Autor : Volker
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Ausflüge für Jung & Alt

„Pack die Badehose ein, nimm Dein kleines Schwesterlein…“ – Conny Froboess war gerade einmal acht Jahre alt, als sie dieses Lied das erste Mal auf einer Bühne sang. Im Original wurden Kinder aufgefordert, im Wannsee in Berlin zu baden, in späteren Versionen war es dann – für ganz Deutschland verständlich – mal das Schwimmbad, mal das Freibad. Wenn du dich daran noch lebhaft erinnerst, dann gehörst du genau zu der Sorte Menschen, die dieser Artikel anspricht. Falls du dich nicht erinnerst, dann kannst du hier dennoch einiges mitnehmen.

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Freibad und Baggersee rufen

Die Badesaison ist naturgemäß die ideale Zeit für gemeinsame Ausflüge an Badeseen oder ins Freibad. Gemeinsam heißt hier, dass Jung und Alt aufeinandertreffen sollen. Vielleicht denkt jetzt jemand daran, wie das hessische Kabarettensemble „Die Warzenschweine“ in den 70er Jahren besangen, dass der Honolulu-Strandbikini auch nicht mehr modern sei, sondern der Freikörperkultur zum Opfer fiel. Dies sähen besonders die älteren Herren sehr gerne... Ich glaube, heute dürfte man so etwas gar nicht mehr singen.

Es gibt dagegen ein ganz anderes wichtiges Argument, warum die Generationen gemeinsam zum Schwimmen gehen sollten. Es ist nämlich so, dass viele junge Menschen gar nicht schwimmen können. Eine Untersuchung aus dem Jahr 2018 hat ergeben, dass 40% der Kinder im Grundschulalter nicht mehr in der Lage wären, das Freischwimmerabzeichen zu erlangen: 15 Minuten schwimmen im tiefen Wasser plus ein Sprung aus 1 Meter Höhe. Die heutigen Älteren haben meist noch eine Jugend erlebt, in der ein Schwimmabzeichen ein anerkanntes Muss war, wenn man dazugehören wollte. Grund genug, dieses Wissen an die nachfolgenden Generationen weiterzugeben.

Wald, Zoo, Wildpark & Bauernhof - In der Natur vereint

Viel wird immer wieder diskutiert über Schulreformen und Lehrpläne, und am Ende bleibt die Erkenntnis, dass es am besten wäre, die Kinder nach draußen zu nehmen, und ihnen die Dinge zu zeigen, die sie lernen sollen. Ob Budgeteinschränkungen, Zeitmangel, politische Erwägungen oder gar versicherungstechnische Gründe– der Unterricht findet fast ausschließlich in den Klassenzimmern und auf theoretischer Basis statt.

Hier sind die Alten aufgerufen, mit den Kindern – zum Beispiel den Enkeln und deren Freunden bzw. Freundinnen – aus dem Haus zu gehen und Dinge direkt zu erforschen. Man muss eigentlich nirgends in Deutschland eine lange Reise unternehmen, um einen Wald oder einen Bauernhof zu finden. Besser noch, wenn es einen Wildpark in der Umgebung gibt. Beim Besuch im Zoo empfehle ich dir, nicht nur Elefanten, Löwen und Giraffen anzuschauen. Im botanischen Teil oder im Aquarium bzw. Terrarium gibt es irrsinnig interessante Details zu entdecken, die man den Jungen aber auch erklären muss. Du wirst sehen, wenn die ihren ersten Pfeilgiftfrosch oder die erste übel stinkende fleischfressende Orchidee gesehen haben, dann fangen sie auch an, sich dafür zu interessieren.

Bilder einer Ausstellung

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Schon beim Gang ins Museum hört die Wissensvermittlung auf, eine Einbahnstraße zu sein. Kunst, Geschichte und Wissenschaft sind einem ständigen Wandel unterworfen, da kommt es genauso oft vor, dass die Jungen Interessantes zu erzählen haben und die Alten zuhören, wie umgekehrt. So wird der Ausflug ins Museum zum Gewinn für alle, die dabei sind – und vielleicht auch für ein paar der Gäste, die sich interessiert dazustellen, um mitzuhören.

Wenn Du schon im Ruhestand bist, und entsprechend Zeit hast, dann bist Du ideal geeignet, um solch einen Austausch als konzertierte Aktion zu organisieren. Viel gehört ja nicht dazu. Und je nach Alter der Jugendlichen oder Kinder ist es für deren Eltern möglicherweise eine Entlastung – vielleicht kommen die aber selber gleich mit und machen die Sache zur Veranstaltung über drei Generationen.

Escape Room - Action der anderen Art

Schon mal etwas von einem Escape Room gehört? Zugegeben: Dieser Freizeittipp ist nicht für jede Gegend geeignet, weil es Escape Rooms noch nicht in jeder Stadt gibt. Der Trend kommt aber unaufhaltsam, und damit über kurz oder lang auch in deine Nähe.

Worum geht es? Die Escape Rooms sind sehr phantasiereich und unterscheiden sich in der Aufmachung sehr, aber das Prinzip ist überall das gleiche. Du wirst mit deiner Gruppe in ein Zimmer eingesperrt, in dem verschiedene Gegenstände, Möbel, Bilder, Hinweise zu finden sind. Auch kleinste Details können eine wichtige Rolle spielen. Eure Aufgabe ist es, herauszufinden, wie man aus diesem Zimmer ins nächste kommt. Dort sieht alles wieder ganz anders aus, aber die Aufgabe ist die gleiche: Den Weg nach draußen finden! Und bei all dem tickt immer die Uhr. Für Spannung ist auf jeden Fall gesorgt.

Diese Rätselsuche erfordert die Zusammenarbeit von Menschen, die auf völlig unterschiedliche Art und Weise an Probleme herangehen, wenn keine richtige Lösungsformel angegeben ist: Was die Jungen an Kombinatorik, Beobachtungsgabe und logischem Denken aus Videogames gelernt haben, das bringen die Alten aus dem Lesen von Schalt- und Konstruktionsplänen mit, aus dem Verstehen von Gesetzestexten oder aus der Prüfung von Unterlagen.

Die Zeit läuft übrigens nicht, um die Spannung zu steigern, sondern um den Raum für die nächste zahlende Gruppe freizumachen. Wenn Leute nicht auf die Lösung kommen, dann werden ihnen vom Aufsichtspersonal über Lautsprecher Lösungen eingeflüstert, damit es endlich weitergeht. Solche Gruppen müssen dann mit der Schmach leben, es nicht ohne Hilfe geschafft zu haben. Das wird eurem generationenübergreifenden Team nicht passieren!

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Stadtführung: Lerne, was du selbst so alles noch nicht gewusst hast

Stadtführungen sind nicht nur für Gäste von außerhalb interessant. Um dauerhaft attraktiv zu sein, werden nämlich vor allem diejenigen Geschichten ausgegraben, die nicht im allgemeinen Mainstream verankert sind. Da sind auch für die Einheimischen immer noch hochinteressante Anekdoten dabei.

Allein schon bei großen Kirchen haben Architekten und Bauherrn regelmäßig Kleinigkeiten eingebaut, die dem örtlichen Kirchenvorsteher den Stinkefinger zeigen. Nicht immer so offensichtlich wie zum Beispiel beim Freiburger Münster, wo einer der Wasserspeier nicht eine Dämonenfratze zeigt, sondern den nackten Hintern in die Landschaft streckt. Aber überall gibt es kleine und große Details dieser Art zu entdecken, und für die Stadtführer sind das sie beliebtesten Geschichten.

Pubquiz – Englische Kultur in Reinstform

Englische und Irische Pubs sind inzwischen deutschlandweit in allen Städten zu finden, und die meisten führen auch wöchentlich ein Pubquiz durch. Es werden allerlei Fragen aus Popkultur und Geschichte, aus Geographie und Politik gestellt. Welches Team die meisten Punkte gesammelt hat, erhält am Schluss einen Preis– üblicherweise Freigetränke.

Keine Angst: Die deutsche Gesetzgebung erlaubt es schon Kindern ab sechs Jahren, ohne Begleitung von Erziehungsberechtigten in der Kneipe zu sitzen, sofern dies zur Einnahme einer Mahlzeit und eines Getränks geschieht. Damit kommt wieder die Stärke des generationsübergreifenden Teams zur Geltung. Du kennst vielleicht nicht den neuesten Hit von Lady Gaga, dafür weißt Du aber, welche Ostereier Michelangelo in der Sixtinischen Kapelle dem Papst ins Nest gelegt hat.