50er Jahre Filme

In den 50er Jahren setzt sich die inzwischen vollkommen etablierte Filmkunst in das nächste Jahrzehnt fort und transportiert ein vollkommen neues Lebensgefühl. Europa hat den zweiten Weltkrieg überstanden und die Menschen richten sich an einer neuen Zeit aus. Die 50er stehen in Europa für die Zeit des Wiederaufbaus und gebärden sich positiv und optimistisch. Genau dies wird in den Filmen dieser Zeit sehr deutlich: Geordnete, bürgerliche Verhältnisse in übersichtlichen Geschichten.

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©Bild von Jill Wellington/Pixabay auf Alterix

Fernseher werden erschwinglich!

Die Filmbranche katapultiert in den 50er Jahren nochmals nach oben, nachdem 1952 in Deutschland die ersten Fernsehsender beginnen und Fernsehgeräte auch für normale Haushalte erschwinglich werden. Zwar teilt man sich in der Nachbarschaft nicht selten ein Fernsehgerät, doch mit dem Fernseher kommen die Filme nun auch direkt in die Wohnzimmer. Trotzdem bleiben Kinos und Filmvorführer im Trend. Das heimische Publikum wird in den 50ern die ersten Serien sehen. Bonanza und Rauchende Colts sind die ersten Serien, die für viele Zuschauer zu einer festen Institution werden. Selbstverständlich lebt das Fernsehen dieser Zeit nicht nur durch das Programm, sondern auch durch die Begeisterung für das neue Medium selbst. Ein eigener Fernseher war schlicht und einfach eine Besonderheit.

Erinnerungen werden wach!

Jeder ältere Mensch, der diese Zeit miterlebt hat, wird seine ganz eigenen Erinnerungen tragen und nicht selten macht es Freude, sich solche Erinnerungen erzählen zu lassen. In den 50ern trafen sich häufig Nachbarschaften, um gemeinsam in einer Stube Filme, Serien oder Fußballübertragungen zu schauen. Ganze Kinderhorden verschwanden zu bestimmten Zeiten von den Straßen und Spielplätzen, um bestimmte Serien zu schauen, die „jeder“ gesehen haben musste. Dabei sendeten die Sender nicht rund um die Uhr. Zur Spätnachmittagszeit lief ein Kinderprogramm, anschließend kamen die Nachrichten und den Abschluss bildete ein Abendfilm. Danach war dann für den Tag Sendeschluss. Diese Programmgestaltung war nicht nur in der 50ern Standard, sondern setzte sich bis weit in die 80er Jahre fort. Nachtprogramme wurden erst mit dem Aufkommen privater Sender aktuell.

Die 50er Jahre Filme im Überblick

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©Bild von Michi-Nordlicht/Pixabay bei Alterix

Während das Hollywood-Kino nach wie vor mehr zu rein fiktiven Filmen tendiert, transportiert man im deutschen Kino das neue Heimatgefühl. Filme wie Sissi begeistern das ganze Land und halten sich über Jahrzehnte in den Herzen der Bevölkerung. Aus Hollywood schwappen neue Idole nach Europa und auch in Deutschland ist der junge James Dean mit seinem Film Denn sie wissen nicht, was sie tun nicht nur Liebling der weiblichen Zuschauer. Das Jugendbild der „Halbstarken“ wird sehr von solchen Filmen befeuert. Ältere Kinobesucher freuen sich eher an intelligenten Krimis oder heute schnulzig erscheinenden Heimatfilmen, die eine friedliche heile Welt abbilden.

In den USA beginnt Alfred Hitchcock, sein Publikum mit Filmen wie Der unsichtbare Dritte zu begeistern und Marilyn Monroe verzaubert ihre Fans in dem Klassiker Manche mögens heiß.

Abgesehen von Hitchcock haben viele Filme dieser Zeit einen leicht naiven Charme, der sicherlich nicht jedes Publikum anspricht. Ein grandioser Wurf gelingt Hollywood allerdings mit dem Monumental-Kostümfilm Ben Hur mit dem legendären römischen Wagenrennen. Das ist Kino, welches man bis dahin nie zuvor gesehen hat. Doch die 40er machen es möglich!

Die Filme der 50er sind noch nicht komplett in den Archiven der Sendeanstalten verschwunden. Immer wieder mal wird man Hitchcock Filme zu sehen bekommen und auch die Sissi-Filme mit Romy Schneider gehören in das jährliche Programm der Vorweihnachtszeit. In der Masse sind die Filme der 50er durch ihren „kitschigen Touch“ sicher weit aus der Mode und nur von wirklichen Fans zu ertragen. Ausnahmen wird es dabei sicher geben und sich auch der Kaste der Filmklassiker anschließen. Auch hier sind es eher die ernsten Filme, die wir nicht unerwähnt lassen möchten. Der Film Es geschah am hellichten Tag mit Heinz Rühmann und Gert Fröbe ist sicherlich ein Film, der auch heute noch Zuschauer bewegen wird. Wie in Fritz Langs Klassiker M – Eine Stadt sucht einen Mörder geht es in diesem Film um einen Kindermörder. Auch wenn der Film keine expliziten Grausamkeiten zeigt, gelingt es den Darstellern ein Gefühl der Beklemmung zu transportieren. Kurz: Der Film hat all das, was einen guten „Thriller“ ausmacht. Auch anderen Filmen aus diesem Jahrzehnt gelingt dies ganz gut:

  • Bei Anruf Mord
  • Vertigo
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©Bild von D B/Pixabay auf Alterix

Die technischen Möglichkeiten

Trotz der technischen Möglichkeit der Farbfilme, werden in den 50er Jahren noch viele Filme in Schwarz-Weiß gedreht. Dies nicht nur als „Stilmittel“, sondern nicht zuletzt aus Kostengründen. Die Fernsehgeräte der 50er konnten noch keine Farbe. Es hätte also wenig Sinn gemacht, für das Fernsehen produzierte Serien wie Stahlnetz in Farbe zu drehen. Die großen Filme wie Sissi und Ben Hur waren selbstverständlich in Farbe. Mit Ben Hur startete Hollywood in den 50er Jahren eine kleine Serie von Monumentalfilmen, die sich durch einen großen Aufwand an Szenen und Komparsen auszeichneten. In den 50ern war es noch nicht möglich, Menschenmassen mit Tricktechnik in die Filme zu schneiden. Entsprechende Szenen mussten also mit echten Menschen/Komparsen gedreht werden. In diesem Zusammenhang gehört Das Wagenrennen tatsächlich zu den großen Würfen der Filmgeschichte und ist auch heute noch durchaus sehenswert.

Über Kitsch und die heutigen Beliebtheitswerte der 50er Jahre Filme

Die meisten Filme der 50er versammeln keine große Fangemeinden hinter sich. Die großen Gewinner dieser Kriterien sind ganz ohne Frage Sissi und Ben Hur, wenngleich Sissi sich weit länger in dem Programm gehalten hat. Der Grund hierfür wird sicherlich zu einem großen Teil an der Figur und an der Hauptdarstellerin liegen und weniger an dem „filmischen Handwerk“.

Die Stars

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©Bild von WikiImages/Pixabay auf Alterix

Darin unterscheiden sich die Filme der 50er auch in keiner Weise von denen anderer Jahrzehnte: Gute Schauspieler oder gar Publikumslieblinge retten so manchen Film aus einer eher dünnen Geschichte. In den 50ern mag dies insbesondere auffallen, da so viele Heimatfilme eine Botschaft und Stimmung transportieren, die sich sehr schwer in unsere Zeit heben lässt. Stichwort: Kitsch. Dieses Stilempfinden soll jedoch nicht ein böser Vorwurf sein, denn diese Filme dokumentieren lediglich das Lebensgefühl ihrer Zeit und „Moden“ ändern sich. Auch die Western der 50er sind nicht mehr zeitgemäß. Trotzdem waren sie in ihrer Zeit allem voran beim jüngeren Publikum beliebt. Wer also mag nun Western-Serien herabwerten, die in den 50er Jahren begannen und sich über zwanzig Jahre auf den Sendeplätzen hielten? Bonanza und Rauchende Colts gehören zu den erfolgreichsten Serien aller Zeiten. An so eine Spieldauer sollen die Serien unserer Zeit erst einmal herankommen. Und selbst die Sissi-Filme mit ihren ständigen Wiederholungen muten rekordverdächtig an. Zumindest sind uns nur wenige Filme bekannt, die man uns mit so dauerhafter Boshaftigkeit Jahr für Jahr aufs Neue präsentiert. Filmfans der 50er Jahre werden sich dabei allerdings vermutlich an den ersten Hitchcock-Filmen orientieren, die zwar nicht regelmäßig im aktuellen Fernsehprogramm auftauchen, aber ganz sicher zu den Wiederholungen gehören, die nicht weh tun. Hitchcock ist zudem einer der wenigen Regisseure, der auch heute noch bekannter ist als seine Schauspieler. Damit gehört Hitchcock neben Marilyn Monroe, Romy Schneider, Charlton Heston und James Dean zu den ganz großen Namen der Filme der 50er.

Fairerweise sei erwähnt, dass Hitchcock in jedem seiner Filme als Komparse auftaucht oder mindestens einmal durch das Bild läuft; ein Markenzeichen, welches er auch in späteren Filmen noch fortsetzt.

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