Schwefel: ein lebenswichtiger Mineralstoff

Als Mineralstoff führt er ein Schattendasein, dabei ist er essenziell und nach Calcium und Phosphor das dritthäufigste Mengenelement in unserem Organismus: Schwefel. Es gibt keine Referenzwerte für den täglichen Bedarf und über Mangelerscheinungen ist wenig bekannt. Dabei hat Schwefel zahlreiche wichtige Funktionen in unserem Körper. Warum braucht dein Körper Schwefel, was ist das Besondere an Schwefel in Lebensmitteln und was hat es mit dem Wunderheilmittel MSM auf sich?

Schwefel im Überblick

Schwefel ist ein chemisches Element mit dem Symbol S und der Ordnungszahl 16. Elementarer Schwefel ist bei Raumtemperatur ein gelber, nicht metallischer Feststoff, der eine Vielzahl allotroper Modifikationen bildet. In der unbelebten Natur kommt er gediegen und in Form zahlreicher Mineralien vor. Schwefelverbindungen sind auch Bestandteil aller Pflanzen, Tiere und Menschen, zum Beispiel als essenzielle Aminosäuren oder Coenzyme.

Vorkommen

Schwefel tritt in der Natur gediegen, das heißt in elementarer Form, oder in verschiedenen Mineralien gebunden als Sulfid, Disulfid oder Sulfat auf. Es sind fast 1000 schwefelhaltige Mineralien bekannt. Gediegener Schwefel wird durch Vulkanausbrüche in großen Mengen freigesetzt und ist dort in pulvriger Form als sogenannte Schwefelblüte zu finden. In Verbindung mit verschiedenen Mineralien liegt Schwefel als Sulfid, Disulfid oder Sulfat vor. Eines der bekanntesten Minerale ist das Eisendisulfid Pyrit, das wegen seiner goldenen Farbe auch Katzen- oder Narrengold genannt wird. Eine weitere Quelle für Schwefel sind fossile Brennstoffe wie Erdöl, Erdgas oder Kohle, die einen Schwefelanteil bis zu zehn Prozent aufweisen können.

Umweltaspekte

Obwohl Schwefel ein natürlicher Stoff ist, sind die Auswirkungen auf die Natur nicht immer positiv. Bei der Energiegewinnung aus fossilen Brennstoffen freigesetztes Schwefeldioxid bildet einen Bestandteil des gesundheitsgefährdenden Smogs. Der Abbau des Smogs erfolgt als saurer Regen und trägt zur Versauerung der Böden bei. In Deutschland sind deshalb schon seit den 1970er-Jahren Maßnahmen zur Rauchgasentschwefelung gesetzlich vorgeschrieben.

Verwendung

Schwefel wird in der chemischen und der pharmazeutischen Industrie genutzt. Etwa 90 Prozent des Schwefels werden zu Schwefelsäure umgesetzt, 60 Prozent davon werden zur Herstellung von Düngemitteln verwendet. Ein weiterer Einsatzbereich ist die Vulkanisation von Kautschuk, dabei wird Rohkautschuk mit Schwefel oder schwefelhaltigen Verbindungen versetzt und so besonders widerstandsfähig gemacht. Schwefel wird auch zur Herstellung von Schwarzpulver oder anderen Explosivstoffen, beispielsweise in der Feuerwerksindustrie, verwendet. Weitere Einsatzgebiete von Schwefel liegen in der Herstellung von Natrium-Schwefel-Batterien und in der Farbstoffindustrie.

Schwefelquellen

Die antiallergische, schmerzlindernde und entzündungshemmende Wirkung des Schwefels kannst du in einer Schwefelquelle erfahren. Dort dringt schwefelhaltiges, angenehm temperiertes Wasser aus der Erde. Die Wärmewirkung des Wassers wird durch den Schwefel zusätzlich erhöht, die Muskeln im ganzen Körper entspannen sich. Die Durchblutung der Haut wird verstärkt, wodurch Sauerstoff und Mineralien besser aufgenommen werden können. Durch die Haut gelangt Schwefelwasserstoff ins Blut und trägt zum Beispiel bei entzündeten Gelenken zur Heilung bei

Wusstest du schon?

Erinnerst du dich an die Stinkbombe in deiner Kindheit? Der beliebte Scherzartikel verbreitet in der unmittelbaren Umgebung Gase mit dem Geruch nach faulen Eiern. Tatsächlich ist es das Gas Schwefelwasserstoff, das diesen unangenehmen Geruch verbreitet. Sobald die schützende Glasampulle zerstört wird, entweicht das stinkende Gas.

Warum braucht dein Körper Schwefel?

Unser Körper besteht zu etwa 0,2 Prozent aus Schwefel, das sind bei einem Erwachsenen ungefähr 150 Gramm. Zwei wichtige Aminosäuren, Methionin und Cystein, enthalten Schwefel. Methionin ist wichtig für den Ablauf verschiedener Stoffwechselprozesse und für den Aufbau bestimmter Eiweißmoleküle. Cystein ist die Basis von Haut, Haaren und Nägeln. Schwefel trägt außerdem zur Entgiftung des Körpers bei, fördert den Stoffwechsel und stärkt das Immunsystem. Der Mineralstoff ist Bestandteil von Enzymen, Antioxidantien und Hormonen, auch des blutzuckersenkenden Hormons Insulin. Schwefel hilft bei unreiner Haut, rheumatischen Erkrankungen und arthritischen Entzündungen.

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Schwefel in Lebensmittel

Der Mineralstoff Schwefel kommt in vielen Lebensmitteln vor. Bei einer normalen Ernährung nehmen wir ihn in ausreichender Menge zu uns. Schwefel befindet sich auch in verschiedenen Konservierungsstoffen, die Lebensmittel haltbar machen und verhindern, dass Farbe, Aroma und Vitamine bei Kontakt mit Sauerstoff abgebaut werden. Für die verschiedenen Lebensmittel gelten unterschiedliche Grenzwerte für den Zusatz an Schwefeldioxid. Die meisten Menschen können Schwefeldioxid und Sulfite gut vertragen, nur wenige zeigen Unverträglichkeitsreaktionen. Diese Menschen profitieren besonders von der Kennzeichnungspflicht für Schwefeldioxid und Sulfite.

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MSM - ein Wunderheilmittel?

Der organischen Schwefelverbindung MSM werden zahlreiche Wirkungen nachgesagt. Studien haben die positiven Wirkungen teilweise belegt, die wissenschaftliche Wirksamkeit ist jedoch noch nicht vollständig geklärt. MSM ist nicht als Arzneimittel zugelassen und wird als Nahrungsergänzungsmittel ohne Indikation verkauft. Während die konventionelle Schulmedizin die Meinung vertritt, der Körper werde bei einer normalen Ernährung ausreichend mit Schwefel versorgt, herrscht in der Alternativmedizin die Überzeugung, dass viele Leiden, insbesondere Gelenkerkrankungen, mit MSM gemildert oder auch geheilt werden können. MSM in hoher Dosis kann Vergiftungssymptome hervorrufen, die bei einer Entgiftungskur als Ausleitung toxischer Stoffe aus dem Körper gewertet werden. Äußerlich als Creme angewendet hat MSM einen positiven Einfluss auf die Haut.

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Fazit

Schwefel ist ein essenzieller Mineralstoff, den wir täglich mit der Nahrung aufnehmen. Das chemische Element kommt in der Natur gediegen und in Mineralien gebunden vor. Schwefel wird in der chemischen und pharmazeutischen Industrie eingesetzt. Die bei der Verarbeitung entweichenden Gase können der Umwelt als Smog oder saurer Regen schaden. Im menschlichen Organismus ist Schwefel unter anderem wichtig für den Ablauf verschiedener Stoffwechselprozesse und den Aufbau bestimmter Eiweißmoleküle. Zahlreiche Nahrungsmittel enthalten natürlichen Schwefel, außerdem wird er als Konservierungsstoff bestimmten Lebensmitteln zugesetzt. Der organischen Schwefelverbindung MSM werden zahlreiche Wirkungen nachgesagt, die wissenschaftliche Wirksamkeit ist jedoch noch nicht vollständig geklärt.

Quellen

https://de.wikipedia.org/wiki/Stinkbombe

https://de.wikipedia.org/wiki/Schwefel

https://www.msm-dmso.com/msm-salbe/

http://www.chemgapedia.de

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