Natriumgehalt in unserem Wasser

Der menschliche Körper besteht zu einem großen Teil aus Wasser und enthält eine Vielzahl an Elektrolyten, darunter auch Natrium. Ein komplexes System hält die Flüssigkeiten im Gleichgewicht und gewährleistet so die ordnungsgemäße Funktion aller Zellen. Ist dieser Mechanismus gestört, kann es zu lebensbedrohlichen Beschwerden kommen. Doch wer die Alarmzeichen richtig erkennt, kann dagegen vorgehen.

Wofür brauchen wir Natrium?

Natrium reguliert zusammen mit anderen Mineralstoffen den Blutdruck, den Wasserhaushalt und den Säure-Basen-Haushalt. Auch die Übertragung von Muskelreizen und die Weiterleitung von Nervenimpulsen gehört zu seinen Aufgaben. Der Bedarf für Erwachsene beträgt laut Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. durchschnittlich 1500 mg pro Tag. Da unser Körper Natrium nicht selbst bilden kann, müssen wir es ihm mit der Nahrung und Getränken, bestenfalls Wasser, zuführen.

Wie viel Natrium enthält unser Grund- und Trinkwasser?

Seit vielen Milliarden Jahren wird Natrium in Form von Natriumchlorid (Salz) durch Gesteinsauswaschungen ins Meer und ins Grundwasser transportiert. Der Gehalt schwankt je nach geologischen Gegebenheiten. In Küstennähe spielt einflutendes Meerwasser eine Rolle für den Natriumgehalt im Grund- und Oberflächenwasser. Starker Wind trägt Natriumpartikel viele Kilometer ins Landesinnere. Die Ostsee enthält beispielsweise 0,2 bis 2 Prozent Salz, das Tote Meer sogar 28 Prozent. Auch aus Böden löst sich Natrium und gelangt so in Flüsse und Seen. Der Natriumgehalt in unserem Trinkwasser hängt also von der Entnahmestelle ab.

Für Deutschland gilt laut Trinkwasserverordnung ein Natriumgrenzwert von 200 mg pro Liter. Durchschnittlich weist Leitungswasser aber niedrigere Werte auf. Nähere Informationen dazu liefert das örtliche Wasserwerk. Wenn du selbst den Natriumgehalt in deinem Leitungswasser bestimmen möchtest, kannst du das mit einer Wasseranalyse tun. Dabei wird eine Wasserprobe entnommen und in einem Labor untersucht. Die Analyse gibt auch Auskunft darüber, ob das Trinkwasser mit anderen Schadstoffen wie Schwermetallen oder Pestiziden belastet ist. Es gibt verschiedene Filtersysteme, mit denen du zu Hause unerwünschte Stoffe aus dem Leitungswasser herausfiltern kannst. Dazu gehören Tischwasserfilter oder Umkehrosmose-Anlagen, welche unter der Spüle installiert werden.

Tipp

Wenn kalkhaltiges Leitungswasser den Geschmack deines Kaffees oder Tees beeinträchtigt, kann Natriumhydrogencarbonat helfen. Besser bekannt ist dieser Alleskönner unter dem Namen Natron, Speisesoda oder Backsoda. Das Wasser wird milder und weicher, wenn ihm vor dem Kochen eine Prise Natron untergerührt wird.

Vorsicht bei enthärtetem Leitungswasser

Mit einer Enthärtungsanlage (auch: Entkalkungsanlage) enthärtetes Wasser weist einen erhöhten Natriumgehalt auf. Das System entzieht dem Wasser Kalzium und Magnesium und tauscht es gegen Natrium-Ionen aus. Vor allem Menschen, die aufgrund von Vorerkrankungen auf eine natriumarme Ernährung angewiesen sind, müssen diesen Faktor mit einrechnen. Für jeden Grad dH (deutsche Härte), welcher bei der Wasserenthärtung aus dem Wasser entfernt wird, kommen 8 mg Natrium pro Liter hinzu. Soll beispielsweise die Wasserhärte von 20° dH auf 4° dH reduziert werden, ergibt das ein Plus von etwa 128 mg Natrium pro Liter.

Natriumgehalt im Mineralwasser

Natürliches Mineralwasser kann sowohl einen niedrigen als auch einen hohen Natriumgehalt aufweisen. Auskunft dazu liefert das Flaschenetikett. Als „natriumhaltig“ gekennzeichnetes Wasser enthält mehr als 200mg/l Natrium. Der Zusatz „Geeignet für die Zubereitung von Säuglingsnahrung“ oder „Geeignet für eine natriumarme Ernährung“ weist auf einen Natriumgehalt von weniger als 20mg/l hin. Hohe Natriumkonzentrationen im Wasser verändern auch den Geschmack. Natriumreiches Wasser schmeckt salziger, natriumarmes Wasser dagegen milder.

Hoher Natrium-Gehalt mg pro Liter
durchschnittlich
Adelheid-Quelle 966
Oberselters 622
Staatlich Fachingen 560
Apollinaris Classic 470
Emsland Quelle 418
Christinen Mineralwasser 371
Dreiser Sprudel 302
Hassia Sprudel 228
Niedriger Natrium-Gehalt mg pro Liter
durchschnittlich
Volvic 12
Schönborn-Quelle 11
Ensinger Naturelle Still 10
Vittel 8
Bonaqa Tafelwasser Naturell 7
Evian 7
Adelholzener Naturell 4
Lauretana Mild 0

Welche Symptome treten bei einem Natriummangel (Hyponatriämie) auf?

Vielen verarbeiteten Lebensmitteln wird Salz (Natriumchlorid) zugesetzt, was dazu führt, dass die tägliche Zufuhr an Natrium tendenziell eher zu hoch ist. Trotzdem kann nach übermäßigem Wasserverlust durch starkes Schwitzen, Erbrechen oder wässrigem Durchfall ein Natriumdefizit auftreten. Erfolgt keine adäquate Wasserzufuhr und ist der Körper unzureichend mit Natrium versorgt, kommt es zu Mangelerscheinungen wie Schwäche, Müdigkeit, Benommenheit und trockenen Schleimhäuten. Ein chronischer Natriummangel kann Symptome wie Verwirrtheit, Gedächtnisstörungen und Schwindel verursachen. Das steigert die Gefahr von Stürzen. Bei Verdacht auf eine Hyponatriämie ordnet der Arzt eine Blutentnahme oder eine Messung im Urin an. Der Normwert für Natrium im Blut liegt bei 135 bis 145 mmol/l, im 24-Stunden-Urin sind 120 bis 220 mmol/l optimal.

Hinweis

Wer unter Hitze arbeitet oder bei körperlich anstrengenden Freizeitaktivitäten viel schwitzt und dabei natriumarmes Wasser trinkt, kann unbewusst einen Natriummangel auslösen. Denn das Trinken großer Mengen Flüssigkeit führt zu einer Verringerung der Natriumkonzentration pro Liter im Blut. Fatalerweise werden die ersten Symptome, wie Kopf- und Muskelschmerzen von den Betroffenen meist falsch gedeutet. Ausgehend von einem Wassermangel wird noch mehr Flüssigkeit getrunken. Dadurch können sich die Beschwerden aber noch verschlimmern.

Zu hohe Natriumwerte – ein Gesundheitsrisiko?

Unser Körper verfügt über verschiedene Mechanismen zur Regulierung des Natriumspiegels. Überschüssiges Natrium scheidet er über die Nieren mit dem Urin oder mit dem Schweiß aus. Reicht das nicht aus, entzieht er den Zellen Wasser und erzeugt Durst, damit die betroffene Person trinkt. Dadurch verdünnt sich die Natriumkonzentration im Blut und die Natriumwerte normalisieren sich. Starker Flüssigkeitsverlust, etwa bei schweren Magen-Darm-Erkrankungen, kann jedoch die Natriumwerte in die Höhe treiben. Denn der Flüssigkeitsmangel führt dazu, dass das Blutvolumen abnimmt und der Natriumgehalt im Verhältnis ansteigt. Insbesondere ältere Menschen mit einer eingeschränkten Durstwahrnehmung laufen Gefahr, einen Natriumüberschuss (Hypernatriämie) zu entwickeln. Das führt zu Muskelkrämpfen und Funktionsstörungen des Gehirns. Die Betroffenen können sogar ins Koma fallen.

Fazit

Nur mit einer ausgeglichenen Natriumkonzentration können alle Körperfunktionen reibungslos ablaufen. Für den gesunden Menschen ist es dabei unbedeutend, ob er natriumarmes oder natriumreiches Wasser aufnimmt. Die erforderliche Menge wird hauptsächlich durch die Nahrung aufgenommen. Bestimmte Umstände können jedoch eine Verschiebung der Natriumwerte bewirken. Nach hohen Wasserverlusten können wir den Körper durch das Trinken von natriumhaltigem Mineralwasser bei der Regulierung unterstützen. Wer aus gesundheitlichen Gründen Natrium reduzieren möchte, greift besser auf natriumarmes Wasser zurück oder trinkt einfach Leitungswasser.

Quellen

Vitamine, Spurenelemente und Minerale, 2. Auflage, Thieme Verlag

Kurzes Lehrbuch der Biochemie, Thieme Verlag

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Meerwasser

http://www.gesetze-im-internet.de/trinkwv_2001/BJNR095910001.html#BJNR095910001BJNG000201310

https://www.lenntech.de/pse/wasser/natrium/natrium-und-wasser.htm

https://mineralwasser-test.com/inhaltsstoffe/natriumarmes-mineralwasser/#uebersicht-der-natriumarmen-mineralwaesser

https://www.netdoktor.de/laborwerte/natrium/

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