Autor :
Stephanie
40% Story
60% Lifestyle
©Stone36/shutterstock_759790483

Von wegen abseits und ausgeschieden – Bis 65-Jährige stark im Ehrenamt

Von wegen abseits und ausgeschieden – Bis 65-Jährige stark im Ehrenamt
Wenn die Kinder aus dem Haus sind oder die Arbeit wegfällt, fallen viele Menschen zunächst in ein Loch. Das, worüber sie sich bis dahin identifiziert haben, hinterlässt plötzlich eine gewisse Leere. Doch wer glaubt, dass deshalb viele in eine Art Midlife-Crisis verfallen und vereinsamt im Abseits stehen, der täuscht sich gewaltig in den heute lebenserfahreneren Exemplaren des Homo Sapiens. Das Ehrenamt hält die Gesellschaft zusammen und gerade die Menschen zwischen 45 und 65 sind besonders engagiert. Doch da ist noch Luft nach oben.

Von wegen abseits und ausgeschieden – Bis 65-Jährige stark im Ehrenamt

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Von wegen abseits und ausgeschieden – Bis 65-Jährige stark im Ehrenamt
Wenn die Kinder aus dem Haus sind oder die Arbeit wegfällt, fallen viele Menschen zunächst in ein Loch. Das, worüber sie sich bis dahin identifiziert haben, hinterlässt plötzlich eine gewisse Leere. Doch wer glaubt, dass deshalb viele in eine Art Midlife-Crisis verfallen und vereinsamt im Abseits stehen, der täuscht sich gewaltig in den heute lebenserfahreneren Exemplaren des Homo Sapiens. Das Ehrenamt hält die Gesellschaft zusammen und gerade die Menschen zwischen 45 und 65 sind besonders engagiert. Doch da ist noch Luft nach oben.

©Dmytro Zinkevych/shutterstock_1049633741

Selbstverwirklichung mit Sinn

Das Mantra der Alt-68er lautete mitunter Selbstverwirklichung und Selbstbestimmung. Und die Liste der Wünsche, nach dem Auszug der Kinder oder dem Eintritt ins Rentenalter endlich einmal etwas für sich zu tun, ist lang. Es tut gut, sich einfach mal nur um sich selbst zu kümmern. Und doch fehlt etwas. Eine Aufgabe, soziale Kontakte, sich für etwas stark machen, Projekte umsetzen, sich kümmern um andere, die eigenen Erfahrungen teilen und einfach Teil eines größeren Ganzen zu sein, mitzuwirken bei einer Bewegung, helfen können, Wirken in der Welt, etwas bewirken ...

Selbstverwirklichung mit Sinn

©Dmytro Zinkevych/shutterstock_1049633741

Das Mantra der Alt-68er lautete mitunter Selbstverwirklichung und Selbstbestimmung. Und die Liste der Wünsche, nach dem Auszug der Kinder oder dem Eintritt ins Rentenalter endlich einmal etwas für sich zu tun, ist lang. Es tut gut, sich einfach mal nur um sich selbst zu kümmern. Und doch fehlt etwas. Eine Aufgabe, soziale Kontakte, sich für etwas stark machen, Projekte umsetzen, sich kümmern um andere, die eigenen Erfahrungen teilen und einfach Teil eines größeren Ganzen zu sein, mitzuwirken bei einer Bewegung, helfen können, Wirken in der Welt, etwas bewirken ...

©Sunny studio/shutterstock_92770369

Die beste Zeit, der Welt etwas zurückzugeben

Das ist die Stunde, in der wir der Welt endlich etwas zurückgeben können. Die Stunde des Ehrenamts. Egal, wo Menschen leben, in der Stadt oder auf dem Land, gibt es zahlreiche verschiedene Möglichkeiten, ehrenamtlich tätig zu werden. In Deutschland ist die Bereitschaft, sich für das Wohl anderer einzusetzen hoch. Ein hoher Prozentsatz an Menschen engagiert sich freiwillig in einem Ehrenamt (40 Prozent). Oftmals fehlt aber in jungen Jahren die Zeit, sich entscheidend zu engagieren, weil etwa die berufliche Entwicklung und das Familienleben mit Kindern nicht viel Zeit übriglässt. Das ist mit ein Grund dafür, warum das Engagement der 45- bis 65-Jährigen am größten ist. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes haben von ihnen 20 Prozent ein Amt bei einer Initiative, einem Verein oder Verband inne.

Die beste Zeit, der Welt etwas zurückzugeben

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Das ist die Stunde, in der wir der Welt endlich etwas zurückgeben können. Die Stunde des Ehrenamts. Egal, wo Menschen leben, in der Stadt oder auf dem Land, gibt es zahlreiche verschiedene Möglichkeiten, ehrenamtlich tätig zu werden. In Deutschland ist die Bereitschaft, sich für das Wohl anderer einzusetzen hoch. Ein hoher Prozentsatz an Menschen engagiert sich freiwillig in einem Ehrenamt (40 Prozent). Oftmals fehlt aber in jungen Jahren die Zeit, sich entscheidend zu engagieren, weil etwa die berufliche Entwicklung und das Familienleben mit Kindern nicht viel Zeit übriglässt. Das ist mit ein Grund dafür, warum das Engagement der 45- bis 65-Jährigen am größten ist. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes haben von ihnen 20 Prozent ein Amt bei einer Initiative, einem Verein oder Verband inne.

©Rawpixel.com/shutterstock_634491785

Warum soll ich mich ehrenamtlich engagieren?

Eine starke Motivation für die Aufnahme einer ehrenamtlichen Tätigkeit ist der tiefere Sinn hinter der Beschäftigung. Besonders in der Seniorenarbeit kommt es zu Win-Win-Situationen, die sofort spürbar werden. Ältere Menschen schließen eine Lücke, die im Ruhestand entstehen kann, sind altersmäßig näher dran an der Welt und den Bedürfnissen von Senioren und verfügen oft schon über Erfahrung in der Pflege. Ehrenamtler im Pflegebereich können viel von den Senioren lernen, die lassen sie bald an ihrem reichen Erfahrungsschatz teilhaben, bekommen interessante Lebensgeschichten zu hören und viel Lebensweisheit. Doch nicht nur das: Neben der sinnvollen Tätigkeit und den Gesprächen etwa im Pflegebereich, tut es einfach gut, sich ehrenamtlich zu betätigen. Es ist ein gutes Gefühl, wenn man etwa einem erblindeten die Augen ersetzt und ihm etwas vorliest oder einen Rollstuhlfahrer im Park teilhaben lässt an der Natur. Das selbstlose Dienen ist Bestandteil aller Religionen, weil es ein Gefühl der Einheit des Einzelnen mit der Gesellschaft oder einer Gruppe fördert statt Abgrenzung und Hass.

Warum soll ich mich ehrenamtlich engagieren?

©Rawpixel.com/shutterstock_634491785

Eine starke Motivation für die Aufnahme einer ehrenamtlichen Tätigkeit ist der tiefere Sinn hinter der Beschäftigung. Besonders in der Seniorenarbeit kommt es zu Win-Win-Situationen, die sofort spürbar werden. Ältere Menschen schließen eine Lücke, die im Ruhestand entstehen kann, sind altersmäßig näher dran an der Welt und den Bedürfnissen von Senioren und verfügen oft schon über Erfahrung in der Pflege. Ehrenamtler im Pflegebereich können viel von den Senioren lernen, die lassen sie bald an ihrem reichen Erfahrungsschatz teilhaben, bekommen interessante Lebensgeschichten zu hören und viel Lebensweisheit. Doch nicht nur das: Neben der sinnvollen Tätigkeit und den Gesprächen etwa im Pflegebereich, tut es einfach gut, sich ehrenamtlich zu betätigen. Es ist ein gutes Gefühl, wenn man etwa einem erblindeten die Augen ersetzt und ihm etwas vorliest oder einen Rollstuhlfahrer im Park teilhaben lässt an der Natur. Das selbstlose Dienen ist Bestandteil aller Religionen, weil es ein Gefühl der Einheit des Einzelnen mit der Gesellschaft oder einer Gruppe fördert statt Abgrenzung und Hass.

©Boontoom Sae-Kor/shutterstock_1120889207

Welches Ehrenamt soll ich wählen?

Wer noch nicht sicher ist, was das richtige Betätigungsfeld für ein ehrenamtliches Engagement sein könnte, sollte sich zunächst fragen, was ihm Spaß macht oder was er besonders gut kann. Es ist ein bisschen, wie in der Zeit der Berufswahl. Auch da spielt Selbsterforschung eine große Rolle, schließlich soll die Arbeit ja Spaß machen und den eigenen Stärken entsprechen. Genauso ist es bei der Wahl des richtigen Ehrenamts. Wer weiß, was er kann, und weiß, welche Tätigkeiten ihm Freude bereiten, für den ist ein Ehrenamt keine Last, sondern Lust – verbunden mit einem guten Gefühl, etwas zum Wohl der Gesellschaft beizutragen. Keine Tätigkeit ist dabei minderwertig, denn für das perfekte Laufen etwa einer Kirchengemeinde, ist es ebenso wichtig, die Führung des Laiengremiums zu übernehmen, wie für Sauberkeit zu sorgen oder die Deko zu Festlichkeiten zu kreieren.

Welches Ehrenamt soll ich wählen?

©Boontoom Sae-Kor/shutterstock_1120889207

Wer noch nicht sicher ist, was das richtige Betätigungsfeld für ein ehrenamtliches Engagement sein könnte, sollte sich zunächst fragen, was ihm Spaß macht oder was er besonders gut kann. Es ist ein bisschen, wie in der Zeit der Berufswahl. Auch da spielt Selbsterforschung eine große Rolle, schließlich soll die Arbeit ja Spaß machen und den eigenen Stärken entsprechen. Genauso ist es bei der Wahl des richtigen Ehrenamts. Wer weiß, was er kann, und weiß, welche Tätigkeiten ihm Freude bereiten, für den ist ein Ehrenamt keine Last, sondern Lust – verbunden mit einem guten Gefühl, etwas zum Wohl der Gesellschaft beizutragen. Keine Tätigkeit ist dabei minderwertig, denn für das perfekte Laufen etwa einer Kirchengemeinde, ist es ebenso wichtig, die Führung des Laiengremiums zu übernehmen, wie für Sauberkeit zu sorgen oder die Deko zu Festlichkeiten zu kreieren.

©fizkes/shutterstock_1206609118

Helfen, wo es wirklich nötig ist

Wer sicher gehen will, dass er seine Fähigkeiten optimal einsetzen kann, sollte sich an die Stadtverwaltung wenden sowie an Freiwilligen-Börsen, sofern es so etwas vor Ort gibt. Manche Landkreise haben einen sogenannten Treffpunkt Ehrenamt eingerichtet, wo man sich informieren kann, was benötigt wird und wo überall Hilfe gesucht wird. Auch karitative Einrichtungen, NGOs, DRK, Parteien, Tierschutzvereine und Naturschutzverbände, Sozialverbände, Sportvereine oder Bildungseinrichtungen sind gute Adressaten für ehrenamtliches Engagement. Am besten fragt man einfach einmal dort nach, was gesucht würde. Wer ein wenig herumtelefoniert, kommt ins Gespräch und selbst, wenn an der ersten Stelle nichts gefunden wird, sollte man es einfach an anderer Stelle versuchen. Es kann sein, dass man ein wenig suchen muss, vielleicht auch im eigenen Freundeskreis nachfragen, dann finden sich viele Möglichkeiten.
Eine interessante Herangehensweise bei der Recherche nach dem richtigen Ehrenamt bietet auch ein Blick auf eine Umfrage von statista von 2018 zum Thema, was die Deutschen als drängendste Probleme ansehen (https://de.statista.com/statistik/daten/studie/2739/umfrage/ansicht-zu-den-wichtigsten-problemen-deutschlands/) . Führend dabei ist die Einwanderung. Hier könnte ein hoher Bedarf an ehrenamtlichem Engagement bestehen, denn die Integration der Flüchtlinge kann jede erdenkliche Hilfe brauchen, angefangen von Sprachkursen über Kurse in Sozialkunde und das politische System der Bundesrepublik Deutschland bis hin zur Organisation von Begegnungsnachmittagen etwa in Mehrgenerationenhäusern oder auch auf lokalen Festen. Gesundheit und soziale Sicherung sind ebenfalls ein Thema wie etwa auch das Bildungssystem. Der Kreativität sind zunächst einmal beim Brainstorming keine Grenzen gesetzt. Kristallisieren sich spannende Betätigungsfelder heraus, sei es in Seniorenheim oder beim Landesbund für Vogelschutz, kann man ja dort einmal anklopfen. Meistens sind die Organisationen und Einrichtungen überaus aufgeschlossen ehrenamtlichen Angeboten gegenüber.

Helfen, wo es wirklich nötig ist

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Wer sicher gehen will, dass er seine Fähigkeiten optimal einsetzen kann, sollte sich an die Stadtverwaltung wenden sowie an Freiwilligen-Börsen, sofern es so etwas vor Ort gibt. Manche Landkreise haben einen sogenannten Treffpunkt Ehrenamt eingerichtet, wo man sich informieren kann, was benötigt wird und wo überall Hilfe gesucht wird. Auch karitative Einrichtungen, NGOs, DRK, Parteien, Tierschutzvereine und Naturschutzverbände, Sozialverbände, Sportvereine oder Bildungseinrichtungen sind gute Adressaten für ehrenamtliches Engagement. Am besten fragt man einfach einmal dort nach, was gesucht würde. Wer ein wenig herumtelefoniert, kommt ins Gespräch und selbst, wenn an der ersten Stelle nichts gefunden wird, sollte man es einfach an anderer Stelle versuchen. Es kann sein, dass man ein wenig suchen muss, vielleicht auch im eigenen Freundeskreis nachfragen, dann finden sich viele Möglichkeiten.
Eine interessante Herangehensweise bei der Recherche nach dem richtigen Ehrenamt bietet auch ein Blick auf eine Umfrage von statista von 2018 zum Thema, was die Deutschen als drängendste Probleme ansehen (https://de.statista.com/statistik/daten/studie/2739/umfrage/ansicht-zu-den-wichtigsten-problemen-deutschlands/) . Führend dabei ist die Einwanderung. Hier könnte ein hoher Bedarf an ehrenamtlichem Engagement bestehen, denn die Integration der Flüchtlinge kann jede erdenkliche Hilfe brauchen, angefangen von Sprachkursen über Kurse in Sozialkunde und das politische System der Bundesrepublik Deutschland bis hin zur Organisation von Begegnungsnachmittagen etwa in Mehrgenerationenhäusern oder auch auf lokalen Festen. Gesundheit und soziale Sicherung sind ebenfalls ein Thema wie etwa auch das Bildungssystem. Der Kreativität sind zunächst einmal beim Brainstorming keine Grenzen gesetzt. Kristallisieren sich spannende Betätigungsfelder heraus, sei es in Seniorenheim oder beim Landesbund für Vogelschutz, kann man ja dort einmal anklopfen. Meistens sind die Organisationen und Einrichtungen überaus aufgeschlossen ehrenamtlichen Angeboten gegenüber.

©Kzenon/shutterstock_1106863094

Nicht klagen, sondern anpacken

Ohne das Ehrenamt wäre es ziemlich kalt in der Bundesrepublik Deutschland. Vor allem auf dem Land sind etwa Vereine wie der Sportverein oder die Freiwillige Feuerwehr neben ihren eigentlichen Aufgaben der soziale Kitt für die Menschen, der einzige Treffpunkt zum Austausch. Doch auch in der Anonymität der Großstädte sind Vereine, Verbände und andere Organisationen wichtig für den Austausch und gegen die Vereinsamung, die besonders im Alter droht.

Ehrenamtliches Engagement ist ein Aspekt des aktiven Alterns

Eine bedeutende Rolle spielt ehrenamtliches Engagement auch für den Aspekt des aktiven Alterns. Die Lebenserfahrung hat vielen älteren Menschen gezeigt, wo es in der Gesellschaft hakt, wo es nicht rund läuft, wo eventuell Not herrscht und nichts von staatlicher Seite unternommen wird, das zu ändern. Ehrenamtlich Tätige wollen nicht den Pflegenotstand beklagen oder die mangelhafte Vereinbarkeit von Familie und Beruf, sie werden aktiv und lindern im Rahmen ihrer Möglichkeiten ein wenig die Probleme. Sie bieten konkrete Hilfe etwa durch freiwilligen Dienst bei einer Tafel oder als Leihopa für das Kind einer Alleinerziehenden, als Gartenpfleger bei einem betagten Senioren oder als Hunde-Gassi-Führer in einem Tierheim, als Vorleser für einen Blinden im Seniorenheim oder als Fahrer für eine Behinderteneinrichtung – dies sind nur ein paar Beispiele für Menschen, die etwas tun wollen, statt zu klagen – definitiv der erfüllendere Weg, es sei denn, man ist Lobbyist für benachteiligte Bevölkerungsgruppen oder wehrlose Tiere. Wenn solche einflussreichen Menschen an der richtigen Stelle Verbesserungen anmahnen und dranbleiben, können sie sehr viel mehr erreichen als etwa beim freiwilligen Abwasch des Geschirrs nach dem Grundschul-Sommerfest in seinem Wohnort.

Es ist selten zu früh und nie zu spät

Bevor man nach dem Auszug der inzwischen erwachsenen Kinder oder mit Eintritt ins Rentenalter in ein Loch fällt und sich die Sinnfrage stellt, sollte man sich überlegen, wie man sich gesellschaftlich engagieren könnte. Ein Ehrenamt kann derartige einschneidende Erfahrungen im Leben abmildern und gibt zugleich die Chance, der Gesellschaft etwas zurückzugeben – im Idealfall orientiert an den eigenen Fähigkeiten und Kenntnissen. Möglicherweise muss man für das eine oder andere Ehrenamt eine spezielle Ausbildung absolvieren. Davon sollte man sich aber nicht abschrecken lassen. Wer wirklich helfen will, muss auch wissen, wie das geht. So etwa bei der Freiwilligen Feuerwehr im Dorf, aber auch beim Transport behinderter Kinder von A nach B oder als Telefonseelsorger. Wie bei vielen Dingen im Leben gilt aber auch und besonders für das Ehrenamt: Es ist selten zu früh und nie zu spät.

Nicht klagen, sondern anpacken

©Kzenon/shutterstock_1106863094

Ohne das Ehrenamt wäre es ziemlich kalt in der Bundesrepublik Deutschland. Vor allem auf dem Land sind etwa Vereine wie der Sportverein oder die Freiwillige Feuerwehr neben ihren eigentlichen Aufgaben der soziale Kitt für die Menschen, der einzige Treffpunkt zum Austausch. Doch auch in der Anonymität der Großstädte sind Vereine, Verbände und andere Organisationen wichtig für den Austausch und gegen die Vereinsamung, die besonders im Alter droht.

Ehrenamtliches Engagement ist ein Aspekt des aktiven Alterns

Eine bedeutende Rolle spielt ehrenamtliches Engagement auch für den Aspekt des aktiven Alterns. Die Lebenserfahrung hat vielen älteren Menschen gezeigt, wo es in der Gesellschaft hakt, wo es nicht rund läuft, wo eventuell Not herrscht und nichts von staatlicher Seite unternommen wird, das zu ändern. Ehrenamtlich Tätige wollen nicht den Pflegenotstand beklagen oder die mangelhafte Vereinbarkeit von Familie und Beruf, sie werden aktiv und lindern im Rahmen ihrer Möglichkeiten ein wenig die Probleme. Sie bieten konkrete Hilfe etwa durch freiwilligen Dienst bei einer Tafel oder als Leihopa für das Kind einer Alleinerziehenden, als Gartenpfleger bei einem betagten Senioren oder als Hunde-Gassi-Führer in einem Tierheim, als Vorleser für einen Blinden im Seniorenheim oder als Fahrer für eine Behinderteneinrichtung – dies sind nur ein paar Beispiele für Menschen, die etwas tun wollen, statt zu klagen – definitiv der erfüllendere Weg, es sei denn, man ist Lobbyist für benachteiligte Bevölkerungsgruppen oder wehrlose Tiere. Wenn solche einflussreichen Menschen an der richtigen Stelle Verbesserungen anmahnen und dranbleiben, können sie sehr viel mehr erreichen als etwa beim freiwilligen Abwasch des Geschirrs nach dem Grundschul-Sommerfest in seinem Wohnort.

Es ist selten zu früh und nie zu spät

Bevor man nach dem Auszug der inzwischen erwachsenen Kinder oder mit Eintritt ins Rentenalter in ein Loch fällt und sich die Sinnfrage stellt, sollte man sich überlegen, wie man sich gesellschaftlich engagieren könnte. Ein Ehrenamt kann derartige einschneidende Erfahrungen im Leben abmildern und gibt zugleich die Chance, der Gesellschaft etwas zurückzugeben – im Idealfall orientiert an den eigenen Fähigkeiten und Kenntnissen. Möglicherweise muss man für das eine oder andere Ehrenamt eine spezielle Ausbildung absolvieren. Davon sollte man sich aber nicht abschrecken lassen. Wer wirklich helfen will, muss auch wissen, wie das geht. So etwa bei der Freiwilligen Feuerwehr im Dorf, aber auch beim Transport behinderter Kinder von A nach B oder als Telefonseelsorger. Wie bei vielen Dingen im Leben gilt aber auch und besonders für das Ehrenamt: Es ist selten zu früh und nie zu spät.