Autor : Michael
100% Lifestyle

Sportarten fürs Alter: Alternativen zum Fitness-Center

Nur wenige Personen lassen sich fürs Fitnessstudio begeistern. Zwar ist die Zahl der betagten Personen im Fitness-Center gestiegen, doch die Traditionalisten unter den Rentnern seien darin keine Option, sich sportlich zu betätigen. Falls auch du so deine Bedenken beim Fitnessstudio hast, erhältst du hier einige Tipps, welche Alternativen es zum Fitnessstudio gibt, um auch im Ruhestand aktiv zu bleiben.

LADE ...
©shutterstock_1013561788

Sport gehört zu einem aktiven Leben fest dazu und häufig definiert unsere Gesellschaft eine „gesunde aktive Lebensführung“ mit mehr oder weniger ehrgeiziger sportlicher Betätigung. In der Tat werden auch Senioren des Öfteren mit dem Aufruf konfrontiert, sich „mehr“ bewegen zu sollen. Spätestens beim Besuch des Hausarztes und der Prävention von altersbedingten Erkrankungen, wird der Arzt betonen, dass Bewegung nicht schaden wird. Was allgemein nicht bekannt ist, ist, dass der „ärztlich empfohlene Rahmen“ von Bewegung zu allem anderen als Hochleistungssport aufruft, sondern sich vielmehr auf regelmäßige Spaziergänge oder moderate sportliche Aktivitäten beschränkt. Wer also mehrfach wöchentlich seine Einkäufe zu Fuß erledigt oder an sonnigen Tage in den Stadtpark wandert, um dort ein Buch zu lesen, bewegt sich aus rein medizinischer Sicht vollkommen ausreichend. Zumindest soweit, um die Risiken für Horrorszenarien wie Herzinfarkt oder Schlaganfall deutlich zu mindern. Jedoch kann es gern noch weiter darüber hinaus gehen. Welche Möglichkeiten es hierzu gibt, zeigt dir Alterix auf.

Was spricht gegen das Fitnessstudio?

Ein großer Grund, im Alter weitestgehend auf Sport verzichten zu wollen, ist die körperliche Belastung und damit einhergehendes Unwohlsein. Fitness-Geeks werden betonen, dass hartes Training zum Wohlbefinden beiträgt. Bei fortgeschrittenem Alter wird sich diese Meinung von selbst moderieren. Überhaupt ist Fitness sehr im Trend und an jeder Ecke entstehen Fitness-Center, in denen sich Menschen darin üben, Gewichte zu stemmen oder an so wohlklingenden Kursen wie „Step“ und „Zumba“ teilzunehmen. Solche Fitness-Zentren haben sicherlich keine Altersbegrenzung, doch sollte man abschätzen, ob dies wirklich eine Art der Bewegung ist, die mit „Wohlbefinden“ einhergeht. Obwohl sich Fitness-Ketten in ihrem Konzept und auch Werbung eher an den jüngeren oder jugendlichen Teil der Bevölkerung richtet, gibt es auch „Kurse“ und Trainingsprogramme für ältere Menschen.

Die Nachteile solcher „modernen“ Fitnessstätten lauern ein wenig im Detail. Zum einen warten solche Fitnessketten nicht selten mit Vertragslaufzeiten und Trainingsgebühren auf, die im Rentenalter schon einen wesentlichen Kostenfaktor darstellen können. Zum anderen werden Trainer, Kursleiter und andere Mitarbeiter, wenn überhaupt, eher auf ein jüngeres Klientel geschult. Es handelt sich in den seltensten Fällen um medizinisch ausgebildete Physiotherapeuten, sondern sehr viel wahrscheinlicher um Studenten in einem Nebenjob. Dieses „Unwissen“ kann beim Zusammenstellen von Trainingsplänen zu Komplikationen führen, da die Trainingsgeräte durchaus in der Lage sind, den Kreislauf komplett zu überwerfen. Insbesondere dann, wenn medizinisch ungeschultes Personal einen Trainingsplan nach „Optik“ des Gegenüber zusammenstellt, ohne ggf. körperliche oder medizinische Einschränkungen in Kauf zu nehmen, nach denen ein ausgebildeter Physiotherapeut gezielt fragen würde.

LADE ...
©shutterstock_688617262

Alternative #1: Sport- & Turnvereine

Eine „gesündere“ und absolut kostengünstigere Variante sind Sport- und Turnvereine, die in jeder Stadt seit Generationen vorhanden sind. Jeder kennt die Mannschaft des HSV (Hamburger Sportverein), der den Fußball lediglich als eine von vielen Teamsportarten in seinem Repertoire hat. Ebenso wie Fußball kann man beim HSV noch zahlreiche weitere Sportarten praktizieren:

  • Fechten
  • Turnen
  • Laufen
  • Handball
  • u.v.m.

So wie den HSV in Hamburg gibt es in fast jeder Stadt und jedem Dorf Sport- oder Turnvereine, deren Gründungsdatum weit zurückreicht, und die im Grunde auch jeder Einwohner der Gemeinden kennt, weil dort die Kinder oder Enkel zum Tischtennis, Prellball oder Geräteturnen gehen. Diese Sportvereine bieten alle möglichen Sportarten an, von denen viele selbstverständlich auch für Senioren geeignet sind und nicht komplett an Mode und Zeit vorbei gehen. Man hat natürlich auch in solchen Vereinen erkannt, dass "Nordic-Walking“ oder "Zumba“ im Trend liegen. Demzufolge hat sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit in den meisten dieser Vereine eine entsprechende Trainingsgruppe gebildet. Vorteile liegen auch in der Infrastruktur dieser Vereine, die durch ihr langes und teilweise traditionsträchtiges Bestehen die Sportstätten von Schulen und Universitäten nutzen können oder denen organisatorisch angeschlossen sind. Ein weiterer, nicht unwesentlicher Punkt, sind die geringen Mitgliedsgebühren, die sich kaum mit denen von Fitnessketten vergleichen lassen. Man wird im örtlichen Turnverein einen Bruchteil der Kosten für einen Zumba-Kurs aufwenden müssen als in einem der Fitnessstudios. Dazu kann man als Mitglied eines Sport- oder Turnvereins seine Sportart wählen und ggf. auch wechseln. Wer mit Zumba beginnt, wird sich unter Umständen im kommenden Jahr in Tischtennis versuchen wollen. All diese Möglichkeiten bieten „Fitnesstempel“ nicht.

Spezielle Seniorengruppen

Speziell für Senioren haben Turnvereine auch Seniorengruppen eingerichtet, die in der Regel von geschultem Personal betreut werden. Da sich die Trainer in Turn- und Sportvereinen überwiegend aus freiwilligen Ehrenamtlichen rekrutieren, werden sich die Trainer ihre Sportart gewissenhafter aussuchen als der Student im Fitnessstudio, der heute „ersatzweise“ den Zumba-Kurs leitet. Nicht selten findet man in Turn- und Sportvereinen ausgebildete Physio- oder Sporttherapeuten im Stab der Trainer, die bedenkliche Situationen sicherlich sehr viel verantwortungsvoller einzuschätzen wissen. Für einen aktiven Sport in der Gruppe oder gar in einer Mannschaft seien die traditionsreichen „Turnvereine“ wärmstens empfohlen. Durch die Demografie ihrer Sportstätten werden sie auch ebenso zentral liegen und mindestens ebenso leicht zu erreichen sein wie die Fitness-Zentren im neuen Gewerbegebiet.

LADE ...
©shutterstock_736402849

Alternative #2: Sport für sich allein zuhause oder in der Natur

Ergänzend kommt der Sport hinzu, den man ganz ohne Mitgliedsverträge und Gebühren allein zuhause oder in der Natur ausüben kann. Alle Sportartikel lassen sich frei käuflich erwerben. Ganz gleich, ob man nun ein Seil zum Seilspringen benötigt oder ein paar Langlaufstöcke für’s Nordic-Walking: Um eine Überanstrengung unbedingt zu vermeiden, sollte man den Arzt über seine sportliche Karriere in Kenntnis setzen und sich ggf. ein paar Tipps mit auf den Weg geben lassen. Jeder Hausarzt wird die körperliche Belastbarkeit seiner Patienten kennen und im Anschluss wertvolle Informationen und Ratschläge geben.

Wer überhaupt kein Talent oder Ehrgeiz für körperliche Betätigung hat, seinem Hausarzt aber unbedingt die freudige Nachricht überbringen möchte, nun auch aktiven Sport zu treiben, darf im Gedächtnis behalten, dass auch Schach eine Sportart ist, die sogar vom internationalen olympischen Komitee anerkannt wird. Vielleicht klappt es also doch noch mit einer Karriere als Leistungssportler im Rentenalter. Und das ganz ohne die Gefahr, sich die Beine zu brechen.

Leitregel: Immer den Sport nach dem eigenen Wohlbefinden wählen!

Überhaupt sollte man seinen Sport ganz nur dort ansiedeln, wo man seinem körperlichen Wohlbefinden nicht schadet. Da die Leistungsgrenzen absolut unterschiedlich sein können, mag für den einen Radfahren oder Jogging passen, für den Nächsten das ruhigere Nordic-Walking und vielleicht auch nur der Spaziergang im Park. Der Schachsport sei hier nun nicht erwähnt, wenngleich geistige Fitness und Beweglichkeit durchaus zu einem glücklichen Leben und Wohlbefinden beitragen. Einen medizinischen Nutzen zur Bekämpfung von Bewegungsmangel hat es natürlich nicht. Es sei denn, man schließt sich einem Schachclub an, dessen Spielstätte so weit von der eigenen Haustür entfernt ist, dass der Weg dorthin einen „medizinisch relevanten“ Fußmarsch erfordert...