Autor : Michael
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Folgen eines ungesunden Lebenswandels: Über Diabetes Typ 2

Bei Diabetes Mellitus Typ 2 handelt es sich um eine medizinische Klassifizierung der als Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) weit verbreiteten Stoffwechselstörung. Während der Diabetes Typ 1 als sogenannte polygene Erkrankung seine Ursachen in einer fehlerhaften Weitergabe genetischer Informationen hat, finden sich die Ursachen des Typ 2 in „ungesunder“ Lebensweise oder dem Ignorieren anderer Risikofaktoren.

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Über die Auswirkungen einer ungesunden Lebensweise

Im Krankheitsverlauf eines Diabetes Typ 2 kommen verschiedene Faktoren als Ursache oder "Auslöser“ zusammen. Weitestgehend bekannte Risikofaktoren sind Übergewicht und Bewegungsmangel. Unvorteilhafte Ernährung führt zu einer möglichen Unempfindlichkeit gegenüber des in der Bauchspeicheldrüse produzierten Hormons Insulin, welches als Botenstoff für den Glukose-Austausch von Zellen eine wichtige Rolle spielt. Eine gestörte Insulinausschüttung und gestörte Produktion anderer Darmhormone führen schließlich zu einem Ausbruch der Krankheit. Zwar müssen neben den auslösenden Faktoren wie bei Typ 1 auch genetische Anlagen vorhanden sein. Ohne diese Anlagen würde Diabetes mellitus trotz Übergewicht und ungesunder Ernährung nicht zutage treten. Diese genetische Anlage wird bei einer schließlichen Erkrankung durch eine ungesunde Lebensweise verursacht, die selbstverständlich auch schon bei Kindern und Jugendlichen gelebt werden kann. Grundsätzlich behandelt man Diabetes Typ 2 jedoch als Krankheit, die eher in einem vorangeschrittenen Alter auftritt, während Typ 1 durch seinen ausschließlich genetischen Charakter eher im Kindesalter diagnostiziert wird. Vollkommen gesunde Menschen, die sich Sorgen um eine Diabetes-Erkrankung machen und den Risikofaktoren aus dem Wege gehen wollen, sind also primär von Diabetes Typ 2 bedroht.

Der Unterschied zu Diabetes Typ 1

Der medizinisch relevante Unterschied von Typ 1 und Typ 2 ist, dass der genetische Defekt bei Typ 1 dafür sorgt, dass das körpereigene Immunsystem die insulinproduzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse angreift und zerstört, während es sich bei Typ 2 um eine Insulinresistenz im Körper handelt. Dies bedeutet, dass das Hormon Insulin nicht richtig wirken kann, obwohl es von den körpereigenen Zellen produziert wird. „Fehler“ in den Zellen können dafür verantwortlich sein, dass das Insulin seine Wirkung nicht erfüllen kann bzw. dafür sorgen, dass der Zucker aus dem Blut in die Zellen transportiert wird. Dies führt dazu, dass der Zucker im Blut bleibt und damit die Blutzuckerkonzentration steigt. Eine optimale Insulinausschüttung kann auch von dem Darmhormon GLP-1 abhängen, welches für eine angemessene Reaktion des Körpers auf Kohlenhydrate zuständig ist und damit auch die Insulinausschüttung anregen sollte. Bei einem Mangel am Darmhormon GLP-1 weist dieser Vorgang bei einem Diabetes-Patienten Mängel auf. Dies führt unweigerlich zu einer Abnahme der Insulinproduktion und damit zu einem Anstieg der Blutzuckerwerte.

Die Insulinproduktion selbst kann auch eine Rolle bei der Entstehung von Diabetes Typ 2 haben. Die Zellen in der Bauchspeicheldrüse produzieren Insulin – dies zu Beginn sogar im Übermaß, um die Insulinresistenz zu kompensieren und zu überwinden. Allerdings lässt die Insulinproduktion mit der Zeit nach und führt zu dem relativen Insulinmangel zu Beginn einer Diabetes-Typ-2-Erkrankung. Aufgrund der Insulinresistenz wird es binnen kurzer Zeit zu einem absoluten Insulinmangel kommen.

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Es ist mehr als die bloße Spritze notwendig

Da ein reines „Nachspritzen“ von Insulin wieder zu einer simulierten Überproduktion bei zunehmender Insulinresistenz führen würde, spritzen Patienten des Typ 2 im Gegensatz zu Patienten des Typ 1 nicht nur Insulin nach, sondern begleiten ihre Therapie mit verschiedenen Medikamenten, die die körpereigene Insulinproduktion anregen als auch andere Faktoren und Hormone im Stoffwechsel berücksichtigen. Wie bei Typ 1 auch leiden die Diabetes-Typ-2 Patienten ansonsten an keinen Beschwerden, die den Alltag unverhältnismäßig belasten. Da es bei Diabetes Typ 2 nicht ausreicht, einfach Insulin nachzuspritzen, ist eine genaue Einstellung der nötigen Medikamente durch einen Arzt umso wichtiger. Der Arzt wird hierzu die Blutzuckerwerte langfristig im Auge haben und Veränderungen sowie Abweichungen mit entsprechenden Medikamenten ausgleichen. Wie Typ 1 gilt auch Diabetes Mellitus Typ 2 als „nicht heilbar“ und der Patient wird bis an das Lebensende auf seine Medikamente angewiesen sein.

Was bedeutet die lebenslange Abhängigkeit von Medikamenten?

Eine „lebenslange“ Abhängigkeit von Medikamenten hört sich schrecklicher an als sie ist. In der Tat gibt es viele Krankheiten, die in Therapie und Prävention die lebenslange Einnahme von verschiedenen Tabletten nötig machen. So wird jeder Veteran eines Herzinfarktes oder Schlaganfalles die Einnahme blutverdünnender Medikamente oder Cholesterinsenker kennen. Ein Aussetzen solcher Medikamente wird den Patienten zwar nicht auf der Stelle töten, jedoch das Risiko für einen Rückfall drastisch erhöhen. Ebenso verhält es sich mit den Medikamenten bei Diabetes Typ 2. Ein nachlässiger Umgang mit den eingestellten Medikamenten wird keine akuten Folgen haben; sehr wohl aber das Risiko erhöhen, in einen medizinischen Notfall zu schlittern. Wie bei allen anderen chronischen Krankheiten empfiehlt es sich, Rat und Anweisungen der Ärzte Folge zu leisten, um die Lebensqualität nicht an die Krankheit zu verschenken.

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Über weitere Formen von Diabetes

Die Medizin unterscheidet weitere Typen von Diabetes Mellitus. Diese anderen Gruppen, bzw. Typen orientieren sich jedoch weitestgehend an dem Diabetes Typ 2. Unterschiede zeichnen sich lediglich in den Ursachen oder Auslösern der Erkrankung aus. Während der klassische Typ 2 seine Ursachen in dem Lebenswandel und der damit verbundenen Unbeweglichkeit und Körperfülle findet, können auch kurzfristige Veränderungen im Körper zu Stoffwechselstörungen führen. Dies ist in der Regel immer dann der Fall, wenn der Körper Hormonschwankungen auszugleichen versucht und dieser Vorgang durch verschiedene Einflüsse gestört oder behindert wird. Wie zum Beispiel Darmhormone einen unmittelbaren Einfluss auf die Aufgaben des Hormons Insulin haben, so können auch andere Einflüsse dafür sorgen, dass körpereigene Vorgänge oder Hormone ihre Aufgaben nicht in der optimalen Weise ausführen.

Beeinträchtigungen, die eine Erhöhung der Blutzuckerwerte zur Folge haben, gipfeln in einem ungünstigen Verlauf im Diabetes Typ 2 oder den typverwandten Unterklassifizierungen. Wie bei allen anderen Typen auch, bleibt Diabetes Mellitus in all seinen Erscheinungsformen eine lebenslange chronische Erkrankung, die zwar gut therapiert, jedoch nie vollständig geheilt werden kann. Diabetes Typ 2 und verwandte Untertypen werden ebenso wie Typ 1 die allgemeine Lebensqualität eines Patienten so lange nicht nachhaltig beeinträchtigen als bis es durch Nachlässigkeiten zu einem medizinischen Notfall kommt. Solche „Notfälle“ können bei Diabetes-Typ-2 ebenso auftreten wie auch bei Typ-1. Sie setzen allerdings in den meisten Fällen voraus, dass der Patient solche Situationen durch „unvernünftiges Verhalten“ provoziert. Therapie und Behandlung solcher Notfälle gehören in Deutschland mittlerweile zum „Standardrepertoire“ einer jeden Notaufnahme. Die Wahrscheinlichkeit eines „bösen Ausganges“ hält sich also trotz allem in einem überschaubaren Rahmen.

Diabetes Typ 2 gehört zu den häufigsten in Deutschland auftretenden chronischen Erkrankungen. Als Betroffener wird man schnell Informationen oder Anschluß zu anderen Betroffenen finden, sofern dies für den eigenen Umgang mit der Krankheit förderlich sein sollte.