßig verbaut oder ohne großen finanziellen Aufwand nachrüstbar. Ein Automatikgetriebe beendet die Notwendigkeit, den linken Fuß für die Kupplung benutzen zu müssen und moderne Infotainmentsysteme lassen sich mit der Stimme bedienen.
Die in den vorangegangenen Kapiteln beschriebenen komplexen Umbauten sind dagegen nicht mehr einfach nachrüstbar, geschweige denn als Serienausstattung normal. Spätestens hier stellt sich folglich die Frage für den Behinderten oder den Senioren, wer für die Kosten eines Umbaus aufkommen soll, wenn es die eigenen finanziellen Mittel übersteigt.
Ein kleiner Überblick der Kosten ist hier zu sehen:

Ausstattung Ungefährer Preis

Schwenksitze –

für vereinfachtes Einsteigen von Personen mit Mobilitätseinschränkungen
3.000 Euro

Handbedienanlage für Gas und Bremse –

Voraussetzung dafür ist ein Automatikgetriebe
2.500 Euro

Heckeinstieg –

mit Lift oder automatischer Rampe für Rollstuhlfahrer in einer Hochdachkombi
7.000 Euro

Vollständiger Umbau –

hier benötigt der Fahrer nur noch zwei Finger, um ins Auto verladen zu werden und den Wagen zu lenken
10.000 Euro

Ein behindertengerechter Autoumbau ist eine kostspielige Angelegenheit. Die gute Nachricht dabei ist, dass der deutsche Staat prinzipiell ein Interesse daran hat, Behinderte in die Arbeitswelt einzugliedern. Das bedeutet aber leider nicht, dass jede körperlich beeinträchtigte Person staatliche Zuschüsse für den angemessenen Umbau erhält, sodass sie komplett von den Kosten entlastet wird.
Dennoch stehen finanzielle Hilfen zur Verfügung, um die sich darauf Angewiesene selbständig kümmern müssen. Mit dem Blick auf das Sozialgesetzbuch, in dem allen Bürgern ein Recht an Mobilität beschrieben ist, tun sich die im Folgenden beschriebenen Möglichkeiten auf.

Grundvoraussetzung: Der Grad der Behinderung

Ein seniorengerechtes oder behindertengerechtes Auto wird subventioniert, wenn der Grad der Behinderung den Menschen an der täglich notwendigen Mobilität hindert. In der Tabelle der Grade der Behinderung (GdB) ist dies ab 50% der Fall. Mit 50 Prozent Schwerbehinderung sind Vorteile zählbar vorhanden. Allerdings sind noch weitere Voraussetzungen zu erfüllen.
Der zukünftige Fahrzeuglenker muss zum Beispiel nachweisen, dass das Auto für die Ausübung des Berufs oder die Teilnahme am sozialen Leben unverzichtbar ist. Speziell für die berufliche Rehabilitation lässt der Staat substanzielle Beträge springen. So ist es möglich, für Umbaumaßnahmen einen Zuschuss von bis zu 9.500 Euro zu sichern.
Für den Antragsteller ist es eine Grundvoraussetzung, einen Beruf auszuüben, für den mindestens 15 Stunden wöchentlicher Arbeitszeit nachweisbar sind. Es ist darüber hinaus ein Vergleich anzustellen zwischen dem Pendeln per PKW und den öffentlichen Verkehrsmitteln. Wenn der ÖPNV nicht zumutbar ist – er also deutlich mehr Zeit kostet und durch Umsteigezeiten schwere Behinderungen entstehen – kann der Antrag gestellt werden. Die Förderung soll vor allem denjenigen zugutekommen, die wenig eigene Mittel besitzen. Daher werden bestimmte Einkommensgrenzen herangezogen, um zu ermitteln, zu wieviel Prozent die Umbaukosten übernommen, und wie hoch der Zuschuss für ein behindertengerechtes Auto ausfällt.

Berechnung der Höhe des Zuschusses

Für die beiden Landesteile West (alte Bundesländer) und Ost (neue Bundesländer) wurden sogenannte Bezugsgrößen festgelegt, die für das Jahr 2019 einen Betrag in Höhe von 3.115 Euro (West), bzw. 2.870 Euro (Ost) ausweisen. Wer diesen Betrag als monatliches Einkommen zur Verfügung hat, kann sich nach der Berechnung der Bundesrepublik alle Umbauten selbst leisten. Bei nur 40 % der Bezugsgrößen besitzt der Fahrer ein Recht auf den vollen Betrag. Zwischen diesen beiden Extremen ist der prozentuale Anteil, den der Staat übernimmt, gestaffelt. So erhält ein Behinderter, der nur 75 % der Bezugsgröße verdient, immer noch einen Zuschuss über 16 % der Kosten, bei 50 % der Bezugsgröße sind es immerhin 76 % Zuschuss.
Dieser Zuschuss wird „Kraftfahrzeughilfe für Berufstätige“ genannt. Er kann sowohl für Neuanschaffungen als auch für Umbaumaßnahmen an einem vorhandenen PKW genutzt werden. Dieser PKW darf zudem ein Gebrauchtfahrzeug sein, sofern es noch 50 % seines einstmaligen Neuwerts besitzt. Selbst das Ablegen eines besonderen Führerscheins für Behinderte kann über diesen Zuschuss teilfinanziert werden.

Grundvoraussetzung: Der Grad der Behinderung

Ein seniorengerechtes oder behindertengerechtes Auto wird subventioniert, wenn der Grad der Behinderung den Menschen an der täglich notwendigen Mobilität hindert. In der Tabelle der Grade der Behinderung (GdB) ist dies ab 50% der Fall. Mit 50 Prozent Schwerbehinderung sind Vorteile zählbar vorhanden. Allerdings sind noch weitere Voraussetzungen zu erfüllen.
Der zukünftige Fahrzeuglenker muss zum Beispiel nachweisen, dass das Auto für die Ausübung des Berufs oder die Teilnahme am sozialen Leben unverzichtbar ist. Speziell für die berufliche Rehabilitation lässt der Staat substanzielle Beträge springen. So ist es möglich, für Umbaumaßnahmen einen Zuschuss von bis zu 9.500 Euro zu sichern.
Für den Antragsteller ist es eine Grundvoraussetzung, einen Beruf auszuüben, für den mindestens 15 Stunden wöchentlicher Arbeitszeit nachweisbar sind. Es ist darüber hinaus ein Vergleich anzustellen zwischen dem Pendeln per PKW und den öffentlichen Verkehrsmitteln. Wenn der ÖPNV nicht zumutbar ist – er also deutlich mehr Zeit kostet und durch Umsteigezeiten schwere Behinderungen entstehen – kann der Antrag gestellt werden. Die Förderung soll vor allem denjenigen zugutekommen, die wenig eigene Mittel besitzen. Daher werden bestimmte Einkommensgrenzen herangezogen, um zu ermitteln, zu wieviel Prozent die Umbaukosten übernommen, und wie hoch der Zuschuss für ein behindertengerechtes Auto ausfällt.

Berechnung der Höhe des Zuschusses

Für die beiden Landesteile West (alte Bundesländer) und Ost (neue Bundesländer) wurden sogenannte Bezugsgrößen festgelegt, die für das Jahr 2019 einen Betrag in Höhe von 3.115 Euro (West), bzw. 2.870 Euro (Ost) ausweisen. Wer diesen Betrag als monatliches Einkommen zur Verfügung hat, kann sich nach der Berechnung der Bundesrepublik alle Umbauten selbst leisten. Bei nur 40 % der Bezugsgrößen besitzt der Fahrer ein Recht auf den vollen Betrag. Zwischen diesen beiden Extremen ist der prozentuale Anteil, den der Staat übernimmt, gestaffelt. So erhält ein Behinderter, der nur 75 % der Bezugsgröße verdient, immer noch einen Zuschuss über 16 % der Kosten, bei 50 % der Bezugsgröße sind es immerhin 76 % Zuschuss.
Dieser Zuschuss wird „Kraftfahrzeughilfe für Berufstätige“ genannt. Er kann sowohl für Neuanschaffungen als auch für Umbaumaßnahmen an einem vorhandenen PKW genutzt werden. Dieser PKW darf zudem ein Gebrauchtfahrzeug sein, sofern es noch 50 % seines einstmaligen Neuwerts besitzt. Selbst das Ablegen eines besonderen Führerscheins für Behinderte kann über diesen Zuschuss teilfinanziert werden.

Zuschuss für nicht berufstätige Personen

Der Staat hat beschlossen, dass das Leben für Behinderte auch dann finanziell unterstützt werden soll, wenn die Person nicht berufstätig ist. So ist der Satz aus der Kraftfahrzeughilfe ebenfalls für nicht Arbeitende zur Verfügung, wenn dokumentiert werden kann, dass der Empfänger ohne den Umbau unzumutbare Schwierigkeiten im Privatleben hätte, zum Beispiel:

  • Bei der Tätigung von Einkäufen
  • Bei der Betreuung von Kindern
  • Bei dem Ausüben von Hobbys

Als Argument wird zudem anerkannt, wenn die Benutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln oder angebotenen Fahrdiensten wirtschaftlich sinnlos sind. Basis dieses Zuschusses ist das Sozialgesetzbuch SGB IX, § 83. Der Antrag wird beim örtlichen Sozialhilfeträger als sogenannte „Eingliederungshilfe“ gestellt.

Mildtätige Stiftungen

Neben den staatlichen Stellen existieren in Deutschland auch verschiedene Stiftungen, die zum Teil finanzielle Hilfe leisten. Auf der Webseite zur Stiftungssuche kann der Interessent sich einen Überblick verschaffen, welche der über 12.000 Stiftungen in Deutschland für einen Zuschuss in Frage kommt.

Steuererleichterungen

Wer seine Behinderung über den Behindertenausweis dokumentieren imstande ist, hat überdies ein Anrecht auf Steuererleichterungen. Als erstes ist der Behinderten-Pauschbetrag zu nennen, der bei der jährlichen Steuererklärung das zu versteuernde Einkommen senkt. Angefangen bei einem Grad der Behinderung von 25 % kann der Antragsteller 310 Euro abziehen, in der höchsten Stufe sind es 1.420 Euro, und bei Hilflosigkeit, Blindheit oder schwerstem Pflegebedarf (Pflegestufe 3) sogar 3.700 Euro.
Bei behindertengerechten Fahrzeugen sind weitere Steuervorteile verfügbar. Sofern der Antragsteller das Fahrzeug nur allein verwendet bzw. wenn das Fahrzeug von Fahrern verwendet wird, die den Antragsteller befördern, und wenn mit dem Wagen weder entgeltlich Personen befördert noch Güter transportiert werden, dann kann eine völlige Befreiung von der Kraftfahrzeugsteuer beantragt werden. Diese Befreiung steht dem Fahrer zu, der die Merkzeichen "aG", "H", oder "BL" im Behindertenausweis trägt. Wichtig dabei zu wissen ist allerdings, dass mit der Steuerbefreiung auf andere Hilfen, wie beispielsweise den Transport in öffentlichen Verkehrsmitteln, verzichtet wird.

Fazit

Die Hersteller und Produzenten von Erleichterungen für Behinderte und Senioren haben ein breites Sortiment an Umbauten für PKWs vorzuweisen. Im Grunde genommen ist für jeden Grad der Behinderung und für jede Form der Mobilitätseinschränkung eine technische Lösung verfügbar. Auch die Finanzierung dieser Anschaffungen wird unterstützt.

Wer zu 50 % schwerbehindert ist, hat Vorteile, und wer als Behinderter in Deutschland lebt, darf sich auf den einen oder anderen Bonus berufen:

  • GdB 50 Kfz Steuer Ermäßigung bzw. Streichung
  • GdB 50 Vergünstigung durch die KFZ-Hilfe

Es ist zwar wichtig, sich auszurechnen, ob es wirklich lohnend ist, aber viele Autohändler und -hersteller bieten zum Teil beträchtliche Rabatte beim Neukauf eines Autos für Schwerbehinderte an. Unter Umständen lohnt sich eine solche Neuanschaffung.

Alterix bietet dir in den weiteren Artikeln zum behindertengerechten Fahrzeugumbau weiterführende Informationen.

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