Schluss mit Haarefärben

Graue Haare gehören zum Älterwerden dazu. Dennoch verspüren die meisten Männer und Frauen den Druck, möglichst lange jung auszusehen. Um einem bestimmten Gesellschaftsbild zu entsprechen, färben sich viele von ihnen regelmäßig die Haare oder den grauen Ansatz. Doch in den letzten Jahren ist eine Trendwende zu beobachten. Immer mehr Menschen, darunter auch Promis, entscheiden sich bewusst für ihre natürliche Haarfarbe. Um die graue Pracht in Szene zu setzen, braucht es allerdings eine gute Pflege und das richtige Styling!

Warum bekommen wir überhaupt graue Haare?

Verantwortlich für die individuelle Haarfarbe jedes Menschen ist das Pigment Melanin. Mit zunehmendem Alter kann der Körper immer weniger Melanin produzieren. Statt Pigmenten werden nun Luftbläschen ins Haar eingebaut. Die Folge ist ein Ergrauen unserer Haare. Dabei handelt es sich in der Regel um eine optische Täuschung: Durch das Zusammenspiel von weißen (farblosen) und noch pigmentierten Haaren wirken sie insgesamt grau.

Zunächst sind es nur einzelne Strähnen, später kommen immer mehr dazu. Bei Männern zeigen sie sich häufig zuerst an den Schläfen und am Bart, denn die Haare an diesen Stellen haben eine kürzere Lebensdauer und werden dementsprechend häufiger gebildet. Mit welchem Alter wir ergrauen, ist unter anderem genetisch festgelegt. Bei Mitteleuropäern werden meist ab Mitte 30 die ersten grauen Haare sichtbar, es gibt aber auch Menschen, bei denen der Prozess erst mit 50 Jahren beginnt. Manchmal sorgen auch Krankheiten oder Stress dafür, dass wir frühzeitig graue Haare bekommen. Verhindert werden kann es leider nicht.

Die Pinzette im Schrank lassen

Bevor es richtig losgeht mit dem Grau, zupfen viele Männer und Frauen die ersten weißen Härchen mit der Pinzette aus. Doch Volksmund heißt es: Auf jedes gezupfte Haar folgen zwei neue! Das ist glücklicherweise nur ein Mythos. Aus einem Haarfollikel kann immer nur ein Haar wachsen. Grundsätzlich spricht also nichts gegen das Auszupfen. Sei dir aber bewusst, dass sie immer wieder nachwachsen werden und du den Kampf nicht gewinnen kannst. Besser ist es also, sich frühzeitig damit anzufreunden. Zumal bei häufigem Zupfen auf Dauer auch die Haarwurzel geschädigt werden kann. Im schlimmsten Fall wächst das Haar dann gar nicht mehr nach.

Der „Clooney-Effekt“

Männer reagieren meist gelassener beim Anblick der ersten grauen Haare als Frauen. Die silbernen Strähnen werden von vielen unterbewusst mit Reife, Weisheit und Kompetenz in Verbindung gebracht. Die Herren profitieren also vom Image des charmanten, lebenserfahrenen Mannes. Auch Stars wie George Clooney oder Richard Gere zeigen der Männerwelt, wie toll grau melierte Haare aussehen können. Aber: Graue Haare allein machen noch nicht attraktiv, gepflegt sollten sie schon sein. Denn eine verwilderte Mähne wirkt eher abschreckend auf die Umwelt. Der richtige Haarschnitt verleiht dem ergrauten Äußeren ein stilvolles Aussehen. Besonders jugendlich wirkt ein Kurzhaarschnitt mit kurzen Seiten und längerem Haupthaar. Für das Styling gibt es im Handel eine große Auswahl an Produkten, etwa Wachs, Gel oder Haarspray.

Oma-Haarschnitt ist out

Frauen in der zweiten Lebenshälfte wollen heute genauso schick sein, wie die jüngere Generation. Dauerwellen sind out, weich fallendes Haar und freche Schnitte sind in. Unsere Mütter und Großmütter ließen sich ab einem gewissen Alter gerne einen Kurzhaarschnitt verpassen. Das kann in Verbindung mit ergrautem Haar durchaus attraktiv aussehen, wie zum Beispiel Birgit Schrowange beweist. Aber auch längere Haare können ein echter Hingucker sein (etwa der Long Bob, der kurz oberhalb der Schultern endet). Wichtig ist nur, dass die Frisur zur Gesichtsform passt. Der Friseur des Vertrauens kann Hilfestellung geben, welcher Schnitt für die jeweilige Trägerin schmeichelhaft ist und ob dieser mit der entsprechenden Haarstruktur verwirklicht werden kann. Mit einem Pony können übrigens perfekt Stirnfalten kaschiert werden.

Die richtige Pflege ist wichtig

Bei der Pflege unterscheiden sich altes und junges Haar. Graues Haar hat besondere Ansprüche. Durch das fehlende Melanin ist das Haar weniger vor UV-Strahlung geschützt und kann leichter Schaden nehmen. Die Haarstruktur verändert sich, denn die Haarzwiebeln werden jetzt nicht mehr so gut mit Nährstoffen versorgt. Die Haare sind anfälliger für Spliss und Haarbruch. Außerdem verliert das Haar an Elastizität, es wird dünner und weniger formbar. Sogar die Kopfhaut wird mitunter trocken und spröde, da sie weniger Talg produziert. Die Haarpflege sollte deshalb speziell zugeschnitten sein. Wichtig beim Föhnen: Nicht zu heiß stellen! Die Hitze kann die Schuppenschicht angreifen und das Haar stumpf und spröde machen.

Hinweis

Graue Haare bekommen leicht einen Gelbstich, was ungepflegt aussieht. Hauptsächlich UV-Strahlung, aber auch Chlorwasser und Nikotin können schuld daran sein. Spezielle Silbershampoos und Spülungen helfen, das zu verhindern. Es gibt eine gute Auswahl an Produkten mit violetten Farbpigmenten, welche das Gelb neutralisieren oder überdecken. Daneben gelten klassische Hausmittel, wie Spülungen aus Essigwasser oder Zitronensaft, als Wunderwaffe gegen den Gelbstich in grauen Haaren. Wegen der Säure sollten diese jedoch stets stark verdünnt angewendet werden.

Einfluss der Essgewohnheiten auf die Haare

Das Haar muss auch von innen ausreichend mit Nährstoffen versorgt werden. Ein ernährungsbedingter Mangel oder eine Übersäuerung kann zu spröden und glanzlosen Haaren führen. Kaffee, Alkohol und Zucker sind Nährstoffräuber. Besonders wichtig für gesundes Haar ist neben Zink und Selen auch Biotin. Es fördert den Aufbau von Keratin, welches Hauptbestandteil von Haaren und Nägeln ist. Biotin kommt unter anderem in Obst, Gemüse, Nüssen und Getreide vor. Ein Blick auf die Ernährung lohnt sich im Alter auch bei Haarausfall. Sofern keine Erkrankung die Ursache ist, kann ein  Mangel an Spurenelementen dahinterstecken.

Repigmentierung gegen graue Haare

Dabei kommt ein künstlicher Melanin-Ersatzstoff zum Einsatz, der mit Sauerstoff reagiert. Es entstehen Farbpigmente, welche den natürlichen ähneln. Diese werden ins Haar eingebaut und sollen so die eigene Haarfarbe wieder zurückbilden. Insbesondere bei ehemals hellbraunem bis dunkelbraunem Haar werden gute Erfolge erzielt. Dafür wird das Produkt täglich in die Kopfhaut einmassiert, um die Haarfollikel zu stimulieren. Nachteil: Bis ein Ergebnis sichtbar ist, braucht es mehrere Anwendungen. Außerdem wirkt die Methode nur solange, wie sie regelmäßig angewandt wird. Wer es versuchen möchte, bekommt die entsprechenden Produkte beim Friseur, in Apotheken oder Drogerien.

Die junge Generation macht es vor

Seit einigen Jahren lassen sich immer mehr junge Frauen, die eigentlich noch nicht über graue Haare nachzudenken brauchen, ihre Haare vom Friseur freiwillig grau färben. Und sie tragen das sogenannte "Granny Hair" (also „Oma-Haar“) ganz furchtlos und mit Stolz! Im Netz gibt es zunehmend Styling- und Schminktipps für Grauhaarige, Bloggerinnen und Zeitschriften berichten über den Haartrend. Auch im Handel gibt es immer mehr Produkte speziell für graues und silbernes Haar. Können nun auch endlich die Naturergrauten über 40 ihr Selbstbild überdenken und aufhören, ihr graues Haar als Makel zu sehen?

Fazit

Graue Haare sind in den letzten Jahren salonfähig, ja fast sogar zu einer Art Lebenseinstellung geworden. Anstatt sich die Haare mühsam zu färben, steht die ältere Generation selbstbewusst zu ihrer silbernen oder weißen Haarpracht. Natürlich sind graue Haare Geschmacksache und auch eine Typfrage. Doch mit guter Pflege und einem geeigneten Schnitt können sie sich durchaus sehen lassen. Hauptsache, das Silberhaar wird aus Überzeugung und mit einem guten Gefühl getragen!

Quellen

https://www.test.de/Graues-Haar-Mehr-Glanz-ins-Grau-1750417-0/

https://www.saarbruecker-zeitung.de/sz-spezial/wohlfuehlen/der-clooney-effekt_aid-1357235

https://www.menshealth.de/haare/tipps-fuer-maenner-mit-grauen-haaren/

https://gesund.co.at/mittel-gegen-graue-haare-12270/

https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.trend-granny-hair-wenn-omi-zur-stilikone-wird.7244d7f5-9c40-437a-9b97-2d254cb8a93a.html

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