Autor : Udo
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Diffuser Haarausfall: Woher die Geheimratsecken kommen

Meistens zeigt sich der diffuse Haarausfall (Alopezie) durch immer dünner und lichter werdendes Haar. In der Regel kommt es bei dieser Art des Haarausfalls zu einer Schädigung der Haarwurzel. Die Folgen sind schwächere und langsamer nachwachsende Haare. Der phasenweise auftretende diffuse Haarausfall ist in der Regel gut behandelbar. Wie es zu diffusem Haarausfall kommen kann und wie dieser zu behandeln ist, erklärt Alterix in diesem Artikel.

Wie äußert sich der diffuse Haarausfall?

Jede Art des Haarausfalls hat ihre eigenen Erscheinungsformen. So zeigen sich beispielsweise beim anlagebedingten Haarausfall Geheimratsecken oder auch ein ausgedünnter Scheitel. Der kreisrunde Haarausfall, wie der Name bereits sagt, bildet runde oder ovale Stellen aus. Beim diffusen Haarausfall hingegen gibt es kein erkennbares Haarausfallmuster. Insgesamt wird das Haar auf der gesamten Kopfhaut dünner und lichter. Außerdem kann diffuser Haarausfall nur vorrübergehend sein und episodisch auftreten. Auch die Dauer des diffusen Haarausfalls kann sehr unterschiedlich sein.

Die Unterschiede beim diffusen Haarausfall

Beim diffusen Haarausfall finden wir zwei verschiedene Typen und eine Variante, die überwiegend Männer betrifft. Diese Typen sind:

  • Frühtyp: Dystrophischer Haarausfall
  • Spättyp: Telogenes Effluvium
  • Androgenetische Alopezie

Der Frühtyp zeigt viele veränderte Haare in der Wachstumsphase auf. Hier setzt der Haarausfall sehr schnell ein. Anders verhält es sich beim Spättyp, der auch Telogenes Effluvium genannt wird. Hier werden die Haare in der späten Wachstumsphase geschädigt und fallen entsprechend auch erst Wochen nach der Schädigung aus.

 

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Diffuser Haarausfall vom Frühtyp

Da die Haare hier in der frühen Entwicklung geschädigt werden, brechen die Haare meist schon im Haarfollikel oder ganz kurz über der Kopfhaut ab. Ursachen für diese Art des diffusen Haarausfalls können verschiedene Dinge sein. Insbesondere eine Chemotherapie oder schwere Infektionserkrankungen, ebenso wie zu viel Stress oder auch ein Burn-out-Syndrom, können hier die Auslöser sein. Besonders Stress ist ein weit unterschätzter Auslöser für diffusen Haarausfall. In Stresssituationen schüttet der menschliche Körper vermehrt Noradrenalin aus. Genau dieser Botenstoff kann aber auch Entzündungen an den Haarfollikeln hervorrufen.

Diffuser Haarausfall vom Spättyp

Bei diesem Haarausfalltyp wird das Haar erst im späten Wachstumszyklus geschädigt, die Haarfollikel gehen vorzeitig in die Ruhephase und fallen daher entsprechend eher aus. Ursachen für diffusen Haarausfall vom Spättyp können sein:

  • Fiebrige Infekte
  • Mangel an Nährstoffen und Spurenelementen
  • Medikamente
  • Hormonstörungen
  • Stress

Diffuser Haarausfall bei Männern

Zudem gibt es aber noch die sogenannte androgenetische Alopezie, von der meistens Männer besonders stark betroffen sind. Die androgenetische Alopezie äußert sich vor allem in ihrem typischen Haarausfallmuster, das die typischen Geheimratsecken und die Tonsur mit sich bringt. Hier zeigen sich sowohl im Stirn-Schläfen-Bereich als auch am Hinterkopf die kahlen Stellen, die aus einer deutlich höheren Empfindlichkeit dieser hier ansässigen Haarfollikel resultieren.

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Wie entsteht diffuser Haarausfall?

Es gibt eine ganze Reihe unterschiedlicher Ursachen für diffusen Haarausfall. Allerdings handelt es sich in der Regel immer um die äußeren Lebensumstände der Betroffenen. Eine genetische Veranlagung spielt keine Rolle.

Akute Stresssituationen

Anhaltender starker Stress erhöht die Konzentration von Botenstoffen. Zu diesen Botenstoffen gehört beispielsweise das Noradrenalin. Bei dauerhaftem Stress kann dieser Botenstoff nicht mehr ausreichend abgebaut werden und eine Entzündung der Haarfollikel verursachen. Diese Entzündungen können nicht nur das Haarwachstum stören, sondern sogar zum Haarausfall führen. Hier wird unter anderem die Wachstumsphase der Haare vorzeitig beendet und die Haarwurzel geht in eine Ruhephase über. Die Folge ist, dass nach ca. zwei bis drei Monaten das Haar ausfällt. Zwar reduziert sich mit abnehmendem Stress auch der Haarausfall, aber ein gesunder Lebensstil ist nun unerlässlich, damit sich die Haarfollikel wieder ausreichend erholen können.

Strahlentherapie & Strahlenunfälle

Strahlen können einen erheblichen Einfluss auf das Haarwachstum haben, denn unter dem Einfluss einer ionisierenden Strahlung ab etwa 3,8 Gray (Energiedosis) wird der Haarverlust ausgelöst. Ist man einer solchen Strahlenbelastung ausgesetzt, so wachsen die Haare in der Regel binnen von zwei Monaten wieder nach. Anders verhält es sich jedoch, wenn die Strahlendosis über 8 Gray liegt. Bei einer solch hohen Strahlenbelastung ist der Haarverlust dauerhaft.

Hormonelle Umstellungen

Hormone übernehmen im menschlichen Körper eine große Anzahl an Aufgaben. Zu diesen Aufgaben zählt unter anderem auch das Haarwachstum. So werden die Haarfollikel mittels bestimmter Hormone gesteuert. Ändert sich nun aber etwas im Hormonhaushalt, beispielsweise durch eine Schwangerschaft oder durch die eintretenden Wechseljahre, kann das durchaus Einfluss auf das Haarwachstum nehmen. Bei den Frauen regt das Östrogen das Haarwachstum an, sinkt nun der Östrogenspiegel nach dem Ende der Schwangerschaft oder in den Wechseljahren, kann hierdurch der diffuse Haarausfall ausgelöst werden.

Falsche Ernährung

Falsche und einseitige Ernährung haben ebenfalls einen enormen Einfluss auf das Haarwachstum beziehungsweise auf den diffusen Haarausfall. In unseren Breitengraden werden leider überwiegend sogenannte säurebildende Lebensmittel konsumiert. Zu denen zählen vor allem tierische Eiweiße (Fleisch, Wurst, Käse, Fisch, Eier, Milchprodukte), aber auch Weißmehl-Produkte. Auch Süßwaren, Kaffee, schwarzer Tee, süße Getränke, Mineralwasser, Alkohol und Nikotin gehören zu den Säurebildnern.

Diese entstanden Säuren neutralisiert der Körper mit Hilfe von Mineralstoffen. Die Mineralien werden unter anderem auch im Haarboden eingelagert. Kommt es nun durch eine einseitige Ernährung zu einer Übersäuerung, so entzieht der Organismus dem Haarboden diese eingelagerten Mineralstoffe. Gleichzeitig werden hier nun Stoffwechselschlacken abgelagert. Schnell kommt es durch eine Mangelversorgung der Haarfollikel zu diffusem Haarausfall.

Krankheiten

Verschiedene Krankheiten wie zum Beispiel Schilddrüsenfunktion, Infektionen, Diabetes mellitus sind weitere mögliche Auslöser für diffusen Haarausfall. Sobald der menschliche Organismus durch Krankheitserreger aus dem Gleichgewicht gerät, kommt es im schlimmsten Fall zu diffusem Haarausfall.

Diagnose und Behandlung von diffusem Haarausfall

Der Arzt wird als erstes ermitteln, wie lange der Haarausfall schon besteht und wo er auftritt, und versuchen, weitere Beschwerden zu diagnostizieren. Sowohl eine Kopfhautuntersuchung als auch eine Blutuntersuchung können zur Ermittlung der Diagnose hinzugezogen werden. Hier werden beispielswiese eventuelle Stoffwechselerkrankungen oder Eisen- bzw. Nährstoffmängel aufgespürt.

Der diffuse Haarausfall selbst ist nicht die Ursache der Erkrankung, sondern lediglich ein Symptom. Daher muss ermittelt werden, um welche Art der Störung im Organismus es sich handelt. Entsprechend wird dann therapiert und somit gleichzeitig der diffuse Haarausfall vermindert und schließlich in den meisten Fällen rückgängig gemacht. Bei der erfolgreichen Behandlung wachsen die Haare meistens innerhalb eines halben Jahres wieder vollständig nach.

Fazit

Der diffuse Haarausfall bezeichnet kein eigenes Krankheitsbild. Viel eher signalisiert diese Art des Haarausfalls ein enormes Ungleichgewicht an Nährstoffen im Organismus. Dieses Ungleichgewicht zeigt sich in einer Mangelversorgung der Haarfollikel, die sich nun nicht mehr entsprechend entwickeln können. Daher sollte man auf jeden Fall den tatsächlichen Auslöser ermitteln. Sobald diese Ursache dann entsprechend behandelt wird, kann sich auch der Haarboden wieder angemessen erholen und der diffuse Haarausfall hat ein Ende.