Alter in Film und Literatur - ein Essay

Filme und Literatur bilden gemeinsam das wohl umfangreichste „Unterhaltungsmedium“ unserer Zeit und den vergangenen Jahrhunderten. Gemeinsam haben diese beiden Kunstformen, dass sie Geschichten erzählen. Seien es nun historisch korrekte Ereignisse aus vergangenen Tagen oder auch frei erfundene Geschichten, die gern als „moderne Märchen“. wahrgenommen werden.

Eine weitere Gemeinsamkeit ist, dass in Filmen und Büchern die Geschichten von Menschen oder Personen abgebildet werden, wie man sie eventuell auch in der „echten Welt“ findet. Der Umfang geht dabei von ganz jungen Figuren bis hin zu wirklich alten Menschen. Mit ihrem Alter formen die Figuren dann auch den Charakter, den der Schriftsteller oder Filmemacher transportieren möchte. Pipi Langstrumpf wäre weniger lustig, wenn sie älter wäre. Der alte Magier Gandalf aus Tolkiens Herr der Ringe wäre kaum glaubhaft, wenn es sich um einen jungen Mann handeln würde.

Während die Literatur wenig Probleme damit hat, Protagonisten der unterschiedlichsten Altersgruppen an den Start zu bringen, so pendelt sich die Filmindustrie überwiegend auf Schauspieler jüngeren Alters ein. Der Schauspieler Michael Douglas bemängelte kürzlich, dass Hollywood zu wenig Rollen für ältere Schauspieler anböte. Inwieweit so eine Kritik von „Leinwandlegenden“ wie Michael Douglas, Robert DeNiro, Morgan Freeman oder Patrick Stewart berechtigt ist, sei unbenommen. Über Arbeitslosigkeit werden sich solche Namen sicher nie beschweren müssen. Tatsache ist jedoch auch, dass viele Filme mit der Altersgruppe von Mitte 20 bis Anfang 40 für die Besetzung ihrer Protagonisten auszukommen scheinen. Dies liegt auch daran, dass Hollywood überwiegend auf Literaturverfilmungen verzichtet und stattdessen Filme schafft, die eher auf die Besetzung „zugeschnitten“ wirken und dabei ein Bild zu verkörpern suchen, mit dem sich Zuschauer unterschiedlichster Altersgruppen identifizieren können.

Obwohl auch Romane nicht ohne solche Sympathieträger auskommen, fehlt bei einem Buch die „visuelle Vorgabe“, bzw. Besetzung der Rolle mit einem bestimmten Schauspieler. Insofern lassen sich Romanfiguren nicht nur leichter in eine Geschichte einbauen. Gleichfalls kommen Romane häufig ohne explizite Altersangaben aus und der Leser schafft sich den Charakter vor dem geistigen Auge in der für ihn glaubhaften Altersgruppe.

Unter dem Strich wird man in der modernen und klassischen Literatur ungleich mehr potentiell alten Leuten begegnen als in den großen Hollywood Blockbustern, die jetzt und in den letzten Jahren produziert wurden. Dieses Ungleichgewicht kann man auch weniger den Geschichten selbst zuordnen, als vielmehr der Natur des Mediums. Ganz ohne ältere Schauspieler wird Hollywood jedoch auch in Zukunft nicht auskommen und sei es nur, um mehr oder weniger liebenswerte Komödien zu drehen, wie zum Beispiel den Film „Man lernt nie aus“ (engl. Titel: The Intern) aus dem Jahre 2015, in dem Robert DeNiro einen 70jährigen Rentner spielt, der sich als Praktikant in die hippe Modewelt stürzt, anstatt seinen Lebensabend mit Nichtstun zu verbringen. Gleichfalls wird es wohl auch weiterhin Fortsetzungen oder Spin-Offs bekannter Serien geben, in denen man ohne die alte Garde nicht auskommt. Patrick Steward verkörpert mit nun 80 Jahren noch immer den Enterprise-Commander Jean Luc Picard in der neu produzierten Science Fiction Star-Trek-Nachfolger-Serie „Picard“. Auch die letzten Episoden der bekannten „Star Wars Saga“ kamen nicht ohne die inzwischen gealterten Schauspieler der ersten Stunde aus.

In der Literatur ist die Verteilung älterer Protagonisten weniger auffällig fokussiert. Zwar gibt es auch Bücher, die ganz spezifisch die Geschichte eines älteren Menschen erzählen; hierbei beschränkt sich die Literatur jedoch nicht so auffällig auf Komödien oder andere leichtere Kost, wie es oft bei Filmen zu beobachten ist. 

Ältere Protagonisten von Hemingway über Tolkien bis Rowling

Neben Romanen, deren Protagonist oder Hauptfigur ein älterer Mensch ist, finden sich Romane quer durch die Jahrhunderte und Genres, in denen ältere Leute, deren Alter zwar nicht das fokussierte Thema bildet, die jedoch eine maßgebliche Schlüsselrolle in der Geschichte spielen, die sich gar nicht oder nur schlecht von einem jüngeren Charakter übernehmen ließe.

Ein Klassiker der Weltliteratur wäre der 1951 erschienene Kurzroman von Ernest Hemingway „Der alte Mann und das Meer“, in dem der alte und erfahrene kubanische Fischer Santiago mit einem riesigen Marlin ringt, der am Ende jedoch von Haien gefressen wird. Santiago verliert damit den größten Fang seines Lebens. Neben einem möglichen Bezug zu religiösen Interpretationen steht Santiago für den „braven alten Mann“ im Angesicht einer übermächtigen Natur, der er außer seiner Erfahrung nichts entgegenzusetzen hat. Eine Lebenssituation, der sich viele Menschen älteren Semesters sicher schon gegenübersahen.

Eine tiefere Bedeutung findet man auch in den bekannten Figuren Tolkiens 1954 erschienener Romantrilogie „Herr der Ringe“, welche zu den erfolgreichsten Romanen des 20ten Jahrhunderts zählen. Bilbo Beutling, der alte Magier Gandalf und selbst Frodo Beutling sind keine Jugendlichen. Das große Abenteuer der im Roman beschriebenen Protagonisten beginnt mit deren 50. Geburtstag, wenngleich auch die Figuren Bilbo und Frodo durch Besitz des unheilvollen Rings optisch jung geblieben scheinen und sich so auch in Peter Jacksons Verfilmung leichter von jüngeren Schauspielern darstellen ließen. Nicht jugendlich sind dabei allerdings die Lebensweisheiten, die Tolkien seinen Figuren in der Romanvorlage anhaftet und die sich gleichwohl der fantastischen Phantasiewelt von Mittelerde auf existierende Lebensläufe unserer Welt projizieren ließen und die dabei eine gewisse Lebenserfahrung voraussetzen.

Selbst „Kinderbuchautoren“ wie J.K. Rowling kommen ohne ältere Menschen nicht aus, obwohl die federführenden Protagonisten der magischen Romanserie um Harry Potter im Kinder- bzw. Jugendalter sind, spielen die alten Lehrer der Magierschule Hogwarts und insbesondere der Schulleiter Aldus Dumbledore eine gewichtige Rolle, die sich in Roman und Film unmöglich durch einen jüngeren Charakter glaubhaft transportieren ließe.

Nicht in jedem Roman sind ältere Leute die netten Typen oder Sympathieträger. In Fjodor Michailowitsch Dostojewskis Roman „Schuld und Sühne“ erschlägt der Protagonist, der ehemalige Jura-Student Raskolnikow die alte und gierige Pfandleiherin Aljona Ivanowna mit einem Beil. Obwohl die alte Frau das Opfer dieses Verbrechens wird, werden Leser des Romans wenig Sympathie für dieses gierige alte Weib empfinden und damit auch Dostojevskis mit dem Werk beabsichtigten Gedanken eines „moralisch erlaubten Mordes“ hinterfragen.

Lebensbilanz als Thema

Neben Romanen, in denen ältere Menschen auftauchen, gibt es auch solche, die sich mit einem sehr vertrauten Thema beschäftigen, sofern man ein gewisses Alter überschritten oder auch gravierende Ereignisse erlebt hat: Die persönliche Lebensbilanz. Ältere Menschen werden ohne Probleme bestätigen können, dass wir alle an einen Punkt im Leben ankommen, an dem wir innehalten und einen mehr oder weniger kritischen Blick auf unseren Lebenslauf werfen. Während sich so ein Rückblick in hoffentlich vielen Fällen auf positive Lebenserfahrungen bezieht, so werden vermutlich ebenso viele Menschen einer ehr kritischen Bilanz gegenüberstehen.

Dostojevski und Yasmina Reza

Ein Paradebeispiel einer solchen Lebensabrechnung wäre zweifellos Dostojewskis „Aufzeichnungen aus dem Kellerloch“, in der ein sehr verbitterter und mürrischer ehemaliger Beamter einen nicht durchweg positiven Eindruck beim Leser hinterlassen wird. Trotz all der Verbitterung dieses Protagonisten wird sich jedoch ganz ohne jede Frage der eine oder andere Leser in dieser Figur selbst erkennen können.

Eine nicht wesentlich positivere, jedoch weitaus liebenswertere Bilanz zieht die alternde Protagonistin in Yasmina Rezas Kurzroman „Anne-Marie die Schönheit“, in der eine alternde Schauspielerin über unwiederbringliche verpasste Chancen sinniert und nicht gerade glücklich auf ihr Lebenswerk zurückschaut. Wie Dostojewski wird auch Reza mit dem Werk in der Lage sein, den Leser dazu anzuhalten, das eigene Leben genauer zu betrachten und mehr oder minder kritisch zu hinterfragen. Wer sich literarisch weniger in die vorgegebenen Lebensläufe fiktiver Romanfiguren zwängen möchte, sich jedoch trotzdem mit dem älter werden in literarischer Sicht auseinandersetzen möchte, dem seien die Gedichte des russischen Dichters Sergej Jessenin wärmstens empfohlen, der es versteht, den „Herbst des Lebens“ in seinen Gedichten vielleicht etwas melancholisch aber auch nicht negativ-traurig zu transportieren.

Die Lehren der Literatur

Literatur erzählt Geschichten. In einem idealen Fall werden sich Leser in den Figuren eines Romans selbst entdecken können und Fragen oder Schlüsse auf das eigene Leben und Wirken zu werfen. Dabei geht es weniger darum, einem literarischen Werk möglichst viele anwendbare Lebensweisheiten abzugewinnen, als vielmehr angeregt zu sein, seine eigenen Weisheiten zu entdecken. Solche Gedankenstützen werden in nicht seltenen Fällen dazu beitragen können, schwierige Lebenssituationen besser zu meistern. Wer die „Aufzeichnungen aus dem Kellerloch“ gelesen hat und den Protagonisten anstrengend mürrisch und gar allzu griesgrämig empfindet, wird vermutlich angehalten sein, sich selbst nicht so zu verhalten oder dahin gehen zu lassen. Wer „Anne-Marie die Schönheit“, gelesen hat, wird zwar erkennen, dass vergangene Chancen unwiederbringlich vorbei sind, jedoch nicht gleichbedeutend mit einem komplett gescheiterten Lebenslauf sein müssen. Die Gedichten von Jessenin reiben uns unsere Vergänglichkeit nahezu mitten ins Gesicht, betonen dabei allerdings auch die romantische Schönheit des Herbstes. Ein gutes Buch erzählt nicht nur eine Geschichte, sondern vermag es, dem Leser auch die Augen für den eigenen Lebenslauf zu öffnen.

Biografien - Ein Leben als Buch

Immer wieder wird man Menschen begegnen, die mehr oder weniger selbstbewusst ankündigen, „ein Buch“ über ihr Leben schreiben zu wollen. In den meisten Fällen werden sich Mitmenschen dann stirnrunzelnd fragen, wer so ein Buch lesen wollen würde. Diese Frage ist nie ganz fair. Wenngleich auch die wenigsten unserer Zeitgenossen in ihrem Leben wirklich so große und außergewöhnliche Dinge bewerkstelligen werden, über die man auf den ersten Blick Bücher schreiben wollte. Dennoch sind wir alle Zeugen unserer Zeit mit einer ganz eigenen Geschichte, die ein jeder von uns erzählen könnte. Anne Frank war sich zum Zeitpunkt des Schreibens ihres Tagebuches keinesfalls über dessen literarische Tragweite und Bedeutung bewusst. Ebenso wie Lena Muchina, eine Schülerin in dem durch die Wehrmacht belagerten Leningrad, die in ihrem Tagebuch die beklemmenden Ereignisse in der verhungernden, belagerten Stadt schildert und deren Aufzeichnungen inzwischen jedem Schüler in dem heutigen Sankt Petersburg bekannt sind. Wer vermag also zu beurteilen, ob ein heute geschriebenes Tagebuch nicht für kommende Generationen interessant oder gar bedeutsam werden würde?

Neben solchen Tagebüchern von Anne und Lena findet sich selbstverständlich eine Vielzahl von Biografien und Autobiografien gewichtiger Personen, deren Lektüre belehrend oder auch inspirierend sein kann. Während sich die Biografien historischer Persönlichkeiten oft lesen wie ein historischer Roman, so gibt es auch schon zahlreiche Biografien von Menschen unserer Generation, die eine vollkommen andere Botschaft vermitteln zum als Beispiel das höfische Leben Katharinas der Großen. Oder Professor Dr. Sauerbruchs. In der Biografie des Apple-Gründers Steve Jobs oder der ehemaligen Hewlett-Packard Chefin Carly Fiorina werden wir unter Umständen weit mehr Parallelen zu unserem eigenen Leben und Streben entdecken, als in den Lebensläufen eines Bonaparte, Franz Liszt oder Doktor Sauerbruch.

In jedem Fall aber sind Biografien dafür geeignet, zu entdecken, dass auch die großen historischen Figuren dieser Welt „nur“ Menschen waren, und dass es auch mal dem „kleinen Mann“ gelingt, in das Räderwerk der großen Geschichte zu greifen.

Das Leben ist kein Bindestrich auf einem Grabstein

Wer im Umfeld oder in der Familie Verbündete findet, kann einen solchen Termin als gemeinschaftliches Event planen. Gemeinsam verbrachte Lebenszeit, ganz besonders in einem solchen Rahmen, ist viel wert und öffnet vielleicht auch die eine oder andere Tür zu Gemeinsamkeiten, von denen man bisher nichts wusste... Sei es nun beim Betrachten eines Gemäldes oder auch beim Gang durch einen besonderen Abschnitt der Stadtgeschichte: Was ist spannender als Senioren in einem Heimatmuseum, die tatsächlich die Zeit noch erlebt haben, die dort ausgestellt wird? Womöglich sogar noch in derselben Stadt... Da gäbe es sicher viel zu erzählen und ganz sicher auch für all jene, die unter Umständen zufällig Zeuge solcher Unterhaltungen werden.

Tipp

Sofern du einen „Kulturkalender“ besitzt... Plane einen Besuch der nächsten Museumsnacht in deiner Stadt. Termin und Informationen dazu findest du ganz sicher in einem beliebigen Museum, der Touristeninformation oder auch im Internet.

Es bliebe zu beachten, dass die Termine solcher Events selbstverständlich lange im Voraus geplant werden, einzelne Programmpunkte jedoch nachträglich ergänzt oder geändert werden können.

Während unser aller Leben Biografien und viele Tagebücher füllen könnte, gelingt es Friedhöfen, ein Menschenleben auf beklemmende Weise zu kürzen. Auf Grabsteinen ist zumeist der Name vermerkt, so wie das Geburts- und Sterbedatum. Zwischen diesen beiden Daten steht meist ein Bindestrich, der unbeabsichtigt das komplette gelebte Leben symbolisiert. Da bleibt es zu hoffen, dass diese Menschen mehr von ihrem Leben hinterlassen haben, als die Erinnerung im Geiste ihrer Angehörigen. Tagebücher, Briefe, Aufzeichnungen wären in der Lage, solche Lücken zu füllen.

Auch wenn Tagebücher in der Zeit von Smartphones, Social Media und Computern etwas aus der Mode gekommen zu sein scheinen, wollen wir diesen Gedanken nicht zu schnell verwerfen. In dem Roman „Wer war Alice“ beschreibt T.R. Richmond über die Bemühungen eines Lehrers, die letzten Stunden einer toten Schülerin anhand derer digitaler Nachrichten zu rekonstruieren, um so die Umstände ihres ungeklärten Todes aufzudecken. Alles, was diese Schülerin hinterlässt, sind eine Handvoll SMS-Nachrichten und Posts in sozialen Medien. Nun mögen wir selbst einmal nachdenken, ob unsere letzten Einträge im Internet das sein sollen oder sein werden, was wir der Welt hinterlassen... abgesehen von dem wenig vielsagenden Bindestrich auf unserem Grabstein.

Eventuell mag man sich besinnen, tatsächlich ein Tagebuch zu führen. Dazu braucht man auch kein Literat oder begnadeter Schreiber sein. Eine einfache schriftliche Sammlung von Gedanken, schönen Momenten oder anderen Ereignissen würde sicher Angehörigen und Freunden etwas Einzigartiges und sehr persönlicheshinterlassen, was ohne so ein Tagebuch ungesagt oder vergessen bliebe.

Wir alle sind Zeugen unserer Zeit.

Ebenso wie Lena aus Leningrad oder auch Anne Frank sind wir alle Zeugen unserer Zeit mit einer ganz eigenen Geschichte. Wer mag beurteilen, welche dieser Geschichten irgendwann einmal relevant werden könnte? Ein gutes Beispiel böte der autobiografische Roman der Schleswiger Schriftstellerin Marlies Jensen-Leier, die in ihrem Roman „Holm Engholm und zurück“ die Ereignisse schildert, die sie als Sekretärin am Schleswig-Holsteinischen Landtag während der „Schubladen-Affäre“ 1993 erlebte. Während ihr Leben als „einfache Sekretärin“ sehr unbedeutend erscheinen mag, wird ihr Wort als Zeugin einer Staatsaffäre mit Blick hinter die Kulissen ungleich gewichtiger. Wer nun seinen eigenen Lebenslauf durchstöbert, wird sicher auch auf Ereignisse treffen, die man erlebte und über die es zu sprechen lohnte. Viele von uns werden nicht nur die Sorgen einer globalen Pandemie zu schildern wissen, sondern unter Umständen auch an ganz persönliche Gefühle zu globalen Katastrophen wie dem 11. September 2001 (Anschlag auf das World Trade Center) oder gar den 26. April 1986 (Tschernobyl) erinnern. Es obliegt nun der persönlichen Entscheidung, ob man die eigenen Gefühle dieser Ereignisse über die Generationen tragen möchte oder auch nicht. Um sie unvergessen zu machen, empföhle es sich, sie niederzuschreiben. Die russische Literatur und Geschichts-Professorin Prof. Dr. Galina Shymkova betont immer wieder, dass das Gehirn und die Säulen unserer Kultur auf Papier geschrieben stünden. Ohne die zahllosen Tagebücher, Briefe und Aufzeichnungen unzähliger Privatleute wäre es ihr und anderen russischen Historikern nie gelungen, die Ereignisse der Leningrader Blockade so detailliert historisch aufzuarbeiten, wie es heute in dem Petersburger „Museum für Blockade und Verteidigung Leningrad“ erhalten ist. Nach Aussage von Prof. Dr. Shymkova spielte es bei der Auswertung der schriftlichen Dokumente auch keine Rolle, ob man nun das Tagebuch eines politischen Funktionärs oder aber die Briefe einer Küchenmagd vor sich hatte.

Viele historische Projekte arbeiten mit der Befragung von Zeitzeugen, um den Geist der Zeit zu erfassen, zu verstehen und ggf. aufzuarbeiten. Viele dieser historischen Projekte widmen sich den großen Katastrophen der Geschichte. Berichte der Überlebenden des Holocaust stehen im Wert solcher historischen Projekte mit an erster Stelle. Andere historische Vereine sammeln Schilderungen von Zeitzeugen zu den Luftangriffen auf deutsche Städte. Sofern weder Briefe noch Tagebücher aus dieser Zeit erhalten sind, arbeiten Historiker in einem Wettlauf gegen die Lebenszeit der noch verbliebenen Zeitzeugen, deren Reihen sich unwillkürlich lichtet. Schon in wenigen Jahren wird niemand mehr leben, der von Deportation oder Luftangriffen erzählen kann. Sofern das Erlebte nicht niedergeschrieben wird, wird es für immer ungesagt bleiben. Genau die gleiche Zeitspanne eröffnet sich in unser aller Leben und Generation. Der Tag wird kommen, an dem niemand mehr lebt, der die Zeit der Tschernobyl-Explosion erlebte oder den Niedergang der Zwillingstürme in New York. Wer dazu also etwas zu sagen hat, sollte es aufschreiben oder auch aufschreiben lassen.

Papier statt Digital?

Ein weiterer mahnender Hinweis der Historikerin bezieht sich auf die Empfehlung, solche Tagebücher „per Hand“ auf Papier zu schreiben, anstatt sie in die Apps und Clouds irgendwelcher digitaler Anbieter zu hämmern. Wer das Aufkommen der PCs (Personal Computer) in den 80er und 90er Jahren erlebt hat, wird diese Empfehlung nachvollziehen können. Kaum jemand wird in der Lage sein, heute einen Text vorzuzeigen, den er in den 90er Jahren in einen Computer getippt und nicht ausgedruckt hat. Die stetigen Wechsel von Datenträgern und ganzen Betriebssystemen vernichten das Datenformat ganzer Generationen. Währenddessen kann man noch ohne Probleme in den Landesarchiven Briefe einsehen, die vor hunderten von Jahren verfasst wurden. Auf Papier. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Nachkomme in hundert Jahren ein Tagebuch auf dem Dachboden findet, ist also ungleich höher, als dass sich in hundert Jahren irgendjemand an die Zugangsdaten einer „Cloud“ erinnert oder ein Gerät besitzt, welches 3.4“-Disketten lesen kann. Die Lebensdauer einer handelsüblichen CD-Rom beträgt etwa 10 Jahre. Nach 15 Jahren sind solche Datenträger also selbst mit der passenden Hardware kaum mehr lesbar.

Wir selbst haben uns beim Schreiben dieses Artikels an zahlreiche Ereignisse in unserem Leben erinnert, die ein Aufschreiben lohnen würden. Wie viel mehr würden die Leser dieses Artikels dazu hinzufügen können und welches Bild ergäbe sich aus der Summe all dieser persönlichen Aufzeichnungen zu einem bestimmten Ereignis? Ein Eldorado für die Historiker der Zukunft. Daher auch unser Tipp: Schreiben Sie Tagebuch. Per Hand auf Papier! Selbst wenn diese Aufzeichnungen nie auf dem Schreibtisch eines Historikers landen, so wird sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit einer der Nachkommen über solche Einblicke freuen. Die Historikerin Prof. Dr. Shymkova hat bestätigt, dass sie nie mit einem Besitzer eines solchen Tagebuchs gesprochen habe, der das schriftliche Erbe eines seiner Ahnen als uninteressant oder überflüssig empfunden habe. Selbst alte Postkarten und Briefe werden nicht selten von den Familienmitgliedern der Zukunft liebevoll aufbewahrt und von Generation zu Generation weitergegeben. Weggeworfen oder entsorgt werden solche Familienschätze so gut wie nie.

Literatur im Spiegel der Zeit

Was moderne Leser oft nicht beachten ist, dass jedes Buch im Geiste der Zeit geschrieben wurde, in dem der Autor lebte. Genau dies führt in einer Zeit von „politischer Korrektheit“, wie wir sie heute erleben, zu teils erstaunlichen Bewertungen. So wurde „Pipi Langstrumpf“ der schwedischen Nobelpreisträgerin Astrid Lindgren als „rassistisch/sexistisch“ bezeichnet und selbst ein Roman von Erich Kästner wurde aus den Bücherregalen einer Buchhandlung entfernt, da es sich bei dem Roman um „rassistischen Mist“ handele, wie die Buchhändlerin auf Twitter verkündete. Man darf und sollte derart ideologisch getriebenem Handeln gern entgegnen, dass Werke von Kästner bereits 1933 der Bücherverbrennung durch die Nazis zum Opfer fielen.

Gleichfalls unangemessen wäre die Zuordnung des Rassismus auf eine Astrid Lindgren, die sich in ihrem Leben verdient gemacht hat für Spenden und Organisationen zum Wohl von Kindern. Mark Twain, der in seinen Romanen die Sklavenhaltung stets verurteilte und darzustellen versuchte, bedient sich ebenfalls des „N-Wortes“. Entsprechend des – durchaus erforsch- und diskutierbaren – Sprachgebrauchs seiner Zeit. Fällt er damit aber per se in den Kreis der „Rassisten“? Die Bedeutung, der von Orwell prognostizierten Zukunft, in der ein Ministerium der Wahrheit unliebsame Passagen aus der Literatur schwarz einfärbt, sei nur einmal dahingestellt.

Nicht zu übersehen ein wenig differenzierter Wunsch unserer aktuellen Gesellschaft, jede Literatur an heutigen Normen und Maßstäben messen zu wollen. Diese Einstellung ist nicht nur schwierig, sondern zudem kaum möglich. Sprache ändert und entwickelt sich nicht in Jahren, sondern in Jahrzehnten, wenn nicht gar Jahrhunderten. Somit kann man nicht erwarten oder voraussetzen, dass Jahrhunderte alte Schriften dem heutigen Sprachgebrauch entsprechen oder sich an dessen Normen ausrichten.

Bei der Lektüre älterer Bücher empfiehlt es sich also, den Text in den Geist der Zeit zu setzen, in dem er geschrieben ist. Unter Umständen wird man dabei nicht nur unliebsame Begegnungen mit Wörtern machen, die wir heutzutage zu vermeiden suchen, sondern auch vollkommen andere Aspekte entdecken. Zum Beispiel ist das hochgelobte Buch des französischen Autors Antoine de Saint-Exupéry absolut nicht nur ein Kinderbuch. Zuerst erschien das Buch in dem Jahr 1943 und Saint-Exupéry liefert in dem Buch eine politisch-kritische Beobachtung der politischen Protagonisten in dem Europa dieser Zeit. Das Buch in solchen Facetten zu betrachten, setzt selbstverständlich voraus, dass man sich mit dem Europa des 1943 einigermaßen auskennt. Ganz ebenso wären die Bücher eines Mark Twain zu lesen, oder auch viele der Ausgaben russischer Klassiker, die nicht selten den Kommunismus derart scharf angreifen, dass diese Titel zu Sowjetzeiten verboten waren. Die Autoren dieser Zeit waren allerdings auch schlau genug, ihre harsche Kritik in ein literarisches Werk zu wickeln, welches, ebenso wie der kleine Prinz, nicht auf den ersten Blick als politisches Buch auszumachen ist. Spannend werden solche Kritiken, sobald sie nicht nur das politische System ihrer Zeit angreifen, sondern auch gesellschaftliche und soziologische Konzepte, die sich unter Umständen trotz einer Verschiebung politischer Positionen bis heute kaum verändert haben.

Das Buch „Meister und Margarita“ des ukrainisch-russischen Schriftstellers Michail Afanassjewitsch Bulgakow gilt als eines der bedeutendsten Werke russischer Literatur des 20ten Jahrhunderts. Bulgakow kritisiert nicht nur das politische System scharf, sondern teilt auch in einer allegorischen und satirischen Weise Seitenhiebe auf die Moskauer Gesellschaft aus. Beim Lesen des Werkes wird schnell deutlich, dass sich die Konstrukte der von Bulgakow verspotteten Gesellschaft kaum von denen unterscheiden, die wir auch heute noch täglich leben. Die Protagonisten des Werkes könnte man durchaus leicht aus dem Roman pflücken, in eine ähnliche Position unserer Welt setzen, ohne dass diese dort sonderlich herausstechen würden.

Solche zeitlosen Werke sind meist spannend, da sie dem Leser beweisen, dass sich unsere Gesellschaft unter Umständen weit weniger rasch verändert, als wir es vielleicht gern hätten. Das gilt selbstverständlich nicht nur für soziologische Konzepte, sondern auch für politische Modelle. Man darf und sollte fragen, warum die hundert Jahre alten besorgten Briefe einer Rosa Luxemburg sich so lesen, als wären sie erst gestern geschrieben, um unsere moderne Politik zu kritisieren? Wenn alte Werke brandaktuell scheinen, wird sich nicht sehr viel verändert haben, gesellschaftlich, wie auch politisch. Ob das nun gut oder schlecht ist, wird man an jedem Fall individuell festknüpfen und beurteilen müssen. Fakt ist, dass sich in vielen der großen Klassiker, von Dostojewski über Bulgakow bis hin zu Grass und Fallada Beispiele und Textpassagen finden, die sich eins zu eins auf unsere Zeit übertragen oder mindestens deutliche Parallelen ziehen ließen. Immer wieder gelingt es auch moderner Literatur, ein Fahrwasser zu haben, in welchem historische Schilderungen im Geiste unserer Moderne beim Leser einen positiven Denkprozess auslösen. Da es unmöglich ist, die Erscheinungslisten der unterschiedlichen Verlage zu studieren, sei hier der Literatur-Podcast „Lesart“ von Deutschlandfunk-Kultur empfohlen, in dem immer wieder Neuerscheinungen mit Anspruch vorgestellt werden. Der Podcast beschränkt sich eindeutig nicht nur auf reine Unterhaltungsliteratur, sondern wirft auch oft Büchervorstellungen in die Runde, die den Leser weit mehr als nur ein spannendes Leseerlebnis bieten.

Fazit

Film und Literatur werden auch in der Zukunft viele Menschen begeistern und neue Horizonte aufzeigen. Während die Filmbranche durch immer neue Tricktechniken an Möglichkeiten gewinnt, beschränkt sich die Literatur weiterhin auf die Kreativität der schreibenden Autoren. Dass sich diese nicht nur aus Literatur-Akademikern zusammensetzen, zeigen die Lebensläufe vieler bekannter und bewunderten Schriftsteller der Vergangenheit. Unter ihnen sind tatsächlich alle Kasten und Stände vertreten. Nicht selten stechen auch unter ihnen Menschen mit einem vergleichsweise schwierigen Lebenslauf positiv heraus. Sei es nun der etwas kauzige Edgar Allan Poe, der hoffnungslose Alkoholiker Hans Fallada oder der unbequem-aufmüpfige Systemkritiker Michail Bulgakow. Nicht nur diese Namen sind Zeugen ihrer Zeit, sondern auch wir sind es. Ob wir unsere Eindrücke nun in einem Tagebuch an die Nachwelt weiterreichen, oder aber ob wir eine große literarische Geschichte erzählen wollen. Die Zukunft der Literatur liegt sprichwörtlich in unseren Fingerspitzen und damit bleiben auch in der Zukunft die Säulen unserer Welt und Zivilisation sprichwörtlich auf Papier geschrieben.

Sofern man sich mit dem Gedanken trägt, selbst schriftstellerisch tätig zu werden, sollten angehende Autoren sich gar nicht oder nur wenig von politischen Korrektheiten leiten lassen, sofern diese nicht zu den eigenen politischen Überzeugungen zählen. Die Vergangenheit hat in mehreren tragischen Episoden aufgezeigt, dass eine politische Zensur von Schrift und Kultur niemals erbauliche Früchte trug. Seien es nun die Bemühungen des Sowjet-Regimes oder auch die der Nationalsozialisten. Obgleich es sich um sehr unterschiedliche Systeme handelte, vermochten es beide nicht, die Stimme der freien Schrift ganz abzustellen. Ein gleiches Unvermögen bewies die Kirche in der Zeit der Renaissance, in der es Künstlern wie DaVinci trotz der strengen Auflagen der röm.-kath. Kirche gelang, satirisch-kritische Symbolik in seinen Werken zu verbergen. Ebenso wird es heutzutage sehr wahrscheinlich Schriftstellern oder anderen Künstlern gelingen, Schrift und Bild an sogenannten bzw. vermeintlich politisch-korrekten Auflagen vorbei zu jonglieren. Kunst und Kultur kommt niemals von oben, sondern immer aus der Mitte der Bevölkerung. So war es immer und so wird es immer sein. Insofern unterliegt diese Kunst auch immer nur der persönlichen Zensur des Urhebers selbst. Dieser kann sich zwar durchaus den lauten Stimmen unterordnen... er wird jedoch auch in der Lage sein, seine eigene Betrachtungsweise in sein Werk zu weben. Selbst wenn es erst auf den zweiten Blick ersichtlich ist, so stünde dieser moderne Künstler mit seiner Arbeit nicht allein. Schon in vergangenen Zeiten haben Autoren und andere Künstler genau so verfahren, um ihre eigenen Gedanken über die Grenzen eines vordefinierten Systems zu tragen. In vielen Fällen nicht nur erfolgreich, sondern sind es auch gleichzeitig genau diese Werke, die die Namen heutzutage unsterblich machen. Ebenso schrieben nicht wenige dieser literarischen Revolutionäre ihre Werke unter Systemen, die weitaus tödlicher mit subversiven Elementen umgingen, als die Kritiker unserer Zeit. Eine ablehnende Haltung gegenüber einer gewünschten Position wird zumindest in diesem Land noch nicht von offiziell staatlicher Seite sanktioniert. Eine Aussicht, die sich Schriftsteller unter Hitler oder Stalin durchaus gegenübersahen und ihr kritisches Werk trotzdem vollendeten.

Einigen Schriftstellernder Vergangenheit gelang es in der Tat, ihre satirischen und oft scharfen Kritiken so zu verfassen, dass niemand persönlich beleidigt wurde, sondern stets eine Kritik an das System im Ganzen adressiert und abgeliefert wurde. Bulgakow schreibt in einem inzwischen legendären Brief an die Regierung der UDSSR unter Stalin: „Der Kampf gegen die Zensur, wie auch immer sie beschaffen ist und unter welchem Regime sie auch immer existiert, ist für mich eine Pflicht des Schriftstellers, ebenso wie die Forderung nach Pressefreiheit.“ Wer nun argumentiert, dass wir in keinem Land leben, in welchem die Presse- oder Redefreiheit eingeschränkt sei, dem lege man Ray Bradburys Roman „Fahrenheit 451“ ans Herz, welches ein gesellschaftliches System beschreibt, in welchem die Einschränkung, Sanktionierung und gesellschaftliche Ächtung nicht etwa von dem Staat diktiert, sondern aus der Mitte der Gesellschaft selbst geschaffen wird. Ganz ähnliche Anflüge lassen sich tatsächlich schon jetzt in unserer Gesellschaft beobachten. Umso wichtiger wird daher eine möglichst system-unabhängige Haltung aktueller und zukünftiger Schriftsteller. Es bleibt zu wünschen, dass es diesen Schriftstellern unserer Generationen ebenso wie historischen Vorgängern gelingt, ihre Kritik in elegante Schriften zu wickeln, ohne sich dabei in unsachlichen Pöbeleien zu verlieren. Letztlich wird das Werk eines Schriftstellers stets für sich allein stehen müssen und nicht die Umstände beleuchten, unter welchen es entstanden ist.

Erfahrungsgemäß orientiert sich Literatur auch selten an aktuellen Moden. Tolkiens Herr der Ringe galt kurz nach Erscheinen als grottenschlecht und zählt heute zu den erfolgreichsten Romanen des 20ten Jahrhunderts. In einem literarischen Verständnis hat auch kein einziger Roman dem Anspruch zu entsprechen, sich an einer bestehenden oder vergangenen Realität orientieren zu müssen. Dies kann zwar passieren, ist aber grundsätzlich kein Bewertungsfaktor für gute oder schlechte Literatur. Sicherlich werden sich viele Autoren an ihrer eigenen Lebensrealität orientieren, um ihrem Werk etwas Realismus anzuhaften. Wie aber wie soll man als Leser eine solche Realität bewerten, sobald man das Werk nur eine Generation verrückt? Kaum jemand wird sich die tägliche Lebensrealität seiner Großeltern vorstellen können. Wie also wollte man einen Roman beurteilen, der nicht nur in der Zeitspanne der Großeltern spielt, sondern zudem auch noch von einem Autor verfasst ist, der in genau jener Zeit lebte?

Zwar gibt es Autoren, die eine Vergangenheit höchst realistisch zu schildern verstehen, deren Werk aber dennoch reine Fiktion bleibt. Ken Folletts „Säulen der Erde“ gibt einen fundamental-realistischen Einblick in den Bau unserer Kathedralen im Mittelalter. Trotzdem ist der Roman von vorn bis hinten frei erfunden. Die Bewertung eines möglichen Realismus könnte eventuell von einem Historiker oder Geschichts-Akademiker vorgenommen werden; kaum aber von einem herkömmlichen Sonntags- oder Urlaubsleser. Die Erkenntnis, dass Belletristik einen Wahrheitsanspruch literarisch gar nie erfüllen muss, macht es potentiellen Schriftstellern leichter. Dass es auch sehr bizarre Geister in die Riege der Weltliteratur schaffen, beweist das Werk eines Franz Kafka, der in seinem Kurzroman „Die Verwandlung“ zwar sehr psychologisch-korrekte menschliche Charaktereigenschaften zu schildern weiß, sich dabei aber keinesfalls an eine messbare Realität hält. Ob ein Werk nun eine Realität oder auch nur die Gedankenwelt des Schriftstellers widerspiegelt: Solange die Literatur dem Leser eine Daseinserweiterung schafft, darf das literarische Werk als gelungen gelten.

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