Autor : Michael
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Diabetes Gefahren: Ist die Zuckerkrankheit gefährlich?

Diabetes mellitus ist die häufigste Stoffwechselkrankheit und gilt bis heute als chronisch und „unheilbar“. Erkrankte werden also nach einer positiven Diabetes-Diagnose bis an ihr Lebensende mit Insulinspritzen oder regulierenden Medikamenten behandelt. Trotz dieses chronischen Charakters wird die Krankheit bei einem normalen Verlauf den Lebensentwurf eines Patienten kaum beeinträchtigen oder nachhaltig stören. Diabetes-Patienten können ihre Freizeit oder ihren Beruf ebenso wählen und gestalten, wie vollkommen gesunde Menschen. Einschränkungen mögen lediglich mit den Symptomen der Krankheit, wie Übergewicht oder Müdigkeit (Niedergeschlagenheit) verbunden sein. Ansonsten bestehen keine bekannten Gefahren oder primäre Beschränkungen.

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©Bild von Steve Buissinne auf Pixabay

Worin verstecken sich Gefahren?

Die Gefahren einer Diabeteserkrankung beziehen sich vielmehr auf eine unmittelbare Folge der Krankheit. Bei Diabetes mellitus leidet der Patient an einem Insulinmangel, welcher verantwortlich für den Anstieg des Blutzuckerspiegels ist.

Bei ärztlicher Betreuung und einem mit Medikamenten eingestellten Patienten, wird dieser erhöhte Blutzuckerwert nicht zu einem medizinischen Notfall führen. Dies wäre allenfalls der Fall, wenn Medikamente oder Insulin über Tage vernachlässigt werden würden und es so zu einer „Überzuckerung“ käme. So eine Überzuckerung (Zucker-Schock) gilt als medizinischer Notfall, in dessen Folge es zu einer Übersäuerung des Körpers käme, Dem Körper fehlt Insulin und Zellen können nicht mehr ausreichend mit Energie versorgt werden. Dieser Zustand ist gefährlich und kann in einem ungünstigen Verlauf in einem diabetischen Koma enden.

Die Gefahr des erhöhten Blutzuckerwertes

Solche Vorfälle sind selten und setzen ein hohes Maß an Fahrlässigkeit und Selbstverschulden des Patienten voraus. Sehr viel gefährlicher ist die Eigenschaft eines erhöhten Blutzuckerwertes an sich. Auch wenn ein leicht erhöhter Wert keine Auswirkungen auf das unmittelbare Empfinden eines Patienten hat, so sorgt er dafür, dass das Blut zuckerhaltiger und damit dickflüssiger wird. Viele ältere Menschen nehmen in Folge anderer Erkrankungen oder präventiv das blutverdünnende Medikament „ASS100“, um Thrombosen und Gefäßverschlüssen vorzubeugen. Solche Verschlüsse geschähen selbstverständlich leichter, sobald das Blut zähflüssiger und „klebriger“ ist. Dies ist bei einem höheren Blutzuckerwert schnell der Fall.

Das Diabetes-Fußsyndrom

Ein direkt mit Diabetes verbundener Effekt wäre ein Gefäßverschluss an den äußeren Extremitäten. Beim sog. „Diabetes-Fußsyndrom“ schädigen solche Gefäßverschlüsse den Blutkreislauf im Fuß und damit auch die Nerven. Das verminderte oder zerstörte Schmerzempfinden führt dazu, dass der Fuß entzündet und es innerhalb von Knochen und Gewebe zu empfindlichen Entzündungen kommt, die mit der Zeit nicht mehr zu behandeln sind. In solchen Fällen bleibt dann nur doch die Amputation solcher betroffenen Areale. In der Tat sind Diabetes-Patienten mit angesetzten Amputationen in Kliniken und Krankenhäusern nicht selten. Durch den schmerzlosen schleichenden Verschluss der Gefäße neigen Patienten dazu, zu spät oder gar nicht auf solche Gefahren zu reagieren. Ein Diabetes-Patient sollte also sehr sensibel auf Veränderungen seines Körpers reagieren. Bei Unterbrechung der Durchblutung sind das ganz gängige Anzeichen, die jeder kennt, dessen Arm oder Bein schon einmal „eingeschlafen“ ist.

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©shutterstock_1247115997

Extrem gefährlich: Gefäßverschlüsse

Sehr viel gefährlicher und akut lebensbedrohlich sind Gefäßverschlüsse an anderen Orten. Ein gestauter Blutfluss in der Herzregion führt schnell zu einem Herzinfarkt, der sofort als lebensbedrohlicher medizinischer Notfall zu behandeln ist. Ganz ebenso verhält es sich bei einer gestörten Durchblutung im Gehirn, dessen Folge ein „PRINT“ (kleiner) oder auch großer Schlaganfall sein kann. Bei einem „kleinen“ Schlaganfall kommt es zu einer vorübergehenden Durchblutungsstörung, bei der der Patient neurologische Ausfälle für einige Minuten erleidet und sicher auch bemerkt. Bei einem „großen“ Schlaganfall bleibt dieser Verschluss bis zu einer Auflösung in der Notaufnahme eines Krankenhauses und das Gehirn wird in unterschiedlichen Arealen nicht mehr mit Blut versorgt. In einem solchen Fall sind die neurologischen Ausfälle nicht kurzfristig, sondern führen zu dauerhaften Lähmungen oder Organversagen, in dessen Zuge der Patient durchaus sterben kann. Schlaganfälle zählen zu den häufigsten Todesursachen in Deutschland und beschränken sich schon lange nicht mehr nur auf ältere Leute.

Folgen für die gesamte Lebenserwartung

Ärzte betonen oft, dass ein Mensch stets so alt wäre, wie sein Blutkreislauf. Wichtig für ein gesundes Leben ist also ein funktionierender, flüssiger Blutkreislauf. Erkrankungen, die den Blutfluss verlangsamen oder gar stören, sind in jedem Fall zu vermeiden oder aber ernst zu nehmen. Diabetes mellitus zählt mit seiner „blutverdickenden“ Eigenschaft also sicher zu den Krankheiten, die unserer Gesundheit nachhaltig zu schaden imstande sind. Dies nicht durch unmittelbare Symptome oder Auswirkungen der Krankheit selbst, sondern lediglich durch die Beeinträchtigung unseres Blutkreislaufes.

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©Photo by Jordan Benton from Pexels

Therapie zur Vermeidung der Gefahren

In Therapie einer bereits diagnostizierten Diabetes-Erkrankung wird der Arzt dem Patienten ohnehin blutverdünnende Medikamente verschreiben. Den Blutzuckerwert selbst kann man jedoch sehr schnell allein beeinflussen. Zuckerreiche Mahlzeiten treiben den Wert schnell in die Höhe, während Sport oder Training ihn senkt. Dies nicht über einen Zeitraum von mehreren Tagen, sondern unmittelbar. Ein Diabetes-Patient, der mit einem großen Stück Kuchen „sündigt“, kann sich diesen also tatsächlich auch wieder „aus dem Blut“ trainieren. In jedem Fall ist jedoch ein Langzeit-Blutzuckertest nötig, der von einem Arzt durchgeführt wird.

Wie überhaupt alle Unterbrechungen des Blutkreislaufes sind diese teilweise nur schwer zu bemerken. Es sei denn, man leidet an unmittelbaren Lähmungserscheinungen eines Schlaganfalls. Ein gestörter Blutfluss in einem Fuß ist da schon schwerer zu bemerken. Insbesondere dann, wenn schon Nerven geschädigt sind und auch das Schmerzempfinden als Warnsignal ausfällt, welches zum Beispiel normalerweise sehr wirksam vor falschem Schuhwerk oder dergleichen warnt.

Fazit

Trotz des unspektakulären Charakters einer Diabetes-Erkrankung und dessen „Unsichtbarkeit“ im Alltag, sollte sich jeder Diabetes-Patient dieser Gefahren unter der Oberfläche bewußt sein. Sicherlich wird man sich nicht jeden Tag in das Wartezimmer seines Hausarztes setzen müssen. Sehr wohl aber sollte man seinen Körper und etwaige Veränderungen sehr aufmerksam beobachten und im Zweifelsfall schnell reagieren. Andauernd kalte Hände oder Füße wären so ein Indiz, dessen man leicht nur wenig Beachtung schenkt, da es bei vielen Menschen vollkommen normal ist kalte Füße zu haben. Relevant wird so eine Beobachtung, sobald sie sich als Veränderung einstellt. Dinge also, die jetzt anders sind als sonst immer. Das gilt sicher nicht nur für Diabetes-Patienten, doch sind diese als Risikogruppe sicherlich zu einer erhöhten Aufmerksamkeit berufen. Dies gilt auch für einen gewissenhaften und verantwortungsvollen Umgang mit der Therapie und den Terminen der Medikamenteneinnahme. Auch hier sind Diabetes-Patienten nicht allein auf der Welt. Es gibt zahlreiche Krankheitsbilder, in deren Verlauf die tägliche Einnahme von Medikamenten nötig ist. Diabetiker tragen also kein Kreuz, welches nicht auch von anderen schon getragen wurde. Wie bei anderen chronischen Erkrankungen ist jedoch auch der Rückhalt innerhalb einer Familie wichtig und fördert den richtigen Umgang mit einer Krankheit. Auch hier können Gespräche mit einem Arzt hilfreich sein.