Die Wechseljahre - Alles, was du darüber wissen solltest!

Die Wechseljahre (Klimakterium) sind etwas, worauf jede Frau eigentlich gern verzichtet. Die meisten Frauen denken dabei an Hitzewallungen, schwindende Libido und Zickereien. Damit kannst du leben, denkst du an dieser Stelle? Hier erfährst du, mit welchen Beschwerden du zusätzlich rechnen musst, wie du damit umgehen kannst und welche Möglichkeiten der Hilfe, Therapie und weitere Hilfestellungen existieren, damit du gut durch die Wechseljahre kommst - ohne völlig durchzudrehen.

Die einzelnen Beschwerden - ein Überblick

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Die geläufigsten Beschwerden, von denen du mit Sicherheit schon gehört hast, sind die eben bereits angesprochenen Hitzewallungen und unberechenbare Stimmungsschwankungen. Sämtliche Beschwerden werden aufgrund der Hormonumstellung während der Wechseljahre hervorgerufen. Diese führt bei einigen Frauen sogar bis hin zu depressiven Verstimmungen. Manche Frauen weinen viel und wissen nicht weshalb, im nächsten Moment sorgen sie sich oder sind wahnsinnig gereizt. Körperlich zeigen sich die Wechseljahre in vielerlei Hinsicht. Neben Blasenschwäche, trockenen Schleimhäuten oder schmerzenden Gelenken treten bei vielen Frauen auch Haarausfall, brüchige Nägel, fahle Haut und Müdigkeit auf. Zu betonen ist jedoch, dass es nicht sein muss, dass du alle hier aufgeführten Symptome auch tatsächlich so erleben wirst. Die Wechseljahre sind von Frau zu Frau unterschiedlich und zeigen sich auf viele verschiedenen Arten.

Umgang mit den verschiedensten Beschwerden

Wichtig ist für dich zu wissen, wie du mit den jeweiligen Beschwerden umgehst. Der richtige Umgang ermöglicht dir, die Wechseljahre leichter zu überstehen. Für die typischsten Beschwerden erfährst du hier, welche Vorgehensweisen sich im Umgang empfehlen.

Umgang mit Hitzewallungen

Hitzewallungen zeigen sich während der Wechseljahre bei jeder Frau unterschiedlich. Die eine erlebt sie mehrmals täglich verbunden mit einem hochroten Kopf und beschleunigtem Herzschlag. Die andere ist selten davon betroffen, jedoch dann sehr intensiv und über einen längeren Zeitraum hinweg. Welcher Typ du bist, wirst du leider erst erfahren, wenn es soweit ist. Die Ursache liegt jedoch immer an einer plötzlichen Weitung der Blutgefäße, die hormonell bedingt ist. Eine vermehrte Ausschüttung von Adrenalin und einen zunehmenden Östrogenmangel sehen Ärzte als Hauptursache. Diese Weitung bewirkt u.a., dass die äußeren Hautbereiche stärker durchblutet werden, wodurch die angesprochene Rötung der Haut hervorgerufen wird. Bei einigen Frauen reagiert der Kreislauf ganz natürlich auf diese Situation und beschleunigt den Herzschlag. Das hört sich alles ziemlich dramatisch an, du kannst jedoch Einiges dagegen tun:

  • Heilpflanzen
  • Physikalische Therapieverfahren
  • Hormonersatztherapie

Viele Frauen vertrauen der Kraft der Natur und bevorzugen Heilpflanzen wie beispielsweise die Traubensilberkerze, Schafgarbe oder Salbei, welche jeweils in Tablettenform dargereicht werden. Ob dies bei dir hilft, ist eine andere Sache, da jeder Körper individuell ist. Aber Versuchen schadet keineswegs: Probiere es selbst aus!

Eindeutiger, da der weibliche Körper physikalisch betrachtet immer gleich funktioniert, sind physikalische Therapieverfahren. Dazu zählen Wechselduschen, Akupunktur oder auch Moorbäder.

Eine Hormonersatztherapie (HRT) wird von den meisten Medizinern als letzte Möglichkeit in Betracht gezogen; nämlich dann, wenn die Wechseljahre dein Leben völlig aus der Bahn werfen. Wie der Name schon sagt, werden deinem Körper Ersatzstoffe für die mangelnden Hormone zugeführt, was einen großen Eingriff in deinen Hormonhaushalt darstellt. Dieser Eingriff kann jedoch Krankheiten wie beispielsweise Brustkrebs oder Thrombose begünstigen. Ob für dich eine HRT in Frage kommt, musst du demnach gründlich überlegen.

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Umgang mit Blasenschwäche

Mit sinkendem Östrogenspiegel wird die Blase stark beeinflusst. Das Bindegewebe, welches die Blase stützt, wird schwächer. Dadurch verliert die Muskulatur der Blase an Halt. Folge ist, dass du entweder plötzlichen Harndrang verspürst oder dass du unfreiwillig Urin verlierst. Vor allem beim Lachen oder Niesen kann dies vermehr auftreten. Zudem reagiert deine Blase durch die hormonelle Umstellung auch auf Stoffe, die im Urin enthalten sind. Diese Stoffe haben Einfluss auf den Blasenschließmuskel. Das wiederum begünstigt das Eindringen von Bakterien in die Harnröhre, was zu Blasenentzündungen führt. Zu vergleichen ist das Ganze mit dem Zustand deiner Blase nach einer Schwangerschaft: Du bekommst also ggf. bereits früher einen Einblick, was deine Blase während der Wechseljahre erwartet.

Das Gute ist allerdings, dass sich ebenso wie nach einer Schwangerschaft gezielt dagegen arbeiten lässt: Mit regelmäßigem Beckenbodentraining stärkst du deine Beckenbodenmuskulatur. Ein gut trainierter Beckenbogen ermöglicht erneuten Halt für deine Blase. Du musst allerdings beachten, dass du die Übungen wirklich richtig ausführst, denn sonst wirken sie kontraproduktiv. Es ist sehr schwierig, einen Muskel zu trainieren, von dessen Existenz du - es sei denn du bist bereits Mama - bis eben noch nichts wusstest... Auch Hormonersatzpräparate haben das Potenzial, einer Blasenschwäche entgegenzuwirken. Hier verhält es sich allerdings ebenso wie bei den Hitzewallungen: Ersatzhormone führen unter Umständen zu weitaus schlimmeren Krankheiten.

Umgang mit trockenen Schleimhäuten

Neben der Nasenschleimhaut, wogegen einfache Pflegeprodukte hilfreich sind, ist es vor allem die Vaginalschleimhaut, welche aufgrund des Östrogenmangels an Feuchtigkeit verliert. Mögliche Folgen:

  • Jucken
  • Brennen
  • Schmerzen

Hinzu kommt, dass eine trockene Vaginalschleimhaut anfälliger für bösartige Bakterien ist, was wiederum zu Infektionen führt. Die in der Schleimhaut vorhandenen Milchsäurebakterien, die den natürlichen pH-Wert regeln, arbeiten auf einer trockenen Schleimhaut weniger intensiv. Ein ungünstiger pH-Wert ist die Folge, durch welchen ein guter Nährteppich für Bakterien geschaffen wird.

Gegen Scheidentrockenheit gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten: Die Gabe von Hormonersatzpräparaten ist zwar möglich, allerdings wenig begründet, da der Einfluss der Beschwerden auf das alltägliche Leben kaum wahrnehmbar ist. Eine HRT steht demnach in keinem Verhältnis zu den Beschwerden. Es besteht jedoch die Möglichkeit, Präparate einzunehmen, welche direkt und nur von der Vaginalschleimhaut aufgenommen werden. Dies sind beispielsweise Vaginalzäpfchen, Cremes und Tabletten. Dies bedeutet, dass die zugeführten Hormone ausschließlich dort aufgenommen werden, wo sie wirken und somit keinen weiteren Einfluss auf deinen Körper haben.

Umgang mit depressiven Verstimmungen

Depressive Verstimmungen sind ein ernst zu nehmendes Symptom in den Wechseljahren. Häufig bist nicht nur du, sondern sind auch indirekt deine Mitmenschen betroffen, welche deinen Zustand bemerken. Unbehandelt stellen depressive Verstimmungen für die meisten Frauen eine große Herausforderung dar, denn die wenigsten wissen, wie sie damit umgehen. Auch deine Mitmenschen sind wahrscheinlich ratlos, da sie im Unklaren sind, was dir Besserung verschafft. Das Schwierige bei depressiven Verstimmungen ist, dass du sie erst einmal selbst nicht wahrnimmst und dein Umfeld nicht benennen kann, was dir fehlt. Zudem sind depressive Verstimmungen in den Wechseljahren unberechenbar: Sie verschwinden so plötzlich, wie sie aufgetreten sind.

Hormonelle Umstellung in den Wechseljahren

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Östrogene und Progesteron sind die wichtigsten weiblichen Sexualhormone. Mit Beginn der Menopause ist die Anzahl an entwicklungsfähigen Eizellen in den Eierstöcken auf Null gesunken. Es wachsen also keine Follikel mehr heran, was wiederum den hormonellen Regelkreislauf verändert.

Östrogendominanz in der Perimenopause

Während eine Frau fruchtbar ist, produzieren die monatlich heranreifenden Follikel das Hormon Östrogen. In der Perimenopause nimmt die Funktion der Eierstöcke stark ab. Die Eierstöcke reagieren kaum noch auf bestimmte Steuerungselemente und follikelstimulierende Hormone werden vermehrt ausgeschüttet. Das bedingt eine verstärkte Östrogenbildung. Gestagen und Progesteron steigen während dieser Zeit nicht an, wodurch es zu einem Progesteronmangel kommt. Progesteron ist für die Regulierung von Östrogen zuständig. Bei zu niedrigem Progesteron wird das Östrogen nur unzureichend reguliert. Somit kommt es zur Östrogendominanz.

Östrogendominanz führt bei Frauen häufig zu Zwischenblutungen, Vorblutungen und verstärkten Blutungen mit Unterleibschmerzen in der zweiten Zyklushälfte. Darüber hinaus sind Hitzewallungen möglich, da der Östrogenspiegel von Jetzt auf Gleich stark absinkt. Kreislaufschwierigkeiten sind ebenfalls eine potenzielle Begleiterscheinung.

Östrogenmangel in der Menopause

Mit der Zeit gibt es zu wenige Follikel, die in den Eierstöcken heranreifen können. Die Eierstöcke stellen demnach allmählich die Produktion der weiblichen Hormone vollständig ein. Die Periode ist Geschichte. Das Ausbleiben der Periode über einige Monate ist allerdings nicht aussagekräftig. Erst, wenn die Periode länger als ein Jahr ausbleibt, ist davon auszugehen, dass du die Menopause erreicht hast. Dies geschieht, wenn deine Eierstöcke ihre Funktion vollständig aufgegeben haben.

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Hormonersatztherapie (HRT) als Lösung?

Bei Hormonmangel besteht die Möglichkeit einer Hormonersatztherapie. Dies bedeutet, dass der entstehende Hormonmangel durch künstliche Hormone ausgeglichen wird. Die Hormone werden dir dabei von außen zugeführt. Ist die Konzentration an Hormonen mithilfe einer HRT wieder auf einem normalen Level, nehmen die Beschwerden ab und sind letztlich vollständig verschwunden. Voraussetzung ist jedoch, dass die in den Wechseljahren auftretenden Beschwerden wirklich erst mit dem Auftreten der Wechseljahre begonnen haben, d.h. wenn sie sicher auf die Wechseljahre zurückzuführen sind.

Und auch dann eignen sich nicht alle Beschwerden in den Wechseljahren für eine HRT. Im Fokus stehen vor allem Hitzewallungen und Gewebeschwund der Vaginalschleimhaut, aufgrund dessen urologische Beschwerden entstehen. Diese Beschwerden werden mittels einer HRT sicher behoben. Keine Indikation für eine HRT stellen beispielsweise Depressionen oder Osteoporose dar. In diesen Fällen wird eine HRT nur dann empfohlen, wenn das Risiko von Knochenbrüchen sehr hoch eingeschätzt wird und zudem eine Unverträglichkeit gegenüber anderen Medikamenten gegen Osteoporose besteht.

Wenn du eine HRT in Erwägung ziehst, ist eine eingehende ärztliche Untersuchung vonnöten. Zudem wirst du von einem Arzt detailliert zu deinen Beschwerden befragt. Unter Umständen ist die Bestimmung deines Hormonspiegels durch eine Blutuntersuchung notwendig. Basierend auf diesen Ergebnissen wird schließlich abgewogen, ob eine HRT und die damit verbundenen Risiken mit deinen Beschwerden in Relation stehen. Fällt die Entscheidung für eine HRT, hält sich die Medizin an folgenden Grundsatz:

Verwendung der niedrigsten effektiven Dosis über eine individuell erforderliche Behandlungsdauer

Im Verlauf sind regelmäßige Überprüfungen notwendig, um sicherzustellen, dass sich deine Beschwerden im Rahmen der HRT bessern. Wie lange eine HRT durchgeführt wird, ist individuell verschieden, weswegen dafür keine Empfehlungen oder Richtwerte existieren. Soll die HRT beendet werden, so ist darauf zu achten, dass du die Medikamente nicht von einem Tag auf den anderen, sondern über einen längeren Zeitraum langsam absetzt. Als Zeitraum fürs Absetzen werden üblicherweise einige Monate festgelegt. Stellst du fest, dass mit Abnahme der Medikamente die Beschwerden erneut zunehmen, ist eine Verlängerung der HRT möglich.

Wirkstoffe und Darreichungsformen der Hormonersatztherapie

Es existieren zwei Arten der Hormonersatztherapie:

  • Monotherapie
  • Kombinationstherapie

Bei der Monotherapie werden nur Östrogene als Ersatzpräparate verwendet. Für diese Variante entscheidet man sich, wenn die Beschwerden ausschließlich auf den Hormonmangel zurückzuführen sind. Es handelt sich somit um eine Östrogensubstitution. Auf der anderen Seite gibt es die Kombinationstherapie, bei welcher Östrogene und Gestagen miteinander kombiniert verabreicht werden. Die Hormonersatzpräparate werden entweder über den Mund verabreicht (oral) oder über die Haut (transdermal). Neben Tabletten existieren Ersatzpräparate als Pflaster, Cremes oder Gel. Für den Vaginalbereich werden Vaginalzäpfchen oder auch Vaginalringe und Pessare verwendet.

Phytoöstrogene: Natürliche Alternative

Neben den chemischen Hormonersatzpräparaten gibt es solche aus der Alternativmedizin - die Phyto-Therapeutika. Dabei handelt es sich um pflanzliche Medikamente, welche auf natürliche Art und Weise den Hormonspiegel angleichen. Jedoch existieren bislang keine eindeutigen und aussagekräftigen Studien über deren Wirksamkeit sowie Verträglichkeit. Aus diesem Grund sprechen wir dir an dieser Stelle keine Empfehlung für derartige Produkte aus.

Nutzen und Risiken der Hormonersatztherapie

Wie du bereits gelesen hast, ist eine Hormonersatztherapie unter Umständen mit gesundheitlichen Risiken verbunden. Dazu gehören:

  • Brustkrebs
  • Thrombose
  • Schlaganfall

Aus diesem Grund ist eine Risiko-Nutzen-Abwägung unerlässlich. Du musst dir dessen bewusst werden, inwiefern deine Beschwerden, deren Intensität und die Art, wie sie dein Leben beeinflussen, im Verhältnis zu eventuell daraus resultierenden Krankheiten stehen. Die Tatsache, dass du jederzeit in Rücksprache mit deinem Arzt oder deiner Ärztin die Art der Therapie, deren Dauer und die Dosierung der Medikamente abändern kannst, hilft dir bei der Entscheidungsfindung.

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©Bild von Rustle/shutterstock_1008356749 auf Alterix

Als Hormonersatzpräparate kommen verschiedene Wirkstoffe in Betracht. Je nach Wirkstoff, sind die eventuellen Risiken unterschiedlich. Entscheidungskriterien für die einzelnen Wirkstoffe sind die folgenden:

  • Eigene und familiäre Krankengeschichte
  • Alter
  • Zeitpunkt der Menopause

Du hast vor der Entscheidung für eine HRT über deine Vorerkrankungen nachzudenken und diese deinem Arzt oder deiner Ärztin mitzuteilen. Zudem ist es aufschlussreich, wenn du über eventuelle Erkrankungen in deiner Familie Kenntnis hast. Lässt sich aus der familiären Krankengeschichte erschließen, dass ein erhöhtes Risiko bei einem der Wirkstoffe besteht, kannst du auf ein anderes Hormonersatzpräparat mit einem anderen Wirkstoff zurückgreifen. Zudem sind dein Alter und der Zeitpunkt deiner Menopause wichtig für die Entscheidung, welches Präparat für dich geeignet ist. Bei jüngeren Frauen haben einige der Hormonersatzpräparate den Ruf, präventiv gegen Dickdarmkrebs, Herzinfarkt und Diabetes mellitus Typ II zu wirken.

Risikofaktor #1: Brustkrebs

Vor allem bei Frauen ab dem 60. Lebensjahr steigt das Risiko für das Auftreten von Krankheiten infolge einer Hormonersatztherapie. Insbesondere für Brustkrebs ergeben sich unberechenbare Risiken, wenn die Hormonersatztherapie länger als 3 bis 5 Jahre andauert. Mittels einer zusätzlichen Gabe von Gestagenen wird dieses Risiko verringert, wodurch Frauen ab dem 60. Lebensjahr häufiger zu einer Kombinationstherapie als zu einer Monotherapie geraten wird.

Risikofaktor #2: Thrombose

Studien belegen, dass zumindest bei Frauen mit familiären Vorbelastungen oder mit höherem Alter das Risiko einer Thrombose ansteigt. Bei der Thrombose handelt es sich um eine Verstopfung der Blutgefäße durch körpereigene Substanzen. Bist du beispielsweise übergewichtig oder lagst aufgrund einer Verletzung über eine längere Zeit im Bett, zählst du ebenso zu den Thrombose-anfälligen Frauen. Es zeigte sich jedoch in Studien, dass das Risiko einer Thrombose nur dann steigt, wenn das entsprechende Hormonersatzpräparat oral verabreicht wurde. Bei transdermalen Präparaten war dies nicht zu beobachten.

Außerhalb einer HRT gibt es zahlreiche weitere Faktoren, die das Risiko für Brustkrebs sowie Herz-/Kreislauferkrankungen erhöhen:

  • Starkes Übergewicht
  • Bewegungsmangel
  • Regelmäßiger Alkoholkonsum
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Anpassung des Lebensstils in den Wechseljahren

Der Hormonmangel während der Wechseljahre kann nur durch Medikamente ausgeglichen werden. Es gibt allerdings Folgeerscheinungen der Wechseljahre, die nicht auf den Hormonmangel zurückzuführen sind. Da während der Wechseljahre deine Muskelmasse abnimmt, sinkt gleichermaßen dein Energiebedarf. Bei gleichbleibender Lebensweise ist Übergewicht somit bereits vorprogrammiert. Dem ist vorzubeugen, indem du entweder deine Ernährungsgewohnheiten änderst und bewusster isst oder, indem du durch Sport und Bewegung deinen Energiebedarf erhöhst. Je mehr Sport du treibst, umso mehr Kalorien verbrennst du und umso mehr darfst du auch nach den Wechseljahren schlemmen.

Mythen über Wechseljahre

Über die Wechseljahre existieren zahlreiche Mythen. Beinahe jede Frau - und komischer-weise auch viele Männer - denken, genau darüber Bescheid zu wissen und geben schließlich auf Familienfesten ihr Wissen zum Besten. Hier zeigen wir dir die fünf größten Mythen, die du über Wechseljahre wissen solltest.

Mythos #1: Die Wechseljahre beginnen mit 50 Jahren

„Na, dann habe ich ja noch 10 Jahre Zeit…“, denkt sich Frau Meier. Pustekuchen. Die Wechseljahre legen aber in der Tat bereits mit 40 Jahren los. Ab da nämlich beginnen die Eierstöcke, weniger Geschlechtshormone zu produzieren. Infolgedessen wird die Periode unregelmäßig, bis sie letztlich völlig ausbleibt. Wie du schon gelesen hast, spricht man von der Menopause, wenn die Periode über einen Zeitraum von einem Jahr ausbleibt. Die Altersangabe 40 ist jedoch relativ zu sehen. Denn es gibt Frauen, die erst mit 55 in die Wechseljahre kommen. Oder kennst du nicht den ein oder anderen Bericht aus den Medien, laut dem beispielsweise eine 60-jährige Frau Mutter von Vierlingen wurde? Die 40 kann man ebenso nach unten relativieren. So gibt es Fälle, bei denen Frauen mit bereits 35 Jahren in die Wechseljahre gekommen sind. Da denkt man sich ja: „Erst dem Teenager-Alter entsprungen, schon in den Wechseljahren!“

Mythos #2: Wechseljahrbeschwerden sind immer hormonbedingt

Das wäre prima, denn es bedeutete: Pille und gut. Leider ist dies nicht der Fall. Bei Männern ist im selben Alter wie bei Frauen zu beobachten, dass sie unter Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Osteoporose leiden. Grund dafür ist, dass das entsprechende Alter mehrere möglich Veränderungen mit sich bringt:

  • Die Kinder verlassen die elterlichen vier Wände.
  • Einige treten beruflich kürzer, weil gesundheitliche Probleme dazu zwingen.
  • Manche Ehen leben sich auseinander.
  • Es ist plötzlich mehr Zeit für Karriere oder Hobbies.

Diese Dinge sind häufig mit Stress verbunden und dieser wirkt sich wiederum auf das körperliche und seelische Wohlbefinden aus.

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Mythos #3: Die Zähne bleiben von den Wechseljahren verschont

Dem ist nicht so. Jede Frau, die bereits Kinder hat, kennt den Spruch:

Jede Schwangerschaft ein Zahn - da hat Frau Wollny ein Problem.

Da ist tatsächlich etwas dran, denn die Hormonumstellung in der Schwangerschaft beeinflusst die Mundgesundheit. Genauso verhält es sich in den Wechseljahren. Der Mundraum wird nun anfälliger für Bakterien und Entzündungen, da das Zahnfleisch weicher wird. Dadurch wird gründliches Putzen noch notwendiger, als es dies sowieso schon ist.

Mythos #4: Spezielle Ernährung, Sport und Pflanzenkraft helfen gegen Wechseljahre

Gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung sind gesundheitsfördernd. Auf Alkohol und Zucker zu verzichten, trägt grundsätzlich zu einem verbesserten körperlichen Wohlbefinden bei. Manche Frauen schwören in den Wechseljahren auf beispielsweise Ginseng, Rotklee oder Kava Kava. Andere lassen sich viele Nadeln in den Körper pieken und gehen zur Akupunktur. Eine Wirksamkeit konnte nie nachgewiesen werden. Pflanzliche Alternativen haben sogar nicht selten vehemente Nebenwirkungen: Kava Kava zum Beispiel war einige Zeit dafür bekannt, Leberschäden zu verursachen, woraufhin dem Präparat die Zulassung entzogen wurde.

Mythos #5: Tote Hose im Bett

Nicht unbedingt. Natürlich treten teilweise Beschwerden bezüglich trockener Schleimhäute auf, die das Sexualleben negativ beeinflussen. Dagegen kannst du aber etwas tun. In der Tat ist es so, dass bei einem nicht geringen Prozentsatz der Frauen die Libido nachlässt. Ebenso steigt die Libido bei einem anderen Teil. Studien belegen mittlerweile, dass eine nachlassende Libido weniger auf die Hormonumstellung zurückführen lässt, als vielmehr auf psychische und physische Probleme, wie beispielsweise körperliche Schmerzen bei Bewegung oder Probleme in der Partnerschaft. Zudem sind einige Medikamente, welche von Frauen in fortgeschrittenem Alter gegen gesundheitliche Probleme eingenommen werden, bekannt dafür, negativen Einfluss auf die Libido zu haben. In einer gut funktionierenden Partnerschaft wird dein Partner bestimmt auf dich eingehen. Wichtig ist, dass du deine Beschwerden und auch deine Veränderungen nicht stillschweigend allein erträgst. Gynäkologe, Freundinnen oder Ärzte sind in den meisten Fällen richtige Ansprechpartner. Aber vielleicht genügt es dir und deinem Partner, neugieriger zu werden und neue Dinge auszuprobieren. Somit kannst du die Wechseljahre in manchen Fällen sogar als Chance sehen. Möglicherweise wird sich dein Liebesleben verändern, doch das muss nicht unbedingt in negative Richtung sein…

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