Autor : Va.wo
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Der Körper im Wandel: Wie Medikamente im Alter anders wirken als bei jungen Menschen

Dass sich unser Körper im Alter verändert, ist ein natürlicher Prozess. Wir bekommen Falten und der Kopf ist von einem grauen Glanz bedeckt. Früher oder später hat jeder mit den natürlichen Folgen des Alters zu kämpfen. Dieser natürliche Prozess umfasst jedoch nicht nur äußerliche Erscheinungen, sondern ebenso geistige und körperliche Fähigkeiten. Unser Körper hat schließlich über Jahrzehnte die verschiedensten Aktivitäten, Krankheiten, Höhen und Tiefen mitmachen müssen. Es ist daher nicht abwegig, dass sich der Körper mit den Jahren verändert und auf äußere Einflüsse anders reagiert- so auch auf Medikamente im Alter. Nicht jede Medikation ist im Alter noch angemessen und die Veränderungen des eigenen Körpers müssen stets berücksichtigt werden.

Auswirkungen der Veränderung der Körperfunktionen im Alter

Die Körperfunktionen im Alter werden mit der Zeit schwächer oder verhalten sich anders, als noch in jungen Jahren. Im Folgenden erklären wir dir, wie einzelne Bereiche des Körpers beeinflusst werden. Dabei in der Diskussion:

  • Darmbewegung & Magensäureproduktion
  • Transport der Nährstoffe ins Blut
  • Ausscheidung von Abfallprodukten in Niere und Leber
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Darmbewegung & Magensäureproduktion

Die Darmflora verändert sich und Nahrungsmittel & Co werden langsamer abgebaut. Noch erschwerend kommt hinzu, dass mit den Jahren unsere Muskulatur abnimmt. Diese ist jedoch ausschlaggebend für den Abtransport im Verdauungstrakt. Der gesamte Prozess dauert deutlich länger, als noch viele Jahre zuvor und Vitamine werden schlechter aufgenommen.

Die zusätzliche Einnahme von Medikamenten beeinflusst die Darmfunktion noch zusätzlich. Insbesondere im Alter sind Blutdrucksenker und ACE-Hemmer keine Seltenheit. Diese begünstigen eine Darmträgheit jedoch verstärkt. Es kommt zu einer Kettenreaktion, die einen ohnehin schon verlangsamten Darm noch zusätzlich schwächt.

Die verlangsamte Magenbewegung kann in Folge dessen eine erhöhte Magensäureproduktion bzw. Sodbrennen auslösen. Sodbrennen gehört für viele Betroffene im Alter fast schon zum bekannten Übel dazu und wird entsprechend toleriert. Doch genau diesen Umstand musst du keineswegs einfach so hinnehmen. Mit einer ausgewogenen und gesunden Ernährung kann das Sodbrennen eingedämmt und die Verdauung angeregt werden. Zusätzlich ist eine ausreichende Wasserzufuhr das Maß aller Dinge. Unser Körper besteht bei der Geburt zu fast 95% aus Wasser. Im Alter nimmt diese Zahl ab, da der Körper nur schwerer Wasser speichern kann. Doch auch dann besteht dieser weiterhin aus 70% und nimmt somit einen wichtigen und großen Teil ein. Es ist daher keine Überraschung, dass wir Wasser für unsere Körperfunktionen dringend benötigen. Dieses hilft dem Darm, die Nahrung besser und schneller aufzuspalten und sich im Zuge dessen, anderen Funktionen zu widmen und die Verdauung wieder anzukurbeln.

Transport der Nährstoffe ins Blut

Der Nährstofftransport in die Zellen unseres gesamten Körpers ist eine der wichtigsten Funktionen. Wichtige Nährstoffe halten unseren Stoffwechsel aktiv und schützen uns vor äußeren Einflüssen. Dieser Transport wird durch eine gesunde Ernährung, die reich an hochwertigen Nährstoffen ist, unterstützt. Um diese leichter in die jeweiligen Zellen zu befördern, sind zudem regelmäßige Bewegung und Sport vonnöten. Gerade diese beiden Punkte reduzieren sich im Alter jedoch enorm. Die Muskulatur baut ab und die allgemeine Abgeschlagenheit nimmt oftmals zu. Genau diesem Umstand ist es daher geschuldet, dass wir körperliche Tätigkeiten weitestgehend einstellen. Dass dies jedoch schwerwiegende Folgen haben kann, ist vielen nicht bewusst.

Studien fanden heraus, dass bestimmte Medikamente zudem nicht mit der Nahrung eingenommen werden sollen. Bestimmte Stoffe können in Verbindung mit Lebensmitteln nicht vom Körper verarbeitet werden und wichtige Vitamine werden folglich einfach ausgeschieden. Antikonvulsiva, das zur Behandlung von epileptischen Anfällen eingesetzt wird, löst bei vielen Patienten einen Vitamin-D-Mangel aus. Protonenpumpeninhibitoren hingegen beeinträchtigen die Aufnahme von Vitamin C, welches wichtig für die Abwehrfunktionen unseres Körpers ist. Besonders im Alter müssen solche Nebenwirkungen beachtet und auf die individuellen Bedürfnisse angepasst werden. Nur so können alle wichtigen Nährstoffe weiterhin ins Blut gelangen und unseren Körper von innen heraus stärken.

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Ausscheidung von Abfallprodukten in Niere & Leber

Unsere Organe begleiten uns ein Leben lang und altern folglich stets mit uns. Dass Niere und Leber ebenfalls davon betroffen sind, ist die logische Schlussfolgerung. Ab der zweiten Lebenshälfte verändern sich diese Organe besonders. Wenn man einen näheren Blick auf unsere Nieren wagt, stellt man schnell fest, dass diese zu einer Höchstleistung imstande sind- und das ein Leben lang! Über Jahrzehnte wurde hier unser Blut gefiltert sowie von Schadstoffen gereinigt. Die Niere lief quasi im Hintergrund stets auf 100%. Doch das hinterlässt deutliche Spuren. Dass die Nierenfunktion im Alter sinkt, ist zunächst jedoch nichts, was besorgniserregend sein muss. Leider ist es jedoch so, dass uns im Alter noch weitere Krankheiten begleiten. Kommen zusätzlich zu einer geschwächten Niere noch Krankheiten wie Diabetes hinzu, kann die Funktion der Niere rapide sinken. Dies kann im schlimmsten Fall ein Nierenversagen zur Folge haben, welches mit Transplantation oder Dialyse behandelt werden muss. Regelmäßige und ausgiebige Kontrollen bei einem Arzt des Vertrauens haben daher höchste Priorität und sollten stets wahrgenommen werden. So kann im Notfall eine Nierenerkrankung frühzeitig erkannt und behandelt werden.

Die Leber steht den Nieren dabei in nichts nach. Auch diese erbringt ein Leben lang Höchstleistungen in unserem Körper und sorgt für unsere Gesundheit. Das Volumen und die Funktion nehmen langsam ab. Kommen zudem Krankheiten wie Diabetes hinzu, erschwert dies die Funktion zusätzlich. Besonders viele verschiedene Medikamente im Alter können erhebliche Folgen für die Leberfunktion haben und nicht mehr wie noch in jungen Jahren abgebaut werden.

Fazit: Im Alter wirken Medikamente oft ganz anders

Unser Körper verändert sich im Laufe eines Lebens bekannterweise stetig. Äußere Einflüsse sowie Krankheiten spielen hierbei eine große Rolle. Giftstoffe müssen ausgeschieden, Medikamente abgebaut und Krankheiten bekämpft werden. Dies alles fällt im jungen Alter noch recht einfach. Medikamente werden innerhalb von Stunden wieder abgebaut und hinterlassen bei uns keine merklichen Spuren. Durch die verlangsamte Darmtätigkeit sowie die teils eingeschränkten Funktionen der Nieren und Leber wirken Medikamente im Alter folglich anders. Tabletten werden nur langsam abgebaut und die Wirkdauer wird somit deutlich in die Länge gezogen. Schlafmittel können noch am nächsten Tag für Müdigkeit sowie Verwirrtheit sorgen und den Betroffenen deutlich im Alltag einschränken. Genau diesen Umstand sollte man sich bewusst machen und die Medikation entsprechend anpassen. In Rücksprache mit dem behandelnden Arzt, ist eine Überprüfung der einzunehmenden Medikamente in regelmäßigen Abständen durchaus sinnvoll. Tabletten, die du bereits vor 20 oder 30 Jahren genommen hast, müssen nicht weiterhin die beste Wahl für deine Behandlung sein. Wir müssen uns mit den Jahren stets unserem Körper anpassen und durch die richtige Ernährung sowie regelmäßige Bewegung eine gute Grundlage schaffen. Mit dieser Grundlage werden auch Medikamente besser vertragen und besser abgebaut.