Mineralstoffe

Natrium, Kalium, Magnesium, Calcium – bei der Aufzählung der Mineralstoffe fühlst du dich in deine Schulzeit zurückversetzt, in den langweiligen Chemie-Unterricht bei Dr. … wie hieß er noch gleich? Doch hier geht es nicht um das Auswendiglernen des Periodensystems, sondern um die Mineralstoffe und ihre Bedeutung für unseren Körper. Was sind Mineralstoffe, wo kommen sie vor, wofür brauchen wir sie und wo finden wir Mineralstoffe?

Was sind Mineralstoffe?

Mineralstoffe sind essenzielle anorganische Nährstoffe, die unser Körper nicht selbst herstellen kann. Sie müssen deshalbaktiv mit der Nahrung aufgenommen werden. Mineralstoffe sind zum einen am Aufbau des Körpers beteiligt, wie beispielsweise Calcium und Phosphor als wichtige Bestandteile der Knochen, andere unterstützen spezielle Funktionen im Körper. So ist Eisen unverzichtbar für die Sauerstoffversorgung des Körpers, Zink unterstützt die Wundheilung und das Wachstum, Jod ist Bestandteil von Schilddrüsenhormonen.

Der Gehalt der einzelnen Mineralstoffe in unserem Körper reicht von wenigen Milligramm bis in den Kilogrammbereich: so enthält unser Körper 10 bis 30 Milligramm Jod und 1 bis 1,1 Kilogramm Calcium. Anhand des Gehalts in unserem Körper wird eine Einteilung in Mengen- und Spurenelement vorgenommen: Mengenelemente sind in unserem Körper mit mehr als 50 Milligramm je Kilogramm Körpergewicht vertreten, Spurenelemente mit weniger als 50 Milligramm je Kilogramm Körpergewicht.

Mengenelemente

Sieben essenzielle Mengenelemente braucht dein Körper:

  • Calcium für die Knochen, Zähne und das Nervensystem
  • Kalium für die Regulierung des Blutdrucks
  • Natrium für den Flüssigkeitshaushalt, das Nervensystem und die Muskeln
  • Magnesium für den Stoffwechsel, Muskeln und Nerven
  • Phosphor als Bestandteil von Knochen und Nukleinsäuren
  • Schwefel als Bestandteil von Aminosäuren und B-Vitaminen
  • Chlor für den Wasserhaushalt und das Säure/Basengleichgewicht

In wässriger Lösung liegen die Elemente als Ionen vor, entweder als positiv geladenes Teilchen, beispielsweise Calcium als Ca2+, Natrium als Na+, oder als negativ geladenes Teilchen wie Chlor Cl- oder Schwefel SO42-. Die geladenen Teilchen werden auch als Elektrolyte bezeichnet. Manche von ihnen agieren als Pärchen, zum Beispiel Calcium und Magnesium, die unter anderem für die Muskelanspannung und -entspannung zuständig sind. Oder Natrium und Chlor, die wir häufig zusammen in Form von Kochsalz NaCl aufnehmen und die zusammen den Wasserhaushalt des Körpers regulieren.

Spurenelemente

Zu den essenziellen Spurenelementen gehören:

  • Eisen für die Sauerstoffversorgung des Körpers und zur Bildung von Hämoglobin und roten Blutkörperchen
  • Jod für den Aufbau und die Regulierung der Schilddrüse
  • Kupfer für das Nervensystem und den Eisentransport
  • Mangan unterstützt den Energiestoffwechsel und stärkt die Knochen und das Bindegewebe
  • Molybdän ist Bestandteil von Enzymen und unterstützt den Abbau schwefelhaltiger Aminosäuren
  • Selen stärkt das Immunsystem und ist für eine normale Schilddrüsenfunktion notwendig
  • Zink unterstützt die Wundheilung und ist an der Produktion von Hormonen beteiligt

Fluor und Chromgalten bis 2013 bzw. 2014 ebenfalls als essenzielle Spurenelemente, sie wurden jedoch von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) aus der Liste entfernt, da ein nutzbringender Einfluss auf die menschliche Gesundheit nicht ausdrücklich nachgewiesen werden konnte. [1] [2]

Neben den essenziellen Spurenelementen sind weitere Spurenelemente in unserem Körper vorhanden, von denen bislang jedoch nicht geklärt ist, ob sie zufälliger Bestandteil des menschlichen Körpers sind, oder ihnen eine physiologische Funktion zukommt. Dazu gehören beispielweise Lithium, Rubidium oder Arsen. [3]

Mineralstoffaufnahme

Egal ob Spuren- oder Mengenelement, die essenziellen Mineralstoffe haben eines gemeinsam: Unser Körper kann sie nicht selbst herstellen und wir müssen sie mit der Nahrung aufnehmen. Viele der Mineralstoffe können über einen längeren Zeitraum im Körper gespeichert werden, beispielsweise Calcium in den Knochen, Eisen in der Leber oder Milz oder Zink im Gewebe. Das hat für uns den Vorteil, dass wir nicht jeden Tag eine ausreichende Menge aller Mineralstoffe aufnehmen müssen, um überhaupt zu funktionieren. Andererseits können Mängel aber auch lange unentdeckt bleiben, da der Körper sich aus dem Speicher bedient und Symptome erst auftreten, wenn schon ein langfristiger Mangel besteht und die Speicher weitestgehend geleert sind.

Mit einer gesunden, abwechslungsreichen Ernährung lässt sich der normale Bedarf eines gesunden Menschen decken. Das heißt: viel frisches Obst und Gemüse, Vollkornprodukte, Samen und Nüsse, Milchprodukte, Fleisch in Maßen, wöchentlich Fisch. Dazu ein calcium- und magnesiumhaltiges Mineralwasser, und du bist bestens versorgt. Leider ist es nicht immer so einfach, denn es gibt zum einen Phasen, in denen der Körper einen erhöhten Bedarf an bestimmten Mineralstoffen hat. So ist beispielsweise der Eisenbedarf in der Schwangerschaft erhöht, oder Magnesiumbedarf bei Leistungssportlern. Auch ältere Menschen haben häufig einen erhöhten Bedarf. Andererseits kann eine verminderte Aufnahme von Mineralstoffen zu einem Mangel führen. Ursache dafür sind beispielsweise chronische Magen- oder Darmerkrankungen oder -entzündungen, die eine Aufnahme bestimmter Mineralstoffe verhindern. Auch einseitige Ernährungsweisen oder Allergien wie Zöliakie können zu einer unzureichenden Versorgung mit Mineralstoffen führen. In diesen Fällen kann dein Hausarzt mit Hilfe einer Mineralstoffanalyse den Gehalt der verschiedenen Mineralstoffe feststellen und therapieren.

Wie äußert sich ein Mineralstoffmangel?

So vielfältig wie die Mineralstoffe sind, sind auch die Mangelsymptome. Bei vielen Mineralstoffen äußert sich ein Mangel in unspezifischen Symptomen wie Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit, Konzentrationsstörungen oder Hautveränderungen. Hier kann nur dein Hausarzt durch eine Mineralstoffanalyse feststellen, was genau dir fehlt. Andere Mineralstoffe haben sehr spezifische Mangelerscheinungen: Jodmangel äußert sich in Problemen mit der Schilddrüse, Eisenmangel führt zu blasser Haut und Haarausfall, Magnesiummangel zu Muskelkrämpfen. Auch unspezifische Symptome über einen längeren Zeitraum solltest du unbedingt ernst nehmen: ein anhaltender Mangel kann schwerwiegende Folgen haben

Behandlung eines Mineralstoffmangels

Leichte Fälle lassen sich meistens schon durch eine Umstellung der Ernährung behandeln. Hat dein Arzt einen schwerwiegenden Mangel diagnostiziert, werden die notwendigen Mineralstoffe häufig direkt injiziert, um dem Körper schnell mit einer großen Menge an Mineralstoffen zu versorgen. Anschließend wird durch entsprechende Nahrungsergänzungsmittel eine ausreichende Zufuhr gewährleistet. Diese solltest du jedoch nur nach Absprache mit deinem Arzt einnehmen, da einiger Mineralstoffe bei Überdosierung sehr ernste Folgen haben können.

Fazit

Mineralstoffe sind essenzielle Nährstoffe, die unser Körper braucht, aber nicht selbst herstellen kann. Sie müssen also aktiv über die Nahrung aufgenommen werden. Sie werden, je nach Gehalt im Körper, in Mengen- und Spurenelemente unterteilt. Eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung versorgt einen gesunden Menschen im Normalfall mit allen wichtigen Mineralstoffen. Bei einem erhöhten Bedarf oder einer verminderten Aufnahme aufgrund chronischer Magen-Darm-Erkrankungen kann eine unzureichende Versorgung zu Mangelsymptomen führen.

Quellen

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Chrom#Sicherheitshinweise_und_biologische_Bedeutung
[2] https://flexikon.doccheck.com/de/Essentielles_Spurenelement#cite_ref-1
[3] https://de.wikipedia.org/wiki/Mineralstoff
https://www.meine-gesundheit.de/krankheit/krankheiten/mineralstoffmangel
https://www.vitamine.com/mineralstoffe/
https://www.brain-effect.com/magazin/spurenelemente-ueberblick

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