Hund, Katze und Gesundheit

Dass Hunde und Katzen ebenso an Schnupfen leiden können wie Menschen ist hinlänglich bekannt. Hinzu kommt eine Palette von „artenspezifischen Krankheiten, die für unsere Haustiere durchaus lebensbedrohlich sind, die sich jedoch nicht auf den Menschen übertragen. Wie bei uns Menschen gipfeln Beulen, trübe Augen oder Nießanfälle nicht selten in einer Arztpraxis, um das Tier behandeln zu lassen. Wer das Interieur von Tierarztpraxen kennt, weiß, dass ein Besuch beim Veterinär keine günstige Angelegenheit ist und auch öfters zu einer finanziellen Belastung werden kann. Nicht wenige Rentner sehen sich vor einem Problem, mehrere hundert Euro für eine Behandlung ausgeben zu müssen, wenngleich sie diese auch nach Kräften sicher tätigen werden, bevor sie ihren „Liebling“ leiden ließen. Inzwischen gibt es Krankenversicherungen für Hunde, die wie bei uns Menschen die primären Kosten von Standard-Behandlungen ganz oder teilweise übernehmen und die medizinische Versorgung deutlich stabilisieren. Ob und in welchem Umfang die Beiträge solcher Versicherungen die teilweise sehr knapp bemessenen Renten belasten, hängt einzig und allein von dem Versicherer ab. Wichtig sind die Klärung von etwaigen Vorerkrankungen und die körperliche Verfassung des Tieres, welche sich auf die Beiträge auswirken können. Sinn machen solche Versicherungen auch fast ausschließlich nur bei Tieren, die zum „Kränkeln“ neigen und deren Arztbesuche den finanziellen Haushalt des Besitzers immer wieder über den Haufen wirft.

Tiere und unsere Krankheiten.

Obwohl Hunde und Katzen sehr wohl an einem Nierenversagen sterben können, übertragen sich Virusinfektionen von Menschen auf Tieren in der Regel nicht. Eine der wenigen Ausnahmen könnte die derzeitig grassierende COVID-19 Pandemie sein, nachdem laut einiger Berichte auch Hunde positiv auf das Virus getestet sein sollen. Da sich diese Meldungen jedoch nicht häufen, ist zu erwarten, dass die Gefahr für Haustiere in einem sehr überschaubaren Rahmen ist.

Eine sehr viel wichtigere Rolle spielen Haustiere bei der Behandlung unserer Krankheiten. Besitzer von Hunden und Katzen werden schnell bestätigen können, dass ihre Tiere „Nähe suchen“, sobald ihre Besitzer erkrankt sind oder an Schmerzen leiden. Bei Katzen gehen Experten zudem davon aus, dass das Schnurren der Katze einen „heilenden“ Effekt haben soll, da sich das Schnurren im Bereich von 7.83 Hz bewegt; einer Frequenz, die sich vielerorts in der Natur findet.

Hunde sind da etwas aktiver und dienen als Blindenhunde zur Führung von sehbehinderten Menschen oder auch als „Haushaltshilfe“ bei Menschen mit körperlichen Einschränkungen, für die Hunde dann Schubladen oder Türen öffnen oder andere Bringdienste ableisten.

Ganz oft jedoch reicht schon die bloße Anwesenheit von Hunden oder Katzen, um bei kranken Menschen einen „Therapie-Effekt“ zu bemerken. Insbesondere bei einsamen älteren Menschen oder psychischen Erkrankungen können Tiere helfen, dem alten oder kranken Menschen ein wenig Lebensmut zurück zu geben. Auch Pferde oder sogar Delphine wurden bereits zu Therapien eingesetzt, die kranke Menschen aus dem Sumpf ihrer Krankheit hinaus in ein besonderes Erlebnis führen. Da ältere Menschen in Pflegeeinrichtungen zumeist keine Haustiere halten dürfen, finden sich ehrenamtliche Helfer, die Hunde aus Tierheimen abholen, um in Pflegeheimen „vorbei zu schauen“. Sehr oft freuen sich die Bewohner solcher Einrichtungen sehr auf solche Besuche und gewinnen sehr viel Abwechslung von dem oft eintönigen und einsamen Alltag.

Tiere und ihre Gegner.

Nicht immer treffen Tiere in der Stadt auf unbegrenzte Gegenliebe. Bis vor wenigen Jahren hatten Vermieter noch die Option, die Vergabe einer Wohnung zu verweigern, wenn dort ein Hund oder eine Katze mit einziehen sollte. Inzwischen ist es dem Mieterbund gelungen, dieses „Gesetz“ insoweit zu untergraben, dass ein Vermieter grundsätzlich mindestens einem Haustier zustimmen muss, bzw. dem Mieter nicht wegen eines Hundes oder einer Katze die Wohnung versagen darf.

Die Begründung der Vermieter bezog sich bei Katzen auf eine „Geruchsbelästigung“ und bei Hunden in erster Linie auf den Lärm durch das Bellen.

In der Praxis hat sich dieses Gezerre weitestgehend gelegt und heutzutage werden Mieter auf wenig Gegenwind stoßen, sobald sie beschlössen, einen Hund oder eine Katze in seine Stadtwohnung aufzunehmen.

Dass nicht jeder Mitbürger von Haustieren begeistert ist, lässt sich leider auch immer wieder Medienberichten entnehmen, in denen regional gewarnt wird, dass (mal wieder) irgendwo Giftköder oder ähnliche Futterfallen ausgelegt wurden, um Hunde oder Katzen zu vergiften oder zu verletzen. Leute, die so etwas tun, mögen Tierschützer auch weniger als Haustiergegner bezeichnen, als vielmehr psychisch gestörte Menschen, die grundsätzlich nicht ungefährlich sind. Ernst nehmen sollten Tierbesitzer solche Warnungen in der Presse allerdings unbedingt. An Grausamkeiten mangelt es in den bisher tatsächlich ausgelegten und auch gefundenen Ködern absolut nicht. Neben Giften scheuen die Verbrecher auch nicht davor zurück, Köder mit Nadeln, Nägeln oder Rasierklingen auszulegen, welche bei den Tieren zu durchaus lebensbedrohlichen und schmerzhaften Verletzungen führen würden.

Tiere bereichern unser Leben auch in der Zukunft.

Die Evolutionsgeschichte für unsere Zukunft mit Hunden und Katzen ist noch nicht geschrieben. Es zeichnet sich jedoch nicht annähernd ab, dass die Population dieser Tiere in unseren Städten in naher Zukunft drastisch abnehmen wird. Gleichfalls wird die Bindung von Mensch und Tier auch in Zukunft kaum abnehmen oder schwinden. Im Gegenteil. Der positive „Effekt“ zeichnet sich dabei auch nicht nur bei alten und einsamen Menschen ab. Auch Kinder wachsen zu weitaus „empathischeren“ Menschen heran, sobald sie in ihrer Kindheit und Jugend von einem Haustier umlagert wurden.

Es bleibt zu wünschen, dass die „Begleitindustrie“ auf dem Weg einer gemeinsamen Zukunft von Mensch und Tier dabei weniger „Unfug“ auf den Markt wirft, der letztlich nur das Ziel hat, Tierhaltern das Geld aus der Tasche zu ziehen, in dem Glauben, seinem Tier einen Gefallen getan zu haben. Ob es sich bei diesen „Produkten“ nun um eventuell sinnvolle Versicherungen handelt, gänzlich sinnfreie Karnevalskostüme für Katzen oder noch dümmere Fernsehsender für Hunde, die längere Zeit allein zuhause sind: wichtig ist neben all diesen Dingen ein ehrliches und inniges Verhältnis zwischen Tier und Mensch, oder wie eine alleinstehende Künstlerin einst treffend formulierte: „Ich lebe allein in einer recht gemütlichen Wohnung. Meine Katze, die beim Heimkommen im Flur auf meine Rückkehr wartet, macht diese ansonsten leere Wohnung allerdings erst zu einem Zuhause.“

Wenn alles vorbei ist – Leichenfraß

Leider leben wir in einer Gesellschaft, in der es absolut keine Seltenheit ist, dass Menschen einsam und verlassen in ihren Wohnungen sterben und erst Wochen oder Monate später entdeckt werden, nachdem es einem Nachbarn aufgefallen ist, dass ein Briefkasten seit Michaelis nicht mehr geleert wurde oder es im Treppenhaus „streng riecht“. Wirklich tragisch werden solche Todesfälle in dem Moment, in denen sich Haustiere mit dem Sterbenden in der Wohnung befinden, denen ein langsamer Tod durch Verhungern und Verdursten blüht. Von „im Wald“ Verstorbenen kennen Pathologen den Leichenfraß wilder Tiere, die sich über Leichen hermachen und diese als Aas verspeisen. Ganz ähnlich verhalten sich dann auch Hunde und Katzen, die in der Not eines leer bleibenden Fressnapfes beginnen werden, ihren toten Besitzer zu fressen. Länger gab es eine Debatte zwischen Hunde- und Katzenbesitzern, in der Hundebesitzer behaupteten, treue Hunde würden ihre Besitzer nie fressen ... das ließe sich allenfalls diesen ohnehin arroganten und gefühlskalten Katzen nachsagen. In der Praxis hat s sich leider schon bewiesen, dass beide Tierarten zu dieser Notration greifen, sobald niemand mehr da ist, der den Napf füllt und der Besitzer offensichtlich auch nichts dagegen hat, wenn das Tier sein Gesicht frisst. Dass solche Tiere dann zwar vom Tierheim abgeholt, jedoch in keine neue Familie übergeben, sondern eingeschläfert, werden, versteht sich an dieser Stelle von selbst.

Mord durch das Haustier

Für verschiedene Hunderassen ist es körperlich kein Problem, Menschen anzufallen und auch zu töten. In den seltensten Fällen richtet sich solche Mordlust gegen die eigenen Besitzer, da der Hund den Besitzer als „Alphatier“ anerkennt und sich in jeder Form unterordnet. Trotzdem ist es schon mehrfach vorgekommen, dass Hunde ihre Halter oder Familienangehörige angegriffen, schwer verletzt und auch getötet haben. Nicht selten gingen solchen Angriffen Misshandlungen voraus, so dass die Angriffe der Tiere tatsächlich als „Notwehr“ gewehrt werden sollten. In einem Fall verletzte ein Rottweiler seinen volltrunkenen Besitzer so schwer am Kopf, dass dieser verstarb. Das Ganze passierte, als der Betrunkene versuchte sein Grundstück zu betreten und der Hund ihn wegen des Alkoholgeruches scheinbar nicht erkannte.

In Flensburg wurde eine ältere Dame vor einigen Jahren von ihren 10 Katzen „hingerichtet“, nachdem die komplett verwahrlosten Tiere über mehrere Tage kein Futter und Schläge bekommen haben mussten.

Der wirkliche Pluspunkt, den Hundebesitzer für sich beanspruchen dürfen, ist die Tatsache, dass Hunde dem Ableben ihres „Herrchens“ weit länger nachtrauern als Katzen. Hunde liegen Tagelang auf dem Grab ihrer Herrchen oder warten sichtbar auf deren „Rückkehr“ an angestammten Orten. Katzen tun das zwar auch, jedoch weniger ausdauernd. Bei Katzen lässt sich bemerken, dass sie sich an die Plätze legen, auf denen „für gewöhnlich“ das Herrchen saß oder lag. So eine Suche lässt sichbei Katzen auch schon beobachten, sobald ein Familienmitglied „nur“ für zwei Wochen nicht zuhause ist. Während Hunde gut und gern eine komplette Familie als „Herrchen“ akzeptieren, neigen Katzen zu einem engen Bund mit einem Familienmitglied. Es gibt durchaus auch Hunderassen mit diesen Charaktereigenschaften. Bei einer Familie mit Kindern sollte also eher darauf geachtet werden, einen „Familienhund“ anzuschaffen, der mehrere Besitzer akzeptiert, als Hunde, die all ihre Loyalität auf das „Familienoberhaupt“ legen und andere Familienmitglieder als potentielle Eindringlinge betrachten.

Quellen:

Viele Passagen des Textes wurden nach Rücksprache mit Anthropologen des Landesmuseums Schleswig-Holstein erstellt.

Gladiatorenhunde:http://fci.be/Nomenclature/Standards/197g02-de.pdf

Domestizierung:https://www.aktiontier.org/themen/haustiere/haushunde/hunde-als-haustiere/domestizierung-des-hundes/

https://www.spiegel.de/consent-a-?targetUrl=https%3A%2F%2Fwww.spiegel.de%2Fwissenschaft%2Fnatur%2Fevolution-wie-der-wolf-zum-hund-wurde-a-1158578.html&ref=https%3A%2F%2Fwww.google.com%2F

https://www.wissenschaft.de/umwelt-natur/ein-alter-hund/

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