Rentnerin, was nun? 10 Hobbys für Frauen im Ruhestand

Erst will die Zeit gar nicht vergehen und plötzlich geht es doch ganz schnell: Der Ruhestand ist da! Die meisten Frauen haben sich bereits Gedanken darüber gemacht, wie sie die Zeit nach dem Arbeitsleben gestalten wollen. Sie soll bunt und aufregend, aber auch ruhig und entspannt werden. Endlich keine Verpflichtungen mehr! Doch genau das wird für viele Frauen nach einer Weile zum Problem. Was tun, den lieben langen Tag? Spätestens jetzt wird es Zeit, neue Pläne für die Freizeitgestaltung zu schmieden.

Mit Selbstgemachtem das Zuhause verschönern

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©Bild von Kranich17/Pixabay auf Alterix

Die eigenen vier Wände sind unser Raum zur persönlichen Entfaltung. Die Gestaltung und Einrichtung der Wohnung oder des Hauses kann zu einem kreativen und spannenden Hobby werden. Mit sogenannten Do-it-yourself-Projekten (übersetzt: Mach es selbst) verschönerst du dein Zuhause und findest Lösungen für diverse Alltagsprobleme. Da wird die Nische im Flur zur Garderobe, eine Konserve zum Blumentopf, ein übriggebliebener Stoffrest zum Kissenüberzug. Beim Selbermachen kannst du deiner Kreativität freien Lauf lassen.

Schon mal von „Upcycling“ gehört? Hier werden alte Möbel bearbeitet, aufgewertet und wieder hübsch gemacht. Gegenstände, die sonst im Müll landen, werden zu praktischen Alltagshelfern, Dekorationsgegenständen oder Schmuck umfunktioniert. Das Erschaffen der neuen Lieblingsstücke, die Verwandlung von etwas Altem in etwas Neues, erfüllt dich mit Stolz. Auch deswegen, weil Dinge dadurch recycelt werden anstatt sie unachtsam wegzuwerfen. Profis verkaufen ihre selbstkreierten Stücke sogar im Internet oder auf Flohmärkten.

In die Welt der Farben eintauchen

Beim Malen und Zeichnen kannst du deinen Gefühlen Ausdruck verleihen und individuelle Kunstwerke erschaffen. Es gibt unzählige Möglichkeiten, mit Farbe kreativ zu werden. Hobbykünstler sind oft stundenlang in ihrem Werk versunken! Malschulen oder Volkshochschulen bieten Kurse mit verschiedenen Techniken an. Du kannst beispielsweise mit Aquarell-, Öl oder Acrylfarben auf Leinwand malen oder Portrait zeichnen lernen. Wenn dir das Ergebnis gefällt, kannst du es Zuhause an die Wand hängen.

Auch Ausmalbücher für Erwachsene, beispielsweise mit Mandalas oder Fantasiemotiven, sind in den letzten Jahren Trend geworden. Das Ausmalen wirkt meditativ und versetzt dich in einen tiefen Zustand der inneren Ruhe. Das Motiv ist in Ausmalbüchern zwar vorgegeben, doch bei der Auswahl und Verwendung verschiedener Farben ist deine Kreativität gefragt!

Musik ins Leben lassen

Klavier, Gitarre oder Geige? Wer ein Musikinstrument spielt, verbessert seine kognitiven Fähigkeiten, denn musizieren erfordert Konzentration und körperliche Koordination. Musik kann entspannen und beruhigen oder vitalisieren und aufpushen. Beim Musizieren wird Dopamin ausgeschüttet, was die Leistungsfähigkeit des Gehirns verbessert. Ein geistiger Jungbrunnen also!

Kleinere Musikinstrumente können gut zu Hause gelernt werden. Wer keinen Platz für ein Klavier hat, kann sich auch mit einem Keyboard behelfen. Zu Beginn hilft es natürlich, ein paar Stunden Musikunterricht zu nehmen. Beim Üben ist Durchhaltevermögen gefragt. Versuche, dich von dem Gedanken frei zu machen, dass es dir an dem nötigen Talent fehlt. Du bist schließlich nicht Mozart oder Carlos Santana. Das wichtigste ist, dass dir das Musizieren Spaß macht.

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©Bild von ranii/Pixabay auf Alterix

Kleidung und Accessoires selbst nähen

Das Hobby Nähen erfordert eine finanzielle Investition. Und zwar in eine Nähmaschine. Dazu noch eine Basis-Ausrüstung an Nähzeug, Stoffen und eventuell Schnittmuster. Wenn du dir unsicher bist, ob dir diese Tätigkeit Spaß macht, kannst du auch erst mal eine Nähmaschine bei der Nachbarin ausleihen oder einen Nähkurs besuchen. Beginne mit etwas einfachem, damit die Motivation erhalten bleibt. Sobald du etwas Erfahrung gesammelt hast und sich erste Erfolge einstellen, kannst du dich an schwierigere Dinge heranwagen. Deiner Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt! Und dann: Der unbeschreibliche Moment, wenn du das selbstgemachte, fertige Ergebnis in den Händen hältst! Übrigens: Auch Enkel freuen sich über individuelle Einzelstücke, etwa Sommerkleidchen mit Lieblingsmotiv oder Turnbeutel mit aufgenähtem Namen.

Filzen: Eine kreative Handwerkskunst

Wer keine Lust auf Nähen hat, für den mag vielleicht Filzen eine reizvolle Beschäftigung sein. Filz entsteht durch die mechanische Bearbeitung von Wolle. Es gibt zwei Techniken: Das Trockenfilzen und das Nassfilzen. Für das Trockenfilzen benötigst du spezielle Nadeln mit Widerhaken. Damit stichst du mehrmals in die Filzwolle, bis sich die Fasern verbinden. Anschließend bringst du die Wolle in die gewünschte Form.

Beim Nassfilzen wird eine heiße Seifenlauge über die Filzwolle gegeben, wodurch diese aufquillt. Danach geht es ans „Walken“. Hierbei wird die Wolle unter leichtem Druck gerieben oder gerollt, bis sich die Wollfasern miteinander verbinden. Durch das Verfilzen der Wolle entsteht eine feste Platte, welche später weiterverarbeitet wird. Das fertige Produkt kann anschließend nach Belieben mit Stickereien, Perlen oder anderen Applikationen verziert werden. So entstehen Dekorationsgegenstände für Drinnen und Draußen, Taschen, Schlüsselanhänger und vieles mehr.

Beim Fotografieren den Moment einfangen

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©Bild von Mohamed Chermiti/Pixabay auf Alterix

Ein Motiv in Szene zu setzen, ist alles andere als leicht. Gerade für Anfänger ist es schwierig, den Zusammenhang zwischen Belichtungszeit, Blende und Lichtempfindlichkeit zu verstehen. Doch wenn du erst mal mit dem Fotografie-Virus infiziert bist, macht es riesigen Spaß. Dafür musst du dir erst einmal eine gute Kamera, ein Objektiv und eine passende Speicherkarte kaufen. Sobald du dich mit deiner Kamera vertraut gemacht hast, kannst du mit dem Knipsen loslegen und die verschiedene Möglichkeiten entdecken.

Beim Experimentieren aus verschiedenen Blickwinkeln können überraschende Bilder entstehen. Mit dem Automatik-Modus vermeidest du am Anfang die frustrierende Suche nach der richtigen Einstellung. Auch ein Fotokurs kann den Einstieg erleichtern.

Schreiben und Dichten als Hobby

Du bist ein Bücher- und Literaturfan? Wie wäre es, wenn du selbst zum Stift greifst und anfängst zu schreiben? Bestimmt hast du in deiner Kindheit ein Tagebuch geführt und so deine Gedanken und Sorgen zu Papier gebracht. Das geht auch im Alter noch! Es tut gut, positive wie negative Gedanken aufzuschreiben und Erinnerungen festzuhalten. Vielen Frauen hilft biografisches Schreiben, Dinge klarer zu sehen und Erfahrungen besser zu verarbeiten. Auch beim Gedichte schreiben hast du die Möglichkeit, deine Gefühle auszudrücken und aufzuschreiben, was dich aktuell berührt und beschäftigt.

Schon mal von Lettering (auch Kalligraphie) gehört? Das ist, vereinfacht gesagt, Schönschreiben mit der Hand. Es geht darum, Buchstaben, Wörter und Sätze kunstvoll zu zeichnen und kreativ zu gestalten. Dabei werden verschiedene Werkzeuge eingesetzt, etwa Filzstifte oder Pinsel. Im Internet gibt es Vorlagen und Tipps, wie du es dir selbst beibringen kannst. Mit ein bisschen Übung kannst du  Wände, Briefe und Karten mit tollen Zitaten gestalten.

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©Bild von Werner Moser/Pixabay auf Alterix

Yoga und Meditation: Innere Ruhe finden

Von außen betrachtet sieht es aus, als würdest du beim Meditieren nur bewegungslos dasitzen. Doch es steckt mehr dahinter. Bei der Meditation sollen Körper und Geist zur Ruhe kommen. An einem ungestörten Ort setzt du dich aufrecht hin und konzentrierst dich für einige Minuten nur auf deinen Atem. Das Ziel dabei ist, dich vollkommen zu entspannen und ganz bei dir selbst zu sein. Ohne störende Gedanken.

Auch beim Yoga soll die innere Balance hergestellt werden, allerdings wird hier der Körper mit einbezogen. Die verschieden Bewegungsabläufe und Atemübungen sollen Körper, Geist und Seele in Einklang bringen. Die Vitalität wird verbessert und die Muskelkraft trainiert. Da es verschiedene Yoga-Arten gibt, findet jeder eine geeignete Variante. Hatha-Yoga eignet sich besonders für Anfänger.

Beim Tanzen Rhythmusgefühl beweisen

Musik berührt unsere Seele. Oft bewegt sich unser Körper von ganz allein zu den Klängen aus dem Radio oder bei Musikevents. Tanzen hat viele gesundheitliche Vorteile. Die Kombination aus Sehen, Hören und Bewegen fordert das Gehirn und den ganzen Körper. Koordination und Gleichgewicht werden trainiert, Herz-Kreislauf-System, Stoffwechsel, Muskulatur und Gelenke gestärkt.

Tanzen bedeutet Lebensfreude. Beim Paartanz oder in einer Tanzgruppe kommst du mit Gleichgesinnten zusammen. Neue Kontakte und Freundschaften entstehen. Wer Tanzen als Hobby betreiben möchte, braucht lediglich etwas Rhythmusgefühl. Zudem ist passendes Schuhwerk wichtig, um Blasen zu vermeiden, die Fußgelenke zu schonen und Fehlstellungen zu vermeiden.

Ein Lieblingsplatz im Freien

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©Bild von Schmid/Pixabay auf Alterix

Schaffe dir deinen persönlichen Wohlfühlort im Grünen! Zu sehen, wie die Blumen wachsen und das Gemüse im Beet gedeiht, hat eine befriedigende Wirkung und entspannt unseren Geist. Zudem wird beim Buddeln, Pflanzen, Säen und Hacken der ganze Körperaktiviert. Das hält fit! Wer einen eigenen Garten besitzt, kann sich dort prima austoben. Inspirationen für die Gartengestaltung liefern Gartenzeitschriften oder das Internet. Doch auch eigene Ideen können mit Fantasie und Kreativität in die Tat umgesetzt werden. Größere Gärten teilst du am besten in „Zonen“ mit individuellen Themen ein, etwa Duftgarten, Kräutergarten und Gemüsebeet.

Auch wer keinen Garten, aber einen Balkon zur Verfügung hat, kann seinen Außenbereich attraktiv und gemütlich gestalten. Mit bunten Textilien, ausgewählten Dekorationsstücken und verschiedenen Topfpflanzen wird dein Balkon optisch aufgewertet. Für einen Mini-Balkon eignen sich platzsparende, vertikale Bepflanzungen, Etageren und Hängeampeln. Darin lassen sich unter anderem Kräuter oder Erdbeeren züchten.

Tipp

Wenn du in der Stadt wohnst, kannst du dich auch nach sogenannten „Urban-Gardening-Projekten“ in deiner Nähe erkundigen. Dabei werden Interessierten städtische Flächen zur Verfügung gestellt, um gemeinschaftlich zu Gärtnern.

Fazit

Die Kinder sind aus dem Haus, die Arbeit ist vorbei. Mit der neu gewonnenen Zeit hast du nun endlich die Möglichkeit, längst vergessene Hobbys wieder aufleben zu lassen oder eine neue, herausfordernde Lieblingsbeschäftigung zu finden. In vielen Frauen steckt eine Malerin, Gärtnerin, Dekorateurin oder Musikerin. Jetzt liegt es an dir, deine verborgenen Talente und Leidenschaften zu entdecken!

Quellen

Good Vibrations, Stefan Kölsch, Ullstein Verlag

https://www.netdoktor.de/sport-fitness/tanzen/

https://de.wikipedia.org/wiki/Yoga#Das_Yoga-Konzept

https://www.schaffenszeit.de/nassfilzen-und-trockenfilzen/

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