Autor : Va.wo
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Alternativen zur Schulmedizin: Natürliche Arzneimittel & Co im Alter

Nicht jedes Leiden ist so schlimm, dass man direkt zur üblichen Schulmedizin greifen muss. Vor allem natürliche Heilverfahren und Arzneimittel kommen oft in einer schonenderen Machart daher und versprechen im Alter oftmals auch eine Linderung oder Beseitigung der Beschwerden. Bei nicht ganz so gravierenden Beschwerden, wie beispielsweise Erkältungen und Infekten, kann man hier unkompliziert und schnell Abhilfe schaffen. Bei sehr schweren Krankheiten bleibt die Schulmedizin zwar das Maß aller Dinge, jedoch bieten natürliche Arzneimittel eine hervorragende unterstützende Wirkung. Für viele ältere Patienten und Ärzte stellt sich somit nicht die Frage nach „Schwarz oder Weiß“, sondern man fokussiert ein Miteinander.

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Beispiele für natürliche Arzneimittel

Genauso, wie man in der Schulmedizin für nahezu jede Beschwerde eine passende und heilbringende Behandlungsoption aufweisen kann, so hat man auch in der Welt der natürlichen Arzneimittel ein breitgefächertes Portfolio. Auch im Alter lassen sich mit dieser Herangehensweise Beschwerden jeglicher Form effektiv und gezielt bekämpfen:

  • Johanniskraut
  • Schüßler-Salze
  • Neurodoron-Tabletten
  • Ringelblume
  • Baldrian

Johanniskraut

Ärzte sind sich einig, dass Johanniskrautpräparate bei leichten bis mittelschweren Depressionen eine hervorragende Wirkung haben. Auch bei der sogenannten „Altersdepression“ kann eine schnelle und schonendere Wirkung erzielt werden. Während der Herstellung des natürlichen Arzneimittels wird das gesamte Kraut genutzt. Alle Teile außer die Wurzel finden somit während dieses Prozesses Verwendung. Die Stimmungslage der betroffenen Patienten hellt auf und ängstliche Attacken weichen nach und nach. Auch unruhige Phasen werden durch die Einnahme des Mittels deutlich reduziert.

Schüßler-Salze

Schüßler-Salze weisen fast die gleichen Produktionsverfahren auf, wie man es von homöopathischer Seite aus kennt. Die anfängliche Produktions-Substanz wird stärker und stärker verdünnt. Die Wirkung erfährt hier jedoch keinerlei Beeinträchtigung. Im Gegenteil: Die Wirkstärke soll durch diese Prozedur in die Höhe getrieben werden. Die Salze werden in diversen Darreichungsformen angeboten, darunter Globuli, Tabletten und Tropfen. Schüßler-Salze dienen dem Zweck, Mineralstoffdefizite auszugleichen, sodass die leeren Zellen von Innen wieder erfolgreich aufgefüllt werden.

Neurodoron-Tabletten

Vor allem bei nervösen Phasen, Magenverstimmungen, Nackenproblemen und Konzentrationsstörungen werden Neurodoron-Tabletten häufig angewendet und empfohlen. Das Nerven- und Sinnessystem wird bewusst stabilisiert.

Ringelblume

Die Ringelblume wird häufig bei Entzündungen eingesetzt und lindert die Beschwerden schnell und spürbar. Vor allem Beschwerden der Mund- und Rachenschleimhaut lassen sich mit der Anwendung hervorragend lindern. Nur wenn Allergien gegen die sogenannten „Korbblütler“ bekannt sind, ist von einer Verwendung abzusehen.

Baldrian

Die Pflanzengattung Baldrian wird häufig innerhalb der natürlichen Arzneimittel-Welt angewandt und verspricht unter anderem bei Schlafstörungen und Anspannungen eine Besserung. Die populäre und bekannte Heilpflanze wird oft als Tablettenform verabreicht und erfreut sich flächendeckend einer hohen Beliebtheit.

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Verträglichkeit & Wechselwirkungen beachten

Auch wenn die meisten Naturheilmittel eine sehr schonende Anwendung versprechen, sollte man immer die Vorsicht walten lassen. Eine Rücksprache mit dem Arzt ist ebenfalls ratsam. Die Einnahme ist dabei nicht von tückischer Natur, sondern vielmehr die Vermischung mit anderen Medikamenten. Die Wirkweise von natürlichen Arzneimitteln kann zwar eine schnelle Linderung der Beschwerden herbeiführen, jedoch kann sie auch im Kampf mit anderen, teils überlebenswichtigen Medikamenten stehen. 

Vor allem bei schulmedizinischen Präparaten, die bei Herzleiden, HIV und auch Depressionen eingesetzt werden, treten oftmals in Kombination mit natürlichen Mitteln Komplikationen auf. Häufig verursachen die natürlichen Helfer, dass ein Medikamentenabbau über die Leber anders vonstattengeht, als es ohne sie der Fall wäre. Dies führt zu gefährlichen Situationen, sodass der Rat eines Arztes vorab durchaus von Vorteil ist.

Homöopathie im Alter : Lohnende Alternative?

Auch die Homöopathie kann für ältere Patienten eine lohnenswerte Behandlungsoption darstellen. So, wie man es bereits von schulmedizinischen Darreichungsformen gewohnt ist, weisen auch die homöopathischen Arzneimittel in ihrem Aussehen Unterschiede auf. Salbe, Injektion, Tropfen, Tablette und Globuli haben jedoch alle etwas gemeinsam. Es gelten die standardisierten Regeln des amtlichen homöopathischen Arzneibuchs.

Die verwendeten Ausgangssubstanzen werden in der Homöopathie in 5 Gruppen gegliedert, an denen man sich während des Produktionsablaufes bedient:

  • Pflanzlich
  • Tierisch
  • Anorganisch
  • Organisch
  • Nosoden

Die Produktion setzt sich außerdem aus der Herstellung und dem Potenzieren zusammen. Wird bei der Produktion vor allem die Extrahierung der eigentlichen Arzneikraft in ein Behältnis thematisiert und mit verschiedenen Methoden durchgeführt, so geht es beim Potenzieren eher um das Erwecken der Kräfte. Diese „Erweckung“ und Verstärkung der Arzneimittel-Wirkweise, wird durch ein Schütteln und Verreiben der verdünnten Ausgangsstoffen sichergestellt. Verdünnung und Schütteln bewirken es, dass verborgene dynamische Kräfte sich entfalten und die gesundheitsfördernden Eigenschaften der späteren Mittel gewährleistet sind.

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Wie läuft eine homöopathische Behandlung ab?

Egal, ob eine homöopathische Therapie im Alter oder zu jüngeren Lebenszeiten angegangen wird: Speziell am Anfang führt kein Weg an der Anamnese vorbei. Der behandelnde Homöopath untersucht den Körper dabei quasi wie ein Detektiv. Er möchte so viel wie nur möglich über den Hilfesuchenden herausfinden. Körperliche und geistige Symptome werden gezielt analysiert, damit anhand dieser Erkenntnisse das passende Behandlungsmittel ausgewählt werden kann. Auch die aktuelle Gefühlslage sowie das allgemein betrachtete Wohlbefinden spielen bei der Entscheidungsfindung eine tragende Rolle. Vor allem bei einer Behandlung im fortgeschrittenen Lebensalter ist es oftmals unausweichlich, dass die Schulmedizin weiterhin angewandt wird. Homöopathie und Schulmedizin müssen sich nicht ausschließen, sondern gehen vielmehr Hand in Hand. Der Homöopath wird demnach diese Medikamente in seine Anamnese miteinbeziehen und berücksichtigen. Einer Begleitbehandlung ist nur in den wenigsten Fällen etwas entgegenzusetzen.

Gesundheit im Alter: Änderung des Lebensstils als bestes Mittel

Auch wenn in natürlichen Arzneimitteln und in der Homöopathie viel erfolgsbringendes, linderndes und teils auch heilendes Potential zu erkennen ist, so ist man vor allem im Alter auch immer seines eigenen Glückes Schmied. Ältere Personen können durch eine bewusste Veränderung des eigenen Lebensstils das Ruder herumreißen. Es ist keine Seltenheit, dass durch diesen konstanten und zielorientierten Lebenswandel Verbesserungen oder Beseitigungen von Beschwerden zu erkennen sind.

Was beispielsweise eine sportlichere Gestaltung des Lebens ausmachen kann, zeigt sich im Falle vieler Hypertonie-Patienten. Mehr Sport kann maßgeblich dafür verantwortlich sein, dass der Blutdruck wieder in eine normale bzw. normalere Region übergeht. Dies ist vor allem im Alter eine wichtige Säule in einer Gesamtbehandlung. Da im fortgeschrittenen Alter jedoch nicht alle sportlichen Aktivitäten in Frage kommen, sollte vorab ein Arzt konsultiert werden. Er teilt anhand des Krankheitsbildes und der Werte mit, ob und wenn ja, welche Möglichkeiten in Frage kommen. Komplikationsfreie und sehr leichte Hypertonie-Formen werden meistens sehr gut verbessert.

Egal, ob Rauch-Stopp, weniger Alkohol oder bessere Ernährung: Die Optimierungsliste kann schier endlos weitergeführt werden. Es macht einem deutlich, dass man viel zu seinem eigenen Glück beiträgt.