Autor : Michael
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Diabetes erkennen - Wie merke ich, dass ich betroffen bin?

Diabetes (Zuckerkrankheit) ist hierzulande keine seltene Erscheinung. Aktuell ist fast jeder zehnte Bundesbürger von Diabetes betroffen oder gefährdet. Bei einer so hohen Frequenz wäre es leichtsinnig, wenn nicht gar fahrlässig, davon auszugehen, man wäre gegen diese Krankheit immun. Diese Annahme trifft unter dem Strich zwar auf den größeren Teil der Diabetes-Patienten zu, doch wer möchte sich in solchen Fragen auf das dünne Eis der Spekulation begeben?

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Angeboren oder selbst gebastelt?

Patienten des Diabetes-Typ-1 leiden an einer genetisch bedingten Fehlfunktion der Bauchspeicheldrüse und sind sozusagen mit dieser Krankheit geboren. Die Krankheit wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit schon im Kindesalter von einem Arzt diagnostiziert und auch behandelt.

Der größere Teil der Diabetes mellitus Erkrankungen lässt sich jedoch dem Diabetes-Typ-2 zuordnen, der keinesfalls angeboren, sondern vielmehr selbstgebastelt ist. Hier wäre ein kritischer Umgang mit dem eigenen Lebenswandel und entsprechenden Entscheidungen sehr sinnvoll. Sicher wird man sich solchen Überlegungen nur mit Unlust zuwenden und im Zweifelsfall auch auf Argumentationen zurückfallen, wie dem berüchtigten Fall des Großvaters, der zwar geraucht habe wie ein Schornstein, doch der trotzdem über neunzig geworden ist, um dann eines vollkommen natürlichen Todes zu sterben. Solche Fälle gibt es natürlich und allein die Tatsache, übergewichtig zu sein und sich dabei überhaupt kaum bequemen zu können, selbständig zum Kühlschrank zu gehen, setzt nicht voraus, zwingend an Diabetes erkranken zu müssen. Es erhöht lediglich das Risiko, dessen Beurteilung uns allen selbst am besten obliegt.

Wann zum Arzt gehen?

Es gab vor Kurzem in den Medien einen 4-Punkte Test, der zu einem Gespräch mit dem Arzt animieren sollte.

  • Sind Sie über vierzig?
  • Gibt es in Ihrer Familie Diabetes?
  • Sind Sie übergewichtig?
  • Treiben Sie regelmäßig Sport?

Sofern man drei der vier Fragen mit „Ja“ beantworten könne, sei man „Diabetes-gefährdet“ und solle mit seinem Arzt sprechen.

In der Tat ist das Gespräch, respektive der Besuch beim Hausarzt, die wirklich bessere Methode, anstelle einer Selbstdiagnose anhand von Google-Beratung und YouTube-Videos. Wie alle anderen Krankheiten auch, gibt es selbstverständlich auch bei Diabetes eine Reihe von Symptomen, die man an sich spüren wird und die es ernst zu nehmen gälte. Da Diabetes keine Krankheit ist, bei der man gewissermaßen vom Schlag getroffen wird, kann der Krankheitsverlauf durchaus schleichend und unbemerkt vonstattengehen und in schweren Fällen zu nachhaltigen Folgeschäden führen. Seinen Körper zu kennen und auf Veränderungen sensibel zu reagieren, wird unter Umständen dazu beitragen, eine Krankheit wie Diabetes mellitus frühzeitig zu erkennen.

Die körperlichen Beschwerden

Da es sich bei Diabetes in all seinen Erscheinungsformen um eine dauerhafte oder vorübergehende Störung der Bauchspeicheldrüse und deren Funktion handelt, lassen sich auch pathologische (körperliche) Beeinträchtigungen spüren. Erkrankte klagen oft über:

  • Müdigkeit
  • Niedergeschlagenheit
  • Übersteigertes Durstgefühl
  • Unverhältnismäßiger Harndrang

All dies sind Symptome, die für sich vollkommen unterschiedliche Ursachen haben könnten. In der Summe aber böte sich ein klärendes Gespräch mit einem Arzt an, um ggf. auch die letzten Zweifel zu zerstreuen.

Gang zum Arzt für die absolute Gewissheit

Um sicher zu sein, an Diabetes erkrankt zu sein, bleibt der Gang zum Arzt unumgänglich. Hier werden bei begründetem Verdacht Blutzucker- und Insulinwerte gemessen, um die Krankheit zu diagnostizieren und auch anhand der entsprechenden Werte eine geeignete Therapie abzustimmen.

Je nach Klassifizierung des Diabetes-Typs wird der Arzt mit dem Patienten eine medikamentöse Therapie abstimmen, die den Patienten in den meisten Fällen sein Leben lang begleitet, da Diabetes in seinen beiden Haupttypen zwar ärztlich kontrolliert, jedoch nicht „geheilt“ werden kann. Eine medikamentös regulierende Therapie ist absolut notwendig, um Folgeerkrankungen der Diabetes auszuschließen, bzw. diese rechtzeitig zu erkennen. Neben organischen Fehlfunktionen wäre allein die Verdickung des Blutes durch Überzuckerung ein Grund, solche möglichen Folgen nicht zu unterbewerten, da hier nicht selten lebensbedrohliche Zustände herbeigeführt werden können, die durch eine bloße Erkrankung an Diabetes mellitus nicht zum Tragen kämen. Auch wenn eine Krankheit wie Diabetes sicherlich nie willkommen sein wird, können Kranke in der Regel ganz normal ihrem Lebensentwurf und gewohnten Aktivitäten nachkommen, ohne mit weitreichenden Einschränkungen rechnen zu müssen. Wichtig ist lediglich, mit ärztlicher Begleitung das Auge auf dem Ball zu behalten, um den Krankheitsverlauf, wenn nötig, dirigieren zu können.

Ist Prävention möglich?

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Sofern man sich selbst als „potentiell gefährdet“ empfindet, empfiehlt sich ein wenig Prävention und das Ausklammern von Risikofaktoren. Hier gelten für Diabetes absolut keine „Regeln“, die man nicht an anderer Stelle schon unzählige Male gehört hat. Gesunde und ausgewogene Ernährung und ein medizinisches Maß an körperlicher Bewegung werden niemanden vor unüberwindbare Hürden stellen.

Das Vermeiden von Übergewicht wird auch anderen Krankheiten und Beschwerden vorbeugen und „körperliche Bewegung“ in einem medizinisch sinnvollen Kontext bedeutet keinen Leistungssport, sondern allenfalls ein paar tägliche Spaziergänge bei gemäßigtem Tempo.

Unter dem Strich gilt für Diabetes die gleiche Aufmerksamkeit, wie für jede andere Veränderung an Körper und Geist. Das Problem bei einer Krankheit wie Diabetes ist lediglich eine Unkenntnis der Symptome und Warnzeichen. Bei einer sich ankündigenden Grippe wird jeder spätestens einen Tag vorher wissen, dass man in Kürze mit einer Familienpackung Papiertaschentücher in seinem Bett sitzt und leidend vor sich hin röchelt. Bei Diabetes sind die Symptome weit weniger offensichtlich und verleiten eher dazu, sie als Symptome dieser Krankheit zu übersehen. Wir alle kennen Tage, an denen man schlapp und müde ist, oder nach jeder Tasse Kaffee auf die Toilette rennt. Wichtig ist, seinen Körper zu kennen und solche Veränderungen richtig einzuschätzen, oder im Zweifelsfall lieber einmal mehr zum Arzt zu gehen, als einmal zu wenig.

Diabetes in der Zukunft: Was ist zu erwarten?

Man wird davon ausgehen können, dass die Medizin in der Zukunft weitere Möglichkeiten für die Langzeittherapie von Diabetes entdecken wird. Dies lässt sich daran ableiten, dass das hohe Aufkommen dieser Krankheit so maßgeblich ist, dass Ministerien und Forschungszentren spezifisch für Diabetes Gelder und Budgets bereitstellen, wie man sie sonst nur von der Krebsforschung oder Prothetik kennt. Diabetes ist ein Thema in Ländern der westlichen Gesellschaft. Dies wiederum schließt ein, dass Betroffenen ein vielfältiges Angebot an Informationen und Hilfen zur Verfügung steht. Angefangen von ärztlicher Betreuung über Selbsthilfegruppen und bis hin zu Fachkliniken.

Selbst Politik und Wirtschaft gehen mit diesem Thema um, wenn man in öffentlichen Debatten nach Möglichkeiten sucht, den Anteil von Zucker in Lebensmitteln zu verringern oder auf ein gesundes Maß zu bringen. In jedem Fall aber sollte jeder, der sich gefährdet oder gar bedroht fühlt, ein Gespräch mit seinem Hausarzt suchen, um jeden Zweifel auszuschließen.