Autor : Michael
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Diabetes - Alles über die Volkskrankheit!

Diabetes ist ein Leiden, das weite Bevölkerungsschichten betrifft und weder Jung noch Alt verschont. Was sind die Ursachen dieser Zivilisationskrankheit? Wie lebt es sich mit Diabetes? Welche Faktoren spielen eine Rolle? Gehen wir gemeinsam der Gruppe von Erkrankungen, die mit Störungen des Insulinhaushaltes einhergeht, auf den Grund!

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©Bild von Tumisu auf Pixabay

Diabetes in Zahlen

Das Bundesgesundheitsministerium klassifiziert Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) als einen Überbegriff für verschiedene Störungen des Stoffwechsels. Die Medizin diagnostiziert gar verschiedene Typen von Diabetes. Diabetes mellitus – vorwiegend bezogen auf den Typ 2 – ist zu einer weltweit verbreiteten Massenerkrankung geworden. Die IDF spricht von der „Epidemie des 21. Jahrhunderts“. In Deutschland leiden circa 7,2 % der Erwachsenen im Alter von 18 bis 79 Jahren an Diabetes mellitus. Das sind fast jeder zehnte Erwachsene und insgesamt über sieben Millionen Menschen in Deutschland. Die Verteilung auf Männer und Frauen ist dabei relativ ausgeglichen.* Hier wird ein Anstieg beobachtet: 1998 wussten 4,7 % der Männer und 5,7 % der Frauen, dass sie an Diabetes erkrankt sind, 2008/11 war dies bei 7,0 % der Männer und 7,4 % der Frauen der Fall. Insgesamt gab es zwischen diesen beiden Untersuchungen einen Anstieg bekannten Diabetes von 5,2 auf 7,2 %. Ein gutes Drittel dieses Anstiegs ergibt sich aus der Alterung der Bevölkerung.

In Deutschland werden bereits 20 % der Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherungen für die Behandlung von Diabetes und seiner Begleit- und Folgeerkrankungen verwendet. Die Ausgaben für die Behandlung der Zuckerkrankheit und ihrer Folgen beliefen sich 2005 auf rund 25 Milliarden Euro. In Deutschland reagiert das Bundesgesundheitsministerium mit der Bereitstellung von jährlich 3 Millionen Euro SSzusätzlich, die ausschließlich für Diabetesprojekte zur Verfügung stehen. Dieses Geld steht für verschiedene Therapie- und Präventionsprojekte aller Diabetes-Typen bereit und wird zu einem großen Teil von Diabetes-Organisationen koordiniert.

* Daten anhand der repräsentativen Befragungs- und Untersuchungsdaten der Bundes-Gesundheitssurvey 1998 (BGS98) und der DEGS-Studie von 2008 bis 2011 (DEGS1) nachvollziehbar.

Diabetes Typen in der Medizin

Die Medizin unterscheidet verschiedene Diabetes-Typen. Das ist notwendig um Das jeweilige Ursachen- und Krankheitsbild zu spezifizieren und für jeden Patienten eine möglichst individuelle Therapie anbieten zu können. Hauptsächlich unterscheidet die Medizin das Krankheitsbild in:

  • Typ 1
  • Typ 2
  • Typ 3
  • Weitere Klassifizierungen

Diabetes Typ 1

Bei Diabetes-Patienten des Typen 1 wird die Krankheit durch ein Versagen der Bauchspeicheldrüse, die das Hormon Insulin produziert, verursacht. Diese Krankheit beginnt überwiegend schon im Kindesalter und ist nicht "heilbar". Die Patienten müssen also ihr ganzes Leben lang diesen Insulinmangel ausgleichen und sich Insulin selbst spritzen.

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©Bild von Myriam Zilles auf Pixabay

Es gibt inzwischen geeignete Injektionswerkzeuge, sodass sich jeder Patient auch ohne Besuch bei einem Arzt oder medizinisches Fachpersonal eine solche Spritze verabreichen kann.

Nicht bei jedem Patienten versagt die Bauchspeicheldrüse ihren Dienst bereits in der Kindheit. Insbesondere das Lebensmodell westlicher Nationen leistet einem weiteren Typ Diabetes Vorschub: Dem Typ-2-Diabetes, auch Altersdiabetes genannt.

Diabetes Typ 3

Unter Typ 3 werden Diabetes-Erscheinungen als Symptom oder Folge einer übergeordneten Erkrankung klassifiziert. Das können die Erkrankung oder Entfernung der Bauchspeicheldrüse, eine Schilddrüsen-Überfunktion, Akromegalie oder Morbus Crushing sein. Die Einnahme bestimmter Medikamente kann als Nebenwirkung ebenfalls zur Entstehung dieser Krankheit führen.

Die Gefahren von Diabetes

Auch und obwohl Diabetes im Alter an sich keine lebensbedrohliche Angelegenheit ist, birgt die Krankheit einige ernste Gefahren. Insbesondere eine Überzuckerung des Blutes (Hyperglykämie) kann dazu führen, dass Blut dickflüssiger wird und Blutplättchen sich leichter verkleben. Dies kann zu gefährlichen Thrombosen führen, die in Regionen des Herzens oder Gehirns in schnell tödlich endenden Herzinfarkten oder Schlaganfällen gipfeln. Patienten dieser beiden Krankheiten nehmen in der Folgetherapie lebenslang Medikamente, die Flüssigkeit und Zuckergehaltes des Blutes regulieren. Stoffwechselbedingte Faktoren, die solchen Medikamenten entgegenwirken erhöhen also die Wahrscheinlichkeit solcher tödlichen Infarkte ungemein.

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©Bild von silviarita auf Pixabay

Wie funktioniert die Regulation des Blutzuckerspiegels überhaupt?

Die Regulation des den Blutzucker kontrollierenden Hormons Insulin geschieht bei einem gesunden Menschen über die Aufnahme der täglichen Nahrung. Der Verdauungsapparat baut die mit der Nahrung aufgenommenen Kohlenhydrate (aus Früchten, Getreideprodukten, Kartoffeln, Mais, Reis) zu Glukose (Traubenzucker) ab, die anschließend über die Darmwand in das Blut aufgenommen und im gesamten Körper verteilt wird. Das in der Bauchspeicheldrüse produzierte Insulin sorgt für den Transport von Glukose ins Zellinnere, wo die Glukose anschließend zur Energiegewinnung verbraucht wird (Glykolyse). Darüber hinaus bewirkt Insulin auch eine Speicherung von Glukose in Form von Glykogen in der Leber sowie in den Muskelzellen, wodurch der Blutzuckerspiegel nach der Nahrungsaufnahme in engen Grenzen gehalten wird. In diesem Kontext ist es also unnötig zu erwähnen, wie wichtig eine gesund-ausgewogene Ernährung für den Stoffwechsel ist.

Übergewicht als Hauptproblem

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©Bild von Bruno Glätsch auf Pixabay

Übergewicht gilt als eine der Hauptursachen für Diabetes. Insbesondere übermäßiges Bauchfett um innere Organe wie Leber oder Bauchspeicheldrüse, verursacht durch eine fett- und zuckerlastige Ernährung, gilt als Risikofaktor. Neben der angeborenen Insulinunempfindlichkeit resultiert aus dem Übergewicht eine zusätzliche Insulinresistenz der insulinabhängigen Körperzellen. Wird eine derartige Zelle bei gesunden Menschen mit Insulin stimuliert, werden vermehrt Glukose-Transportproteine vom Typ 4 in die Zellmembran eingefügt. Bei Typ-2-Diabetikern ist unter anderem dieser Mechanismus gestört.

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©Bild von Pete Linforth auf Pixabay

Über Hormone & Gene...

Selbstverständlich gibt es auch umweltbedingte Risiken und andere Typen von Diabetes, wie genetische Defekte der Insulinwirkung (Insulinresistenz) oder natürliche hormonelle Veränderungen des Körpers, wie bei einer Schwangerschaft oder den Wechseljahren, die zu einer Störung des Stoffwechsels führen können oder diesen zumindest begünstigen. Ungeachtet dieser Risikofaktoren wird heute bei jeder schwangeren Frau zwischen der 24. und 28. Schwangerschaftswoche ein Zuckerbelastungstest (auch: oraler Glucose-Toleranztest) empfohlen. Allein durch die Vorsorgeuntersuchungen während einer Schwangerschaft ist die Gefahr einer "unbemerkten Erkrankung" von Mutter oder Kind während der Schwangerschaft verschwindend gering. Ganz anders verhält es sich mit den hormonellen Veränderung während des Älterwerdens. Hier empfiehlt sich ein freiwilliger Gang zum Hausarzt, um mögliche Risiken schon im Vorfeld einzuschränken oder rechtzeitig zu erkennen. Dies gilt insbesondere für Senioren, die ihr Leben noch allein und selbständig gestalten. Bei der Unterbringung in einer betreuten Pflegeeinrichtung oder selbst bei häuslicher Pflege wird das Pflegepersonal auf mögliche Veränderungen rechtzeitig reagieren. Stoffwechselstörungen wie Diabetes entstehen nicht "über Nacht", sodass regelmäßige Untersuchungen beim Hausarzt schon einen großen Teil des Risikos vermindern. Gleichzeitig wird der Hausarzt ausreichend Tipps und Anleitungen für eine individuelle und geeignete Lebensführung bereit haben. "Gesund bleiben" ist also auch und insbesondere im Alter keine Hexerei, sondern nicht zuletzt auch Gegenstand der eigenen Verantwortung und Umsicht.

Wie geht es nun weiter?

Dieser einleitende Artikel kratzt lediglich an der Oberfläche, aber illustriert bereits in Ansätzen effektiv, wie ernstzunehmend Diabetes ist. In den Folgeartikeln dieser Kategorie erfährst du allerdings noch viel mehr und kannst dich besser auf die Krankheit vorbereiten. So gelingt es dir unter Umständen sogar, ihr zuvorzukommen, oder aber Personen in deinem Umkreis zu helfen. Schau gern in die weiteren Artikel bei Alterix rein!