Autor : Sonya
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Social Media – elektronischer Kontakt besser als gar kein Kontakt?

Deutsche Senioren sind Social Media Muffel – so steht es in einem Artikel der ‘Welt’. Eine Grafik wird dort gleich mitgeliefert, die uns zeigt, dass jüngere Menschen etwa doppelt so oft in sozialen Netzwerken vertreten sind als die älteren. Aber jetzt kommt’s: Mit ‘ältere Menschen’ sind hier nicht etwa erst die Leute ab dem Rentenalter gemeint, sondern all diejenigen, die das 35ste Lebensjahr hinter sich haben. Ja, wie kommunizieren wir denn jetzt bloß mit denjenigen, die sich nur im Internet tummeln? Viele jüngere haben ja nicht mal mehr den altbekannten grundsoliden Festnetzanschluss!

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Mit Mitte dreißig technisch abgehängt?

Die jüngeren Jahrgänge sind mit moderner Technik aufgewachsen, eine andere Welt kennen sie nicht. Mit Mitte dreißig gibt es aber noch einige unter uns, die noch Telefone mit Wählscheibe kennengelernt haben, die von unterwegs aus nicht mal schnell zu Hause anrufen konnten und die sich noch an das Gepiepse der ersten Einwahlmodems erinnern können. Und die älteren Semester verlassen sich noch heute großteils lieber auf die Informationen, welche die althergebrachte Tageszeitung oder die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender bereitstellen. Sie haben dadurch weniger Interesse an der Online-Welt, dadurch beschäftigen sie sich weniger mit dem Thema und das wiederum führt dazu, dass auch andere Features wie beispielsweise soziale Medien weniger genutzt werden. Dabei ist das sehr schade. Denn gerade in unserer heutigen Zeit mit starker Mobilität, wo man die Familie nicht mehr unbedingt dauerhaft in der gleichen Stadt zu wohnen hat und viele der eigenen Freunde von früher auch nicht mehr in Sichtweite der Dorfkirche wohnen, wird es umso wichtiger, den Kontakt nicht abreißen zu lassen. Die schlechte Nachricht: was unseren Kindern und Enkeln von klein auf so mühelos gelingt, müssen wir erst lernen. Die gute Nachricht: wir KÖNNEN es erlernen.

Junge auf Snapchat, Alte auf Facebook?

Facebook, Twitter, Instagram - beim Thema Social Media scheiden sich die Geister. Twitter ist was für mitteilungsbedürftige Egozentriker, Instagram nur für Frauen und ihre Cupcake-Rezepte und zu Snapchat sind die Teeneager geflüchtet, nachdem sie gemerkt haben, dass ihre Elterngeneration nun Accounts bei Facebook hat, während die Generation der Großeltern glaubt, dass ‘dieses Internetz’ sich niemals durchsetzen wird..... Gerüchte und Halbwahrheiten dieser Art beziehen vor allem, auf die ‘vermeintlich’ jeweilige Zielgruppe des jeweiligen sozialen Mediums und - ... reduzieren deren Nutzer auf demografische Merkmale.

Tatsächlich kommt es aber auf den jeweiligen Gebrauch desselben an. Ein jedes dieser Medien bedient ein bestimmtes Hauptbedürfnis der Nutzer. Natürlich haben Senioren ein anderes Bedürfnis und eine andere Kommunikationsform als ihre Kinder und Enkel und natürlich wird sich deswegen auch eine jedes Altersklasse tendenziell eher in dem einen oder eben in dem anderen Medium wiederfinden, denn was nützt uns der tollste Account bei Snapchat, wenn unsere Freunde allesamt bei Facebook sind.
Aber was wollen wir eigentlich genau? Wollen wir mit unseren gleichaltrigen Freunden in Kontakt sein? Wollen wir gerne von unserer Tochter (Link zum Artikel: Plötzlich sind die Kinder groß – was Du tun kannst, wenn es still wird im Haus) Fotos sehen, wie sie ihre Studentenbude in einer anderen Stadt eingerichtet hat? Oder suchen wir Kontakt zu Personen, die einfach nur an gleichen Themen interessiert sind ganz unabhängig von der Plattform? Ist eine kurze aber aktuelle WhatsApp wirklich dem persönlichen aber nur wöchentlichen Telefonat vorzuziehen?

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Machen soziale Medien einsam oder erleichtern sie uns die Kontaktpflege?

Wie bei so vielen Dingen kommt es auch hier darauf an, wie man das Werkzeug nutzt. Soziale Medien machen eher einsam, wenn wir lieber nächtelang mit Internetbekanntschaften chatten anstelle einfach mal hinaus auf die Straße zu gehen und sich mit den Nachbarn zu unterhalten oder der besten Freundin einen Besuch abzustatten. Da kommt es auf die Qualität der Beziehung an. Nutzt man soziale Medien aber gezielt, so sind sie ein wahrer Schatz für unsere Kontakte und unsere Stütze in einsamen Stunden. Wohnt die Familie in einer anderen Stadt oder gar einem anderen Land, sollte jedes Mittel recht sein, den Kontakt zu halten und gerade soziale Medien bieten hier vielfältige Möglichkeiten dazu. Chatfunktionen, Sprachnachrichten, Bilder verschicken und empfangen oder gar ein Videochat lassen uns unmittelbar am Leben des anderen teilhaben. Wir bekommen dann in Echtzeit mit, wie beim anderen gerade die Stimmung ist. Wir erleben hautnah mit, wie erwartungsvoll der Enkel an seinem ersten Schultag neben seinen Banknachbarn rutscht. Wir freuen uns, die Stimme eines lieben Menschen zumindest in einer Sprachnachricht zu hören, wenn wir ihn schon telefonisch schlecht erreichen können... Denn genau dort liegt der Punkt: Die altbekannten Medien wie ein Brief oder ein Telefonanruf sind zwar ein sehr persönlicher Kontakt, aber eben leider auch nicht immer möglich. Und wenn, dann kommt die Information oft zeitverzögert und ist damit nur noch mittelbar, da die Briefzustellung 2 Tage dauert und ein Telefongespräch ein gleichzeitiges Zeitfenster von mindestens 2 Personen erfodert. Wie schön ist es doch dann, wenn ein kurzes Video den Augenblick einfängt und wir ihn nicht nur in der Ex-Post-Betrachtung beschrieben bekommen. Eine WhatsApp zwischendurch informiert uns über ein kleines Highlight im Laufe des Tages, das beim Telefonat zu einem späteren Zeitpunkt vielleicht keine Erwähnung mehr fände. Generell spricht ja auch nichts dagegen, sich Konten in verschiedenen sozialen Netzwerken anzulegen, denn damit habt ihr für jeden Eurer Lieben und für jedes gewünschte Format (Foto, Video, Chat, Text,...) eine passende Kontaktmöglichkeit.

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Seniorentablets – der einfache Weg ins Netz

Auch wenn die Älteren in Deutschland im internationalen Vergleich hinterherhinken und nur knapp über 40% soziale Medien nutzen, so sind es andererseits immerhin knapp über 40%. Denn das bedeutet, dass das Interesse an sozialen Medien durchaus vorhanden ist. Oftmals finden dann gerade die frischgebackenen Rentner mit ihrer neuen Freizeit dann die notwendige Ruhe, um sich stressfrei mit dem ungewohnten Medium vertraut zu machen. Noch leichter wird es einem aber mit speziellen Seniorentablets gemacht. Mit diesen hat man auch ohne Vorkenntnisse schnell erste Erfolgserlebnisse. Ein Touchscreen mit großen Symbolen ermöglicht auch eingeschränkten Personen eine sichere Handhabung. Der Zugang zum Internet und den sozialen Netzwerken gelingt damit ganz leicht. Achtet man beim Kauf auf Qualität und gewünschte Funktionen, so wird man lange Freude an dem Gerät haben.