Autor : Michael
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Diabetes mellitus - Die verschiedenen Typen

In unseren Beiträgen durftest du bereits die sehr bekannten Typen Diabetes Typ 1 und Typ 2 kennenlernen. Doch es gibt noch weitere Typen, auf die wir in diesem Beitrag einen Blick werfen!

Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) gilt als die häufigste Stoffwechselstörung in den westlichen Industrienationen. Um die Krankheit besser klassifizieren und einordnen zu können, hat die klinische Medizin verschiedene Formen dieser Krankheit in Typen untergliedert. Gemeinsam haben alle Typen, dass es im Körper zu einem Mangel an Insulin kommt und damit zu einem teilweise dramatischen Anstieg des Blutzuckerspiegels. Die Gründe für diese Abweichung können unterschiedlicher Natur sein und bilden damit die Grundlage für die medizinische Typisierung.

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Die beiden häufigsten Typen

Zunächst beginnen wir mit einem kleinen Rückblick auf die bisherigen Typen:

  • Diabetes Typ 1
  • Diabetes Typ 2

Diabetes Typ 1 definiert einen genetischen Defekt, bei dem das körpereigene Immunsystem die insulinproduzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse angreift und die Zellen zerstört. Der Körper kann dann das als Botenstoff wichtige Hormon Insulin also nicht mehr ausreichend produzieren.

In Diabetes Typ 2 wird zwar Insulin in der Bauchspeicheldrüse produziert, jedoch durch verschiedene andere pathologische (krankhafte) Abweichungen im Körper eine Resistenz ausgelöst. Das heißt: Insulin ist vorhanden, doch der Körper reagiert nicht darauf, was im Endeffekt mit einem Insulinmangel gleichzusetzen ist.

Die weiteren Typen

Immer wieder tauchen verschiedene „Typen“ in Publikationen auf; wie zum Beispiel „Schwangerschaftsdiabetes“ oder „Altersdiabetes“. Diese Typen versuchen zwar verschiedene Ursachen für eine Diabetes zu konkretisieren, doch sind sie aus medizinischer Sicht vollkommen falsch. Die Medizin unterscheidet Typ 1 mit seinen genetischen Ursachen und Typ 2 mit seiner Insulinresistenz. Weitere, teilweise von verschiedensten Quellen transportierte „Typen“ sind der Typ 2 in einem neuen Gewand. Alle der medizinischen Spezifikationen von Typ 2 werden also auch auf diese „anderen Typen“ zutreffen.

Was sind denn dann überhaupt die Unterschiede?

In ihrer Namensgebung beschreiben andere Typen höchstens und allenfalls eine der Ursachen oder Auslöser eines Diabetes Typ 2. Insulinresistenz geschieht nicht plötzlich und unerwartet, sondern hat eine Vorgeschichte körperlicher Veränderungen und Abweichungen. Pubertät, Schwangerschaft oder auch das Altern wirken sich auf verschiedenste Prozesse im Körper und auf dessen Stoffwechsel aus. Solche „Ausnahmezustände“ können dann auch zur Insulinresistenz führen. Damit stünden wir dann, trotz Schwangerschaft oder fortgeschrittenen Alters, nicht in der Gruppe der genetischen Defekte, sondern ganz klar auf der Seite von Diabetes Typ 2: Insulinresistenz aufgrund körperlicher Abweichungen.

Die Behandlung und Therapie der weiteren Diabetes-Formen

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Der Effekt dieser „anderen Typen“ deckt sich zu hundert Prozent mit dem Diabetes Typ 2 und ist somit auch als Diabetes-Krankheit zu behandeln und therapieren. Der Arzt wird dann lediglich versuchen, die Auslöser dieser Insulinresistenz einzukreisen und sicher zu diagnostizieren. Krankheitsverlauf und auch Behandlung gleichen dann jedoch dem Diabetes Typ 2. Je nach Alter oder Schwangerschaft wird der Patient dann unter Umständen auf unterschiedliche Medikamente eingestellt, um zum Beispiel ungeborenes Leben nicht mit Medikamenten zu belasten. Ältere Menschen mögen da eher zu Diabetes neigen. Dies nicht, weil sie alt sind, sondern weil Diabetes Typ 2 meist eine illustre Vorgeschichte hat, die sich im Lebenslauf vieler älterer Menschen findet. Diabetes Typ 2 wurde aus diesem Grunde auch früher schon als „Altersdiabetes“ bezeichnet. Da er nicht nur bei alten Menschen auftreten kann, hat man die Typenbezeichnung korrigiert. Ein Umstand, der nun in verschiedenen Publikationen dazu aufgefordert haben mag, dem „Altersdiabetes“ einen neuen eigenen Typ zu widmen. Das ist falsch. In der klinischen Medizin gibt es Typ 1 und Typ 2. Alle anderen „Typen“ sind umbenannte Ursachen/Formen des Diabetes Typ 2.

Wer mit den biochemischen Abläufen im Stoffwechsel eines Menschen einigermaßen vertraut ist, wird sich vorstellen können, was alles schieflaufen kann bzw. welche dieser Umstände zu einem Insulinmangel führen können. Eine ganz ähnliche Palette an Möglichkeiten gibt es auch in den genetischen Informationen, die letztlich Auslöser für den Diabetes Typ 1 sind. Forscher haben herausgefunden, dass über 20 genetische Fehlinformationen zusammenkommen müssen, um bei einem ansonsten gesunden Menschen Diabetes Typ 1 auszulösen. Ähnlich vielfältig sind die Möglichkeiten bei einer diagnostizierten Insulinresistenz und damit dem Diabetes Typ 2.

Über die verschiedenen Risikofaktoren

Richtig ist, dass es verschiedene Risikofaktoren gibt, die man je nach Lebenswandel ausschließen oder vermeiden kann. Hormonelle Veränderungen während der Pubertät, einer Schwangerschaft oder auch den Wechseljahren kann man mit einem bloßen „Verhaltensrezept“ kaum oder gar nicht beeinflussen. In diesen Fällen moderiert eine regelmäßige ärztliche Kontrolle das Risiko. Schwangere sind durch ihre regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen ohnehin auf einer sicheren Skala und auch für ältere Menschen mag der Gang zum Hausarzt üblicher sein, als für einen Menschen Mitte zwanzig. Hier mögen wieder die Symptome eine hilfreiche Messlatte sein, an der man sich orientieren kann. Wer übergewichtig ist und trotz gesunder Ernährung zum Zunehmen neigt, sich oft müde oder abgetragen fühlt oder einen unverhältnismäßigen Harndrang hat, sollte beim nächsten Arztbesuch eine Blutzuckeruntersuchung anbieten. Anhand dieser einfachen und schmerzlosen Untersuchung wird der Arzt das Risiko eines Diabetes erkennen und einschätzen können.

Hierbei wird es sich dann immer um den Diabetes Typ 2 handeln, denn vom Typ 1 wüsste man im Alter der Volljährigkeit schon. Der genetische Defekt von Diabetes Typ 1 wird fast ausschließlich schon im Kindesalter diagnostiziert und von dort an auch therapiert. Wer sich in späteren Jahren in die Gruppe der Zuckerkranken reiht, ist an Diabetes Typ 2 erkrankt.

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Begleiter bis an das Lebensende

Typ 1 wie auch Typ 2 sind nicht heilbar und begleiten den Patienten bis an das Lebensende. Aufgrund der verschiedenen Krankheitsspezifikationen unterscheiden sich lediglich die Behandlungen. Typ-1-Patienten spritzen sich selbst Insulin, um den Mangel auszugleichen. Wiederum Patienten des Typ 2 werden auf Medikamente eingestellt, die die körpereigene Insulinresistenz eindämmen und korrigieren.

Insulin ist als Botenstoff für den Transport von Glukose in die Zellen verantwortlich und reduziert damit den Zuckergehalt im Blut. Dies ist wichtig, damit der Körper von seinen eigenen Fettreserven zehren kann. Bei einer Diabetes-Erkrankung ist dieser Vorgang unterbrochen oder behindert und der Körper neigt zur Gewichtszunahme, da das Körperfett nicht mehr zur Energieversorgung verarbeitet wird. Übergewicht begünstigt Diabetes also in jedem Fall oder ist ein Indiz für ein Diabetes-Risiko.

Fazit

Stark übergewichtigen Menschen wird diese Information nicht neu sein, denn Ärzte kennen ihre Patienten und werden bei Verdacht eine entsprechende Untersuchung vorgenommen haben. Da es jedoch auch immer wieder dazu kommt, dass Diabetes-Patienten gar nichts von ihrer Krankheit wissen oder bemerken, sei es jedem geraten, beim Hausarzt einmal dieses Thema anzusprechen. Diabetes ist zwar eine chronische und nicht heilbare Krankheit. Sie wird allerdings nicht zu Einschränkungen des Lebenslaufes oder der Lebensplanung führen, sofern sie ärztlich betreut behandelt wird. Diabetes-Patienten können reisen, Sport treiben und allen gängigen Berufen nachgehen. Ein Unterschied zu gesunden Menschen bleibt lediglich die Einnahme bestimmter Medikamente und idealerweise ein waches Auge auf zuckerreiche Lebensmittel. Diese „Achtsamkeit“ kann man aber nicht nur bei Diabetes-Patienten beobachten, sondern mittlerweile bei vielen Menschen, die auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung achten. Selbst die Lebensmittelindustrie reagiert schon und versucht, Lebensmittel mit viel Zucker zu vermeiden oder entsprechend zu kennzeichnen. Man ist als Diabetes-Patient in seinem Mühen und Streben also nicht allein. Im Gegenteil. Durch die Häufigkeit der Erkrankungen wird man vielerorts Informationen finden, die einem Betroffenen weiterhelfen.