Autor : Liv
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Stressabbau - Die Sache mit der Gelassenheit im Alter

Stress im Alter? Wieso sollte ich den haben, denkst Du vielleicht. Ich habe dann doch endlich Zeit und kann tun, was ich schon immer tun wollte …

Mit der Rente ändert sich in der Regel das Leben noch einmal ganz stark, während die Flexibilität nachlässt. Wenn du dich schon früh entschlossen hast, ein Super–Ager zu werden und ich auch tatsächlich auf den Weg gemacht hast, dürftest Du damit allerdings kaum ein Problem haben.

Nur wer vorher ein gutes Stück im Alltagstrott eingeschlafen ist, bemerkt auf einmal Stressfaktoren, die er oder sie vorher gar nicht im Auge hatte. Denn auf einmal fehlt die feste Struktur, an die sich Körper und Geist während langer Jahre gewöhnt hatten. Das führt mitunter zu Unruhe, Anspannung oder Verzettlung: Was will ich jetzt eigentlich machen und womit fange ich an? Manche planen dann ganz viel, weil das Körper-Geist-System noch auf Hochtouren läuft, nachdem man gerade erst die Arbeit an den Nagel gehängt hat. Oft merkt man dann am Ende des Tages, dass man längst nicht alles umsetzen konnte. Das ruft manchmal Druck und Verspannungen hervor. Der Körper hingegen sehnt sich nach Erholung und Siesta. Erlaube ihm diese. Er wird es Dir danken.

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Ⓒ Rawpixel.com/shutterstock_634491785

Ehrenamt oder was jetzt?

Als Super-Ager hast Du wahrscheinlich viele Hobbys und Dinge, die du gerne machst oder schon einen Plan, was du als Nächstes ausprobieren möchtest. Falls nicht, und falls du so etwas wie innere Leere verspürst, macht es Sinn, sich umzuschauen, wo du dich vielleicht einbringen kannst. Die meisten Menschen brauchen einen Lebensinhalt. Denn dieser hält sie auch geistig auf der Höhe. Und das Rentenalter ist die Zeit, dein Ding mit anderen zu teilen, das, was Dir Freude bereitet oder was du besonders gut kannst. Andere zu unterstützen gibt ein gutes Gefühl. Man wird gebraucht und tut Gutes. Nicht umsonst erkannte bereits Walther von der Vogelweide: „Schenkens Lohn ist wie die Saat, die aufgeht: Reiche Ernte naht, wenn reichlich ausgestreut man hat.“

Vereine und soziale Einrichtungen freuen sich auf deine Unterstützung im Ehrenamt. Dabei pappst du praktischerweise gleichzeitig deine sozialen Kontakte auf. Wir erinnern uns nämlich: Diese sind ein unerschöpflicher Jungbrunnen der Super-Ager, die definitiv nicht unter Einsamkeit leiden. Der Stress, der durch Einsamkeit hervorgerufen wird, ist nicht zu unterschätzen. Denn leider ist es nun mal so, dass Freunde und Verwandte langsam wegsterben, je älter man wird.

Wer einsam wird und sich nicht mehr gebraucht vorkommt, beobachtet oft auch seinen Körper intensiver und nimmt stärker wahr, dass er altert. Allerlei Zipperlein tauchen auf und damit die Angst vor den Krankheiten des Alters. Man hat Angst, seine körperliche Unabhängigkeit zu verlieren. Und wenn eine Krankheit tatsächlich Aufmerksamkeit fordert, fällt es vielen Menschen noch schwerer, sich nicht von ihren Ängsten beherrschen zu lassen. Ähnlich ist es mit der Angst vor Pflegeengpässen oder finanziellen Sorgen aufgrund einer kleinen Rente. Altersarmut ist einer der größten Stressoren überhaupt.

Der gesunde Umgang mit den Stressoren des Alters

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©Bild von cattalin auf Pixabay

 

 

Zunächst sei einmal mehr auf die gute Ernährung verwiesen: B-Vitamine und andere Präparate sowie Naturheilmittel stärken die Nerven und helfen, mit Stress und Anspannung besser zurechtzukommen. Aber auch Akupunktur beim Heilpraktiker oder Progressive Muskelrelaxation (zum Beispiel als VHS-Kurs) können helfen. Doch zuerst ist es ganz entscheidend, sich den Stress im Alter überhaupt einzugestehen, beziehungsweise ihn an sich selbst zu erkennen. Hierfür gibt es folgende Anzeichen:

  • Schlafstörungen
  • Dauermüdigkeit
  • Innere Unruhe & schlechte Laune
  • Gereiztheit
  • Hilflosigkeit
  • Aggression
  • Magenbeschwerden
  • Verspannungen & Schmerzen

Tauchen einige dieser Beschwerden auf? Dann wird es Zeit, etwas dagegen zu tun. Als effektiv erweist es sich, zunächst einmal aufzuhören, negativen Gedankenschleifen zu folgen. Denn da fängt der Stress an. Deshalb ist der beste Weg da raus, eine „Tür“ zu nehmen, die dich von dem besorgten, gewohnheitsmäßigen Denken und dem Rattern im Kopf in den Körper bringt oder in die Weite. Der Atem ist so eine Tür, die uns jederzeit offensteht. Richte Deine Aufmerksamkeit einfach auf den Atem und beobachte ihn, kehre immer wieder zu ihm zurück, sobald Du merkst, dass Dich Gedanken davongetragen haben.

Dich auf die Geräusche der Umgebung zu fokussieren, ist eine weitere Möglichkeit. Oder auf die eigenen Körperwahrnehmungen. Genau dasselbe wie beim Atem. Nur beobachten, nichts tun. Durch diese und andere „Türen“ kommst du in die Meditation und diese bringt wirklich tiefe Entspannung. Am Anfang musst du geduldig sein und dranbleiben, aber bald schon zeigt sich, wie gut das tut.

Außerdem hält es deinen Geist wach und schult deine Intelligenz. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass Meditierende eine bessere Gehirnleistung aufweisen. Dies liegt daran, dass dieser Zustand von Präsenz (oder Achtsamkeit) - jenseits von (negativen) Gedankenmustern - Dein gesamtes Körper-Geist-System entspannt und dir neue Energien zufließen. Diese Energien erfrischen dich geistig und seelisch. Das hat auch etwas mit der unterschiedlichen Frequenz der Gehirnwellen zu tun.

Weitere kurze, wirksame Übungen und Methoden zur Entspannung zwischendurch findest Du hier. Probier‘ aus, was am besten für Dich funktioniert. Es gibt mehr als einen Weg zum Stressabbau.

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Ⓒ DenisProduction.com/shutterstock_566605495

Achtsamkeit und auch mal lachen halten gesund

Achtsamkeit ist also ganz wichtig. Neben den oben beschriebenen Meditations- und Atemübungen, sind auch Yoga-Übungen und Tai-Chi sehr zu empfehlen, da sie deine Achtsamkeit ähnlich fördern wie Meditation und dazu noch den Körper miteinbeziehen. Besuche eine Gruppe- das motiviert dich. Zusätzlich und vertiefend kannst du bei allem, was du tust, üben: Beim Laufen … ganz bewusst nur laufen und nicht denken, Beim Kochen … ganz im Moment sein, nicht abgelenkt. Wiederum beim Schreiben und Gehirnjogging ist es eine größere Herausforderung, da wir dabei mental sehr fokussiert sind und leicht die Präsenz des Augenblicks verlieren. Aber selbst bei diesen Tätigkeiten ist es möglich, die Achtsamkeit zu halten.

Sollte nun der Fall eintreten, dass etwas nicht klappt, dann lach dich lieber über dich selbst kaputt, statt frustriert zu grummeln. Denn Lachen entspannt ungemein, baut Stress ab und macht dich geistig wieder leistungsfähiger. Mit Stress im System können wir definitiv nicht zu geistiger Hochform auflaufen, sondern fühlen uns stattdessen blockiert.

Du siehst also: Den Stressoren des Alters kann man begegnen und sogar etwas richtig Schönes draus machen. Es braucht nur den Entschluss, ein paar Methoden in Richtung Achtsamkeit anzuwenden und schon baust du Stress ab und wirst, wenn du dranbleibst, mit Erholung und Lebensfreude belohnt.